• 09.02.2013

Psychopillen mit Placebowirkung

Pillen, an die man glauben soll

1,3 Milliarden Tagesdosen an Antidepressiva werden jährlich verordnet. Die Forschung wirbt für Therapien. Doch die bekommen nur wenige PatientInnen. von Barbara Dribbusch

  • 04.03.2013 21:50 Uhr

    von Interessanter ARD-Beitrag :

    zum Thema "Antidepressiva" kürzlich erschienen.
    Wirkliche bestürzend aufklärend:

    "Gefährliche Pillen", Austrahlung am Montag 18.2.2013, Mediathek:
    http://www.ardmediathek.de/das-erste/reportage-dokumentation/gefaehrliche-glueckspillen-milliardenprofite-mit?documentId=13454184
    Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=nINiF2KUpqg

    Das Werner-Fuß-Zentrum (Irren-Offensive e.V. und Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg e.V.) kommentiert den Beitrag in dsmp (usenet, de, ..., psychiatrie) folgendermassen:

    "... Für uns ist die Szene ab der Minute 21:32 besonders bemerkenswert. Darin wird dokumentiert, wie ein Gericht in Harkema in den Niederlanden einem super Beweisantrag stattgegeben hat: ein wissenschaftlicher Nachweis über den Zusammenhang von Gefährlichkeit und Psychopharmaka-Einnahme musste erbracht werden.
    Solche Beweisanträge sollten in Zukunft immer auch in jedem Verfahren wegen einer Zwangsbehandlung vor deutschen Gerichten beantragt und stattgegeben werden, hat doch das Bundesverfassungsgericht am 23.3.2011 in 2 BvR 882/09 entschieden (Absatz 61):

    Über die Erfordernisse der Geeignetheit und Erforderlichkeit hinaus ist Voraussetzung für die Rechtfertigungsfähigkeit einer Zwangsbehandlung, dass sie für den Betroffenen nicht mit Belastungen verbunden ist, die außer Verhältnis zu dem erwartbaren Nutzen stehen. Die Angemessenheit ist nur gewahrt, wenn, unter Berücksichtigung der jeweiligen Wahrscheinlichkeiten, der zu erwartende Nutzen der Behandlung den möglichen Schaden der Nichtbehandlung überwiegt. Im Hinblick auf die bestehenden Prognoseunsicherheiten und sonstigen methodischen Schwierigkeiten des hierfür erforderlichen Vergleichs trifft es die grundrechtlichen Anforderungen, wenn in medizinischen Fachkreisen ein deutlich feststellbares Überwiegen des Nutzens gefordert wird ..."
    Quelle hier:
    https://groups.google.com/forum/?fromgroups=#!topic/de.sci.medizin.psychiatrie/XD65flWHvdo

    Oder hier auf der Seite des WFZ:
    http://www.zwangspsychiatrie.de/2013/02/ard-reportage-gefaehrliche-pillen/

  • 13.02.2013 09:00 Uhr

    von tomas:

    schönen gruss von der PHARMAINDUSTRY, die menschen sollen
    nicht gesund werden, sonst würden sie ja keine medikamente
    mehr brauchen und die Pharmaindustry kein geld mehr verdienen.
    Sie möchten "langzeitkranke" um ihnen 30 - 40 jahre lang
    ihren chemiedreck zuverkaufen...,
    dies gilt für alle "krankheiten", wer auch immer in unserer
    gesellschaft definiert was eine krankheit ist oder nicht.
    ( gutes beispiel ADHS )...,

  • 12.02.2013 13:57 Uhr

    von diplom_hartzi:

    Also gegen Schmerzstörungen half mir immer noch der Orthopäde am besten und gegen Schwäche Schilddrüsenmedikamente bzw. Antibiotika. Aber mensch hat ja angeblich psychische Probleme, wenn das Immunsystem nicht allein mit Keimen fertig wird.
    Alles eine Frage des Budgets?

  • 11.02.2013 01:39 Uhr

    von deepthought:

    natürlich sind antidepressiva allein keine lösung, aber wer noch nie schwer depressiv war, sollte nicht versuchen, menschen in solchen phasen ihres lebens davon abzuhalten diese zu nehmen, weil sie durchaus helfen können, überhaupt (!!) therapiefähig zu werden. ähnlich ist es übrigens auch bei anderen psychosen. sicher muss immer auch eine psychotherapie erfolgen, um eine dauerhafte heilung zu erreichen. aber generell die medis schlecht zu machen, ist - aus meiner erfahrung - den menschen, die keine erfahrung mit schweren psychischen erkrankungen haben, vorbehalten.

    ps: das "gras" unter nem psycho-artikel ist auch wieder mal der brüller.. wer denkt sich sowas aus? :D

  • 10.02.2013 08:12 Uhr

    von Neo:

    Vielleicht sollte man als kritischer Patient/in einmal die medikamentöse Behandlungsform kritisch hinterfragen?
    wie laufen bio-chemische im menschlichen Körper ab, diese Fachliteratur kann man in öffentlichen Biblotheken jederzeit erhalten. Ich würde mal ein paar Bücher über Sportmedizin lesen!!!!

    Neo, die Unbestechlichen

    Tipp: Inside Steuerfahndung

  • 10.02.2013 01:53 Uhr

    von Psych:

    Warum sind denn in den 60ger Jahren nur Hausfrauen abhängig geworden? Oder hat der Verfasser vergessen, die Macho-Brille abzusetzen.
    Sonst aber ein schöner einseitiger Artikel ohne viel Tiefgang. Passt sehr gut zur zitierten AOK - wegen der Kosten. Weniger gut passt er zur Lebenswirklichkeit vieler Menschen.

  • 09.02.2013 23:28 Uhr

    von Joachim:

    Männer leiden wohl nicht an Depressionen. Nur alleine Frauen müssen leiden, nur Frauen werden ungerecht behandelt. Nur Frauen werden im Beruf gemobbt. Nur Frauen werden ungerecht bezahlt. Die Berichterstattung der TAZ ist an Einsichtigkeit kaum zu übertreffen.

  • 09.02.2013 21:56 Uhr

    von markus gerat:

    "Psychotherapien sind teuer..."

    dieser aussage möchte ich relativieren. psychopharmaka sind auch teuer.

    hier der vergleich: 1h psychotherapie pro woche kostet knapp 90 euro. das sind im monat etwas weniger als 360 euro.

    eine häufig verschriebenes medikemant trevi..r (ich möcht keine werbung machen) bei einer tagesdosis von 150 mg bei 30 tagen knapp 100 euro im monat.

    jetzt könnte man die rechnung aufmachen: psychotherapie kostet über ja bald das 4fache! rechnerisch richtig, aber:

    +es gibt viele psychopharmaka die deutlich teurer sind. z.b. ein monatsration cyprexa schon je nach hersteller etwa gleich viel wie psychotherapie.

    +psychoparmaka haben div nebenwirkungen, die folgekosten für das gesundheitssystem bedeuten können

    +psychotherapie erhöht die resilienz gegenüber einer erneuten "erkrankung" an einer z.b. depression im unterschied zu psychopharmaka die keine langzeitwirkung nach ende der pharmakotherpaie entfalten.


    stellt man die im artikel getroffene aussage, psychotherapie wäre teurer als pharmakotherapie in die hier angebrachten gegenargumente, ist die aussage nicht haltbar.

  • 09.02.2013 20:44 Uhr

    von Wolfgang Banse:

    Pharmazeutische Mittel zu verschreiben und zu verabreichen ist bequemer und einfacher,statt Therapien durch zu führen.

  • 09.02.2013 19:26 Uhr

    von Vermeintlicher Experte:

    Diese Medikamente, sowohl Segen als auch ein Graus. Sicher werden sie öfter verschrieben als nötig, aber sie helfen auch Patienten, die sonst kein „normales“ Leben führen könnten. Insofern gut, dass es sie gibt.

  • 09.02.2013 19:19 Uhr

    von aka:

    In Orwells Roman 1984 heist dass "Soma" - die taegliche Ration Glueck, staatlich verordnet, damit es sich munter und lustig weiterlebt in einem totalitaeren, menschenfeindlichen und kuenstlich-widernatuerlichen Albtraum, der sich moderne Gesellschaft nennt.

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