piwik no script img

Inselscherz in Griechenland(K)eine Insel für Österreich

Der Traum ist geplatzt: Eine griechische „Österinsel“ wird es nicht geben. Dabei hätte es so schön werden können mit Mengen an Retsina und Uhudler-Wein.

Erst vergangenen Dienstag feierten die EinwohnerInnen der ägäischen Insel Ikaria das Annektierungsabkommen mit Athen. Nein, nicht dessen 100-jähriges Bestehen, sondern dessen Auslaufen. Das behauptete zumindest die italienische Zeitung Libero.

Während der Feierlichkeiten äußerten die InsulanerInnen angeblich, dass sie nun die Schnauze voll vom krisengeschüttelten Festland hätten. Stattdessen strebe man den Anschluss an einen anderen Staat an. Die Türkei komme nicht infrage, aber Österreich fänden sie gut.

Und wie findet die Uhudler-Wein-verwöhnte Republik, was womöglich unter Retsina-Einfluss aus den ägäischen Mündern strudelte? Ur Laiwand! Eine Insel für Österreich!

Dass mit dem Meer aber auch ein ganzer Berg an Schulden herüberschwappen würde, realisiert man nicht. Stattdessen sieht man sich schon am Strand die inoffizielle Hymne „I am from Austria“ dem Sonnenuntergang entgegenplärren. Und den MonarchistInnen stehen bereits Freudentränen in den Augen. Ob eine Melange aus griechischem Laisser-faire und Wiener Gemütlichkeit die Insel in einen komatösen Zustand versetzen könnte, fragt sich niemand. Alle freuen sich.

Aber an dem Gerücht ist nichts dran, bestätigte gestern der Bürgermeister der Insel dem Boulevard-Blatt Österreich: „Das ist ein netter Scherz, nicht mehr. Weder wollen wir weg von Athen, noch planen wir einen Anschluss an Österreich.“

Wie Ikarus zerschellt nun auch der Traum von einer „Österinsel“. Der ehemalige Finanzminister Karl-Heinz Grasser und seine Korruptionskonsorten müssen ihre Koffer also vermutlich wieder auspacken.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen

0 Kommentare