UMWELT-ENZYKLIKA

Klimaforscher: Papst-Schreiben ist einzigartig

BERLIN | Die Reaktionen auf die am Donnerstag veröffentlichte Umwelt-Enzyklika des Papstes fallen in Deutschland vor allem positiv aus. „Die Enzyklika ist sehr einzigartig, indem sie zwei starke Pole zusammenbringt: auf der einen Seite Glaube und Moral und auf der anderen Seite Forschung und Vernunft“, sagte Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung bei der Vorstellung im Vatikan. Die Welt stehe einer sozialen Krise gegenüber. „Wenn Glaube und Vernunft zusammenarbeiten, Hand in Hand, können wir diese Krise überwinden“, sagte der Wissenschaftler, der am Mittwoch zum Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften ernannt worden war. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks würdigte die Enzyklika indes als Ansporn für alle, die sich für die Umwelt einsetzen. Laut dem Sozialphilosophen Michael Reder schlägt das Schreiben eine neue Richtung in der Kirchengeschichte ein: „Sie setzt das Denken der Kirche radikal auf ein neues Gleis.“ Besonders in den USA kritisierten dagegen konservative Kreise, die den Klimawandel bezweifeln, den Papst für seine politische Stellungnahme. (dpa)