Kommentar von STEFAN REINECKE
Es ist erstaunlich, wie parallel Aufstieg und Fall von FDP und Linkspartei verlaufen. Im Parteienspektrum markieren beide die Extreme in Bezug auf Sozialstaat und Verteilungsgerechtigkeit. Die Westerwelle-Liberalen reüssierten mit einer Art Sozialpopulismus von oben, die Linkspartei mobilisierte im Westen das abgehängte untere Fünftel der Gesellschaft und enttäuschte Sozialdemokraten.
Jetzt scheint dieser Kampf, der den inneren Spannungsbogen der deutschen Politik bildete, zu erlahmen. Beiden, FDP und Linkspartei, scheinen ihre Themen abhandenzukommen. Die Liberalen reagieren, stürzen Westerwelle und machen hektische programmatische Suchbewegungen. Das wirkt zwar unausgegoren, aber lebendig. Die Linkspartei hingegen verfällt in Schockstarre. Außer gusseisernem "Weiter so" fällt der Partei nichts ein.
Die Linkspartei hat ein Führungsproblem. Klaus Ernst und Gesine Lötzsch wirken wie Chefs auf Abruf. Doch niemand traut sich, sie zu stürzen – aus Furcht vor einem folgenden innerparteilichen Grabenkrieg. Gysis Ankündigung, dass Lafontaine im Notfall zurückkehren würde, beschleunigt diesen Machtverfall. Ob Lafontaine überhaupt zurück will, weiß wohl niemand, auch er selbst nicht. Der Job, den Sinkflug der Partei zu stoppen, verspricht auch wenig Glanz. Was 2005 ein Aufbruch war, wäre 2011 ein mühsames Geschäft.

Stefan Reinecke STEFAN REINECKE ist Redakteur im Berliner Parlamentsbüro der taz. Foto: taz
Für das Grundproblem der Linkspartei hat Lafontaine zudem kein, oder nur das falsche Rezept. Die Zeit, als strikte Abgrenzung von Rot-Grün erfolgreich war, ist vorbei. Diese Pose kann Lafontaine effektiv inszenieren – doch sie wirkt wie von gestern.
Die SPD regiert im Bund nicht mehr, und wo sie regiert, wie in NRW, macht sie keine Schröder-Politik mehr. Die Grünen zu belehren, wie man aus der Atomkraft aussteigt, ist bloß lächerlich. Was die Linkspartei braucht, ist eine Strategie, die das Soziale und Eigene betont, ohne in Anti-Rot-Grün-Beißkrampf zu verfallen. Die Führung, die das kann, ist nicht in Sicht.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
08.04.2011 10:41 | bla
"Sein Abgang hat zu einer regelrechten Implosion und nachfolgenden jahrelangen Schwächung des linken und ökologischen SPD-F ...
08.04.2011 10:20 | max
die linke soll nicht in einen anti-rot-grünen beißkrampf verfallen? ...
07.04.2011 16:55 | Hana
Die Linkspartei hat Probleme, weil die Regierung so stark schwächelt, dass Rot-Grün wieder eine Alternative ist. Aber das i ...