Ich verstehe eines nicht: Warum wird Fernsehzeit nicht eingerechent?
Die ist in meinen Augen um ein so vielfaches unproduktiver als Spielzeit!
Von einem anderem Kommentator wurden Sie gefragt, wie Sie überhaupt auf 2 Stunden Spielzeit pro Woche kommen (bei Frau, Kindern, Job etc.)
Die meisten Menschen kommen auf mehr Fernsehzeit am TAG bei Kindern, Job und Frau!!
Erst wenn man sich diese Diskrepanz vor Augen führt, kann man auch übers diigtale Spielen ernsthaft diskutieren.
PS. Ich als Kind wurde für fernsehfreie Tage belohnt. Ob das jetzt pädagogisch sinnvoll war, weiss ich nicht. Was ich aber sinnvoll fand: Es war kein Verbot, sondern eine Belohnung und hat mir auch als Kind immer noch alle Freiheiten gelassen und es hat insofern gefruchtet, als ich als Erwachsener zwar immer einen PC, aber nicht immer einen Fernseher besass!
Und heute wenig fernsehe und (m.E.) in angemessenem Rahmen (für Frau, Kind und Job) spiele!
21.03.2013 08:15 Uhr
von Valentin:
Das sind echt Probleme!
Was für eine verrückte Welt.
20.03.2013 05:28 Uhr
von Daddeldepp:
2 1/2 Stunden gamen in der Woche ? Da lohnen sich nur dumme Daddelspiele. Da kann man nur dumm daddeln. Aber nicht komplexe, sehenswerte Spielwelten erleben. Feinheiten erkennen, es noch nicht mal zur Meisterschaft in einem Game bringen. Statt einem Mastergame lieber viele kleine Kackapps daddeln, davon aber viele - auweia. Herrjee, ich hasse daddeln.
19.03.2013 14:39 Uhr
von Genghis:
Das Problem ist altbekannt, die AI der Mongolen ist gewollterweise besonders kriegerisch programmiert und daher vor allem in der Anfangsphase des Spiels sehr lästig.
Beste Lösung: Einfach selbst mit den Mongolen spielen!
19.03.2013 11:40 Uhr
von Philipp:
@tommy:
GTA 4 ist nicht "Pro Verbrechen" sondern voller Gesellschaftskritik. Und nein, das ist keine Meinung die man an der Haaren herbeiziehen müsste, wenn man etwas länger spielt ist es geradezu tragisch mitanzusehen, wie der Nico, der Hauptakteur immer übler "auf die schiefe Bahn" gerät, wie skrupellos zB Bau-Investoren (die teilweise selbst mit Kriminialität groß geworden sind) ihre Interessen durchdrücken und dafür Kriminelle anheuern. Und Nico wird eben im Laufe des Spiels nicht glücklicher, im Gegenteil. Zusammen mit dem Zynismus der bei den Radiosprechern rüberkommt ist GTA 4 wirklich ein gesellschaftskritisches Gesamtkunstwerk. Sicher, nicht Kunst im richtig anspruchsvollen Sinne aber durchaus in einer Liga mit TV-Serien wie "The Wire".
18.03.2013 15:30 Uhr
von tommy:
@von und zu:
Ach wissen Sie, ich glaube ich besitze schon ein gewisses Abstraktionsvermögen...und ich kenne mich sogar einigermaßen mit Computerspielen aus, da ich selbst als Jugendlicher viele gespielt habe (aus rückblickender Perspektive wohl zu viel) und dies auch heute noch ab und zu tue. Mein erster Beitrag war auch nicht so ganz ernst gemeint; ich gebe auch zu, dass es viele Spiele gibt, die (in Maßen) auch für Kinder und Jugendliche geignet und sinnvoll sind (Strategiepiele, Adventures etc.). Es gibt aber auch Grenzen und die sind für mich bei heutigen Shootern mit ihren ultrarealistischen Gewaltdarstellungen definitiv erreicht - zumal diese Spiele im Allgemeinen nicht einmal eine interessante Geschichte oder nützliche Sekundäreffektive wie Fremdsprachenerwerb bieten (abgesehen von Phrasen wie "Die bitch" etc.). Solche Spiele, ebenso nihilistische, pro-Verbrechen-Titel wie die GTA-Spiele, sind für mich Müll (im Grunde wie Fernsehen - die Konsumenten möglichst auf einem niedrigen Level halten); das Argument, dass man da Bewegungsabläufe trainieren könne, halte ich für absurd (das kann man bei echtem Sport besser!) und durch Ballerspiele eignet man sich auch keine nützlichen Computerskills an - das sind alles die ewig gleichen Pseudoargumente, die von verfettenden, verhaltensgestörten Rechnernerds vorgebracht werden. Ich finde es schade, dass durch solche Leute Computerspiele ein Negativimage erhalten haben, denn eigentlich haben Computerspiele als Medium tatsächlich viel Potenzial, gute, vielleicht sogar anspruchsvolle und relevante Geschichten zu erzählen.
18.03.2013 14:28 Uhr
von und zu:
Man sollte Menschen, auch Kindern, nicht jegliche Abstraktionsfähigkeit absprechen, selbst wenn man, wie tommy, selbst nicht darüber verfügt:
Wenn ich am Bildschirm mit Pixeln auf Pixel schieße, heißt das nicht, dass ich im "richtigen" Leben, wo es Konsequenzen gibt, nicht überzeugter Pazifist sein kann. Denn ein Shooter ist nicht mehr oder weniger anspruchsvoll als Tetris oder "Jenga" und "Mikado", da es, unabhängig vom Abstraktionsgrad, vor allem um die Koordination des Körpers (in den genannten Fällen insbesondere Hand-Auge) und strategisches Denken gibt, wobei bei ersterem noch das Reaktionsvermögen geschult wird - im Grunde übt es sogar genau das, was man zum Führen eines Kraftfahrzeugs braucht. Auch Civilisation ist eine sehr komplexe Simulation, in der Atomkriege eine sehr geringe Bedeutung haben, in der aber tausende andere Dinge koordiniert werden müssen. Wer das erstmal beherrscht, beherrscht es nicht nur bei Civilisation.
Menschen lernen eben im Spiel, genau wie Tiere - ganz egal wie dieses Spiel aussieht - allein die Fähigkeiten, die gelernt werden, unterscheiden sich. Und da muss man fast fragen, ob es besser ist, in Zeiten von Bürojobs und zunehmender Technisierung, die Kinder in den Wald zu klettern zu schicken, oder sie vor dem Computer die Benutzung eines solchen spielend zu erlernen. Wie viele Menschen können heute noch in der modernen Arbeitswelt überleben, ohne einen Computer bedienen zu können? Abgesehen vom Pfandflaschensammler...
Damit will ich nicht sagen, dass Kinder nur vor dem Computer hängen sollten, nur, dass es wichtig ist, dass sie spielen und nicht vor der Glotze hängen. Dabei lernt man nämlich fast nüscht.
Vor der Reglementierung des Computerspiels muss daher die Reglementierung des Fernsehens stehen.
18.03.2013 14:08 Uhr
von Boris Hildenbrand:
Bei uns früher in der Schule hatten die Jungs in der Klasse den Schlüssel zum Computerraum, weil sie sich besser auskannten als der Lehrer und ihm immer alle PC- und Netzwerkprobleme gelöst haben.
Wir hatten auf dem humanistischen Gymi SEHR kleine Klassen, weil niemand mit Latein in der 5ten anfangen wollte. Daher konnte man bei Counterstrike Deathmatch 8 gegen 8 nicht spielen, wir hatten von 18 in der Klasse nur 6 jungs. Daher haben sie auch mich überredet mitzumachen, obwohl ich noch nie sowas gezockt hatte. Das reichte aber immer noch nicht für ein Deathmatch, daher haben wir auch alle Mädels in der Klasse zu Counterstrike überredet. Bei uns war das kein Einzelgängerspiel, ganz im Gegenteil. Bei uns war das ein klassenverbindendes Element, selbst die dauerstrebenden Einserschülerinnen, die sonst nur unter unter sich waren oder zuhause bei Mama Vokabeln und Klavier geübt haben, waren plötzlich in die Klassengemeinschaft integriert und teils deutlich bessere Killer als ich :)
In der Pause vor der Nachmittagsschule waren teils mehrere Klassen beteiligt, die Parallelklasse, die Klasse drüber und darunter. Es gab sogar schon Ansätze unsere eigene Schule als Level zu erstellen. Das hat sich einfach angeboten. So wurden durch Counterstrike die Einzelgänger, die sonst mit niemandem geredet haben in die Klassengemeinschaft integriert und alle haben sich im sportlichen Wettkampf gemessen. So kanns auch gehn, das Geheule, dass Videospiele angeblich Amokläufer produzieren, kann ich einfach nicht mehr hören. Ausgrenzung macht Amokläufer, sich gegenseitig auf dem Bildschirm zu erschiessen schweißt dagegen sehr zusammen. Der Umgang untereinander war anschließend viel besser als zuvor.
18.03.2013 13:41 Uhr
von Christophe T.:
das geht mir auch genau so! wortwörtlich!
18.03.2013 13:00 Uhr
von David Borner:
Ich finde es kommt sehr drauf an was Kinder spielen. Mein erstes Computerspiel war Civilization II und ich hab damals eigentlich gar nicht so richtig verstanden was man wie alles machen konnte. Die Civilization-Reihe gehört aber auch zu den komplexeren Computerspielen und ich bin damals noch Grundschüler gewesen (glaube 2. Klasse).
Geschadet haben mir die "Atomkriege" nicht. Ich würde sagen im Gegenteil: Ich habe bis heute kein Interesse an Ballerspielen und interessiere mich für strategische Spiele bei denen man planen und aufbauen muss. Zu dem Atomkrieg und den Befürchtungen von tommy möchte ich nur empfehlen die Spielreihe mal auszuprobieren. Klar... Atombombe hört sich erstmal schrecklich an, aber man kann Civilization (in diesem Beispiel Civ 5) auf sehr unterschiedliche Art gewinnen. Durch Forschung, Kultur, Ablauf der Zeit, Diplomatie und Krieg (wobei auch Krieg nicht den Einsatz von Atombomben erfordert). Civ mit irgendwelchen Ballerspielen gleichzusetzen ist absurd.
Ein gutes Computerspiel ist für jeden Menschen (auch Kinder) tausendmal anregender als stumpfes fernsehen. Spielen sie mit ihren Kindern doch mal ne Runde Civilization! Die Spielereihe hat meistens auch nen Multiplayermodus! ;)
18.03.2013 11:49 Uhr
von Philipp:
Die wichtigste Frage ist garnicht geklärt, *warum* die Kinder denn nicht spielen dürfen (Und 2 1/2 Stunden pro Woche ist nicht großzügig, das ist garnichts, wüsste nicht warum man das als Kind bei schlechtem Wetter nicht pro Tag 'schaffen' sollte, selbst mit vielen Hausaufgaben).
Noch wichtiger ist die Frage, ob die Kinder verständlich erklärt bekommen haben warum das so eingeschränkt wird, ansonsten verkehrt sich der erzieherische Effekt wohl eh ins Gegenteil.
Ich kann mir jedenfalls keine Gründe vorstellen. PC Spiele schulen wichtige Fähigkeiten, gerade abstrakte Sachen die in unserer Welt wichtig sind und die man sonst als Kind selten lernt.
Und der Anti-Kriegsspiel-Fraktion sei gesagt, die Welt ist voll von Krieg, da sollte man nicht die Augen vor verschließen. Und eigentlich besteht jedes Spiel letztlich aus abstrahierten kriegerischen Handlungen. Fussball zB simuliert Krieg, es gibt Angriff und Verteidigung, der Ball ist das Geschoss mit dem das gegnerische Hauptquartier abzuschiessen ist. Und Fussball möchte ja auch keiner verbieten.
18.03.2013 11:43 Uhr
von muskeljesus:
...oder am Ende werden sie gar FDP-Wähler. Aber vor Gewaltausbrüchen sollte man keine Angst haben, die meisten Jugendlichen erblinden aufgrund der ständigen Onanie ohnehin.
18.03.2013 11:39 Uhr
von DonkeyKong:
Lieber Taz-Chef vom Dienst,
1) spielst du mehr Civ als mit deinen Kindern? Falls ja ist das -finde ich- problematisch.
2) Du spielst doch ein Spiel gegen den PC, oder? Das heißt doch der Computer spielt nicht weiter wenn du nicht dran sitzt, oder? Was soll also das "die Mongolen überrunden mich"?
3) Ganz ehrlich, bei einem Vollzeitjob und einem Nebenjob und zwei Kindern (und einer Frau?): wo nimmst du überhaupt die Zeit her mehr als zwei Stunden die Woche zu zocken?
LG dein DonkeyKong
18.03.2013 11:38 Uhr
von KlausK:
Jetzt ist es raus: Maik Söhler ist Peter Unfrieds Ghostwriter!
Gibt es in der taz eigentlich noch ein paar Mitarbeiter, die nicht ständig ihre privaten Befindlichkeiten ausbreiten?
Ist ja fast schon wie das Gesichtsbuch!
18.03.2013 11:20 Uhr
von tommy:
Neulich ein Ballerspiel, jetzt ein Atomkrieg - bei solchen "Vorbildern" würde es mich nicht wundern, wenn die Kinder später KSK-Kämpfer/Söldner werden oder einfach gleich Amok laufen.
Leserkommentare
24.03.2013 13:22 Uhr
von Ignorant00:
Ich verstehe eines nicht: Warum wird Fernsehzeit nicht eingerechent?
Die ist in meinen Augen um ein so vielfaches unproduktiver als Spielzeit!
Von einem anderem Kommentator wurden Sie gefragt, wie Sie überhaupt auf 2 Stunden Spielzeit pro Woche kommen (bei Frau, Kindern, Job etc.)
Die meisten Menschen kommen auf mehr Fernsehzeit am TAG bei Kindern, Job und Frau!!
Erst wenn man sich diese Diskrepanz vor Augen führt, kann man auch übers diigtale Spielen ernsthaft diskutieren.
PS. Ich als Kind wurde für fernsehfreie Tage belohnt. Ob das jetzt pädagogisch sinnvoll war, weiss ich nicht. Was ich aber sinnvoll fand: Es war kein Verbot, sondern eine Belohnung und hat mir auch als Kind immer noch alle Freiheiten gelassen und es hat insofern gefruchtet, als ich als Erwachsener zwar immer einen PC, aber nicht immer einen Fernseher besass!
Und heute wenig fernsehe und (m.E.) in angemessenem Rahmen (für Frau, Kind und Job) spiele!
21.03.2013 08:15 Uhr
von Valentin:
Das sind echt Probleme!
Was für eine verrückte Welt.
20.03.2013 05:28 Uhr
von Daddeldepp:
2 1/2 Stunden gamen in der Woche ? Da lohnen sich nur dumme Daddelspiele. Da kann man nur dumm daddeln.
Aber nicht komplexe, sehenswerte Spielwelten erleben. Feinheiten erkennen, es noch nicht mal zur Meisterschaft in einem Game bringen. Statt einem Mastergame lieber viele kleine Kackapps daddeln, davon aber viele - auweia. Herrjee, ich hasse daddeln.
19.03.2013 14:39 Uhr
von Genghis:
Das Problem ist altbekannt, die AI der Mongolen ist gewollterweise besonders kriegerisch programmiert und daher vor allem in der Anfangsphase des Spiels sehr lästig.
Beste Lösung: Einfach selbst mit den Mongolen spielen!
19.03.2013 11:40 Uhr
von Philipp:
@tommy:
GTA 4 ist nicht "Pro Verbrechen" sondern voller Gesellschaftskritik. Und nein, das ist keine Meinung die man an der Haaren herbeiziehen müsste, wenn man etwas länger spielt ist es geradezu tragisch mitanzusehen, wie der Nico, der Hauptakteur immer übler "auf die schiefe Bahn" gerät, wie skrupellos zB Bau-Investoren (die teilweise selbst mit Kriminialität groß geworden sind) ihre Interessen durchdrücken und dafür Kriminelle anheuern. Und Nico wird eben im Laufe des Spiels nicht glücklicher, im Gegenteil. Zusammen mit dem Zynismus der bei den Radiosprechern rüberkommt ist GTA 4 wirklich ein gesellschaftskritisches Gesamtkunstwerk. Sicher, nicht Kunst im richtig anspruchsvollen Sinne aber durchaus in einer Liga mit TV-Serien wie "The Wire".
18.03.2013 15:30 Uhr
von tommy:
@von und zu:
Ach wissen Sie, ich glaube ich besitze schon ein gewisses Abstraktionsvermögen...und ich kenne mich sogar einigermaßen mit Computerspielen aus, da ich selbst als Jugendlicher viele gespielt habe (aus rückblickender Perspektive wohl zu viel) und dies auch heute noch ab und zu tue. Mein erster Beitrag war auch nicht so ganz ernst gemeint; ich gebe auch zu, dass es viele Spiele gibt, die (in Maßen) auch für Kinder und Jugendliche geignet und sinnvoll sind (Strategiepiele, Adventures etc.). Es gibt aber auch Grenzen und die sind für mich bei heutigen Shootern mit ihren ultrarealistischen Gewaltdarstellungen definitiv erreicht - zumal diese Spiele im Allgemeinen nicht einmal eine interessante Geschichte oder nützliche Sekundäreffektive wie Fremdsprachenerwerb bieten (abgesehen von Phrasen wie "Die bitch" etc.). Solche Spiele, ebenso nihilistische, pro-Verbrechen-Titel wie die GTA-Spiele, sind für mich Müll (im Grunde wie Fernsehen - die Konsumenten möglichst auf einem niedrigen Level halten); das Argument, dass man da Bewegungsabläufe trainieren könne, halte ich für absurd (das kann man bei echtem Sport besser!) und durch Ballerspiele eignet man sich auch keine nützlichen Computerskills an - das sind alles die ewig gleichen Pseudoargumente, die von verfettenden, verhaltensgestörten Rechnernerds vorgebracht werden. Ich finde es schade, dass durch solche Leute Computerspiele ein Negativimage erhalten haben, denn eigentlich haben Computerspiele als Medium tatsächlich viel Potenzial, gute, vielleicht sogar anspruchsvolle und relevante Geschichten zu erzählen.
18.03.2013 14:28 Uhr
von und zu:
Man sollte Menschen, auch Kindern, nicht jegliche Abstraktionsfähigkeit absprechen, selbst wenn man, wie tommy, selbst nicht darüber verfügt:
Wenn ich am Bildschirm mit Pixeln auf Pixel schieße, heißt das nicht, dass ich im "richtigen" Leben, wo es Konsequenzen gibt, nicht überzeugter Pazifist sein kann. Denn ein Shooter ist nicht mehr oder weniger anspruchsvoll als Tetris oder "Jenga" und "Mikado", da es, unabhängig vom Abstraktionsgrad, vor allem um die Koordination des Körpers (in den genannten Fällen insbesondere Hand-Auge) und strategisches Denken gibt, wobei bei ersterem noch das Reaktionsvermögen geschult wird - im Grunde übt es sogar genau das, was man zum Führen eines Kraftfahrzeugs braucht.
Auch Civilisation ist eine sehr komplexe Simulation, in der Atomkriege eine sehr geringe Bedeutung haben, in der aber tausende andere Dinge koordiniert werden müssen. Wer das erstmal beherrscht, beherrscht es nicht nur bei Civilisation.
Menschen lernen eben im Spiel, genau wie Tiere - ganz egal wie dieses Spiel aussieht - allein die Fähigkeiten, die gelernt werden, unterscheiden sich.
Und da muss man fast fragen, ob es besser ist, in Zeiten von Bürojobs und zunehmender Technisierung, die Kinder in den Wald zu klettern zu schicken, oder sie vor dem Computer die Benutzung eines solchen spielend zu erlernen. Wie viele Menschen können heute noch in der modernen Arbeitswelt überleben, ohne einen Computer bedienen zu können? Abgesehen vom Pfandflaschensammler...
Damit will ich nicht sagen, dass Kinder nur vor dem Computer hängen sollten, nur, dass es wichtig ist, dass sie spielen und nicht vor der Glotze hängen. Dabei lernt man nämlich fast nüscht.
Vor der Reglementierung des Computerspiels muss daher die Reglementierung des Fernsehens stehen.
18.03.2013 14:08 Uhr
von Boris Hildenbrand:
Bei uns früher in der Schule hatten die Jungs in der Klasse den Schlüssel zum Computerraum, weil sie sich besser auskannten als der Lehrer und ihm immer alle PC- und Netzwerkprobleme gelöst haben.
Wir hatten auf dem humanistischen Gymi SEHR kleine Klassen, weil niemand mit Latein in der 5ten anfangen wollte. Daher konnte man bei Counterstrike Deathmatch 8 gegen 8 nicht spielen, wir hatten von 18 in der Klasse nur 6 jungs. Daher haben sie auch mich überredet mitzumachen, obwohl ich noch nie sowas gezockt hatte. Das reichte aber immer noch nicht für ein Deathmatch, daher haben wir auch alle Mädels in der Klasse zu Counterstrike überredet. Bei uns war das kein Einzelgängerspiel, ganz im Gegenteil. Bei uns war das ein klassenverbindendes Element, selbst die dauerstrebenden Einserschülerinnen, die sonst nur unter unter sich waren oder zuhause bei Mama Vokabeln und Klavier geübt haben, waren plötzlich in die Klassengemeinschaft integriert und teils deutlich bessere Killer als ich :)
In der Pause vor der Nachmittagsschule waren teils mehrere Klassen beteiligt, die Parallelklasse, die Klasse drüber und darunter. Es gab sogar schon Ansätze unsere eigene Schule als Level zu erstellen. Das hat sich einfach angeboten. So wurden durch Counterstrike die Einzelgänger, die sonst mit niemandem geredet haben in die Klassengemeinschaft integriert und alle haben sich im sportlichen Wettkampf gemessen. So kanns auch gehn, das Geheule, dass Videospiele angeblich Amokläufer produzieren, kann ich einfach nicht mehr hören. Ausgrenzung macht Amokläufer, sich gegenseitig auf dem Bildschirm zu erschiessen schweißt dagegen sehr zusammen. Der Umgang untereinander war anschließend viel besser als zuvor.
18.03.2013 13:41 Uhr
von Christophe T.:
das geht mir auch genau so! wortwörtlich!
18.03.2013 13:00 Uhr
von David Borner:
Ich finde es kommt sehr drauf an was Kinder spielen. Mein erstes Computerspiel war Civilization II und ich hab damals eigentlich gar nicht so richtig verstanden was man wie alles machen konnte.
Die Civilization-Reihe gehört aber auch zu den komplexeren Computerspielen und ich bin damals noch Grundschüler gewesen (glaube 2. Klasse).
Geschadet haben mir die "Atomkriege" nicht. Ich würde sagen im Gegenteil: Ich habe bis heute kein Interesse an Ballerspielen und interessiere mich für strategische Spiele bei denen man planen und aufbauen muss.
Zu dem Atomkrieg und den Befürchtungen von tommy möchte ich nur empfehlen die Spielreihe mal auszuprobieren. Klar... Atombombe hört sich erstmal schrecklich an, aber man kann Civilization (in diesem Beispiel Civ 5) auf sehr unterschiedliche Art gewinnen. Durch Forschung, Kultur, Ablauf der Zeit, Diplomatie und Krieg (wobei auch Krieg nicht den Einsatz von Atombomben erfordert).
Civ mit irgendwelchen Ballerspielen gleichzusetzen ist absurd.
Ein gutes Computerspiel ist für jeden Menschen (auch Kinder) tausendmal anregender als stumpfes fernsehen. Spielen sie mit ihren Kindern doch mal ne Runde Civilization! Die Spielereihe hat meistens auch nen Multiplayermodus! ;)
18.03.2013 11:49 Uhr
von Philipp:
Die wichtigste Frage ist garnicht geklärt, *warum* die Kinder denn nicht spielen dürfen (Und 2 1/2 Stunden pro Woche ist nicht großzügig, das ist garnichts, wüsste nicht warum man das als Kind bei schlechtem Wetter nicht pro Tag 'schaffen' sollte, selbst mit vielen Hausaufgaben).
Noch wichtiger ist die Frage, ob die Kinder verständlich erklärt bekommen haben warum das so eingeschränkt wird, ansonsten verkehrt sich der erzieherische Effekt wohl eh ins Gegenteil.
Ich kann mir jedenfalls keine Gründe vorstellen. PC Spiele schulen wichtige Fähigkeiten, gerade abstrakte Sachen die in unserer Welt wichtig sind und die man sonst als Kind selten lernt.
Und der Anti-Kriegsspiel-Fraktion sei gesagt, die Welt ist voll von Krieg, da sollte man nicht die Augen vor verschließen. Und eigentlich besteht jedes Spiel letztlich aus abstrahierten kriegerischen Handlungen. Fussball zB simuliert Krieg, es gibt Angriff und Verteidigung, der Ball ist das Geschoss mit dem das gegnerische Hauptquartier abzuschiessen ist. Und Fussball möchte ja auch keiner verbieten.
18.03.2013 11:43 Uhr
von muskeljesus:
...oder am Ende werden sie gar FDP-Wähler. Aber vor Gewaltausbrüchen sollte man keine Angst haben, die meisten Jugendlichen erblinden aufgrund der ständigen Onanie ohnehin.
18.03.2013 11:39 Uhr
von DonkeyKong:
Lieber Taz-Chef vom Dienst,
1) spielst du mehr Civ als mit deinen Kindern? Falls ja ist das -finde ich- problematisch.
2) Du spielst doch ein Spiel gegen den PC, oder? Das heißt doch der Computer spielt nicht weiter wenn du nicht dran sitzt, oder? Was soll also das "die Mongolen überrunden mich"?
3) Ganz ehrlich, bei einem Vollzeitjob und einem Nebenjob und zwei Kindern (und einer Frau?): wo nimmst du überhaupt die Zeit her mehr als zwei Stunden die Woche zu zocken?
LG
dein DonkeyKong
18.03.2013 11:38 Uhr
von KlausK:
Jetzt ist es raus:
Maik Söhler ist Peter Unfrieds Ghostwriter!
Gibt es in der taz eigentlich noch ein paar Mitarbeiter, die nicht ständig ihre privaten Befindlichkeiten ausbreiten?
Ist ja fast schon wie das Gesichtsbuch!
18.03.2013 11:20 Uhr
von tommy:
Neulich ein Ballerspiel, jetzt ein Atomkrieg - bei solchen "Vorbildern" würde es mich nicht wundern, wenn die Kinder später KSK-Kämpfer/Söldner werden oder einfach gleich Amok laufen.