unterm strich

Er ist der wichtigste Preis, den ein Hörstück in Deutschland einheimsen kann: Der Hörspielpreis der Kriegsblinden, der seit 1950 jährlichfür das beste deutschsprachige Hörspiel verliehen wird, soll vor dem Aus stehen. Grund dafür seien Differenzen innerhalb der Jury, die durch die neue Zusammensetzung der Juroren ausgelöst wurden, heißt es. Einst vom Bund der Kriegsblinden ins Leben gerufen, wird der Hörspielpreis seit 1994 gemeinsam mit der Filmstiftung NRW ausgelobt; bekannte Autoren wie Ingeborg Bachmann, Heiner Müller und Walter Kempowski haben ihn erhalten. Ursprünglich waren es neun Kriegsblinde, neun Fachkritiker und ein Vorsitzender, die über die Preisvergabe zu befinden hatten. Vor zwei Jahren jedoch setzte die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, seit 1994 Mitträgerin des Preises, eine andere Verteilung durch. Seitdem besteht die Jury nur noch aus sieben Kriegsblinden, sieben Kritikern und zusätzlich fünf weiteren Juroren, die von der Filmstiftung berufen werden. Dieses zahlenmäßige Ungleichgewicht sowie auch der große Interessens- und Altersunterschied zwischen den Kriegsblinden und den anderen Juroren hätten dazu geführt, dass sich die Kriegsblinden nicht mehr mit ihrem Preis identifizieren könnten, sagt deren Verband, und plädiert für die Abschaffung. Zugespitzt hat sich der Konflikt durch die diesjährige Verleihung des Preises an Christoph Schlingensief mit seinem Hörspiel „Rosebud“, mit der die Mehrzahl der Kriegsblinden nicht einverstanden gewesen sein soll, da sie das Stück als „elitär“ empfand. Hans-Dieter Hain, der als Kriegsblinder seit 1996 der Jury angehörte und nun auf eigenen Wunsch ausscheidet, schlägt stattdessen einen Hörbuchpreis der Kriegsblinden vor. Hörbücher seien sowieso zeitgemäßer als Hörspiele im Radio, so sein Argument. Am 25. August soll es nun zu einem „Spitzengespräch“ zwischen dem Vorsitzenden des Bundes der Kriegsblinden, Dieter Renelt, und dem Geschäftsführer der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen kommen. Dort soll geklärt werden, wie es mit dem Radiopreis weitergehen wird.

In Petersburg beginnen derweil die Dreharbeiten für einen Film, der von den letzten Tagen des Dritten Reichs handeln soll. Produzent ist Bernd „Das Boot“ Eichinger, als Regisseur wurde Oliver „Das Experiment“ Hirschbiegel verflichtet. In Petersburg soll im Herbst die „Schlacht um Berlin“ nach gestellt werden; in München werden dann die Szenen gedreht, die im Führerbunker spielen. Grundlage des Scripts bilden das Buch „Der Untergang“ von Joachim Fest sowie die Aufzeichnungen von Hitlers Sekräterin Traudl Junge.