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Harald Schmidts 5-Tage-Woche

Montage waren bisher Ruhetage für das bildungsbürgerliche Amüsement: Museen haben geschlossen, es gibt keine „Harald Schmidt Show“. Ab dem 30. Juni und nach 1.266 Sendungen wird das anders, denn dann geht Harald Schmidt in die 5-Tage-Woche. „Bei vollem Lohnausgleich, wie er bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Berlin erklärte, „Aber auch aus Liebe zu Deutschland. Und um das Tempo im Lande aufzunehmen“. Wohl auch, um bösen Gerüchten ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen, Schmidt könnte eventuell zu einem anderen Sender …?

Einträchtig verwiesen der Entertainer und sein sichtlich stolzer Sat-1-Geschäftsführer Martin Hoffmann auf die kontinuierlich steigenden Zuschauerzahlen, man wolle die leidige Diskussion um eine Zusammenarbeit ein für allemal beenden. Ein für allemal, das geht bei Harald Schmidt so: „Das ZDF ist zu amputiert. Und bei der ARD kriegen sie ja schon zwei Schweißausbrüche, wenn sie nur mal ’n Witz vorschlagen.“ Deshalb bleibe nur Sat.1, so Schmidt, zumal ihn auch sein ehemaliger Chef „Doktor Leo Kirch“ in sieben Jahren nie behelligt habe: „Wenn die Show auf Sat.1 nicht mehr läuft, dann läuft sie gar nicht mehr. Wenn sie einmal mit Claudia Schiffer gebumst haben, ziehen sie auch nicht wieder zu ihrer Mutter.“ Ansonsten bleibe er dem Sender treu, „zumindest bis zum nächsten Kaufinteressenten. Am 15. Juli ist die nächste Hauptversammlung, und da wollen wir die Braut noch mal richtig schmücken.

Möglich geworden ist die Sendung „am besten Tag der Woche“ (Schmidt), weil Stefan Aust sich erweichen ließ und sein „Spiegel TV“ auf einen früheren Termin ausweicht. „Die Sendezeit um 22.45 Uhr ist für Aust einfach attraktiver“, erklärte Hoffmann auf die Frage, wie viel Geld denn für dieses Arrangement geflossen sei.

Schmidt indes lieferte Pointen, als würden sie ihm inzwischen vergoldet: „Ich bin montags immer rumgeschlichen wie der Tiger im Käfig. Da staut sich so viel auf, das spürt dann auch die Lebensgefährtin, das spüren die Kinder – und irgendwann hast du sie alle geschlagen.“ Dabei sei er inzwischen so populär, „ich fühle mich schon wie der Neue von Boris. ARNO FRANK