Nach dem Anschlag auf israelische Touristen in Bulgarien gibt es bislang sieben Tote und mehr als 30 Verletzte. Die israelische Regierung macht Teheran als Drahtzieher aus.

Sicherheitspersonal bewacht den abgeriegelten Ort der Explosion in Burgas. Bild: reuters
TEL AVIV/SOFIA dpa/dapd | Nach dem blutigen Anschlag auf israelische Touristen in Burgas ist in der Nacht zum Donnerstag ein Rettungsteam aus Israel nach Bulgarien geflogen. Der israelische Rundfunk meldete, Rettungskräfte und Militärs hätten den Auftrag, die Leichen und Verletzten zurück nach Israel zu holen.
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Nach israelischen Angaben wurden bei der Bombenexplosion in einem Reisebus mindestens sieben Menschen getötet, unter ihnen sechs israelische Staatsbürger. Mehr als 30 weitere Menschen seien zum Teil schwer verletzt worden.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu machte umgehend den Iran für den Anschlag verantwortlich und kündigte eine entschlossene Reaktion an. Ranghohe israelische Sicherheitsbeamte kamen noch am Abend zu Konsultationen zusammen. Aus Sicherheitskreisen hieß es, man sei über weitere Anschläge besorgt und prüfe die Sicherheitsvorkehrungen an möglichen israelischen Zielen, darunter Terminals an Flughäfen und diplomatische Einrichtungen.
Zunächst bekannte sich keine Gruppe zu einem Anschlag. „Alle Zeichen deuten auf den Iran“, sagte Israels Ministerpräsident Netanjahu. Der Regierungschef wies auf ähnliche Anschläge oder Attentatsversuche in den vergangenen Monaten in Indien, Georgien, Thailand, Kenia und Zypern hin. „Diese iranischen Terroranschläge breiten sich in der ganzen Welt aus“, sagte Netanjahu. „Israel wird entschlossen auf den Terror des Irans reagieren.“ Teheran äußerte sich am Mittwoch zunächst nicht zu dem jüngsten Zwischenfall in Bulgarien.
Die Mitglieder der israelischen Reisegruppe waren kurz vor dem Anschlag auf dem Flughafen der Schwarzmeerstadt Burgas gelandet, wie der private Sender bTV berichtete. Nachdem die Reisenden in den Bus gestiegen waren, sei dieser explodiert und in Flammen aufgegangen. Die Polizei bestätigte, dass es sich um einen Anschlag handelte. In dem attackierten Bus hätten auch viele Jugendliche gesessen, meldeten israelische Medien.
Am Flughafen von Burgas riegelte die Polizei den Explosionsort ab. Der Flughafen stellte den Betrieb ein, wie der deutsche Betreiber Fraport mitteilte. Die Flüge wurden nach Varna umgeleitet. In Israel wurden unterdessen Vorwürfe über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen auf dem Flughafen des beliebten Touristenorts im Südosten Bulgariens laut. In den vergangenen Monaten habe es dort schon mehrere Anschlagversuche gegeben.
Bundesaußenminister Guido Westerwelle reagierte „entsetzt und bestürzt“ auf die Nachrichten aus Burgas. „Ich verurteile den tödlichen Anschlag auf israelische Touristen in Bulgarien auf das Schärfste. Die Täter müssen gefunden und für diese schreckliche Tat zur Rechenschaft gezogen werden“, erklärte Westerwelle in Berlin.
Auch Israels Verbündeter USA verurteilte den Anschlag. Präsident Barack Obama sprach Netanjahu am Telefon sein Beileid aus. Zugleich sagte Regierungssprecher Jay Carney, Obama habe den „abscheulichen Angriff, der unschuldige Israelis und Bulgaren getötet und verletzt hat“, scharf verurteilt.
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