Neue Platten

Dota ist eine Kleingeldprinzessin und machte einen brasilianisch gestimmten „Mittelinselurlaub“

Der Name ist natürlich schon mal toll: Kleingeldprinzessin. Klingt nach einer U-Bahnfahrt zwischen Straßenmusik und Hans Christian Andersen. Dota Kehr ist die Kleingeldprinzessin, in der Welt rumgekommen, in Berlin geboren und hier allerorten mit den Stadtpiraten zu hören. Es gibt verschiedene Demo-CDs (www.kleingeldprinzessin.de) mit einer Musik, die oft eher im journalistischen Abseits steht, wenn sie nicht gerade aus god’s own country kommt: also Sänger-Songschreiberei. Die Kleingeldprinzessin weiß dabei um die hiesigen Traditionen der eher textorientierten, meist allein gitarrengestützten Zunft, mit der Band aber schaut man sich musikalisch recht freimütig um und findet eine deutsche Entsprechung zu dem, was gern Chanson genannt wird. Und da gibt es in Deutschland gar nicht so viele Namen, die man sich jetzt merken müsste.

Ende des vergangenen Jahres hat die Kleingeldprinzessin auch in Brasilien eine Platte eingespielt, mit Danilo Gullhermo und weiteren brasilianischen Musikern, als Dan & Dota, und auf diesem „Mittelinselurlaub“ trifft sich dann leichtfüßige Liedermacherei mit Samba, auf den Zehenspitzen tanzend. Lieder von Dota und Lieder von Dan, wobei der auf den ersten Blick eigentlich eigenartige sprachliche Reigen von Deutsch und Portugiesisch beim Hören der freundschaftlich entspannten Atmosphäre plötzlich sehr stimmig wirkt. Eine ruhige, unaufgeregte Produktion, ohne modische Mätzchen. Sehr jazzig und damit immer die „klassische“ brasilianische Musik im Auge, also die fein fingerschnippenden Vorgaben eines Antonio Carlos Jobim. Wer das mag, fühlt sich auch bei „Mittelinselurlaub“ wohl aufgehoben.

Zu hören ist die Kleingeldprinzessin dann mit einem Stadtpiraten am Donnerstag, 8. April, in der Reihe der „Jungen Musiktalente“ bei Eggers Landwehr. Eintritt fünf Euro. TM