bundeswehrgelöbnis

Ramba-Zamba beim Zapfenstreich

Der Rathausmarkt wird zum Kasernenhof: Erstmals seit 1977 wird es am 16. Juni in Hamburg wieder ein feierliches öffentliches Gelöbnis von Bundeswehr-Rekruten mit Großem Zapfenstreich geben. Unter den Sicherheitsorganen herrscht schon Alarmstimmung, da mit Protest aus der automomen Szene gerechnet wird.

Jahrzehntelang war in Hamburg auf das Zeremoniell von der regierenden SPD verzichtet worden, da es bei den letzten öffentlichen Gelöbnissen zu massiven Protesten von Kriegsgegnern gekommen war. Daher sind die Rekrutenvereidigungen im Norden nur noch in den Kasernen abgehalten worden.

Nach dem Machtwechsel in Hamburg erklärte der Rechts-Senat, es solle wieder ein öffentliches Gelöbnis auf dem Rathausmarkt geben. Bei Hamburgs Grünen stoßen diese Pläne auf heftige Kritik. Es gehe der CDU nur um „die Machtdemonstration einer neuen Regierung durch polarisierende Symbolpolitik“, meinte die GALierin Krista Sager. Das Ganze sei „eine Inszenierung, die eher spaltet als zusammenführt“ und nütze der Bundeswehr nicht.

Der Begriff „Zapfenstreich“ stammt aus dem späten 16. Jahrhundert und läutete die Nachtruhe der Landknechte ein. Die militaristisch abgewandelte Form des „Großen Zapfenstreichs“ ist zum ersten Mal zu Ehren des russischen Zaren 1838 aufgeführt worden. Er gilt als Ritual in der Bundeswehr und soll „den Zusammenhalt der Streitkräfte festigen und die Verbundenheit von Truppe und Bevölkerung stärken“. KVA