was fehlt ...: ... der Ehemann
Weil der Haussegen schief hing, setzte sich ein 68-Jähriger auf's Rad und absolvierte eine Anti-Aggressions-Etappe. Die dauerte länger als geplant.
Klar, wenn's zu Hause kracht, muss man seinem Ärger schon mal Luft machen. Auf die Idee kam auch ein 68-Jähriger nach einem Urlaubsstreit mit der Gattin und setzte sich aufs Rad. Allerdings eroberte der Rentner den Ergo-Trainer im Pensionskeller, sondern lieh sich fix ein Fahrrad. „Soll die Olle doch meckern, ich dreh' erstmal 'ne Runde“, hat sich der wutschnäubende Ehemann anscheinend gedacht. Start der Anti-Aggressions-Etappe war der Moselort Ernst.
Dann ging es es ins 130 Kilometer entfernte Aachen. Respekt! Da hatte einer scheinbar den inneren Schweinehund komplett in die Waden verlagert. Die Ehefrau dachte jedenfalls der Konfliktpartner käme reumütig zurück, ahnte also nichts von der Flucht ihres Gatten. Panik machte sich im Herzen der Dame breit. Schließlich schaltete sie eine Vermisstenanzeige.
Sie sorgte sich gar sehr, weil ihr Mann ohne seine Medikamente das Weite gesucht hatte. Großes Drama. Die Polizei im Weingebiet rückte mit allem an, was der Fuhrpark hergab: Hubschrauber, Boote und Spürhunde drehten jeden Rebstock auf links. Ohne Erfolg. Dann meldeten sich die Kollegen vom Niederrhein, man habe den Extremsportler gefunden und in ein Krankenhaus eingeliefert. Alles Quatsch, findet taz.de, der Rouleur muss im Training bleiben. Für die nächstjährige Tour im Nachbarstaat wäre der Power-Radler auf jeden Fall ein Gewinn. Wer die Strecke Ernst-Aachen ohne Doping schafft, muss belohnt werden. Da ist noch mehr drin. (JSCH mit dpa)
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