Kommentar von HERMANNUS PFEIFFER
HERMANNUS PFEIFFER ist taz-Autor.
Beim Beschluss, 200 Leopard-Panzer ausgerechnet an die Despotie Saudi-Arabien zu verkaufen, geht es um weit mehr als nur ein schnödes Milliarden-Geschäft. Die schwarz-gelbe Bundesregierung agiert hier geostrategisch und im Gleichschritt mit den USA. Dem arabischen Frühling misstraut Kanzlerin Merkel ebenso wie andere westliche Regierungschefs. Zu ungewiss sind die außen- und wirtschaftspolitischen Folgen einer Demokratisierung - und erst recht ihres Scheiterns - in der arabischen Welt.
Mit den Potentaten hatte man sich doch stabil eingerichtet. Das Erdöl floss, Israel blieb weitgehend unbehelligt, die potenzielle regionale Großmacht Iran war isoliert. Wen schert es da, wenn mit Hilfe saudi-arabischer Panzer noch im Juni Proteste der Bevölkerung im Nachbarland, dem Königreich Bahrain, blutig niedergeschlagen wurden?
Die Proteste der schiitischen Bevölkerungsmehrheit hatten im Februar begonnen, im März entsandten Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate nach einem Hilferuf der prowestlichen bahrainischen Regierung Truppen, um die Proteste niederzuschlagen. Anders als dem kessen Kleindarsteller Gaddafi in Libyen, lässt der Westen dem ölreichsten Land der Welt das durchgehen.
Die Lieferung einer auch auf "asymmetrische Kriegsführung" gegen Aufständische und Partisanen ausgelegten Kampfmaschine folgt der Machtlogik, die mit der Nato verbündete Regionalmacht Saudi-Arabien aufzurüsten, um den "bösen" Iran im Zaum zu halten. Ein Spiel mit dem Feuer ist dies aber, weil sich die absolutistische Monarchie auf dem Salafismus gründet. Diese Spielart des Islam ist besonders intolerant - nicht nur gegenüber Schiiten.
Bei der Neuwahl am 17. Juni dürfen die Rechten mit dem Einzug ins Parlament rechnen. Die bürgerlichen Parteien des Landes müssten eine Front gegen Rechtsradikalismus bilden. von Jannis Papadimitriou
Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.

Es ist ein echtes großes Drama, das sich da in Griechenland abspielt. Ein Drama über die Demokratie, die Unregierbarkeit. Dieses Wort muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und das Drama genießen.

NRW hat gewählt. Die taz hat sich mal angeschaut, wie kreativ die Parteien waren und was das über die KandidatInnen aussagt.

„Verspätet“ – in Berlin trifft das nicht nur einzelne Flüge, sondern ganze Flughäfen. Und was passiert nun in der Hauptstadt?

Leserkommentare
05.07.2011 16:09 | Brake
Sozialisten sind Blutrünstiger als die Saudis ...
05.07.2011 15:59 | Brake
Damit man das jetzt ein für alle mal Klar gestellt ist , Deutschland wird in Zukunft egal unter welcher Regierung die Rüstu ...
05.07.2011 09:20 | WaltaKa
Wir dürfen davon ausgehen, dass Deutschland nicht so souverän ist, eigenständig über derartige Waffenlieferungen zu entsche ...