Kriegsgrund immer noch weg

US-Kriegsbefürworter wollen endlich Beweise für Massenvernichtungswaffen sehen

WASHINGTON | ap ■ | Noch immer sind keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden. Auch von irakischen Wissenschaftlern waren keine neue Informationen zu erfahren. Vor diesem Hintergrund regt sich in den USA Unmut – galten die Massenvernichtungswaffen doch als der eigentliche Grund des Feldzugs gegen Bagdad. „Als ein Befürworter des Krieges erwarte ich, dass die Experten jetzt schleunigst etwas finden“, sagt John Pike von der Forschungsgruppe GlobalSecurity.org. Ähnlich äußert sich Charles Pena vom Cato-Institut in Washington: Die US-Regierung sei es der Welt schuldig, endlich die Beweise für die Berechtigung des Kriegs zu präsentieren.

George W. Bush und Colin Powell bekunden zwar immer wieder ihre Überzeugung, dass die verbotenen Massenvernichtungswaffen in Kürze entdeckt würden. Hinter den Kulissen räumen einige Beamte mittlerweile jedoch ein, man werde wohl höchstens Unterlagen darüber finden, dass es ein solches Rüstungsprogramm einmal gegeben hat. Vermutlich sei dieses jedoch später aufgegeben worden, sodass die Waffen tatsächlich nicht mehr existierten.