Früher war die Leipziger Uni eine der besten Adressen für junge Journalisten. Dann kam die Bologna-Reform und viel interner Streit. von Steffi Dobmeier
bitte lege doch einfach mal Beweise vor für Deine Behauptung. Ich habe, wie gesagt, selbst zwei Klausuren geschrieben, bei denen eine Bandbreite an Themen abgefragt wurde und keineswegs nur Machill-Literatur. Du scheinst ja offenbar an der Quelle zu sitzen: Mich würde es sehr überzeugen, eine Klausur zu sehen, bei der "Machill fast ausnahmslos seine selbstgeschriebenen Publikationen" abfragt. Vielleicht habe ich bei meinen zwei Klausuren (und den älteren Exemplaren, die ich gesehen habe) einfach nur Glück gehabt. Aber solange Behauptungen wie Deine nicht durch Fakten untermauert werden, glaube ich sie nicht.
15.03.2013 23:06 Uhr
von ehemaliger Mitarbeiter:
Ich war fast drei Jahre im Mittelbau tätig und vermute, dass der Post unten von "noch ein Student" wahrscheinlich von Machill selbst oder von einem seiner engeren MItarbeiter kommt. Immerhin ist es überall Common Knowledge, dass Herr Machill fast ausnahmslos seine selbstgeschriebenen Publikationen in Klausuren abfragt. Das zu beweisen, ist übrigens denkbar einfach: Die bereits zitierte Debatte um das eingescannte und hochgeladene Buch von ihm, ist nämlich genau aus diesem Grund passiert: Der damalige Übeltäter wollte anderen Studenten das überall ausgeliehene, in dieser Zeit sogar beim Verlag vorübergehend vergriffene Buch zum Lernen zur Verfügung stellen. Niemand hätte jedenfalls ein Machill-Buch online gestellt, nur weil es so toll ist. Außerdem gibt es an dem Institut durchaus Kollegen, die ebenso strikt und streng bewerten wie Machill, etwa der Medienpädagoge Schorb. Dafür fragt Herr Machill auch gerne bis auf das Datum genaue Zeiten ab und zieht drei Punkte ab, wenn man Monat und Jahr nicht weiß. Was das mit journalistischem Können und anwendungsorientierten Fähigkeiten zu tun, erkläre mir mal einer. Die Strenge von Herrn Machill ist nämlich leider keine gewitzte, lebenskluge, sondern eine äußerst biedere, die im Wiederholen immer desselben Stoffes und ich der Kleinteiligkeit und Übergenauigkeit irgendwelcher Details und trivialer Fakten begründet liegt. Ich weiß das leider deshalb so genau, da ich selbst mehrere Semester Klausuren vorkorrigieren durfte. Und nein: Ich wurde nicht von ihm gemobbt oder diskreditiert. Besonders sinnvoll und nützlich fand ich seine Lehre trotzdem nicht.
14.03.2013 18:08 Uhr
von friedbert:
@noch ein Student´
Wie blöd muss man eigentlich sein, die Professoren, bei denen man gut bewertet wird, im Nachhinein in den Arsch zu treten, indem man sich darüber aufregt.
Du willst offensichtlich absichtlich ein Bildungsverlierer sein!
Anstatt dankbar dafür zu sein, dass auch Du offenbar Talent hast oder einen besonders didaktisch guten Unterricht genossen hast und Zeit zum Leben, Nebenher-arbeiten und Lernen hast, regst Du Dich über Deine kleinen Erfolge und verschmähst sie. Und noch schlimmer willst Du, dass Deine NachfolgerInnen für deinen "zu leichten" Erfolg drangsaliert werden.
Es kommt auf das vermittelte Wissen und deren Praxiseinsatz, sowie die Gesamtqualität des fertigen Journalisten drauf an und nicht ob man gut vom Prof fertiggemacht wurde.
Ziel ist die Qualifikationsvermittlung und je beschwerdefreier das geht, desto besser, denn umso mehr kann noch gelernt werden oder desto wahrscheinlicher eine erfolgreiche frühe Familiengründung oder desto höher die Nebenerwerbsverdienste usw. Davon hat die Volkswirtschaft und das Gemeinwesen auch etwas davon!
Ehrlich so ein Kommentar verrät Blödheit in Potenz!
13.03.2013 11:49 Uhr
von noch ein Student:
Was die "ehemalige Studentin" hier am 13.3. um 2:32 Uhr schreibt, ist eine glatte Lüge. Ich selbst war in dieser Zeit ebenfalls Student am Institut und habe bei Machill zwei Klausuren geschrieben (und andere Klausuren zur Vorbereitung gesehen): Es kam nie vor, dass nur Fragen aus seinen Werken dabei waren. Es war immer so, dass der behandelte Stoff breit abgefragt wurde.
Ich habe unter den Kommilitonen so manchen stöhnen hören, dass man bei Machill viel machen muss. Aber ich habe niemanden gehört (und auch selbst nie die Erfahrung gemacht), dass er unfair bewertet hätte oder irgendjemanden unfair behandelt hätte. Er ist anspruchsvoll und bei ihm kommt man nicht durch eine Klausur, indem man mal einen Nachmittag lang "lernt". Dafür hassen ihn so manche Studis. Aber ey... er ist mit Abstand der beste Prof an diesem Schlappi-Institut. Bei anderen Profs wie Steinmetz oder Lokatis habe ich für absolutes Nix-Tun immer noch ne Zwei bekommen. Total lächerlich. Und bei den Vorlesungen von ALLEN anderen Profs bin ich regelmäßig eingeschlafen. Machill ist der einzige mit exzellenter Lehre. Er lässt sich halt nicht verbiegen. Ich hoffe, dass er so weiter macht, denn ohne ihn wäre dieses Institut echt provinziell.
13.03.2013 02:32 Uhr
von ehemalige Studentin:
Ich hatte als Bachelor selbst Vorlesungen (2006-2009) bei Herrn Machill und auch bei Herrn Haller und kann die Darstellung nur bestätigen. Herr Machill führt in Leipzig eine Schreckensherrschaft, kann aber schalten und walten wie er will, weil er zu viel Macht hat.
Ein Professor, der statt Vorlesungsstoff ausnahmslos Kapitel eines seiner Werke abfragt (die nur bedingt mit dem Vorlesungsthema zu tun haben) und dann Studenten verklagt, die das Buch einscannen, weil es nicht genügend in der Bibo gibt, sind schon recht armselig. Genauso, seine wissenschaftlichen Mitarbeiter als Facebook-Spitzel zu missbrauchen. Es gibt viele dieser absurden Anekdötchen.
Und ich bin niemand, der bei ihm schlechte Noten kassiert hat - trotzdem finde ich, dass er das Institut kaputt macht. Schade für Leipzig.
12.03.2013 16:38 Uhr
von Spielt keine Rolle:
1.) Wenn die Journalismus-Ausbildung im Diplom so überwältigend Weltspitze war wie implizit angedeutet, dann verwirrt die Vermischung von persönlicher Meinung der Autorin und Fakten im Beitrag doch erheblich. Gerade Michael Haller hat da doch immer eine strikte Trennung angemahnt.
2.) Wenn die TAZ mal in die Tiefe recherchieren möchte, dann lässt sie sich mal die ersten Entwürfe für den Journalistik-Master sowie die Stellungnahmen der Akkreditierungsstelle zukommen. Der heutige Master ist ein Kompromiss, der durch fehlende Flexibilität bei der Umsetzung der Bologna-Kriterien zustande kam. Kein guter Kompromiss, wie der Beitrag ja anmerkt...
12.03.2013 15:15 Uhr
von Peter Gendler:
Hallo taz-Redakteure,
habt Ihr gesehen, dass der von Euch zitierte Michael Haller in Hamburg ein Konkurrenz-Angebot für Journalistik aufgebaut hat? Schaut doch mal bitte unter:
Dort wird beschrieben, dass Haller nach seinem Abgang aus Leipzig offensichtlich in Hamburg einen neuen Journalistik-Master entwickelt hat.
Und wenn man jetzt noch mal Euren Artikel von Steffi Dobmeier durchliest, erkennt man, dass dies eine ziemlich perfide PR-Aktion von/für Michael Haller ist: Der alte Journalistik-Studiengang in Leipzig, bei dem er nun nicht mehr mitspielen darf, wird mies gemacht. Und wer nun nach Alternativen sucht.... na klar! Haller ist in Hamburg da.
Ich finde, dass Ihr Euch ganz schön habt reinlegen lassen. Unbezahlte Werbung für Haller halt...
12.03.2013 14:46 Uhr
von Anke:
Meine Güte, ist das peinlich: Da diktiert ein seit über zwei Jahren pensionierter Professor seiner ehemaligen Studentin, die mehrere Jahre lang bei ihm studiert hat, seine hasserfüllten Gedanken... - und die taz druckt das auch noch ab. Ich finde es ethisch höchst problematisch, dass Herrn Haller hier die Gelegenheit gegeben wird, seinen Nachfolger und jede Menge Studierende zu diskreditieren. Hier kann offensichtlich ein alter Mann nicht loslassen. Dieses Psychomuster (lieber den Nachfolger öffentlich runterputzen als einzugestehen, dass es auch ohne einen selbst geht) ist bei alten Männern ja bekannt. Aber als taz-Leserin fühle ich mich peinlich berührt, dass sich eine gute linke Tageszeitung dafür als Plattform hergibt. Liebe Frau Dobmeier, mit diesem Artikel erweisen Sie weder Ihrer Alma Mater noch sich selbst einen guten Dienst, denn der Artikel ist in meinen Augen handwerklich schlecht gemacht und ethisch bedenklich.
12.03.2013 10:32 Uhr
von Detlev:
Wer heute Journalistik studiert, sollte nicht die Absicht haben, auch als Journalist zu arbeiten. Andernfalls ist es was für Leute, die sich gene als 'Fakir' fühlen wollen: nackt und arm leben, kein Geld, viel Druck und das Nirwana suchen. Perspektivloser kann ein Job nicht sein, zumal die 'erfolgreichen' Absolventen wahrscheinlich drei oder vier Jahre mit Praktika verbringen, bevor der erste Arbeitgeber 'zuschlägt'.
12.03.2013 09:19 Uhr
von ein_name:
ergänzend vielleicht dazu: Ein Mann, ein Buch (2010) von der SZ. http://www.sueddeutsche.de/karriere/universitaet-leipzig-ein-mann-ein-buch-1.1031195
12.03.2013 08:49 Uhr
von FaktenStattFiktion:
@Fred Die Zahl entstammt einer unabhängigen Studie.
Sie können ja mal die FAZ und Welt auf konservative Artikel durchforsten. Nehmen Sie sich ruhig viel Zeit, es bleibt ohnehin nur Henryk M. Broder übrig.
Der Linksrutsch der CDU und SPD ist offenkundig und wir nicht einmal mehr von der taz geleugnet. Wenn die (ehemals) konservativen Blätter nun noch mehr Sozialismus einfordern, ist die Sachlage eindeutig.
12.03.2013 07:31 Uhr
von Frederic Helmgescheidt:
11.03.2013 23:38 Uhr von FaktenStattFiktion: "Eine Uni, welche bis 1989 ausschließlich SED-Popagandisten ausbildete soll also mit kaipum verändertem Personal 12 Jahre später "die besten Journalisten" ausgebildet haben."
Ja, warum nicht? Also ich komme in Leipzig selten, dazu an SED und Kommunismus denken zu müssen.
"Aber da über 70 Prozent der Journalisten Linksgrün sind, ist dies ohnehin egal."
Gehts noch? Schlag mal Focus, Bild, die Welt und FAZ auf. Da kannste mal sehen, wie Deutschland vor linksgrünen Journalisten nur so überflutet wird... Nicht mal der Leipziger Volkszeitung selbst, kann man dieses Etikett aufdrücken. Da wäre eher noch Platz nach oben.
11.03.2013 23:38 Uhr
von FaktenStattFiktion:
Eine Uni, welche bis 1989 ausschließlich SED-Popagandisten ausbildete soll also mit kaipum verändertem Personal 12 Jahre später "die besten Journalisten" ausgebildet haben.
Wurde statt an die "besten" vielleicht eher an "linkslastige" Journalisten gedacht ?
Aber da über 70 Prozent der Journalisten Linksgrün sind, ist dies ohnehin egal.
11.03.2013 23:10 Uhr
von beila beila beila:
Es gibt immer noch Top-Absolventen in Leipzig. Das liegt vor allem daran, dass sie schon als sehr gute Leute hingekommen sind. Wer vorher kaum Erfahrung hat, wird es im Volo schwer haben.
"Machill ist keiner, vor dem die Studenten Ehrfurcht haben – eher Angst." - das stimmt nur zum Teil. Leider ist es so, dass viele neue Studenten die Qualität des Studiums und v.a. die Qualitäten von Machill gar nicht richtig reflektieren. Das heißt: Sie finden Machill gut, weil sie nichts anderes kennen.
@biowurst: das ist tatsächlich interessant. Weil es angeblich noch gar nicht entschieden ist: http://www.uni-leipzig.de/journalistik/index.php?id=422
11.03.2013 21:11 Uhr
von joy:
Gibt es irgendwelche konkrete Beweise für Hallers Können! Gibt es konkrete Namen von Absolventen Hallers die für Deutschland gravierende Skandale aufdeckten?
Form und Stil ist wichtig, aber Inhalte sind entscheidend! Der Sachsensumpf konnte jedenfalls lange trotz Superjournalismusuni unbehelligt gedeihen!
Lehrte Herr Prof. Hallers auch, wie man die Rolle als Vierte Gewalt im Staat brauchbar ausfüllt? Da haben sicherlich andere Institute eine viel glaubwürdigere Moral.
Mir ist gerade im Bereich Verbrechensanalyse und krimineller Filz die Journalistengeneration Hallers + Nachfolger blind und feige!
Journalisten sollten durchaus von Kriminalistik, Wirtschaft, Volkswirtschaft, Gesundheit, Bildung, Wissenschaft Ahnung haben, um eben auch pluralistische und komplementäre Sichtweisen entwickeln zu können.
Bei den gravierenden Problemen der heutigen Gesellschaft ist Schreibstil nicht entscheidend, sondern professionelle Themenauseinandersetzung.
Ein Klima ständiger Ressentiments, Schmähungen und versteckter Unkenrufe, Professorenmobbings und Geldverknappung trägt sicherlich nicht zur Entfaltung irgendeiner dortigen Persönlichkeit bei! Das Verhältnis von StudentInnen und ProfessorInnen muss in quantitativer Hinsicht miserabel gewesen sein. Bei derartiger Überlastung des Lehrpersonals ist an innovativer Schaffenskraft und Vorzüglichkeit der Lehre kaum zu denken.
Kooperationen mit Instituten für Verbrechensanalys, Risiko-und Konfliktforschung, ethischen Fakultäten, Statistikinstituten wären zwingend erforderlich!
Der Grund ist wohl weniger Haller, als eine vorsätzliche Unterfinanzierung des Studiengangs zur Marginalisierung neuer heranwachsender Journalismusgenerationen von Seiten autoritärer Bildungs-/Kultur- und Finanzministerien. Schlechte Absolventen können weniger hart die Politik angreifen, weil sie täglich um ihre Existenz zu fürchten haben.
11.03.2013 20:05 Uhr
von biowurst:
Hinter vorgehaltener Hand? Machill hat unlängst über den Verteiler die neue Journalistik-Broschüre verschickt (die übrigens Journalsitik-Student_innen im Rahmen eines Seminars erstellen müssen - was das mit journalistischer Praxis und Lehre zu tun hat, sollte mal laut gefragt werden!). Darin ein Organigramm, in dem ganz eindeutig sein langjähriger "Ziehsohn" auf dem Junior-Professor-Platz genannt steht.
Leserkommentare
18.03.2013 09:30 Uhr
von noch ein Student:
Hallo ehemaliger Mitarbeiter,
bitte lege doch einfach mal Beweise vor für Deine Behauptung. Ich habe, wie gesagt, selbst zwei Klausuren geschrieben, bei denen eine Bandbreite an Themen abgefragt wurde und keineswegs nur Machill-Literatur. Du scheinst ja offenbar an der Quelle zu sitzen: Mich würde es sehr überzeugen, eine Klausur zu sehen, bei der "Machill fast ausnahmslos seine selbstgeschriebenen Publikationen" abfragt. Vielleicht habe ich bei meinen zwei Klausuren (und den älteren Exemplaren, die ich gesehen habe) einfach nur Glück gehabt. Aber solange Behauptungen wie Deine nicht durch Fakten untermauert werden, glaube ich sie nicht.
15.03.2013 23:06 Uhr
von ehemaliger Mitarbeiter:
Ich war fast drei Jahre im Mittelbau tätig und vermute, dass der Post unten von "noch ein Student" wahrscheinlich von Machill selbst oder von einem seiner engeren MItarbeiter kommt. Immerhin ist es überall Common Knowledge, dass Herr Machill fast ausnahmslos seine selbstgeschriebenen Publikationen in Klausuren abfragt. Das zu beweisen, ist übrigens denkbar einfach: Die bereits zitierte Debatte um das eingescannte und hochgeladene Buch von ihm, ist nämlich genau aus diesem Grund passiert: Der damalige Übeltäter wollte anderen Studenten das überall ausgeliehene, in dieser Zeit sogar beim Verlag vorübergehend vergriffene Buch zum Lernen zur Verfügung stellen. Niemand hätte jedenfalls ein Machill-Buch online gestellt, nur weil es so toll ist. Außerdem gibt es an dem Institut durchaus Kollegen, die ebenso strikt und streng bewerten wie Machill, etwa der Medienpädagoge Schorb. Dafür fragt Herr Machill auch gerne bis auf das Datum genaue Zeiten ab und zieht drei Punkte ab, wenn man Monat und Jahr nicht weiß. Was das mit journalistischem Können und anwendungsorientierten Fähigkeiten zu tun, erkläre mir mal einer. Die Strenge von Herrn Machill ist nämlich leider keine gewitzte, lebenskluge, sondern eine äußerst biedere, die im Wiederholen immer desselben Stoffes und ich der Kleinteiligkeit und Übergenauigkeit irgendwelcher Details und trivialer Fakten begründet liegt. Ich weiß das leider deshalb so genau, da ich selbst mehrere Semester Klausuren vorkorrigieren durfte. Und nein: Ich wurde nicht von ihm gemobbt oder diskreditiert. Besonders sinnvoll und nützlich fand ich seine Lehre trotzdem nicht.
14.03.2013 18:08 Uhr
von friedbert:
@noch ein Student´
Wie blöd muss man eigentlich sein,
die Professoren, bei denen man gut bewertet wird,
im Nachhinein in den Arsch zu treten, indem
man sich darüber aufregt.
Du willst offensichtlich absichtlich
ein Bildungsverlierer sein!
Anstatt dankbar dafür zu sein, dass auch Du offenbar
Talent hast oder einen besonders didaktisch guten
Unterricht genossen hast und Zeit zum Leben,
Nebenher-arbeiten und Lernen hast, regst Du Dich über Deine kleinen Erfolge und verschmähst sie.
Und noch schlimmer willst Du, dass Deine
NachfolgerInnen für deinen "zu leichten"
Erfolg drangsaliert werden.
Es kommt auf das vermittelte Wissen und deren
Praxiseinsatz, sowie die Gesamtqualität des
fertigen Journalisten drauf an und nicht ob
man gut vom Prof fertiggemacht wurde.
Ziel ist die Qualifikationsvermittlung und
je beschwerdefreier das geht, desto besser, denn
umso mehr kann noch gelernt werden oder desto wahrscheinlicher eine erfolgreiche frühe Familiengründung oder desto höher die Nebenerwerbsverdienste usw. Davon hat die
Volkswirtschaft und das Gemeinwesen auch etwas davon!
Ehrlich so ein Kommentar verrät Blödheit
in Potenz!
13.03.2013 11:49 Uhr
von noch ein Student:
Was die "ehemalige Studentin" hier am 13.3. um 2:32 Uhr schreibt, ist eine glatte Lüge. Ich selbst war in dieser Zeit ebenfalls Student am Institut und habe bei Machill zwei Klausuren geschrieben (und andere Klausuren zur Vorbereitung gesehen): Es kam nie vor, dass nur Fragen aus seinen Werken dabei waren. Es war immer so, dass der behandelte Stoff breit abgefragt wurde.
Ich habe unter den Kommilitonen so manchen stöhnen hören, dass man bei Machill viel machen muss. Aber ich habe niemanden gehört (und auch selbst nie die Erfahrung gemacht), dass er unfair bewertet hätte oder irgendjemanden unfair behandelt hätte. Er ist anspruchsvoll und bei ihm kommt man nicht durch eine Klausur, indem man mal einen Nachmittag lang "lernt". Dafür hassen ihn so manche Studis. Aber ey... er ist mit Abstand der beste Prof an diesem Schlappi-Institut. Bei anderen Profs wie Steinmetz oder Lokatis habe ich für absolutes Nix-Tun immer noch ne Zwei bekommen. Total lächerlich. Und bei den Vorlesungen von ALLEN anderen Profs bin ich regelmäßig eingeschlafen. Machill ist der einzige mit exzellenter Lehre. Er lässt sich halt nicht verbiegen. Ich hoffe, dass er so weiter macht, denn ohne ihn wäre dieses Institut echt provinziell.
13.03.2013 02:32 Uhr
von ehemalige Studentin:
Ich hatte als Bachelor selbst Vorlesungen (2006-2009) bei Herrn Machill und auch bei Herrn Haller und kann die Darstellung nur bestätigen. Herr Machill führt in Leipzig eine Schreckensherrschaft, kann aber schalten und walten wie er will, weil er zu viel Macht hat.
Ein Professor, der statt Vorlesungsstoff ausnahmslos Kapitel eines seiner Werke abfragt (die nur bedingt mit dem Vorlesungsthema zu tun haben) und dann Studenten verklagt, die das Buch einscannen, weil es nicht genügend in der Bibo gibt, sind schon recht armselig. Genauso, seine wissenschaftlichen Mitarbeiter als Facebook-Spitzel zu missbrauchen. Es gibt viele dieser absurden Anekdötchen.
Und ich bin niemand, der bei ihm schlechte Noten kassiert hat - trotzdem finde ich, dass er das Institut kaputt macht. Schade für Leipzig.
12.03.2013 16:38 Uhr
von Spielt keine Rolle:
1.) Wenn die Journalismus-Ausbildung im Diplom so überwältigend Weltspitze war wie implizit angedeutet, dann verwirrt die Vermischung von persönlicher Meinung der Autorin und Fakten im Beitrag doch erheblich. Gerade Michael Haller hat da doch immer eine strikte Trennung angemahnt.
2.) Wenn die TAZ mal in die Tiefe recherchieren möchte, dann lässt sie sich mal die ersten Entwürfe für den Journalistik-Master sowie die Stellungnahmen der Akkreditierungsstelle zukommen. Der heutige Master ist ein Kompromiss, der durch fehlende Flexibilität bei der Umsetzung der Bologna-Kriterien zustande kam. Kein guter Kompromiss, wie der Beitrag ja anmerkt...
12.03.2013 15:15 Uhr
von Peter Gendler:
Hallo taz-Redakteure,
habt Ihr gesehen, dass der von Euch zitierte Michael Haller in Hamburg ein Konkurrenz-Angebot für Journalistik aufgebaut hat? Schaut doch mal bitte unter:
http://www.hamburgmediaschool.com/newsundpresse/pressemitteilungen/mitteilungen/2012/05/EMAJ_Start.php
Dort wird beschrieben, dass Haller nach seinem Abgang aus Leipzig offensichtlich in Hamburg einen neuen Journalistik-Master entwickelt hat.
Und wenn man jetzt noch mal Euren Artikel von Steffi Dobmeier durchliest, erkennt man, dass dies eine ziemlich perfide PR-Aktion von/für Michael Haller ist: Der alte Journalistik-Studiengang in Leipzig, bei dem er nun nicht mehr mitspielen darf, wird mies gemacht. Und wer nun nach Alternativen sucht.... na klar! Haller ist in Hamburg da.
Ich finde, dass Ihr Euch ganz schön habt reinlegen lassen. Unbezahlte Werbung für Haller halt...
12.03.2013 14:46 Uhr
von Anke:
Meine Güte, ist das peinlich: Da diktiert ein seit über zwei Jahren pensionierter Professor seiner ehemaligen Studentin, die mehrere Jahre lang bei ihm studiert hat, seine hasserfüllten Gedanken... - und die taz druckt das auch noch ab. Ich finde es ethisch höchst problematisch, dass Herrn Haller hier die Gelegenheit gegeben wird, seinen Nachfolger und jede Menge Studierende zu diskreditieren. Hier kann offensichtlich ein alter Mann nicht loslassen. Dieses Psychomuster (lieber den Nachfolger öffentlich runterputzen als einzugestehen, dass es auch ohne einen selbst geht) ist bei alten Männern ja bekannt. Aber als taz-Leserin fühle ich mich peinlich berührt, dass sich eine gute linke Tageszeitung dafür als Plattform hergibt. Liebe Frau Dobmeier, mit diesem Artikel erweisen Sie weder Ihrer Alma Mater noch sich selbst einen guten Dienst, denn der Artikel ist in meinen Augen handwerklich schlecht gemacht und ethisch bedenklich.
12.03.2013 10:32 Uhr
von Detlev:
Wer heute Journalistik studiert, sollte nicht die Absicht haben, auch als Journalist zu arbeiten. Andernfalls ist es was für Leute, die sich gene als 'Fakir' fühlen wollen: nackt und arm leben, kein Geld, viel Druck und das Nirwana suchen.
Perspektivloser kann ein Job nicht sein, zumal die 'erfolgreichen' Absolventen wahrscheinlich drei oder vier Jahre mit Praktika verbringen, bevor der erste Arbeitgeber 'zuschlägt'.
12.03.2013 09:19 Uhr
von ein_name:
ergänzend vielleicht dazu: Ein Mann, ein Buch (2010) von der SZ. http://www.sueddeutsche.de/karriere/universitaet-leipzig-ein-mann-ein-buch-1.1031195
12.03.2013 08:49 Uhr
von FaktenStattFiktion:
@Fred
Die Zahl entstammt einer unabhängigen Studie.
Sie können ja mal die FAZ und Welt auf konservative Artikel durchforsten. Nehmen Sie sich ruhig viel Zeit, es bleibt ohnehin nur Henryk M. Broder übrig.
Der Linksrutsch der CDU und SPD ist offenkundig und wir nicht einmal mehr von der taz geleugnet. Wenn die (ehemals) konservativen Blätter nun noch mehr Sozialismus einfordern, ist die Sachlage eindeutig.
12.03.2013 07:31 Uhr
von Frederic Helmgescheidt:
11.03.2013 23:38 Uhr
von FaktenStattFiktion:
"Eine Uni, welche bis 1989 ausschließlich SED-Popagandisten ausbildete soll also mit kaipum verändertem Personal 12 Jahre später "die besten Journalisten" ausgebildet haben."
Ja, warum nicht? Also ich komme in Leipzig selten, dazu an SED und Kommunismus denken zu müssen.
"Aber da über 70 Prozent der Journalisten Linksgrün sind, ist dies ohnehin egal."
Gehts noch? Schlag mal Focus, Bild, die Welt und FAZ auf. Da kannste mal sehen, wie Deutschland vor linksgrünen Journalisten nur so überflutet wird... Nicht mal der Leipziger Volkszeitung selbst, kann man dieses Etikett aufdrücken. Da wäre eher noch Platz nach oben.
11.03.2013 23:38 Uhr
von FaktenStattFiktion:
Eine Uni, welche bis 1989 ausschließlich SED-Popagandisten ausbildete soll also mit kaipum verändertem Personal 12 Jahre später "die besten Journalisten" ausgebildet haben.
Wurde statt an die "besten" vielleicht eher an "linkslastige" Journalisten gedacht ?
Aber da über 70 Prozent der Journalisten Linksgrün sind, ist dies ohnehin egal.
11.03.2013 23:10 Uhr
von beila beila beila:
Es gibt immer noch Top-Absolventen in Leipzig. Das liegt vor allem daran, dass sie schon als sehr gute Leute hingekommen sind. Wer vorher kaum Erfahrung hat, wird es im Volo schwer haben.
"Machill ist keiner, vor dem die Studenten Ehrfurcht haben – eher Angst." - das stimmt nur zum Teil. Leider ist es so, dass viele neue Studenten die Qualität des Studiums und v.a. die Qualitäten von Machill gar nicht richtig reflektieren. Das heißt: Sie finden Machill gut, weil sie nichts anderes kennen.
@biowurst:
das ist tatsächlich interessant. Weil es angeblich noch gar nicht entschieden ist:
http://www.uni-leipzig.de/journalistik/index.php?id=422
11.03.2013 21:11 Uhr
von joy:
Gibt es irgendwelche konkrete Beweise
für Hallers Können! Gibt es konkrete
Namen von Absolventen Hallers die für
Deutschland gravierende Skandale aufdeckten?
Form und Stil ist wichtig, aber Inhalte
sind entscheidend!
Der Sachsensumpf konnte jedenfalls lange
trotz Superjournalismusuni unbehelligt gedeihen!
Lehrte Herr Prof. Hallers auch, wie man die
Rolle als Vierte Gewalt im Staat brauchbar ausfüllt?
Da haben sicherlich andere Institute
eine viel glaubwürdigere Moral.
Mir ist gerade im Bereich Verbrechensanalyse
und krimineller Filz die Journalistengeneration
Hallers + Nachfolger blind und feige!
Journalisten sollten durchaus von
Kriminalistik, Wirtschaft, Volkswirtschaft,
Gesundheit, Bildung, Wissenschaft Ahnung haben, um eben auch pluralistische
und komplementäre Sichtweisen entwickeln zu können.
Bei den gravierenden Problemen der heutigen
Gesellschaft ist Schreibstil nicht entscheidend,
sondern professionelle Themenauseinandersetzung.
Ein Klima ständiger Ressentiments, Schmähungen
und versteckter Unkenrufe, Professorenmobbings
und Geldverknappung trägt sicherlich nicht
zur Entfaltung irgendeiner dortigen Persönlichkeit
bei!
Das Verhältnis von StudentInnen und ProfessorInnen
muss in quantitativer Hinsicht miserabel gewesen sein. Bei derartiger Überlastung des Lehrpersonals
ist an innovativer Schaffenskraft
und Vorzüglichkeit der Lehre kaum zu denken.
Kooperationen mit Instituten für
Verbrechensanalys, Risiko-und Konfliktforschung,
ethischen Fakultäten, Statistikinstituten
wären zwingend erforderlich!
Der Grund ist wohl weniger Haller, als eine
vorsätzliche Unterfinanzierung des Studiengangs
zur Marginalisierung neuer heranwachsender
Journalismusgenerationen von Seiten autoritärer
Bildungs-/Kultur- und Finanzministerien.
Schlechte Absolventen können weniger hart
die Politik angreifen, weil sie täglich um ihre
Existenz zu fürchten haben.
11.03.2013 20:05 Uhr
von biowurst:
Hinter vorgehaltener Hand?
Machill hat unlängst über den Verteiler die neue Journalistik-Broschüre verschickt (die übrigens Journalsitik-Student_innen im Rahmen eines Seminars erstellen müssen - was das mit journalistischer Praxis und Lehre zu tun hat, sollte mal laut gefragt werden!). Darin ein Organigramm, in dem ganz eindeutig sein langjähriger "Ziehsohn" auf dem Junior-Professor-Platz genannt steht.