Post von Wagner

Liebe Bascha Mika,

einmal bei einem gesetzten Abendessen im Adlon, Berlin, war ich Ihr unwissender Tischherr, erinnern Sie sich? Sie lachten mich mit Ihren blauen Augen aus/an, weil ich zu Ihnen sagte, Sie können unmöglich Bascha Mika sein.

Die Chefredakteurin der taz hatte ich mir als gorlebende, rauchgraue, auf ein Minimum einer Frau reduzierte WG-Existenz vorgestellt. Und da saßen Sie durch nichts gezeichnet als von Ihren blauen, blauen Augen. Hatten Sie lavendelfarbene Lippen in dieser Nacht?

In meiner Erinnerung haben Sie duftendes blondes Haar und die Rumba-Hüften einer Verführerin. Und wenn ich die Augen schließe, dann sehe ich Sie bloßfüßig mit eintätowierten Blümchen über den Knöcheln...

Ich war schwer beeindruckt in dieser Nacht, wissen Sie das, schöne BASCHA MIKA? Ich habe Sie nach der Herkunft Ihres fremd klingenden Namens gefragt. Sie sagten, dass Sie aus Komprachcica, Polen, kommen. Ich habe Sie sofort in mein Herz geschlossen, denn ich liebe den Papst, Lech Walesa, den Dichter Andrzej Szczypiorski (“Die schöne Frau Seidenman“).

Ach, es hätte was aus uns werden können! Aber plötzlich verließen Sie das vornehme Adlon, ich habe Sie nie mehr gesehen. Es gibt keine Zeitung, die sich seitdem so hasserfüllt und verächtlich mir gegenüber benimmt, wie Ihre taz, meine Liebe. Und so stellt sich die Frage, was wirklich geschah, in jener Nacht, dass Sie mich nicht vergessen können.

Sagte ich etwas Unpassendes über Katzen, Stricken, Frühstücken, was ich mir aber nicht denken kann, denn meine Salonmanieren sind über Berlin hinaus bekannt. Was ist schief gelaufen, Bascha Mika “among the paths to eden?“ War es die berühmte Nano-Sekunde, der milliardste Teil einer Sekunde, die entscheidet über den Fortbestand der Erde, einen ersten Kuss oder das Bestellen eines taz-Abos? Antworten Sie mir auf der Wahrheits-Seite.

Herzlichst Franz Josef Wagner

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