Immunität von Linke-Politikern aufgehoben: "Ein bedenkliches Signal"
Die Immunität von zwei hessischen Linke-Politikern ist aufgehoben worden, weil sie an der Blockade des Neonazi-Aufmarsches in Dresden teilnahmen. Die beiden Politiker sind empört.
WIESBADEN afp | Die Vorsitzenden der hessischen Linksfraktion, Janine Wissler und Willi van Ooyen, haben sich empört über die Aufhebung ihrer Immunität gezeigt. Dies sei ein "trauriges und zugleich bedenkliches Signal ins In- und Ausland", erklärte Wissler am Mittwochabend in Wiesbaden.
Der Landtag hatte mit den Stimmen von CDU und FDP die von der Staatsanwaltschaft Dresden beantragte Aufhebung der Immunität beschlossen. Diese schützt Abgeordnete vor Strafverfolgung.
Hintergrund ist die Teilnahme der Linken-Politiker an einer Blockade gegen einen Neonazi-Aufmarsch in Dresden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, sie seien Rädelsführer gewesen. Neben den beiden hessischen Fraktionschefs richten sich die Vorwürfe auch gegen die Linken-Fraktionsvorsitzenden in Thüringen und Sachsen, Bodo Ramelow und André Hahn.
Wissler warf den Behörden vor, dass eine "mordende Nazi-Bande" ein Jahrzehnt lang ungehindert von den Sicherheitsbehörden durch die Republik ziehe, "während linke Antifaschisten angeklagt werden."
Van Ooyen bezeichnete es als "demokratische Pflicht, sich gegen solche Aufmärsche zur Wehr zu setzen." Die beiden Fraktionschefs kündigten an, auch in diesem Jahr gegen einen Neonazi-Aufmarsch in Dresden zu demonstrieren.
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen
meistkommentiert