Kommentar von GERNOT KNÖDLER
Mit dem Abriss der Esso-Häuser droht der Reeperbahn, ein weiteres Stück ihres speziellen Flairs abhanden zu kommen. Das ist eine Entwicklung, die der Stadt, aber auch Investoren nicht recht sein kann. Denn wenn das Schmuddelige und Verruchte verschwindet, wird St. Pauli ein Stadtteil wie jeder andere.
Das Millerntor-Hochhaus, das Brauerei-Quartier, Hadi Teheranis Tanzende Türme - das sind Bauten, die es an jedem anderen Ort der Welt auch geben könnte. Für die Läden und Restaurants, die hier eingezogen sind, muss keiner nach St.Pauli fahren. Wenn jemand kommt, dann wegen der billigen Absteigen und der schrägen Altbauten, die Nischen für Diskotheken, Clubs und Bars, für Peepshows und Bordelle bieten.
Mit den Neubauten wird nur deshalb viel Geld verdient, weil noch einen ganze Menge von der alten Reeperbahn übrig geblieben ist. Je mehr davon wegfällt, desto uninteressanter werden die gestylten Büros und Yuppie-Wohnungen.
Für die Stadt kann das nur heißen, dass sie den Wandeln mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln steuern muss. Andernfalls kann sie sich den Mythos Reeperbahn und die damit verbundenen Touristenströme abschminken. Neue und alte Immobilienbesitzer sollten sich zusammensetzen und darauf achten, dass nicht der eine dem anderen das Geschäft versaut.
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Leserkommentare
19.05.2011 11:26 | jaja
Die schönen Essohäuser, diese Perlen der Reeperbahn - wer würde da nicht gerne wohnen. Jetzt sollen sie verschwinden? Könnt ...
17.05.2011 16:50 | tiger
Sankt Pauli wird so langsam zu einem zweiten Las Vegas. Und das ist politisch auch gewollt. ...
17.05.2011 10:31 | Christian Relling
Schoener Kommentar, aber was veranlasst den Schreiber zu der Annahme, dass die Stadt "das steuern muss"? Stadt und Investor ...