Lüttel wird violett

Höhere Weihe: Bremer Propst von Bischof Franz-Josef Bode ins Osnabrücker Domkapitel berufen

Osnabrück/Bremen | taz | ■ Der Bremer Propst Ansgar Lüttel darf die Farbe wechseln. Statt Schwarz kann er künftig einen violetten Unterrock, einen kurzen Schulterumhang – die so genannte Mozetta – und, für den Kopf, ein Birett derselben Farbe tragen. Denn Lüttel wurde mit drei weiteren Priestern der Diözese Osnabrück von Franz-Josef Bode zum Domkapitular berufen. Zugleich ernannte der Bischof den gebürtigen Bremer Heinrich Plock zum Domdechanten – sprich: zum Chef des Domkapitels.Damit hat es nun neun Mitglieder.

Das Kapitel ist das höchste Gremium des Bistums, dessen kommissarische Verwaltung es nach dem Tod des Bischofs übernimmt. Ebenso wählt es seinen Nachfolger aus einer vom Vatikan verfassten Kandidaten-Liste.

Propst Lüttel, 1950 in Lingen geboren, 1975 zum katholischen Priester geweiht und seit über 20 Jahren in Bremen seelsorgerisch tätig, gab sich überrascht von der Ernennung. Er wertete sie als Zeichen „der guten Verbindung zwischen der Freien Hansestadt und Osnabrück“. Damit werde Bremen ein Stück aufgewertet.

Über lange Zeit waren die geistlichen Beziehungen der beiden Städte eher gespannt: Vom 17. Jahrhundert an bis 1998 war kein Bremer Geistlicher mehr ins Osnabrücker Kapitel berufen worden. Damals erhielt der Pfarrer im Ruhestand Adalbert Keilus den Titel eines Ehrendomherren.

Bevor Lüttel 1997 zum Propst an Sankt Johann bestimmt wurde, hatte er die Pfarrstellen von Sankt Hildegard, Overvieland und Herz Jesu in der Neustadt inne. Seine erste Bremer Stelle trat er 1983 als Kaplan an Sankt Johann an.

Der Stadt und seiner Gemeinde bleibt Monsignore Lüttel trotz der neuen Würde erhalten: Er gilt als „nichtresidierender Kapitular“. Auch wird man sie ihm vermutlich äußerlich nicht anmerken. Es gilt als unwahrscheinlich, dass Lüttel sein neues Gewand in Bremen trägt.