der kommentar

Holocaustleugner gesellschaftsfähig

Das Grußwort des ägyptischen Nobelpreisträgers durfte ein Autor verlesen, der Verständnis für den Holocaust aufbringt: ein Skandal

In der ägyptischen Zeitung Al Ahram schrieb er über den Holocaust: „Die Deutschen hatten keine andere Wahl, als sie in Züge zu verladen und in den Osten zu transportieren, denn die Juden waren unterentwickelt und eine Last für die deutsche Wirtschaft.“ Sein neues Buch widmete er Wafa Idris, der ersten Selbstmordattentäterin in Israel. Sie lässt er im Roman sagen: „Die Israelis fürchten uns Frauen mehr als die Männer, denn jeden Tag gebären wir palästinensische Knaben, und jeder neue Palästinenser untergräbt das Fundament des jüdischen Staates weiter. Wenn wir wissen, wie wir diese Kinder richtig erziehen, werden sie Jugendliche, deren Wunsch es ist, Märtyrer zu werden.“ Der Verfasser: Mohammad Salmawy. Er wäre nicht der Rede wert, hätte er nicht als Ehrengast der Buchmesse die Grußadresse des Nobelpreisträgers Nagib Machfus verlesen – im Beisein der bildungsbürgerlichen Elite Deutschlands.

In Pressemeldungen firmierte Salmawy lediglich als „Freund“ Machfus’: Eine Prüfung seiner Schriften sollte wohl nicht stattfinden, auch wenn sie sich lesen wie Ähnliches von Leuchter oder Irving. Kein Protest bis heute. Dass so Holocaustleugner gesellschaftsfähig werden: War es das, was mit der linksalternativen Idee der Multikulturalität gemeint war? Bei aller europäischen Islamophilie: Auf wen darf Israel noch hoffen, wenn es um sein Existenzrecht geht? JAF