Googles Datenbrille ist noch nicht fertig entwickelt und wirft schon Datenschutz-Sorgen auf. Schließlich kann man damit unauffällig filmen und fotografieren.
Das gibt es alles längst. Es gibt Kamerabrillen, es gibt Helmbrillen, es gibt Autofahrer die jede Fahrt mitfilmen, usw usw..
Neu an der Google Brille ist lediglich der direkt Anschluss ans Netz.
Zu glauben man könne das verbieten oder zurück drehen ist naiv.
Deshalb brauchen wir natürlich auch einen ganz neuen Ansatz für den Datenschutz.
Und es sollte einem auch klar sein, das müsste ja alles irgendwer auswerten. Wenn ich am Sexshop vorbeilaufe und gefilmt werden (was für mich jetzt irgendwie eh kein Problem wäre, selbst wenn ich da rauskomme, es ist doch nicht verboten in den Sexshop zu gehen und meine Frau freut sich vielleicht auf die Mitbringsel) je mehr Milliarden Videos im Web stehen desto unwahrscheinlicher ist es ja auch, dass irgendwer mir bekanntes das sieht.
Problematisch wöre hier in der Tat die Facebook Gesichtserkennung die das Video dann ohme mein Wissen und ohne meine Kenntnis automatisch mit meinem Profil verknüpft.
12.03.2013 15:26 Uhr
von Patrick:
Ja, so sieht die Zukunft aus: GESTAPO, Stasi und Co. adee; bald gibt's den Überwachungsstaat zum selber Machen - und alle finden's auch noch klasse. Nur dass es nicht mehr der Staat sein wird, der alles über unser Leben wissen will, sondern Google, Facebook und Konsorten.
@Meine Vorredner: Ich sage euch, wo das Problem liegt: Eure Daten liegen schlicht nicht mehr in eurer Hand und jeder kann, wenn's richtig krass wird, Informationen über euch verbreiten, die ihr lieber geheim gehalten hättet, einfach indem er euch nur ansieht!
Auch gefährliche Gerüchte und Falschassoziationen landen in Sekundenschnelle im Internet. Stellt euch nur mal vor, ihr lauft eine Straße entlang, an der sich zufällig auch ein Sex-Shop o.ä. befindet (gibt's ja heute überall) - und gerade dann läuft jemand mit Google-Brille euch über'n Weg der - einfach weil er's kann oder toll findet - das Ding auch ständig an hat. Der Weg zu Facebook ist nicht weit...
Außerdem sollte man bedenken, wie lange es wohl so bleiben wird, dass die eingebaute Kamera nur auf Kommando aufnimmt - und wie wollt ihr das überhaupt feststellen? Wo viele Daten sind, sind auch Begehrlichkeiten; glaubt ihr, Unternehmen wie die oben genannten lassen es sich entgehen, euer ganzes Leben aus erster Hand mitzuschneiden, wenn sie es können? Und so erwischen sie sogar Menschen, die gar nicht zu ihren Nutzern gehören und es vielleicht sogar explizit nicht sein wollen!
Müssen wir demnächst dann alle einen Anstecker tragen, der signalisiert, dass wir nicht gefilmt werden wollen? Und wird man dadurch stigmatisiert oder beachtet man ihn überhaupt?
Selbst wenn es diese Brillen-Kameras bereits gibt oder "ein Journalist das auch gemacht" hat. Als Massen-Phänomen und jederzeit verfügbar, wird es mehr als gefährlich. Auch wenn der Komfort und die Möglichkeiten zugegeben sehr verlockend sind.
12.03.2013 11:03 Uhr
von FaktenStattFiktion:
Wo ist das Problem? Ein Journalist hat doch auch angeblich hunderte von Konzerten besucht und dabei hemmungslos Videos gedreht.
Das kann also so verwerflich nicht sein, liebe taz.
12.03.2013 11:00 Uhr
von me.toString:
Was machen die denn für ein riesen Aufriss, wegen der Kamerafunktion in der Brille? Das gibt es doch schon lange (einfach mal nach "Kamera in Brille" suchen) ... die sehen zwar nicht so stylisch aus wie die Brille von Google, aber haben aus datenschutztechnischen Gründen das gleiche Problem. Bis jetzt war das allen egal ... aber nun macht es Google und alle schreien auf ... *kopfschüttel*
Leserkommentare
12.03.2013 17:23 Uhr
von MattF:
Sehe ich wie me.toString.
Das gibt es alles längst. Es gibt Kamerabrillen, es gibt Helmbrillen, es gibt Autofahrer die jede Fahrt mitfilmen, usw usw..
Neu an der Google Brille ist lediglich der direkt Anschluss ans Netz.
Zu glauben man könne das verbieten oder zurück drehen ist naiv.
Deshalb brauchen wir natürlich auch einen ganz neuen Ansatz für den Datenschutz.
Und es sollte einem auch klar sein, das müsste ja alles irgendwer auswerten. Wenn ich am Sexshop vorbeilaufe und gefilmt werden (was für mich jetzt irgendwie eh kein Problem wäre, selbst wenn ich da rauskomme, es ist doch nicht verboten in den Sexshop zu gehen und meine Frau freut sich vielleicht auf die Mitbringsel) je mehr Milliarden Videos im Web stehen desto unwahrscheinlicher ist es ja auch, dass irgendwer mir bekanntes das sieht.
Problematisch wöre hier in der Tat die Facebook Gesichtserkennung die das Video dann ohme mein Wissen und ohne meine Kenntnis automatisch mit meinem Profil verknüpft.
12.03.2013 15:26 Uhr
von Patrick:
Ja, so sieht die Zukunft aus: GESTAPO, Stasi und Co. adee; bald gibt's den Überwachungsstaat zum selber Machen - und alle finden's auch noch klasse.
Nur dass es nicht mehr der Staat sein wird, der alles über unser Leben wissen will, sondern Google, Facebook und Konsorten.
@Meine Vorredner:
Ich sage euch, wo das Problem liegt: Eure Daten liegen schlicht nicht mehr in eurer Hand und jeder kann, wenn's richtig krass wird, Informationen über euch verbreiten, die ihr lieber geheim gehalten hättet, einfach indem er euch nur ansieht!
Auch gefährliche Gerüchte und Falschassoziationen landen in Sekundenschnelle im Internet. Stellt euch nur mal vor, ihr lauft eine Straße entlang, an der sich zufällig auch ein Sex-Shop o.ä. befindet (gibt's ja heute überall) - und gerade dann läuft jemand mit Google-Brille euch über'n Weg der - einfach weil er's kann oder toll findet - das Ding auch ständig an hat. Der Weg zu Facebook ist nicht weit...
Außerdem sollte man bedenken, wie lange es wohl so bleiben wird, dass die eingebaute Kamera nur auf Kommando aufnimmt - und wie wollt ihr das überhaupt feststellen? Wo viele Daten sind, sind auch Begehrlichkeiten; glaubt ihr, Unternehmen wie die oben genannten lassen es sich entgehen, euer ganzes Leben aus erster Hand mitzuschneiden, wenn sie es können? Und so erwischen sie sogar Menschen, die gar nicht zu ihren Nutzern gehören und es vielleicht sogar explizit nicht sein wollen!
Müssen wir demnächst dann alle einen Anstecker tragen, der signalisiert, dass wir nicht gefilmt werden wollen? Und wird man dadurch stigmatisiert oder beachtet man ihn überhaupt?
Selbst wenn es diese Brillen-Kameras bereits gibt oder "ein Journalist das auch gemacht" hat. Als Massen-Phänomen und jederzeit verfügbar, wird es mehr als gefährlich. Auch wenn der Komfort und die Möglichkeiten zugegeben sehr verlockend sind.
12.03.2013 11:03 Uhr
von FaktenStattFiktion:
Wo ist das Problem? Ein Journalist hat doch auch angeblich hunderte von Konzerten besucht und dabei hemmungslos Videos gedreht.
Das kann also so verwerflich nicht sein, liebe taz.
12.03.2013 11:00 Uhr
von me.toString:
Was machen die denn für ein riesen Aufriss, wegen der Kamerafunktion in der Brille? Das gibt es doch schon lange (einfach mal nach "Kamera in Brille" suchen) ... die sehen zwar nicht so stylisch aus wie die Brille von Google, aber haben aus datenschutztechnischen Gründen das gleiche Problem.
Bis jetzt war das allen egal ... aber nun macht es Google und alle schreien auf ... *kopfschüttel*