Ein Brief ruft Asma al Assad dazu auf, ihrem Mann Einhalt zu gebieten. Die Frauen der UN-Botschafter von Deutschland und Großbritannien sollen hinter der Kampange stehen. von Gabriela M. Keller

Die Gattin des Diktators wurde einst als „Syriens Lady Diana“ verehrt. Bild: reuters
BERLIN taz | Die Hochglanzfotos vermitteln ein hübsches Bild, wie gemacht für eine Modestrecke oder eine Werbebroschüre. Asma al Assad steht, in einen karmesinroten Pashmina gewickelt, auf dem Berg Qassioun am Rand von Damaskus und blickt fotogen in die Abenddämmerung.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Dann ein Schnitt. Ein körniges Handyvideo zeigt eine verschleierte Frau mit einem Baby auf dem Arm in einem überfüllten, engen Raum, vielleicht einem Bombenschutzraum. „Manchen Frauen geht es um Stil, manchen Frauen geht es um ihr Volk“, sagt im Hintergrund eine weibliche Stimme. „Manche Frauen kämpfen um ihr Image, manche Frauen kämpfen ums Überleben.“
Das vierminütige Video ist eine Botschaft, mit der die Gruppe „Women of the World“ an Präsident Baschar al Assads Ehefrau appelliert. „Spiegel Online“ zufolge stehen die Ehefrauen der deutschen und des britischen UN-Botschafter, Huberta von Voss-Wittig und Sheila Lyall Grant, hinter dem Aufruf.
„Lasst uns ein starkes, internationales Signal von Frauen – und Männern – rund um die Welt an Asma senden“, schreibt von Voss Wittig im Forum der Kampagnen-Website: „Beende die Gewalt gegen Frauen und Kinder in deinem Land. Gib deine Position auf, schütze dein Volk.“
Bis zum frühen Nachmittag war der Film rund 300 Mal aufgerufen worden; etwa 1.000 Menschen hatten die zugehörige Petition unterschrieben, darunter nach Angaben der Süddeutschen Zeitung die Frauen der UN-Botschafter Japans, der Türkei, Finnlands, Ungarns, Südafrikas und der Philippinen.
Die Video-Botschaft arbeitet einer emotional aufgeladenen Sprache und schrillen Kontrasten: Die glamouröse Präsidentengattin auf der einen Seite, verwackelte Aufnahmen von blutenden, verletzten und toten Kindern auf der anderen. „Was ist mit dir los, Asma?“, heißt es dazu. „Halt deinen Mann und seine Gefolgsleute auf.“
Asma al Assad galt lange als das Gesicht eines modernen, liberalen Syrien. Die 36-Jährige, geboren und aufgewachsen als Tochter eines Kardiologen in London, arbeitete bis zur Hochzeit mit Baschar al Assad als Investment-Bankerin.
Dann wurde die mondäne First Lady wegen ihrer sozialen Hilfsprojekte als „Syriens Lady Diana“ verehrt. Damit ist es nun vorbei: Seit Beginn des Aufstandes gegen das Regime hat sie zunächst lange geschwiegen und sich dann öffentlich hinter ihren Mann gestellt.
Es ist diese Haltung, die in der Petition mit klaren Worten kritisiert wird: „Niemanden kümmert dein Image“, so lautet die Botschaft. „Uns kümmern deine Taten.“
Ich empfinde den Aufruf der Botschafterfrauen - namentlich des britischen und deutschen VN-Botschafters und keineswegs anon ...
Was ist los mit der internationalen Politschickeria? Botschafterfrauen beteiligen sich, offenbar anonym, an psychologisch ...
Bereits 2006 soll bei der Sonderkommission „Bosporus“ der Begriff NSU gefallen sein, sagt ein Ermittler aus. Ein Umdenken löste der Hinweis nicht aus. von Marlene Halser, Andreas Speit

Seit Frühjahr 2011 demonstrieren in Syrien tausende Menschen in Syrien für einen Machtwechsel. Präsident Baschar al-Assad lässt hart zurückschlagen – laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Großbritannien sind seit Beginn des Aufstandes 32.000 Menschen getötet worden.
Eine Karte mit der Übersicht über die regionalen Interessen der Nachbarstaaten finden Sie hier.
Eine Karte mit der Übersicht über die befreiten Gebiete finden Sie hier.
Ein Pferd beim Plantschen, jede Menge Mangos und Herr Müller-Lüdenscheidts Alptraum. Unsere Bilder der Woche.

Körperfülle, Farben, Bärte oder Buchstaben. Gehörlose haben eindeutige Bezeichungen für Politiker.

Die Demonstranten in Istanbul sind hartnäckig. Trotz harter Polizeieinsätze verharren sie auf dem Taksim-Platz.

Demonstranten auf dem Taksim-Platz, Wasser auf dem Autobahnkreuz, Nadeln auf dem Tiger. Unsere Bilder der Woche.


Für alle, die mitreden wollen
Der lange Abschied vom Wachstum, Kriminalität ohne Grenzen, der Kampf um die richtige Landwirtschaft, Sozialpolitik gegen den sozialen Fortschritt, die überfällige Reform der UN: Der neue Atlas der Globalisierung von Le Monde diplomatique veranschaulicht auf 176 Seiten und in über 150 neuen Karten und Infografiken in welchem Tempo die Globalisierung voranschreitet und die Welt verändert.