Weltweit leiden 2,5 Milliarden Menschen an einer Unterversorgung mit lebenswichtigen Mikronährstoffen. Vor allem Kinder sind betroffen.von Manfred Ronzheimer
auch wenn es immer wieder ermüdend ist, darauf hinzuweisen: Im bösen Kapitalismus mit seinem ach so schlechten Industriefutter werden die Leute nicht nur in den Industrieländern, sondern auch im Rest der Welt ständig älter und älter.
15.02.2013 13:26 Uhr
von Thommy:
Den Grundtenor des Artikels will ich keinesfalls in Zweifel ziehen, jedoch ein paar Unstimmigkeiten im Artikel kritisieren ...
"Stunting kann auch mit Übergewicht einhergehen, wie in Mexiko festgestellt wurde. Die Kinder bekommen mit Mais, Öl und Hähnchen zwar ordentliche Energieportionen, aber die Nährstoffe fehlen. [...] Im Kongo, so geht aus den Erhebungen der UN-Welternährungsorganisation FAO hervor, decken Kinder ihre Energiezufuhr von 1.650 kcal täglich zu 80 Prozent allein aus der stärkehaltigen Wurzelknolle Cassava (Maniok) und aus Mais. Fleisch mit seinen hohen Nährstoffgehalten ist nur mit einem Prozent dabei (16 kcal)."
Ja, was denn nun? Hier widerspricht sich der Autor. Fleisch hätte demnach einen hohen Nährstoffgehalt, Hühnerfleisch in Mexiko jedoch nicht. Desweiteren impliziert die alleinige Aufführung von Fleisch, dass jenes für eine gesunde Ernährung unabdingbar wäre. Das dem faktisch nicht so ist, widerlegt eine (ausgewogene) VEGANE Ernährung. Es bedarf keines Fleisches, keiner Tierprodukte. Eine ausgewogene Ernährung ist auch auf Basis von Pflanzen möglich.
" Eine Untersuchung in Ecuador fand heraus, dass der Sprachschatz von fünf Jahre alten Kindern aus ärmlichen Familien um 40 Prozent geringer war als der Nachwuchs der Bessergestellten. Eine falsche Ernährung füttert indirekt die Armut."
Hier fehlt ein detaillierterer Kontext der Untersuchung. Schließlich gibt es mehrere Faktoren, die den Spracherwerb beeinflussen. Beispielsweise geht mit "Besserstellung" meist auch ein höherer Bildungsgrad einher, der an die Kinder weitervermittelt wird. So aber erweckt der Artikel den Eindruck, Mangelernährung beeinflusst hauptsächlich, gar monokausal, den Spracherwerb.
"„Die Realität der GMO ist leider so, dass in erster Linie Erträge das Ziel sind und nicht die Qualität“."
Das trifft allerdings auf alle produzierten Waren zu. Auch Bio-Produkte werden nicht im kapitalismusfreien Raum produziert.
15.02.2013 12:02 Uhr
von Vegetarier:
"Fleisch mit seinen hohen Nährstoffgehalten ist nur mit einem Prozent dabei (16 kcal)."
Mich würde interessieren, welche Nährstoffe nach Meinung des Autors in Fleisch enthalten sind, die in einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung nicht ebenfalls vorkommen. Mir fällt auf Anhieb nur ein einziger ein, aber ich kann mich irren.
Trotzdem denke ich, dass den Hungerleidenden mit Hülsenfrüchten, Nüssen, vollwertigem Getreide sowie frischem Obst und Gemüse mehr geholfen wäre als mit erhöhten Fleischrationen.
Für die ausreichende Verwertung von Milchprodukten fehlt in südlichen und asiatischen Ländern ohnehin meist das entsprechende Verdauungsenzym.
15.02.2013 10:39 Uhr
von Sontag:
"Dabei soll es vor allem um die schnelle Verbesserung der Mikronährstoffversorgung im frühkindlichen „1.000-Tage-Fenster“ gehen sowie mittelfristig um die Entwicklung angereicherter Lebensmittel."
Aja, da tut sich dann ja mal wieder ein lukrativer Geschäftszweig auf. Erst unterversorgt man die Menschen mit billigem Industriefutter, anschließend stellt man "Lebensmittel" her, die diesen Mangel ausgleichen.
Wie schön, dass sich an Armut so gut verdienen lässt und das Ganze dann auch noch so menschenfreundlich aussieht.
15.02.2013 10:06 Uhr
von JoeBiro:
Die Mangelernährung ist auch in den Industrieländern die Hauptursache Zivilisationskrankheiten (Diabetes, Arthrose, Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen u.a.). Die Pharma verdient daran glänzend und auch die Medien, die deren verlogenes Lied von der Überversorgung mit Vitaminen singen. Dass diese essentiellen Mikronähr- stoffe schon wegen der ausgelaugten und vergifteten Böden nicht mehr in den Pflanzen ausreichend enthalten sind, ist ihnen bekannt. Doch solange sie die Bevölkerung für dumm verkaufen können, durch Werbung für den Verzehr von noch mehr Kohlenhydraten (Zucker, Mehl, Kartoffeln, Mais...) wird sich daran nichts ändern. Und die weiteren Vitaminmangelräuber - wie Alkohol und Zigaretten geben ihnen den Rest. JoeBiro
Leserkommentare
15.02.2013 22:34 Uhr
von oranier:
"Zu wenig Eisen (...) senkt die Immunschwäche".
Dagegen kann man ja wohl kaum etwas haben.
15.02.2013 13:33 Uhr
von D.J.:
@JoeBiro, @Sontag,
auch wenn es immer wieder ermüdend ist, darauf hinzuweisen: Im bösen Kapitalismus mit seinem ach so schlechten Industriefutter werden die Leute nicht nur in den Industrieländern, sondern auch im Rest der Welt ständig älter und älter.
15.02.2013 13:26 Uhr
von Thommy:
Den Grundtenor des Artikels will ich keinesfalls in Zweifel ziehen, jedoch ein paar Unstimmigkeiten im Artikel kritisieren ...
"Stunting kann auch mit Übergewicht einhergehen, wie in Mexiko festgestellt wurde. Die Kinder bekommen mit Mais, Öl und Hähnchen zwar ordentliche Energieportionen, aber die Nährstoffe fehlen. [...]
Im Kongo, so geht aus den Erhebungen der UN-Welternährungsorganisation FAO hervor, decken Kinder ihre Energiezufuhr von 1.650 kcal täglich zu 80 Prozent allein aus der stärkehaltigen Wurzelknolle Cassava (Maniok) und aus Mais. Fleisch mit seinen hohen Nährstoffgehalten ist nur mit einem Prozent dabei (16 kcal)."
Ja, was denn nun? Hier widerspricht sich der Autor. Fleisch hätte demnach einen hohen Nährstoffgehalt, Hühnerfleisch in Mexiko jedoch nicht. Desweiteren impliziert die alleinige Aufführung von Fleisch, dass jenes für eine gesunde Ernährung unabdingbar wäre. Das dem faktisch nicht so ist, widerlegt eine (ausgewogene) VEGANE Ernährung. Es bedarf keines Fleisches, keiner Tierprodukte. Eine ausgewogene Ernährung ist auch auf Basis von Pflanzen möglich.
" Eine Untersuchung in Ecuador fand heraus, dass der Sprachschatz von fünf Jahre alten Kindern aus ärmlichen Familien um 40 Prozent geringer war als der Nachwuchs der Bessergestellten. Eine falsche Ernährung füttert indirekt die Armut."
Hier fehlt ein detaillierterer Kontext der Untersuchung. Schließlich gibt es mehrere Faktoren, die den Spracherwerb beeinflussen. Beispielsweise geht mit "Besserstellung" meist auch ein höherer Bildungsgrad einher, der an die Kinder weitervermittelt wird. So aber erweckt der Artikel den Eindruck, Mangelernährung beeinflusst hauptsächlich, gar monokausal, den Spracherwerb.
"„Die Realität der GMO ist leider so, dass in erster Linie Erträge das Ziel sind und nicht die Qualität“."
Das trifft allerdings auf alle produzierten Waren zu. Auch Bio-Produkte werden nicht im kapitalismusfreien Raum produziert.
15.02.2013 12:02 Uhr
von Vegetarier:
"Fleisch mit seinen hohen Nährstoffgehalten ist nur mit einem Prozent dabei (16 kcal)."
Mich würde interessieren, welche Nährstoffe nach Meinung des Autors in Fleisch enthalten sind, die in einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung nicht ebenfalls vorkommen. Mir fällt auf Anhieb nur ein einziger ein, aber ich kann mich irren.
Trotzdem denke ich, dass den Hungerleidenden mit Hülsenfrüchten, Nüssen, vollwertigem Getreide sowie frischem Obst und Gemüse mehr geholfen wäre als mit erhöhten Fleischrationen.
Für die ausreichende Verwertung von Milchprodukten fehlt in südlichen und asiatischen Ländern ohnehin meist das entsprechende Verdauungsenzym.
15.02.2013 10:39 Uhr
von Sontag:
"Dabei soll es vor allem um die schnelle Verbesserung der Mikronährstoffversorgung im frühkindlichen „1.000-Tage-Fenster“ gehen sowie mittelfristig um die Entwicklung angereicherter Lebensmittel."
Aja, da tut sich dann ja mal wieder ein lukrativer Geschäftszweig auf. Erst unterversorgt man die Menschen mit billigem Industriefutter, anschließend stellt man "Lebensmittel" her, die diesen Mangel ausgleichen.
Wie schön, dass sich an Armut so gut verdienen lässt und das Ganze dann auch noch so menschenfreundlich aussieht.
15.02.2013 10:06 Uhr
von JoeBiro:
Die Mangelernährung ist auch in den Industrieländern die Hauptursache Zivilisationskrankheiten (Diabetes, Arthrose, Krebs, Herz- und Kreislauferkrankungen u.a.). Die Pharma verdient daran glänzend und auch die Medien, die deren verlogenes Lied von der Überversorgung mit Vitaminen singen. Dass diese essentiellen Mikronähr- stoffe schon wegen der ausgelaugten und vergifteten Böden nicht mehr in den Pflanzen ausreichend enthalten sind, ist ihnen bekannt. Doch solange sie die Bevölkerung für dumm verkaufen können, durch Werbung für den Verzehr von noch mehr Kohlenhydraten (Zucker, Mehl, Kartoffeln, Mais...) wird sich daran nichts ändern. Und die weiteren Vitaminmangelräuber - wie Alkohol und Zigaretten geben ihnen den Rest.
JoeBiro