Im Kurzfilm „Earthbook“ ist die Erde kurz davor, den Umweltsünder Mensch von ihrer Freundesliste zu löschen. Kann der Mensch die Freundschaft noch retten? von Adam Zapert

Die Erde ist verärgert über das wilde Treiben der Spezies Mensch. Bild: Screenshot: youtube.com
BERLIN taz | Wie sähe das Profil der Erde in einem sozialen Netzwerk aus? Der Planet hat in 4,5 Milliarden Jahren viel gesehen – in der Chronik lässt sich das nachlesen: Die Trennung der Kontinente, eine wahre Invasion von Insekten, die Geburt der Säugetiere und die Dinosaurier, die ihr Konto löschten, nachdem die Erde von einem Meteoriten angestupst wurde.
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Mit Mond und Sonne als Freunde kann die Erde gut leben, noch besser verträgt sie sich mit Mars und Venus. Kein Wunder, denn mit den Gestirnen ist sie nur über „Earthbook“ in Kontakt – sie kommen ihr nie in die Quere. Auch Sauerstoff, Pflanzen und Tiere dürfen ihre Freunde sein. Die Affen posten, dass sie an Haarausfall leiden, die ganze Nacht vom Führerschein träumen und gar menschlich fühlen. Ein neuer Freund wird geboren.
Der Kurzfilm „Earthbook“ vermittelt auf eine spielerische und originelle Art das Problem der Umweltbelastung, das der Mensch verursacht hat. Er mimt dabei das soziale Netzwerk „Facebook“ und gibt unserem Planeten eine Stimme. Der Film wurde von der Bundesregierung im Vorfeld des Weltklimagipfels, der in Rio de Janeiro stattfindet, produziert.
Im Film ahnt die Erde nicht, wie aktiv ihr neuer Freund werden wird. Bald schon gründet er die Gruppe „Industrielle Revolution“, damit fängt alles Übel an. Er vermehrt sich rasant, lässt die Meere versauern und verzockt sich beim „CO2-Game“. Die Erde postet über Sodbrennen, Fieber und Artensterben, während sich der Mensch unbekümmert über ein neues Smartphone freut. Im Chat mit Mars klagt die Erde über zu viel Ignoranz und beschließt den Menschen aus ihrer Freundschaftsliste zu entfernen.
Doch in letzter Sekunde schafft es der Mensch dies abzuwenden. Er startet ein neues Spiel namens „Green Economy“ und lädt die Erde zum „Kyoto-Protokoll“ ein. Eine Gruppe zur Schadensbegrenzung wird gegründet, um die Erderwärmung um nicht mehr als 2 Grad steigen zu lassen. Zum ersten mal chattet der Mensch mit der Erde und kann sie vorerst beruhigen.
Im Film kann das Schlimmste im letzten Moment abgewendet werden, nun muss es auch in der Realität gelingen.
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Leserkommentare
12.07.2012 13:53 | Peter Pan
Das schlimmste ist, dass hier wieder mal Steuergelder sinnlos verschwendet werden. Denn wir wissen es längst und das Video ...
10.06.2012 14:22 | Müllman
Ich halte ja die Grundidee dieses Filmes für ok aber das Ende, das impliziert 2 Grad wären schon ok und mit dem bisschen in ...
09.06.2012 07:25 | Frank Poschau
„Unsere Erde scheint einzigartig, nur wir haben den Erhalt dieser nicht begriffen und schauen in unsere Zukunft, auf tote P ...