Sie wäre eine Weltneuheit: eine Moschee mit Windkraftanlagen in den Minaretten. In zwei Türmen soll gut ein Drittel des Stroms erzeugt werden, den die Moschee benötigt. von DANIEL HERTWIG

Noch existiert die Windkraft-Moschee nur als Modell. Bild: Selcuk Ünyilmaz
BERLIN taz | Die Moscheegemeinde von Norderstedt bei Hamburg möchte mit dem 2,5 Millionen Euro teuren Projekt einen Begegnungsort mit Cafés und Geschäften für Menschen verschiedener Glaubensrichtungen schaffen.
Die von außen sichtbaren, vertikal angebrachten Rotorblätter sollen aus Glas sein, um Licht- und Schatteneffekte zu ermöglichen. Das Hauptgebäude wird mit Ornamenten verziert, ein Atrium und ein Arkadengang runden den Komplex ab.
Ein Sprecher der Moschee erklärte, der Bau könne aus finanziellen Gründen noch nicht beginnen. Zwar seien die Pläne für die futuristische Anlage fertig, auch habe man vom zuständigen Ausschuss das Okay für den Vorantrag bekommen. Was bislang fehlt, sei ein Geldgeber für das Millionenprojekt.
Dennoch ist man in Norderstedt optimistisch: "Unsere Mitglieder sind von der Vision begeistert", so der Moscheesprecher. Man wolle auf jeden Fall eine Lösung finden. Auch dem Bürgermeister der norddeutschen Stadt gefalle das Bauvorhaben.
Die Idee mit den Windrädern in den 22 Meter hohen Minarett-Türmen stammt von dem Hamburger Architekten Selcuk Ünyilmaz. Der hatte zunächst mal die Vorteile seiner Pläne darzulegen: "Ich musste die Glaubensgemeinde überzeugen, den Minaretten eine andere Funktion zu geben." Die Frage nach der Funktion der symbolisch wichtigen Türme müsse stets neu gestellt werden.
Vor allem geht es Ünyilmaz aber um innovative Architektur und Klimaschutz. Mit energie- und umweltbewusstem Bauen beschäftige er sich schon seit dem Studium. Einen religiösen Hintergrund habe seine Idee nicht, auch wenn alle Religionen die Bewahrung der Schöpfung predigten.
"Wir wollen keine Politik machen, sondern mit der Architektur neue Impulse setzen", so Ünyilmaz. Sollten die finanziellen Mittel für den Bau zusammenkommen, wäre die Windkraft-Moschee wohl die Erste ihrer Art weltweit. Man habe lange recherchiert, um anhand von Beispielen die Gemeinde besser überzeugen zu können. Es gebe kein vergleichbares Projekt, so der Architekt.
In ihrem Videocast fordert Kanzlerin Merkel einen schnellen Ausbau der deutschen Stromnetze. Um den Windstrom von den Norden in den Süden zu schaffen, sind Tausende neue Netzkilometer nötig.

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Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

Leserkommentare
14.06.2011 18:35 | windstille Schnecke
Unter der Kuppel einer Moschee kann man übrigens auch einen Druckwasserraktor verstecken. ...
14.06.2011 13:43 | Sanaa L.
Jeder Leser sollte sich selbst hinterfragen, was das eigentliche Problem ist. Verzerrte Wahrnehmung geprägt von der Tatsach ...
10.06.2011 13:42 | Yadgar
@irgendwer: ...