• 31.01.2013

Bayern stimmen gegen Unigebühren

Deutschland wird gebührenfrei

Das Bezahlstudium steht vor dem Aus. In den beiden letzten Bundesländern mit Studiengebühren wird gerade dessen Abschaffung beschlossen. Ein Rückblick.von Christian Füller

  • 03.02.2013 01:32 Uhr

    von FaSi:

    "Aus unseren Befunden darf allerdings keinesfalls der Schluss gezogen werden, dass Studiengebühren per se keinen negativen Effekt auf die Studierneigung haben: Hier wurde nur untersucht, wie sich Studiengebühren von maximal 500 Euro pro Semester auf die Studierneigung auswirken. Aussagen darüber, wie sich die Studierneigung bei einer Gebührenerhöhung verändert, können aus den Ergebnissen nicht abgeleitet werden." (Helbig & Baier, 2011, WZBbriefBildung, S.5). Herr Füller, selbst die AutorInnen der Studie schränken deren Aussagekraft erheblich ein und verweisen weiterhin auf methodische Schwierigkeiten in der Untersuchung dieses Themas. Wie es sich in der empirischen Wissenschaft gehört, werden methodische Probleme berücksichtigt und die Ergebnisse der Studie einzig und allein auf die getestete Hypothese beschränkt. Weitere Einflussfaktoren bleiben daher unberücksichtigt. Ferner erwähnen die AutorInnen, dass lediglich Menschen hinsichtlich ihrer Studierneigung befragt wurden und eben nicht Studierende. Wenn Sie schon eine von Ihnen als "gut" befundene Studie zur Argumentation anführen, dann auch bitte korrekt. Mir scheint Sie haben die Ergebnisse schlicht in Ihrem Sinne interpretiert. Die Zahlen lassen sich aber auch ganz anders deuten. Genau hier liegt das Problem der empirischen Wissenschaften- Sie können aus den Ergebnissen ableiten was Sie wollen und betiteln dies als Fakt, ohne dass die gesamte Studie, inkl. Methodenkritik, wiedergegeben wird.

  • 02.02.2013 13:17 Uhr

    von FaSi:

    "Aus unseren Befunden darf allerdings keinesfalls der Schluss gezogen werden, dass Studiengebühren per se keinen negativen Effekt auf die Studierneigung haben: Hier wurde nur untersucht, wie sich Studiengebühren von maximal 500 Euro pro Semester auf die Studierneigung auswirken. Aussagen darüber, wie sich die Studierneigung bei einer Gebührenerhöhung verändert, können aus den Ergebnissen nicht abgeleitet werden." (Helbig & Baier, 2011, WZBbriefBildung, S.5). Herr Füller, selbst die AutorInnen der Studie schränken deren Aussagekraft erheblich ein und verweisen weiterhin auf methodische Schwierigkeiten in der Untersuchung dieses Themas. Wie es sich in der empirischen Wissenschaft gehört, werden methodische Probleme berücksichtigt und die Ergebnisse der Studie einzig und allein auf die getestete Hypothese beschränkt. Weitere Einflussfaktoren bleiben daher unberücksichtigt. Ferner erwähnen die AutorInnen, dass lediglich Menschen hinsichtlich ihrer Studierneigung befragt wurden und eben nicht Studierende. Wenn Sie schon eine von Ihnen als "gut" befundene Studie zur Argumentation anführen, dann auch bitte korrekt. Mir scheint Sie haben die Ergebnisse schlicht in Ihrem Sinne interpretiert. Die Zahlen lassen sich aber auch ganz anders deuten. Genau hier liegt das Problem der empirischen Wissenschaften- Sie können aus den Ergebnissen ableiten was Sie wollen und betiteln dies als Fakt, ohne dass die gesamte Studie, inkl. Methodenkritik, wiedergegeben wird.

  • 02.02.2013 04:13 Uhr

    von FaSi:

    @autor: Ich habe selbst einen Abschluss in einem empirischen Fach. Natürlich können Sie versuchen Wissenschaft nur auf die diese Methoden einzugrenzen die PositivistInnen klatschen Beifall. Sie postulieren ja "objektive", "harte" Fakten. Ich halte eine solche Eingrenzung für verkehrt. Erkenntnistheorie darf nicht zu einem Dogma werden - Empirie ist und bleibt eine Idee, keine Wahrheit. Zur Untersuchung: Sie behaupten, dass diese einzig solche Schlussfolgerungen zulässt? Haben Sie eine Ahnung wie in der Wissenschaft Studien interpretiert werden? Ich muss darauf hinweisen, dass jede Studie Mängel (bspw. unbekannte Faktoren, Nonsenskorrelationen) in sich trägt, die ihren Aussagegehalt in erheblichen Maße einschränkt (von unreflektierten Interpretationen ganz zu schweigen). Beim Thema Studiengebühren kommt eine politische Komponente hinzu: es gilt das Motto "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast". Die Interpretation der Ergebnisse ist abhängig von sozialen, psychologischen und politisch-ökonomischen Faktoren. Dies sollten Sie berücksichtigen - wie mein subjektives Empfinden meine Wahrnehmung und demzufolge meine Kritik an solchen Untersuchungen prägt, so werden auch Sie von subjektiven Faktoren in Ihrer Einschätzung beeinflusst. Bitte behaupten Sie daher nicht, dass Sie mit Ihrer Auffassung näher an der Wahrheit sind, nur weil Sie diese "gute" Untersuchung anführen. Selbst wenn es so zutreffen sollte, wie es behauptet wird, so ist es doch interessanter zu beleuchten warum der Anteil Studierender aus nichtakademischen Haushalten schon vorher so gering war. Liegt es vlt. mit an den extrem hohen Kosten eines Studiums? Geld für Unterkunft, Lernmittel, Verpflegung? Niedrigen BaföG-Sätzen von denen niemand ohne Zuverdienst oder Zuwendung leben kann? Da ist es doch sinnvoll Studiengebühren einzuführen. Machen wir es den ärmeren Studierenden noch schwerer. Die beißen sich dann eben mit einer 80h-Woche durch, statt einer 60 bis 70h-Woche. Kinder aus reicheren Schichten wird es nicht stören- ob nun 500 oder 5000 Euro zu zahlen sind. Bildung nur für Reiche! Das lehne ich schlicht ab.

  • 01.02.2013 20:40 Uhr

    von berufsschullehrer:

    Wenn Schule nix kostet, aber Studium ja, dann ist für den Staat das Studium "unnormal" und der Schulabschluss "normal - und kostet nix "extra".
    So sieht es der Autor.
    Wenn wir, wie andere Industriestaaten auch, zum "überleben" 70-80% Akademiker/innen brauchen, dann ist das Studium der verdammte Normalfall und kein Luxus.
    Und dann ist es selbstzerstörerisch, Hürden für die gar nicht mal so vielen Studierwilligen zu errichten.
    Außerdem: Ich zahle als akademischer Klugscheisser auch wesentlich mehr Steuern, Krankenkasse, AL-Versicherung, Rente, SOLI usw., wenn ich einen Job habe. Habe ich keinen, dann wäre es unsozial, das zu verlangen.
    Schließlich - was haben die Länder denn mit den Geühren gemacht? Hauptsächlich bullshit. Kaum Verbesserungen der Studienbedingungen.
    Wir müssen alle studierfähigen zum Studium ermutigen, aber nicht mit Kosten abschrecken, die wir über Steuern und Sozialabgaben wieder reinholen.
    Das geht im Sozialstaat nicht.
    Da haben Sie Ihre Rendite.

  • 01.02.2013 18:55 Uhr

    von Berlin52:

    Obs ein Segen ist? Wird eher darauf hinauslaufen, am Anfang Kompensation durch das Land, dann ein schleichendes Ausbluten mit immer schlechteren Studienbedingungen für die Masse bei gleichzeitiger Exzellenzförderung... Spannend wirds dann bei einem Konjunktureinbruch. Studienbedingungen wie in Holland oder auch UK wrd es hier nicht geben.

  • 01.02.2013 15:54 Uhr

    von Harald Hahn :

    Lieber Herr Füller,
    wenn es zu meiner Zeit als Arbeiterkind Studiengebühren gegeben hätte, wäre das für mich unmöglich gewesen zu studieren. Neben den tausenden Euro für Bafögrückzahlungen wären auch noch die Gebühren dazu gekommen. Studiengebühren sind unsozial! Und ich frage mich nach Lektüre dieses Artikels, warum sie sich nicht
    bei der Bertelsmann Stiftung bewerben, die würden sie bestimmt einstellen, und ich müsste nicht solche Pro Studiengebühren Artikel lesen in einer Zeitung die immer so tut, als ob sie so kritischer als andere Zeitungen wären.
    Mit herzlichen Grüßen
    Harald Hahn

  • 01.02.2013 15:04 Uhr

    von autor (christian füller):

    ein paar bemerkungen zu den leserbriefen hier:

    vielen dank für die geografischen berichtigungen! die waren wichtig, merci

    @fasi: es ist keine abseitige studie, sondern ein papier der arbeitsgruppe bildungsarmut etc am wzb, neben dem mpi wahrscheinlich die beste forschungsgruppe, die sich mit bildungsverläufen befasst.

    ist natürlich blöd, wenn jemand empirisch gestützt das glatte gegenteil von dem nachweist, was man so fühlt; aber dazu ist wissenschaft da, sorry.

    @ansgar: allein in den nrw, ba-wü, hessen und bayern kostet der ersatz für studiengebühren aus dem landeshaushalte zusammen 680 mio euro (!). das ist viel geld, sehr viel, dass man dafür braucht, das sehr ungerechte schulsystem zu verbessern

    @johannes: die kritk an der wzb-methodik wurde, pardon, von forschungsamateuren geübt; ich spreche von wissenschaft im harten sinne.

    @normalstudi: nun ja, die methodik/bezeichnung wurde verändert - und sie beweist umso mehr meine these: die zahl der arbeiter/kinder niedrige herkunftsgruppe ist MIT DER EINFÜHRUNG VON STUDIENGEBÜHREN GESTIEGEN. ich lese studien und nicht wikipedia

    @tim: bitterkeit nicht, eher amusement über den kenntnisstand von "studierenden"

  • 01.02.2013 11:35 Uhr

    von Moritz Krauß:

    "Deutschland wird Gebührenfrei", was habe mich darunter vorzustellen?

    Im Februar 2013 beschloß die Kultusminister*Innen-Konferenz die Gebührenfreiheit für alle deutschen Hochschulen. Im 10 Punkte Pakt Gebührenfreiheit sind vollgende Maßnahmen enthalten:

    1. Alle staatlichen Hochschulen werden bedarfsgerecht ausfinanziert.
    2. Alle Studiengänge an staatlichen Hochschulen werden mit sofortiger Wirkung zulassungsfrei.
    3. Als Brückentechnologie wird ein bedarfsgerechtes elternunabhängiges bafög eingerichtet. Dieses ist nur solange notwendig, bis die Bundesratsinitiative für ein bedinungsloses Grundeinkommen in Höhe von 1000 € Erfolg hat.
    4. Alle Menschen können zukünftig in Deutschland studieren und erhalten Bleiberecht.
    5. Nach den letzten Wohnraumkampangen der Studierenden, haben sich die Ministerien entschlossen Leerstand für Studierende zur Nutzung freizugeben. Entsprechend leerstehende Gebäude werden vergesellschaftet und sollen zu selbstverwalteten Studierendenwohnheimen umgebaut werden.
    6. Alle Studiengebühren werden gestrichen, auch der Verwaltungskostenbeitrag.
    7. Die Minister*Innen sprechen sich dafür aus die Studierendenwerke zu 100 % zu finanzieren.
    8. Die Bundeszentralen für politische Bildung haben beschlossen jeden AStA mit 5 € pro studierender Person zu unterstützen.
    9. Jegliche staatlich finanzierte Forschungsergebnisse werden unter Creativ Commons Lizenz kostenlos abrufbar.
    10. Deutschland wird fahrscheinfrei! Studierende können zukünftig den Nahverkehr verwenden ohne Semestertickets zu kaufen.

    Den Abschluss bildet ein umfassendes Reformpaket unter maßgeblicher Gestaltung der Studierenden der verschiedenen Universitäten.

    Finanzieren möchte die Regierung den 10 Punkte Pakt Gebührenfreiheit mit der Einführung von Reichen-, Vermögens- und Erbschaftssteuer.

    __________
    Ein Artikel auf den ich echt verzichten kann. Zugangshürden, Verwaltungskosten, Studiengebühren, die nicht sofort abgeschafft werden. Toll toll supertoll!

  • 01.02.2013 01:05 Uhr

    von FaSi:

    Eine Ungerechtigkeit wird beendet. Dank dem Engagement der StudiengebührengegnerInnen hat sich in der Gesellschaft ein Bewusstsein für die Problemlage gebildet und Druck auf die politischen Kräfte ausgeübt. Dieser Kommentar wirkt hingegen fast wehmütig. Zur Studie hinsichtlich der Abschreckung von Studiengebühren: Faktoren wie eine größere Zahl von AbiturientInnen, doppelten Jahrgängen und der Wegfall der Wehrpflicht, tragen dazu bei, dass viele junge Menschen an die Hochschulen drängen. Hinzu kommt sozialer Druck welcher vor dem „Abstieg“ warnt, sofern man sich nicht in den Reihen der „Elite" wiederfindet. Es ist also zunächst ein rein statistisches Phänomen, dass junge Menschen ein Studium trotz Gebühren aufnehmen. Wie viele Menschen verschulden sich für Bildung? Verdienen die meisten AkademikerInnen so viel mehr? Ich meine hier Sozial- und GeisteswissenschaftlerInnen, die oft in prekären Verhältnissen ebenso für Hungerlöhne schuften, wie es leider in vielen Ausbildungsberufen der Fall ist. Diese Studie klammert die prekären Verhältnisse vieler Studierenden und JungakademikerInnen kategorisch aus. Eine 70h-Woche: 40h Bolognareformstudium, verschult + überladen und hinzu mindestens 10 - 20h Lernzeit, die nicht in den Creditpoints berücksichtigt wurden. Dann noch 10 - 20h pro Woche arbeiten gehen um die Gebühren, Lehrbücher und den Lebensunterhalt zu finanzieren: das ist Bildungsrealität in Deutschland. Da kann noch so oft behauptet werden, es sei unsozial wenn der Bäcker mit seinen Abgaben die Hochschulen für die AkademikerInnenkinder finanziert: er finanziert die Hochschulen mit, ebenso wie die AkademikerInnen, damit diese gebührenfrei bleiben und auch seine Kinder eine Hochschule besuchen können. Hr. Füller: Es gibt NICHTS Positives an Studiengebühren. Für diese Erkenntnis benötigen wir keinen Verweis auf unzureichende Studien, CHE-Propaganda oder aus dem Zusammenhang gerissene Marx-Zitate eines rechten Sozialdemokraten- es reicht der Blick auf die USA o. aufs UK

  • 31.01.2013 18:08 Uhr

    von Antje. Lettau:

    Herr Füller,
    das mit der Verkäuferin und dem medizinstudierenden Chefarztsohn - also entweder haben sie keine Ahnung vom Steuersystem oder von Mathe.
    Die Verkäuferin bezahlt so wenig Steuern, dass sie ganz bestimmt keinen Studienplatz finanziert.
    Wenn es dannach geht, wer wie viele Steuern zahlt, dann müsste das Arbeiterkind wahrscheinlich Studiengebühren zahlen (weil seine Eltern wenig Stueren zahlen) und das Akademikerkind nicht (denn im allgemeinen zahlen Akademiker höhere Steuern). Der Chefarzt bezahlt im Gegenteil dem Arbeiterkind das Studium (wenn diese auch wenige sein sollten). Und da die Verkäuferin weniger verdient, zahlt sie wahrscheinlich aufgrund geringeren Einkommens auch hier weniger Verbrauchssteuern. Das Ganze ist und bleibt ein Märchen auch wenn das Wort "soziale Gerechtigkeit"i mmer schön klingt.

  • 31.01.2013 17:16 Uhr

    von zensiert:

    und mit den Studiengebühren war es mehr Nichtakademiker-Kindern möglich, zu studieren?!?!

    Um dies zu erreichen, muss ganz woanders angesetzt werden. Es ist ja auch nicht so, dass in Deutschland nur eine 2-Klassen-Gesellschaft herrscht. Es gibt auch Akademikerkinder, die nicht zu den obersten 10.000 gehören.

    Vernünftig, dass die Gebühren abgeschafft sind. Bildung muss umsonst sein! Jetzt hoffe ich, dass die Chancengleichheit auch noch zunimmt und wir in Zukunft mehr Nichtakademiker-Kinder an den Unis sehen!

  • 31.01.2013 16:28 Uhr

    von Ansgar:

    Lieber Christian Füller,
    der Artikel ist wohl etwas arg schnell "gezimmert" worden:

    - Man sollte schon unterscheiden zwischen allgemeinen und Langzeitstudien-/ Zweitstudiumsgebühren. Letztere zwei gibt es in vielen Bundesländern ja immer noch.
    - Zudem gibt es kein "Land Saarbrücken".
    - Auch kommt der Wegfall der allgemeinen Studiengebühren die Länder NICHT teuer zu stehen. Diese Formulierung ist irreführend.
    - Der Hochschulbau ist eine originäre Aufgabe des Bundes. Der zählt zwar auch zum Staat, aber warum so ungenau wenn's auch genauer geht?

  • 31.01.2013 16:26 Uhr

    von Moritz Lamparter:

    sparkasse friedrichshafen, nicht ludwigshafen^^

  • 31.01.2013 15:15 Uhr

    von Saarländer:

    Das "Land Saarbrücken"? Es gibt im Saarland tatsächlich noch andere Städte...

  • 31.01.2013 14:48 Uhr

    von oddshot:

    Es wird der Eindruck erweckt, dass in Bayern die Entscheidung schon gefallen ist. Dem ist nicht so. Bis jetzt ist nur über die Durchführung eines Volksentscheids entschieden.
    Desweiteren wird mir ein bisschen zu sehr auf die Bezahlbarkeit für Arbeiterkinder abgezielt. Das ist aber nicht die einzige Ungerechtigkeit an den Gebühren. In der Realität werden in den meisten Fällen wohl die Eltern diese Gebühren bezahlen. Und damit trifft es die, die sowieso durch das Studium der Kinder meist sehr stark finanziell belastet sind. Natürlich gibt es Fälle in denen die Eltern z.B. durch Bafög von den Kosten befreit sind aber das ist nicht die Mehrheit und selbst die werden noch was 'dazugeben'. Warum sollten die Eltern, die sowieso die größte Last tragen müssen auch noch mit zusätzlichen Gebühren belastet werden. Die Eltern haben im Gegensatz zum Staat nach dem Studium keinerlei Mehreinnahmen. Soviel auch zum Thema man kann das nach dem Studium abstottern. Das macht jeder der gut verdient mit seinen Steuern sowieso schon. Es wird immer viel von Familienförderung und der Wichtigkeit von Bildung geredet aber zu begreifen, dass man dafür auch Geld in die Hand nehmen muss ist anscheinend zuviel verlangt. Noch dazu handelt es sich bei diesen Ausgaben schließlich 'nur' um eine Investition in die Zukunft von der man später profitieren kann und nicht wie in anderen Bereichen um reine Kosten. Vor diesem Hintergrund ist es perfide Eltern mit unterschiedlichem finanziellen Hintergrund gegeneinander auszuspielen statt sich klarzumachen, dass man manche Aufgaben sinnvollerweiser auf die Schultern aller verteilt. Selbst als Akademiker ist es heutzutage nicht mehr einfach wenn man z.B. zwei Kindern (wahrscheinlich auch noch überschneidend) ein Studium finanzieren soll. Schließlich ist es nicht mit der Schulzeit zu vergleichen in der die Kinder noch zu Hause wohnen und vergleichweise geringe Unterhaltskosten anfallen. Das kommt noch obendrauf!

  • 31.01.2013 14:23 Uhr

    von Oskar:

    Deutschland wird gebührenfrei – Ganz Deutschland? Nein, ein Land widerspenstiger Politiker leistet immer noch erbitterten Widerstand...

    Auch wenn in Sachsen das Erststudium nie Studiengebühren gekostet hat, so jedoch das zweite. Damit nicht genug hat die Landesregierung des Freistaates erst im Herbst 2013 beschlossen, dass bei einer Überschreitung der Regelstudienzeit um 4 Semester ebenfalls Studiengebühren anfallen sollen. Während alle anderen Länder zurückrudern, fängt Sachsen erst mal richtig an.

  • 31.01.2013 14:12 Uhr

    von Tim:

    Na, Herr Füller, höre ich da etwa ein wenig Bitterkeit aus dem Artikel raus? Schon blöd, wenn die eigene verquere Vorstellung von sozialer Bildungspolitik von der Realität überrollt wird.

  • 31.01.2013 14:12 Uhr

    von Aletheia:

    Achwas. Peter Glotz - ein ("Partei-)Intellektueller" (?)
    Aus seiner "Argumentation" jedenfalls sprudelte pure Dummheit und/oder Ignoranz, denn Studiengebühren bedeuteten schon immer den Ausschluss des Wettbewerbs um Wissen zugunsten der Selektion nach Vermögen familiärer Herkunft.

    Erforderlich wäre also eine (wirkliche) Reform, nämlich dahingehend, dass sehr gut Verdienende entspr. Steuern bezahlen.

    Vielleicht aber war Peter Glotz zumindest kein Dummkopf - umsomehr aber Reaktionär. Schließlich war er "Agenda 2010"-Verfechter und machte ich mit Erika Steinbach gemein.

    > http://duckhome.de/tb/archives/7478-Frau-Steinbach-ist-keine-Vertriebene-sondern-eine-Luegnerin.html

    > http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-09/steinbach-polen-sarrazin/komplettansicht?print=true

    > https://www.youtube.com/watch?v=u1sEt3NjHNA

    > http://www.rp-online.de/politik/deutschland/steinbach-bartoszewski-hat-schlechten-charakter-1.2292648?ot=de.circit.rpo.PopupPageLayout.ot

    > https://www.youtube.com/watch?v=ple_qfmTTCI


    Und Thomas Oppermann (selbst) machte sich - noch am gleichen Abend des schlechtesten SPD-Wahlergebnis seit 120 Jahren! - zum Parlamentarischen Geschäftsführer der SPD, während sich "Agenda 2010"-Technokrat Frank-Walter Steinmeier als "Oppositionsführer" des Bundestages ausrief...
    (SPD-Wahlergebnis zur Reichstagswahl 1893 - 23,4 Prozent! zur Bundestagswahl 2009 - 23 Prozent!)

    Dazu (der leider viel zu früh verstorbene) Hermann Scheer: "Das war ein Hinterzimmer-Putsch"

    Aber okay, ein Detlef Müller-Böling bspw. wird gejubelt haben. Dem (auch) Studiengebühren-Türöffner T. Oppermann beschied der (Bertelsmann-)CHE-Leiter bereits im April 2004: "Er hat ein ganz großes Gesetz geschaffen - alle [niedersächs.] Hochschulen zu Landesbetrieben gemacht, einige zu Stiftungen (...). Mein CHEmpion in der Kategorie Minister ist Thomas Oppermann."

    > http://www.welt.de/print-welt/article587917/Studiengebuehren-schliessen-eine-Gerechtigkeitsluecke.html#reqdrucken

    > http://mueboe.de/index.php/weggefaehrten/65

    > http://www.welt.de/politik/article2116060/Steinmeiers-Strippenzieher-Hoffnung-der-SPD.html

    > http://www.sueddeutsche.de/politik/2.220/thomas-oppermann-ziehkind-schroeders-chefverteidiger-steinmeiers-1.790209

    > http://www.kinderarmut-durch-hartz4.de/1-2008070167.html

    > http://duckhome.de/tb/archives/3126-Thomas-Oppermann-denkt-und-spricht.html

  • 31.01.2013 13:51 Uhr

    von runzbart:

    das ist zwar ein etwas anderes thema und wurde damals sicher schon berichtet, ich finde es dennoch wieder erwähnenswert, dass der hessische staatsgerichtshof (dessen richter von landespolitikern gewählt werden; gewaltenteilung <> gewaltenverschränkung) die allgemeinen studiengebühren dort mit der hessischen verfassung vereinbar fand, wo doch für den gemeinen bürger recht unmissverständlich steht:
    "(1) In allen öffentlichen Grund-, Mittel-, höheren und Hochschulen ist der Unterricht unentgeltlich."

    hierzulande wird man nur veräppelt.


  • 31.01.2013 13:39 Uhr

    von jan:

    Unangenehme Nachtreter diese Neoliberalen wenn sie verlieren

  • 31.01.2013 13:34 Uhr

    von T. Riedel:

    Herr Füller kritisiert Thomas Oppermann, da dieser, ursprünglich ein Befürworter von Studiengebühren, sich nun dagegen ausspreche. Den Schluß, den ich daraus ziehe ist, daß Herr Oppermann eine Eigenschaft hat, die Herrn Füller abgeht: Lernfähigkeit.

    Das von Herrn Füller ewig wiederholte Mantra, es würden sowieso überwiegend reiche AkademikerInnenkinder studieren (imho eine unzulässige Schlußfolgerung, alle AkademikerInnen seien wohlhabend, weil gebildet. Herr Füller, sind Sie reich oder untergebildet?), tautologisiert den Ausleseprozeß, der nicht bei Studiengebühren beginnt, aber durch diese verschärft wird. Unabhängig davon, daß bereits Schulen per Empfehlungen und Notengebung ArbeiterInnenkinder von AkademikerInnenkindern segregieren, ist man als Student mehr Jahre ohne Einkommen als nach einer Ausbildung, was bereits eine Einkommenseinbuße bzw. eine Mehrbelastung der ArbeiterInneneltern darstellt.
    500€ Gebühren sind keine Summe, die für "reiche" Eltern ein angemessener Beitrag zum Hochschulsystem wären; wohl aber ein überzogener Beitrag für Kinder aus Unterschichtsfamilien. Wenn man wirklich will, daß reiche Eltern ihren angemessenen Beitrag leisten, so sollte dies über die Einkommenssteuer geregelt werden (die insbesondere auch die kinderlosen Reichen zur Kasse bitten würde).

    Analog zum Ausbildungsgehalt (welches für ALLE Ausbildungen gezahlt werden sollte; leider gibt es auch gebührenpflichtige Ausbildungen) sollte ein Studiengehalt eingeführt werden, das bedarfsunabhängig an ALLE Studierenden gezahlt werden sollte und diesen ermöglicht, ohne Doppelbelastung durch Job zügig studieren zu können. Dies würde dann auch tatsächlich Kinder aus ArbeiterInnenfamilien ermutigen, das Risiko eines Studiums zu wagen, anstatt als UngelernteR Niedriglohn zu verdienen, weil man den Eltern nicht mehr auf der Tasche liegen möchte/kann. Bafög-Amt adé. Finanzieren darf dies ebenso eine angemessene Besteuerung gehobener und hoher Einkommen.

    Tilman Riedel


  • 31.01.2013 13:27 Uhr

    von Lisa Dobi:

    Akademiker sein, heißt nicht unbedingt reich sein, das wissen sicher auch viele Journalisten aus eigener Erfahrung.

  • 31.01.2013 12:56 Uhr

    von FaSi:

    Eine Ungerechtigkeit wird beendet. Dank dem Engagement der StudiengebührengegnerInnen hat sich in der Gesellschaft ein Bewusstsein für die Problemlage gebildet und Druck auf die politischen Kräfte ausgeübt. Dieser Kommentar wirkt hingegen fast wehmütig. Zur Studie hinsichtlich der Abschreckung von Studiengebühren: Faktoren wie eine größere Zahl von AbiturientInnen, doppelten Jahrgängen und der Wegfall der Wehrpflicht, tragen dazu bei, dass viele junge Menschen an die Hochschulen drängen. Hinzu kommt sozialer Druck welcher vor dem „Abstieg“ warnt, sofern man sich nicht in den Reihen der „Elite" wiederfindet. Es ist also zunächst ein rein statistisches Phänomen, dass junge Menschen ein Studium trotz Gebühren aufnehmen. Wie viele Menschen verschulden sich für Bildung? Verdienen die meisten AkademikerInnen so viel mehr? Ich meine hier Sozial- und GeisteswissenschaftlerInnen, die oft in prekären Verhältnissen ebenso für Hungerlöhne schuften, wie es leider in vielen Ausbildungsberufen der Fall ist. Diese Studie klammert die prekären Verhältnisse vieler Studierenden und JungakademikerInnen kategorisch aus. Eine 70h-Woche: 40h Bolognareformstudium, verschult + überladen und hinzu mindestens 10 - 20h Lernzeit, die nicht in den Creditpoints berücksichtigt wurden. Dann noch 10 - 20h pro Woche arbeiten gehen um die Gebühren, Lehrbücher und den Lebensunterhalt zu finanzieren: das ist Bildungsrealität in Deutschland. Da kann noch so oft behauptet werden, es sei unsozial wenn der Bäcker mit seinen Abgaben die Hochschulen für die AkademikerInnenkinder finanziert: er finanziert die Hochschulen mit, ebenso wie die AkademikerInnen, damit diese gebührenfrei bleiben und auch seine Kinder eine Hochschule besuchen können. Hr. Füller: Es gibt NICHTS Positives an Studiengebühren. Für diese Erkenntnis benötigen wir keinen Verweis auf unzureichende Studien, CHE-Propaganda oder aus dem Zusammenhang gerissene Marx-Zitate eines rechten Sozialdemokraten- es reicht der Blick auf die USA o. aufs UK

  • 31.01.2013 12:49 Uhr

    von Name:

    „Wieso es ,sozial' sein soll, daß der junge Facharbeiter oder die Verkäuferin die Studienkosten für den gleichaltrigen Medizinersohn bezahlen, bleibt unerfindlich“

    Zwei Worte:

    1. progressives
    2. Steuersystem

    Ist eigentlich nicht so schwer.

  • 31.01.2013 12:21 Uhr

    von Kosten:

    Es ist ein Witz... Kita / Krippe kosten fast ein halbes Vermögen im Monat und wenn die "Kinder" dann groß sind, sind Studiengebühren von 500€ pro Semester zu hoch....!

    Leider ein "heißes Thema" in Deutschland... wo man mit Gebühren = Abschreckung von Arbeiterkindern und Sozialer Gerechtigkeit kommt..eine sachliche Debatte ist da nicht möglich... wie bei vielen anderen Themen in Deutschland...;-(

  • 31.01.2013 12:16 Uhr

    von Boiteltoifel:

    Außer Spesen nichts gewesen... Dieser ganze Blödsinn hat garantiert mehr gekostet, als Einnahmen reingekommen sind. Aber wir haben's ja.

    Erinnert mich irgendwie an Praxisgebühren...

  • 31.01.2013 12:14 Uhr

    von J S:

    Es kann nicht sein, dass in diesem Artikel den fehlenden Einnahmen von der Abschaffung der Studiengebühren nachgetrauert wird. Die Finanzierung der Hochschulen im Verhältnis zum BSP ist in den letzen 30 Jahren kontinuierlich gesunken - dort liegt das Problem. Der Staat / die Länder ziehen sich aus ihrer Aufgabe zurück, Bildung zu gewährleisten. Studiengebühren sind nur ein weiterer Schritt auf dem Weg, dass dich der Staat auf weniger Kernaufgaben beschränken soll.

    Das Argument, dass Akademiker höhere Einkommen erhalten und deshalb für ihr Studiem bezahlen sollten ist konstruiert. Das Gehalt eines Sozielarbeiters oder einer Ethnologin (die wahrscheinlich fachfremd arbeiten wird) ist nicht höher als das Gehalt eines Handwerkers. Und für die (zu hohen) Einkommen von Absolventen entsprechender anderer Studiengänge gibt es eine progressive Einkommenssteuer. Natürlich sind Spitzensteuersatz und Progressivität der Einkommensteuer viel zu gering - genau dort muss angesetzt werden!

  • 31.01.2013 12:14 Uhr

    von Felix:

    Ich finde das völlig falsch. Wer studiert hat verdient hinterher sehr viel mehr Geld als andere. Aber die anderen sollen dann mit ihren Steuern für das Studium aufkommen. Das heißt, Leute, die ohnehin so wenig verdienen, dass das Geld kaum zum Leben reicht, müssen nun über ihre Abgaben Studenten durchfüttern, bei denen fraglich ist, ob sie hinterher eine passende Arbeit finden. Die hohen Durchfall- und Abbrecherquoten sprechen für sich.

    Ausserdem ist fraglich, ob man sich mit einem geschenkten Kostenlos-Studium an einer staatlichen Massenhochschule einen Gefallen tut. Private Elite-Hochschulen sind wesentlich besser. Ich habe bereits nach dem ersten Semester erkannt, dass ein Studium an einer staatlichen Massenhochschule wie der Uni Karlsruhe nichts taugt. Ich habe mir eine richtige Arbeit gesucht und konnte mit dem Einkommen ein Teilzeitstudium an einer privaten Elitehochschule finanzieren. Das hat sich im Nachhinein für meine Karriere als besser herausgestellt.
    Wer beweist, dass er gleichzeitig einen Vollzeitberuf ausüben und an einer privaten Elitehochschule studieren kann, beweist auf jeden Fall eine ausserordentliche Leistungsfähigkeit.

    Ausserdem verfügte ich zum Zeitpunkt meines Abschlusses bereits über Berufserfahrung und hatte die ersten Schritte auf der Karriereleiter schon hinter mir. Wenn ich da an Universitätsabsolventen denke, die erst einmal den Praxisschock überwinden müssen, die sind ja der reinste Kindergarten.

  • 31.01.2013 12:11 Uhr

    von FaktenStattFiktion:

    "Die Wahlversprechen von heute sind die Steuern von morgen."
    Abrahman Lincoln


    Und nun zahlt der Steuerzahler, oder die Unis bluten aus. Sehr clever. Als wenn das BaFöG nicht erhöht werden könnte...

  • 31.01.2013 12:09 Uhr

    von Tut Nichts Zur Sache:

    Auch Marx kann sich mal irren...
    (obwohl viele seiner Prognosen erschreckend wörtlich eingetroffen sind)

    Nur weil das Problem besteht, dass mehr Akademiker- als Arbeiterkinder studieren, soll man also diesen Zustand mit Studiengebühren festigen?
    Gut, dass die Gebühren endlich auch in Bayern wieder abgeschafft werden und somit Arbeiterkinder wie ich nicht mehr so viel neben dem Studium arbeiten und nach dem Studium Bafög-Schulden zahlen müssen! Für was der Staat alles Geld verschleudert statt in Bildung zu investieren steht sowieso in keinem Verhältnis. Zeit, dass das kippt! Und als ob es sich Bayern nicht als allererstes leisten könnte...ganz davon abgesehen, dass man endlich aufhören sollte, was man "sich leisten" kann und stattdessen fragen, was man denn für eine Gesellschaft will

  • 31.01.2013 12:05 Uhr

    von Fyi:

    Ich fände es schon wenn die taz endlich vernünftig gendern würde! Mittlerweile ist es üblich, und das nicht nur unter den Studis, sondern überall an der Uni und im Wissenschaftsbetrieb von Studierenden und nicht mehr von Studenten zu sprechen.

  • 31.01.2013 11:33 Uhr

    von Normalstudi:

    Na Herr Füller? Mal wieder kurz auf Wikipedia recherchiert? Die Zahlen zu Akademikerkindern vs Nichtakademikerkindern stammen aus der 16. Sozialerhebung des Studentenwerks. Wir sind mittlerweile bei der 19. Sozialerhebung angekommen. Leider ist der Bildungstrichter der 16. Sozialerhebung noch auf Wikipedia zu finden. Die 16. Erhebung stammt von einem Zeitraum, als es massive Verschlechterungen beim BAföG gab und, oh Wunder, weniger Nichtakademiker_innen studierten.

    Die aktuellen Zahlen sehen beim Hochschulzugang in der 19. Sozialerhebung auf Seite 104 wie folgt aus:

    Akademikerkinder 71
    Nichtakademiker: 24

    Das sind keine guten Zahlen aber immer noch mehr als doppelt so gut, als das Schreckgespenst, dass hier an die Wand gemalt wird. Wir brauchen einen breiteren Zugang zum BAföG und das muss ein Vollzuschuss werden und nicht ein Teildarlehen, mit dem man nach dem Studium locker mit 10.000€ in der Kreide steht.

  • 31.01.2013 11:32 Uhr

    von Michael T.:

    Die Panikmache, da den Landeshaushalten das Geld fehle, ist doch wohl mehr als fraglich. Und selbst wenn, dann fragt man sich doch, warum eine Alpe Adria mit Milliarden gerettet werden kann, freie und gerechte Bildung aber nicht? Und für das WiSe 2013/14 und das SoSe 2014 sind die Kompensationsmisttel in Bayern schon gesichert. Und wenn schon gendern, dann auch konsequent.

  • 31.01.2013 11:32 Uhr

    von johannes:

    Herr Füller,

    es mag sein, dass Ihnen Studiengebühren zusagen. Und der Hinweis darauf, wer an den Hochschulen studiert ist richtig: Der Großteil des Ausschlusses von "Arbeiterkindern" passiert im Schulsystem. Was die Studien angeht, die zu dem Ergebnis kommen, dass Studiengebühren nicht abschrecken - an denen gibt es berechtigte methodische Kritik, die hier leider nicht erwähnt wird. Genauso wenig wie erwähnt wird, dass es grundlegendere Überlegungen zur Hochschul- und Studienfinanzierung gibt, die unter den gegebenen politischen Verhältnissen nur schwer zu realisieren sind. Diese haben aber den Vorteil, dass sie Bildungs- bzw. Finanzierungsrisiken nicht individualisieren, wie es mit der "Symptombehandlung" leerer Kassen durch Studiengebühren versucht wird.

    Ich finde Ihren Beitrag inhaltlich unausgewogen, und hätte mir gewünscht, dass Sie sich für Ihre Bitterkeit das Format "Kommentar" gewählt hätten.

    Johannes

  • 31.01.2013 11:30 Uhr

    von Ara:

    Witzigerweise hängen aber an jedem Akademiker zig Arbeitsplätze von Facharbeitern. Wenn niemand Projekte plant, organisert, anstößt und entwickelt, dann ARBEITET hinterher auch niemand dafür. Der Artikel ist lediglich aufrührerisch. Plus, Studiengebühren sind nun wirklich nicht der beste Weg, mehr Arbeiterkinder für ein Studium zu begeistern. Die geringe Zahl der Arbeiterkinder im Studium liegt übrigens im dreigliedrigen Schulsystem begründet. Die besagten Kinder kommen nämlich gar nicht bei uns an, weil sie vorher weggefiltert werden...

  • 31.01.2013 11:29 Uhr

    von Anoynm:

    Argumente wie "Facharbeiter sollten nicht die Studienkosten für Medizinersöhne übernehmen" fürren in die Irre und verstecken das eigentliche Problem: Der von Kindern eingeschlagene Bildungsweg ist viel zu stark vom sozialen Status der Eltern abhängig. Wäre der Anteil der Studierenden in allen gesellschaftlichen Gruppen exakt gleich, würde ein solches Argument ins Leere laufen.

    PS: Wenn man schon Hessen als Beispiel erwähnt, könnte man durchaus darauf hinweisen, dass die Studiengebühren nur abgeschafft wurden, weil es eine Verfassungsklage dagegen gab. Obwohl die Klage nicht erfolgreich war, hat danach keine hessiche Partei mehr Studiengebühren gefordert.

  • 31.01.2013 11:13 Uhr

    von reblek:

    "In den beiden letzten Bundesländern mit Studiengebühren wird gerade dessen Abschaffung beschlossen." - Tja, da fragt sich der geneigte Leser, worauf sich "dessen" wohl beziehen soll. Aber in einem Text über das Studieren kommt es sicher auf die Grammatik nicht so an.

  • 31.01.2013 11:04 Uhr

    von neubau:

    Angesichts von sogenannten "Verwaltungsgebühren", die in Heidelberg derzeit 126,50 € betragen, waren die tatsächlichen Gebühren ja immer noch etwas höher als die 500€. Man konnte mit Semesterticket gut auf 800€ kommen.

    Endlich wieder abgeschafft - ein Segen! Gleichzeitig hat man den Eindruck, einer "lost generation" anzugehören, wenn man zu den Unglücklichen gehört, die gebührenfrei angefangen haben, dann Gebühren gezahlt haben und letzten Endes befreit ihren Abschluss gemacht haben... wir leben in sehr seltsamen Zeiten!

  • 31.01.2013 10:50 Uhr

    von die Studentin:

    ...dann wären da noch die kirchlichen Hochschulen, die in Freiburg die einzigen sind, die soziale Studienfächer (Heilpädagogik, Soziale Arbeit...) anbieten und noch Studiengebühren verlangen. Aber klar, den Kredit kann man ja dann auch mit seinem "Akademikergehalt" abbezahlen- dauert halt. Danke für die soziale Message, Gesellschaft.

  • 31.01.2013 10:34 Uhr

    von Wolfgang Banse:

    Bildung für alle,deshalb ist es zu begrüßen dass die Studiengebühren wegfallen in den Bundesländern wo diese noch Bestand haben.

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