• 07.02.2013

Plagiate in Schulen und Unis

Annette Schavan ist überall

In Schulen und Unis wird kräftig plagiiert, sagen Schüler, Studenten und Bildungsforscher. Lehrende merken oft nicht, wenn etwas faul ist.

  • 14.02.2013 00:06 Uhr

    von lowandorder:

    ". „Man muss präventiv agieren, aber auch kontrollierend und strafend“, rät Sattler. Lehrer sollten Referate – mit vorheriger Ansage – zumindest stichprobenartig kontrollieren. Werde der Schüler überführt, sei eine Sechs angesagt."

    Ja, ihr Geistesriesen - so habt ihr es gern: " kontrollieren und strafen"…"überführen und ne sechs verpassen!"
    Na Halleluja - Michael Foucault hätte seine helle Freude.

    Nächstens wird noch das verdeckte Entfernen des Nuckis aus dem Kinderwagen durch Entzug von Alete-kotzt-das-Kind geahndet. In echt - geht's noch?

    Sind doch die Übergänge ohnehin fließend:
    Hatte mir ein Referat " Emilia Galotti" gefangen,
    aber keinen Bock/Zeit. Vertraute auf mein gutfotographisches Kurzzeitgedächtnis
    und bediente mich negativschavanierend der Sekundärquelle, ohne die Primärquelle,
    das Original gar erst zu lesen.
    'Ein Ort, ein Tag' fiel mir noch ein, nicht aber das letzteres ihr Hochzeitstag war.
    Unser Elvis im weißen Staubmantel roch den Braten und belferte mit bekannt
    lispelnden Staccato: "… haben Sie das Stück überhaupt gelesen?"
    "Doch, doch - ja, durchaus, gewiß" - 'strechte' ich mich raus.
    Gerhard Hentschel hätte seine Freude gehabt, sowieso.
    Aber gleich ' ne "sechs"? - mit Bedenken 'ne "drei" richtete keinen Schaden an.


  • 13.02.2013 22:06 Uhr

    von Karl K:

    "Haste schon den Halbjahresaufsatz angefangen?" -
    "Ach was, is doch Sommer!" - " Ja und dann?"
    "Och, keine Bange, ich schreib was aus Am Jenseits ab, merkt doch keiner; Karl May - kennt der Alte doch nicht."

    So geschah es. Es setzte eine zwei.
    Wann? ca 1920/21. Wer ? Mein Alter, die bäuerliche Bangbüx, und großbürgerlicher Plagiator Busch.
    Letzterer las noch als Arzt Griechisch und Latein wie Deutsch ( in echt, auch und bezeugt während der Behandlungspausen). Der Direx - las kein Karl May.
    Wo? Renomiergymnasium einer Stadt, in der Hitler nicht reden durfte; was Folgen hatte.

    Egal; @ Sandra und Otto Huber haben meine volle Zustimmung:
    Rauchverbot, Tierpopverbot, Nejerverbot, Chinesenmädchenverbot - was denn noch so?
    Mir schavant zunehmend Übleres.
    Lernen-lernen lehren, that´s it - und wie anders soll das erst mal gehen!!?
    Legst du´s nicht aus, leg doch was unter.

    Picasso ist doch ohne die afrikanischen Masken gar nicht denkbar. Oder soll ich noch B.B. in´s Spiel bringen? Die Herren Persetter. Oder Jöhten?

  • 12.02.2013 20:57 Uhr

    von Ludger:

    Als Lehrer glaube ich schon, einschätzen zu können, was von wem zu erwarten ist. Wer eigene Arbeiten schreiben will, muss erstmal vorhandene rezipieren, und bei vielen heißt das eben: weitgehend abschreiben. Die Leute lernen Erwachsenen-Sprache, arbeiten mit ihr; einige Kenntnisse bleiben hängen - und vor allem: die emotionale Abneigung gegen "unccoles" Wissenschaftsdeutsch wird überwunden, wenn die Ergebnisse öffentlich vorgetragen werden. Schritt für Schritt...

    Noten und Abschlüsse richten sich in der Schule (und zu großen Teilen auch an der Uni) ohnehin nach Klausuren und spontanen mündlichen Leistungen. Hausarbeiten sind ein "i-Tüpfelchen."

    Die größte Problematik sehe ich bei jungen Studierenden, die mit eigenständiger Arbeit überfordert sind. Vielleicht ist es auch übertrieben, schon im 2. Semester ernsthafte Hausarbeiten zu erwarten. "Wissenschaftliche Kreativität" sollte man doch den höheren Semestern vorbehalten...

    Habe übrigens den Eindruck, dass Dissertationen wohl doch die "ehrlichsten" Qualifikationsarbeiten sind: Die Schreiber sind schon weit fortgeschritten und "vorgesiebt", entsprechend auch eitel und vom eigenen Können überzeugt; dann noch die Veröffentlichungspflicht.

    Durch die Möglichkeiten der Computertechnik, gepaart mit Konkurrenz und Misstrauen, dürfte sich das Problem "Plagiate" ohnehin bald erledigt haben. (Abgesehen von den Altfällen, die noch auffliegen werden.)



  • 12.02.2013 20:56 Uhr

    von Ludger:

    Als Lehrer glaube ich schon, einschätzen zu können, was von wem zu erwarten ist. Wer eigene Arbeiten schreiben will, muss erstmal vorhandene rezipieren, und bei vielen heißt das eben: weitgehend abschreiben. Die Leute lernen Erwachsenen-Sprache, arbeiten mit ihr; einige Kenntnisse bleiben hängen - und vor allem: die emotionale Abneigung gegen "unccoles" Wissenschaftsdeutsch wird überwunden, wenn die Ergebnisse öffentlich vorgetragen werden. Schritt für Schritt...

    Noten und Abschlüsse richten sich in der Schule (und zu großen Teilen auch an der Uni) ohnehin nach Klausuren und spontanen mündlichen Leistungen. Hausarbeiten sind ein "i-Tüpfelchen."

    Die größte Problematik sehe ich bei jungen Studierenden, die mit eigenständiger Arbeit überfordert sind. Vielleicht ist es auch übertrieben, schon im 2. Semester ernsthafte Hausarbeiten zu erwarten. "Wissenschaftliche Kreativität" sollte man doch den höheren Semestern vorbehalten...

    Habe übrigens den Eindruck, dass Dissertationen wohl doch die "ehrlichsten" Qualifikationsarbeiten sind: Die Schreiber sind schon weit fortgeschritten und "vorgesiebt", entsprechend auch eitel und vom eigenen Können überzeugt; dann noch die Veröffentlichungspflicht.

    Durch die Möglichkeiten der Computertechnik, gepaart mit Konkurrenz und Misstrauen, dürfte sich das Problem "Plagiate" ohnehin bald erledigt haben. (Abgesehen von den Altfällen, die noch auffliegen werden.)



  • 10.02.2013 22:01 Uhr

    von KARLnielz :

    Komischer Artikel - ich denke - unsere Bildung ministern hätte den Beweis selbst erbracht, dass es "früher" - in Bezug auf Plagiieren - nicht besser gewesen ist.

  • 09.02.2013 16:00 Uhr

    von Boiteltoifel:

    Die (Realschul-)Lehrer, die ich kenne, haben keine Probleme damit, wenn Schüler sich Informationen aus Büchern und dem Internet beschaffen. Sie möchten aber, daß die Schüler diese Quellen angeben und wären noch viel glücklicher, würde die einfach nur abgeschrieben oder kopiert, sondern der Satz in eigene Worte gefaßt werden. Während bei vielen Schülern die Aufforderung, einen eigenen Satz zu formulieren, schon zu großer Verlegenheit führen kann, bei vielen Menschen (nicht nur Schülern)stößt die Quellenangabe auf völliges Unverständnis. Das sehe ich selbst, wenn mir mal wieder jemand (Freunde, Bekannte, Kollegen) irgendwelche Zeitungsausschnitte schickt. Aus welcher Zeitung, von wann?

  • 08.02.2013 09:18 Uhr

    von Markus:

    Ich finde den Artikel übertrieben. Es wird allgemein von Schülern gesprochen die sich die Texte aus dem Netz fischen. Es kann aber nur von den älteren Schülern der Vorwurf gemacht werden (wenn überhaupt), die es auch schon gelernt haben wissenschaftlich zu arbeiten. Wobei es mir hier nur um Textpassagen geht die kopiert werden und nichtum ganze Aufsätze. Dies so finde ich sollte auch unterbunden werden

  • 08.02.2013 09:14 Uhr

    von Achim Wagenknecht:

    "Es gebe zudem ein immer größeres Angebot an Plagiatfinder-Software. Die sei allerdings teuer und werde von den Schulen kaum angeschafft."

    Da kann ich "Anti-Plagiarism" empfehlen. Kostenlos und Open Source:
    http://ikc2.tup.km.ua/index_us.shtml

  • 08.02.2013 09:03 Uhr

    von klobürste:

    "Das Thema Plagiate an Schulen und Hochschulen steht im Mittelpunkt der europaweit größten Bildungsmesse Didacta."
    Wenn die tatsächlich von einer weiter im Amt befindlichen Bundesbildungsministerin Schavan eröffnet werden sollte , müßte in diesem unseren Lande ein politisches Erdbeben stattfinden . Es würde sich zeigen müssen , welche Grenzen öffentlicher Verlogenheit , Heuchelei, Durchstecherei der politischen Klasse noch gesetzt sind .

  • 08.02.2013 07:59 Uhr

    von Thomas Ebert:

    Schüler sollen also die Standards wissenschaftlichen Arbeitens einhalten. Ab der 1. Klasse oder erst in der 2. ?
    Was für ein unsinniger Artikel!

  • 07.02.2013 20:05 Uhr

    von Arne:

    Der Text ist doch plagiiert ;-)

  • 07.02.2013 17:30 Uhr

    von Genau!:

    "Annette Schavan ist überall"
    und deshalb muss von oben her durchgegriffen werden- wenn Staatbeamte es sich leisten dürfen zu betrügen, darf es jeder.

    Eine Entschuldigung für Frau Schavan bedeutet es jedenfalls nicht.

  • 07.02.2013 17:11 Uhr

    von Diehl Volker:

    Schüler sollten besser abschreiben als gar keine Hausaufgaben machen. Wer abschreibt (insbesondere per Hand) muß das was er abschreibt erst mal Lesen und lernt dabei zwangsläufig etwas. Auch die Recherche egal ob in einer Bibliothek oder im Internet ist schließlich etwas das man lernen muß. Statt das Abschreiben zu verteufeln sollte man außerhalb von Diplom- oder Doktorarbeit das Abschreiben ruhig zulassen, solange der Abschreiber den Inhalt versteht.
    Lenislaw Stem sagt dazu: Wir leben im Zeitalter des Pseudo-Plagiats: Es ist praktisch nicht möglich etwas neues zu erfinden, über das nicht ein anderer schon geschrieben hat

  • 07.02.2013 16:47 Uhr

    von reorient:

    "Dass junge Leute fremde Texte als Eigenleistung ausgeben, liege an Stress, Versagensangst und der fehlenden Fähigkeit, mit Literatur und Quellen sauber umzugehen und eigene Gedanken zu formulieren." Meines Erachtens liegt dies zuallererst an einer neoliberalen Kultur der Pragmatik und des Opportunismus, die eine peinlichst genaue Kosten-Nutzen-Rechnung in den Mittelpunkt stellt und Engagement, Verantwortung und Moral eben nicht belohnt, sondern bestraft. Solange es ihnen Groessen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nicht anders vorleben, werden Schueler und Studenten, zumal wenn Erfolgsdruck, eine selektive Bewertung, die Quantitaet und Schnelligkeit ueber Qualitaet stellt und Anpassung ueber Originalitaet, Herkunft und Status ueber Talent, wie auch die Ellenbogenmentalitaet unserer Gesellschaft sich schon in Schule und Studium breitmachen, dazu geneigt sein, den kuerzeren, bequemeren und damit auch "rationaleren" und "effektiveren" Weg des Abschreibens zu gehen.

  • 07.02.2013 16:38 Uhr

    von Sandra:

    Huch! Schüler schreiben Texte ab und haben nicht alles selbst entwickelt, erforscht oder erfunden? Was kommt als nächstes? Der Vorwurf des Duden-Plagiats wegen korrekter Orthografie? Wichtig ist ob man den Inhalt verstanden hat und nicht wo er abgeschrieben wurde.

  • 07.02.2013 15:39 Uhr

    von Otto Huber:

    Wo ist die Grenze zwischen Lernen und Plagieren?
    Wenn jetzt Schüler in diese Diskussion hineingezogen werden so zeugt das nur von Dummheit.
    Ein Dissertant behauptet gänzlich Neues gefunden zu haben. Das erfordert scharfe Prüfung. Ein Schüler ist immer dabei von Vorbildern zu lernen und dabei ist nur maßgebend,dass er das Gefundene tatsächlich versteht.

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