Kleine Partei will ganz groß herauskommen

Auf ihrem Parteitag beschloss die Kölner FDP, im Fall eines Wahlerfolgs wieder das selbe Team in der Rat zu entsenden. Wahlkampfthemen: „Schikanen“ gegen Autofahrer, „Sicherheit“, „Sauberkeit“ und Service der Stadt

KÖLN taz ■ | „Köln ist in keinem guten Zustand“, resümierte FDP-Ratsfraktionschef Ralph Sterck am Wochenende auf dem Parteitag der Kölner Liberalen. Das Image der Kommunalpolitik sei „unterirdisch“, das der FDP aber nicht. Deshalb rechnet sich die kleine Partei Chancen aus, nach der Kommunalwahl im September mit noch mehr Leuten in den Stadtrat einzuziehen.

Kommen die Liberalen über vier Prozent, tritt exakt die selbe FDP-Fraktion wieder an, verstärkt durch Mitglieder, die bereits jetzt als sachkundige Einwohner (Marco Mendorf) oder Fraktionsgeschäftsführer (Uli Breite) mit von der Partie sind.

Vor seinen 104 Parteifreunden entschuldigte sich FDP-Bürgermeister Manfred Wolf dafür, dass er genau 104 Stimmen erhalten hatte: „Das ist mir schon ein wenig peinlich. Aber Konrad Adenauer hat sich ja damals auch selbst gewählt...“ Wolf wollen die Liberalen gerne weiter als Bürgermeister sehen.

Sterck, der die FDP im Rat wieder führen will, bezeichnete die amtierende schwarz-grüne Ratskoalition als „Stillstands- und Verhindeurngskoalition“. Im Rathaus herrsche auch sonst Chaos: Parteibücher seien bei der Besetzung entscheidender Positionen in der Verwaltung oft wichtiger als die Qualifikation, Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) kümmere sich zu viel um Repräsentation und die Politik werde auch noch schlecht in die Öffentlichkiet kommuniziert.

In ihrem Wahlkampf soll ihr Lieblings-Sujet Verkehr einen großen Raum einnehmen. Schwarz-Grün mache nichts gegen „Schikanen“ wie Aufpflasterungen, unnötige Schilder und „rote Wellen“ an den Ampeln, behaupten sie. Gegen die Grünen polemisiert Sterck, sie seien “Verkehrsverhinderer“. Die FDP wolle Geld lieber für Autogaragen als für Fahrradständer ausgeben, kündigte Sterck an.

Weitere Themen sollen „Sicherheit“ und „Sauberkeit“ sowie der Service der Verwaltung sein. Die Affinität des FDP-Wahlkampfs zum Wunschpartner CDU ist natürlich nicht zufällig: „Wir wollen Unions-Wähler einfangen, die die unheilvolle Kooperation mit den Grünen nicht verstehen“, erklärte Fraktionschef Sterck. „Ansonsten graut mir davor, was da noch alles in den Giftschränken von Schwarz-Grün lauert.“