Behörde holt eine Frau und vier kleine Kinder aus ihrer Wohnung und fliegt sie ins Kosovo aus. Der Vater der Kinder liegt im Krankenhaus.von Christian Jakob

Findet die Abschiebung von Roma ins Kosovo "richtig und rechtens": Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU). Bild: dpa
BREMEN taz | Der Landkreis Harburg hat am Dienstag eine Romni mit vier Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren ins Kosovo abgeschoben, obwohl der Kindesvater mit einer lebensgefährlichen Lungenerkrankung in einem bayrischen Krankenhaus liegt.
Ein Sprecher des Landkreises bestätigte, dass Polizisten die 25-jährige Sevlije Begani am frühen Morgen abholten, ohne dass die Frau darauf vorbereitet worden wäre. "Sowas kündigen wir vorher nie an." Die Familie wurden nach Düsseldorf gebracht und nach Pristina geflogen - in Begleitung von Bundespolizisten und zusammen mit 150 weiteren Flüchtlingen.
2001 waren Begani und ihr Lebensgefährte Rama Gani vor dem Bürgerkrieg im Kosovo geflohen. Seither lebten sie als Geduldete in Deutschland, wo ihre vier Kinder zur Welt kamen. 2010 dann wurde Gani ins Kosovo abgeschoben.
Nach Angaben des "Roma-Center" in Göttingen war er dort obdachlos, wurde attackiert und erkrankte an Lunge und Augen. Im vergangenen Winter schlug er sich nach Deutschland durch, reiste illegal ein, wurde aber prompt von der Polizei aufgegriffen. In der Haft stellten Ärzte offene, ausgebrochene TBC fest, seither liegt Gani in einer Klinik.
Der Kreis Harburg bestreitet, dass zwischen Begani und Gani eine "familiäre Gemeinschaft" bestand, schließlich habe Gani zuvor in Göttingen gelebt. "Die konnten sich ja auch gar nicht sehen", sagt Kenan Emini vom Roma-Center: "Als Geduldete hat man sie in verschiedene Landkreise aufgeteilt."
"Roma haben im Kosovo keine Chance", sagte der Vorsitzende der Gesellschaft für bedrohte Völker, Tilman Zülch. "Rückkehrer leben in einer schrecklichen Situation, es gibt keine Perspektive, sie verelenden." Zülch erinnerte daran, dass Deutsche in der NS-Zeit fast 500.000 Roma ermordeten. "Es sollte ein leichtes für uns sein, mit den 20.000 Kosovo-Roma, die heute bei uns leben, anständig umzugehen."
Inklusion gelingt nicht auf Knopfdruck und bringt viele der an Schule Beteiligten an ihre Grenzen. Deshalb ist es so wichtig, dass die Schulen ausreichend Fachpersonal bekommen. von Kaija Kutter
Die Bremer Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) wertet die Entlassung des Kinder-Chefarztes als „dicken Fehler“.

So viel Vogeler gabs nie - geschweige denn, so viel Gemeinsamkeit. Die Worpsweder Museen, nun zu einem Verbund zusammengeschlossen, haben eine große Gemeinschaftsausstellung zum Schillerndsten der Kolonieväter auf die Beine gestellt von Henning Bleyl

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
13.04.2011 14:00 | k.secka
und wieder ein verachtenswertes beispiel unserer ausländerpolitik.kalt,grausam und verabscheuenswürdig
12.04.2011 19:08 | hopfen
Und eigentlich sollten wir grade bei diesem Volk unsere direkte Verantwortung übernehmen. Aber nein, wir teilen sie erst in ...