Kolumne von Deniz Yücel
WIR hatten einen Traum: Bei der schärfsten Weltmeisterschaft der Welt in unserem Zauber-Land wollten WIR nicht nur Weltmeister der Herzen und Weltmeisterschafts-Ausrichtungs-Weltmeister werden, sondern – endlich, endlich, endlich, nach 21 qualvollen Jahren des Wartens! – Weltmeister der Welten! Die ganze Welt hat UNS das gegönnt, die ganze Welt hat UNS die Daumen gedrückt, die ganze Welt war mit UNS! Heute waren wir alle Mädchen. Und dann das…
WIR hatten einen Traum. IHR habt mit EURER Schlamperei UNSEREN Traum vermasselt, vergeigt, vergurkt, verschlampt, zerstört, getötet, abgeschlachtet, vernichtet! Die herzlosen Versagerinnen, die es niemals, niemals, niemals wert gewesen wären, in UNSEREM Namen aufzulaufen, in der objektiven Einzel-Kritik:
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DENIZ YÜCEL ist Redakteur im WM-Team der taz.
Foto: tazNadine Schlamperer (32): Unser Zauber-Land ist stolz auf Sepp Maier (jetzt 67), Toni Schumacher (57), Oliver Kahn (42), die ganze Welt beneidet uns um diese Tor-Titanen. Hätten sie jemals ihr Tor so schlampig gehütet, sich je so nass machen lassen?
Linda Schlampsonik (27): 1,70m, 60kg, verschlampt trotzdem den Ball gegen Mini-Japsin Iwashimizu (24/1,62/54). Wieso trägt DIE die Nummer Zehn?
Schlampnike Krahn (26): Immer, wenn sie in die Nähe des Balls kommt, herrscht Torgefahr – vor UNSEREM Tor! So eine Schlamperei können WIR uns nicht leisten!
Schlampia Bartusiak (28): Zu lahm, zu schwer, zu schlampige Manndeckung: Wo war sie, als Mörder-Japsin Karina Maruyama (28) UNS mitten ins Zauber-Herz traf?
Babett Schlamper (23): Schlimmer Zicken-Kick: Kickt selbst schlampig, zickt aber ständig die anderen an, verbreitet mit fiesem Lästern schlechte Stimmung.
Schlampone Laudehr (24): Lässt sich ständig von Japsinnen vorführen, legt nicht für UNS, sondern für die Japsinnen auf. Weiß sich am Ende nicht besser zu helfen, als Chef-Japsin Oma Sawa (33) in den Unterleib zu treten (Absicht? Oder "nur" schlampiges Zweikampf-Verhalten?) Egal. Denn: SO wurden WIR nie Weltmeister, so wollten WIR nie Weltmeister werden!
Kim Schlampig (21): Tönt vor dem Spiel: "Wir haben Steigerungspotenzial", schlampt beim Aufwärmen, lässt sich schon in der 4. Minute (!) auswechseln, heult. Dabei wissen alle: Fußball ist kein Mädchen-Tennis!
Kerstin Schlampefrekes (31): Hat Kapitänsbinde an, weiß nichts damit anzufangen, verschlampt ihre Aufgabe. Versucht, kurz vor Schluss Elfmeter zu schinden, hofft auf Schlamperei von Mexi-Schiri-Mieze Quetzalli Alvarado (36). Selbst nach dem Spiel, als bei den Versagerinnen das große Heulen losgeht, bleibt sie kalt. Mit solchen Beamtenseelen kann man eine Stadtkämmerei betreiben, aber niemals Weltmeister werden!
Célia Schlampyino da Schlampi (23): Wer hat da beim DFB geschlampt? Wieso darf DIE überhaupt für UNS spielen?
Melanie Behringer (25): Mel B. macht alles: Flanken, Pässe, Eckbälle, Torschüsse… kann aber allein nichts gegen die Schlamperei ausrichten. TRIKOTTAUSCH spricht aus, was alle denken: Außer Mel B. könnt ihr alle gehn!
Inka Schlamps (32): Schmeißt sich vor dem Spiel schamlos an Kanzlerin Angela Merkel (56) ran ("total nett"). Tut dann aber nichts, um die Kanzlerin zum Kanzler-Geburstag am Final-Sonntag (irgendwann in irgendeinem Sparten-Sender; wer will, soll den Termin im Internet nachgucken) glücklich zu machen. Versenkt ständig Bälle im Himmel über Wolfsburg, verschlampt eine Magic-Mel-B-Flanke nach der anderen, verliert ständig Kopfball-Duelle gegen Mini-Japsinnen (Durchschnittsgröße: 1,63m!). Zum Abwinken!
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Bianca Schlamp (21): Kommt für Kim Drücke-Schlampi. Ex-Leichtathletin, kann schnell laufen, verschlampt aber, den Ball mitzunehmen. Uncool! Auch uncool: Steht Mel B. bei Freistößen im Weg rum.
Lena Schlampling (25): Nicht schlecht. Aber auch nicht gut genug. Sonst würden UNSERE Zauber-Herzen noch immer strahlen.
Alexandra Popp (20): Nichts gesehen von der Möchtegern-Stürmerin. War die überhaupt dabei? Oder haben WIR da etwas verschlampt? "Popp wurde in der 102. Minute eingewechselt", berichtet taz-Expertin Frauke Böger (29). Hatten WIR sonst niemanden auf der Bank?
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Schlampgit "Oma" Prinz (33): Alt-Japsin Oma Sawa (33) macht bei den Japsinnen alles: Abwehr, Angriff, Pässe. "UNSERE" Oma Prinz nervt vor dem Spiel mit Heulsusen-Depri-Nummer: "Ich hatte das Gefühl, ich kann der Mannschaft nicht helfen", verteilt beim Spiel Wasser-Flaschen, verschlampt es, als Capitana ihre Mannschaft in die Schlacht zu führen! Peinlich!
Lira Schlamparaj (23): Prima Figur – auf Werbeplakaten. Die Kosovo-Schnalle verschlampt es, sich einwechseln zu lassen, wartet darauf, dass das Spiel abgepfiffen wird, damit sie TRIKOTTAUSCH machen kann, um neuen Werbevertrag zu bekommen. Pfui!
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Schlampia Neid (47): Gibt nach dem Spiel, als alles zu spät ist, zu: "Wir hätten heute noch lange spielen können, wir hätten wohl kein Tor geschossen." Hätte sie das gleich gesagt, ein Trainer mit Eiern hätte übernommen: Jogi (51), Berti (64), Klinsi (46), zur Not der Kaiser (65) selbst... Sie alle hätten gewusst, wie WIR in UNSEREM Land ein paar dahergelaufene Japsinnen (Durchschnittsgröße: 1,63m!) wegputzen!
Ulrike Schlampweg (45): Nervt die ganze Zeit mit Taktik-Langweiler-Gedöns, verschlampt es, die Mädels in Form zu bringen (nicht mal Aerobic-Training!), am Ende geht ihnen die Puste aus, während die Japsinnen (Durchschnittsgröße: 1,63m!) laufen und laufen und laufen…
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Ist da noch mehr zu sagen? Vielleicht. Aber nicht jetzt. Die Worte stocken… dicke Tränen kullern über UNSERE schwarz-rot-goldenen Zauber-Wangen… WIR fühlen UNS verraten, verkauft, gekickt… WIR sind… WIR sind…
sprachlos.
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In seiner Kolumne begleitete Deniz Yücel die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011. Die Kolumnen erschienen zwischen dem 26. Juni und dem 18. Juli auf taz.de.
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Leserkommentare
18.05.2012 11:21 | Bernardine
Witzig, dass sich gerade die "Zeitung" über die Satire echauffiert, deren (Un-) Stil hier auf die Schippe genommen wird.
24.03.2012 13:41 | Name, Vorname
Nach dem Lesen der Kolumne war ich nicht gerade begeistert, hätte sie wahrscheinlich ei paar Minuten später wieder vergesse ...
06.08.2011 13:37 | niemini
Na, na, na, john doe! Sich über die Rechtschreibung anderer Leute mokieren und dann zwei Zeichen-, einen Abstands- und drei ...