In Neumünster sagt die NPD eine angemeldete Kundgebung ab. Geplant war, die gefloppte Veranstaltung vom 1. Mai zu wiederholen, kommen wollte aber keiner. von Andreas Speit

Nazis blieben Zuhause: In Neumünster sagt die NPD eine angemeldete Kundgebung ab. Bild: dpa
NEUMÜNSTER taz | E-Mail von der NPD: In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde es amtlich. Um 22.28 Uhr teilte die NPD der Stadt Neumünster offiziell mit, einen Tag vor der Landtagswahl nun doch keine Wahlkundgebung ausrichten zu wollen. „Es ist ein Sieg für uns“, sagt Udo Wachholz, Fachbereichsleiter öffentliche Sicherheit.
Ist Ihnen dieser Artikel etwas wert?
Eigentlich wollte die NPD am 5. Mai in Neumünster auflaufen, weil sie am 1. Mai gescheitert war. Auf ihrer Website kündigte die Partei die Wiederholung ihrer Wahlveranstaltung an. Auffällig jedoch: Auf keiner weiteren Szenewebseite wurde für den Marsch gewoben. Dass am „Tag der Arbeit“ über 100 Anhänger der NPD wegen der Beteiligung an einer nicht erlaubten Kundgebung in Gewahrsam kamen, schien nachgewirkt zu haben.
Die Lust der Neonazis, wieder in der Stadt aufzulaufen, war offensichtlich gering. An die 2.000 Menschen hatten sich am 1. Mai an Gegenaktionen des „Runden Tischs für Toleranz und Demokratie“ beteiligt und die Marschroute blockiert.
Das Bündnis rief für Samstag erneut dazu auf, die NPD scheitern zu lassen. Die Stadt verbot den Marsch, ließ jedoch eine Kundgebung zu, da sie als Wahlveranstaltung angemeldet war. Mit dieser Einschränkung wollte sich die NPD nicht abfinden. Ein Eilantrag gegen die Auflage wäre aber nicht mehr möglich gewesen, sagt der NPD-Landespressesprecher Jörn Lemke. In der Nacht fasste das Ordnungsamt nach, drohte der NPD, wenn keine schriftliche Absage eingehe, müsste sie die Kosten des Polizeieinsatzes tragen.
Dass die Absage alleine wegen der Auflage erfolgte, darf bezweifelt werden. In dem Verband sind führende Kader zerstritten, einzelne Kameradschaften verweigern eine Zusammenarbeit. Parteisprecher Lemke wird verdächtigt, ein V-Mann zu sein.
Auf die sich anbahnende Absage wollte sich der Runde Tisch aber nicht verlassen. Über 800 Menschen freuten sich bei einem Protestmarsch umso mehr über die erneute Niederlage der NPD.
Flüchtlinge aus Libyen, die seit über einem Monat in Hamburg auf der Straße leben, demonstrieren in der Rathausdiele. Den Bürgermeister kriegen sie nicht zu sehen von Kristiana Ludwig

Im dritten Prozess um den Brechmittel-Tod von Laye Condé hat jetzt zum ersten Mal der angeklagte Polizeiarzt ausgesagt – und sich damit unglaubwürdig gemacht von Simone Schnase

Das Oldenburger Landesmuseum warnt vor den Umtrieben illegaler „Archäologen“ – und hat eine Ausstellung mit pädagogischer Mission auf die Beine gestellt: Statt der Raubgräberei zu frönen, soll die Bevölkerung Hand in Hand mit den Profis arbeiten von Henning Bleyl

Bond-Schurkin, Stil-Ikone, Musikerin: Das Gesamtkunstwerk Grace Jones hat Geburtstag.

David Beckham beendet seine Fußballer-Karriere. Wird er jetzt etwa Vollzeitpapa, Model oder Frührentner? Ach, uns fallen da noch ein paar andere Sachen ein...

Ein echt fieser Augapfel, ein Harley-Davidson-Skelett, Buddha hat Geburtstag und jede Menge Quallen. Unsere Bilder der Woche.

14 Jahre war Thomas Schaaf Trainer bei Werder Bremen – genug Zeit, seinen trockenen Humor in vielen Interviewantworten unter Beweis zu stellen.


Leserkommentare
07.05.2012 08:32 | Gorm der Alte
Sie scheitern dreifach, bei der Wahl haben die ewiggestrigen in absoluten Zahlen der abgegebenen gültigen Stimmen 34 % verl ...