• 14.03.2013

Parawissenschaften als Studienfach

Die Zauberschule an der Oder

Vom Hellsehen bis zur Homöopathie: Die Universität Viadrina in Frankfurt macht sich mit einem obskuren, privat finanzierten Institut lächerlich.von Bernd Kramer

  • 23.03.2013 09:40 Uhr

    von excanwahn:

    Sagen Sie, Häretiker, reicht es nicht, wenn Sie sich selbst für dumm verkaufen? Ihre Antworten sind ja fast schon zum fremdschämen.

  • 22.03.2013 18:52 Uhr

    von Häretiker:

    @excanwahn

    Na klar, sie sprachen ja "nur" von "SCheiss-Idee", was ja ein himmelweiter Unterschied ist. Leider heucheln sie ganz schlecht, nichts von Goebbels Nazi-Vergangenheit zu wissen, womit der Rest ihres Gequakes dann auch schon hinfällig geworden ist. Mit Heuchlern diskutiere ich im Allgemeinen nicht. Schon gar nicht mit so planlosen wie ihnen.

  • 22.03.2013 16:46 Uhr

    von Peter:

    Ich dachte ja es handelt sich um die 3-Sat Dokumentation über Homöopathie von gestern, stattdessen eine Doku über Indien von !!1988.
    Naja egal, der link zur 3-Sat-Doku ist folgender.
    http://www.3sat.de/mediathek/index.php?display=1&mode=play&obj=35076

  • 22.03.2013 12:03 Uhr

    von excanwahn:

    @ Häretiker, Beitrag 21.03.2013 20:28 Uhr

    Texte lesen, verstehen und korrekt zitieren ist so recht Ihr Ding nicht, was?

    Wo finden Sie den einen Nazi-Vergleich im Sinne Godwin´s Law? Das müssen Sie mal genauer darstellen. An welcher Stelle konnten Sie in meinen Beiträgen das Wort „Scheißdreck“ lesen? Auch das müssen Sie noch mal präzisieren.
    Und was meinen Gestus angeht: Den in beleidigender Weise ausgestreckten Mittelfinger der rechten Hand, den können Sie doch überhaupt nicht sehen. Was reden Sie da also?

    Aber wir waren bei mangelndem Sachverstand, Häretiker, denn auch die Sache mit des versteinerten Rudis Erfindungen haben Sie so ganz richtig nicht in Erinnerung.

    Ganz abgesehen davon, dass der Rudi nichts erfunden sondern nur phantasiert hat, das aber dafür umso gründlicher, hat nämlich Hobbygärtner Steiner nicht die biologische Landwirtschaft eingeführt, sondern allenfalls die biologisch-dynamische, was nichts anderes heißt, als dass er die Agrarwissenschaften um geisteswissenschaftliche Dimensionen, also um Erzengel und ihren Widersachern sowie zahlreiche Naturgeister und Dämonen, erweitert hat. Selbstverständlich nach der Lektüre in den Akasha-Chroniken. Die haben ihm auch so etwas verraten:

    „Also sehen Sie, während wir beim Menschen vom Bauch zum Kopfe gehen müssen, von unten herauf, müssen wir bei der Pflanze den umgekehrten Weg machen. Die Wurzel der Pflanze ist mit dem Kopf verwandt. Wenn wir das bedenken, wird uns gewissermaßen ein Licht aufgehen über die Bedeutung der Wurzel. Denn die Kartoffel, die hat Knollen; das ist etwas, was nicht ganz Wurzel geworden ist. Man ißt also, wenn man viel Kartoffel ißt, vorzugsweise Pflanzen, die nicht ganz Wurzel geworden sind. Wenn man sich also beschränkt auf das Kartoffelessen und zuviel Kartoffeln ißt, kriegt man nicht genug in den Kopf hinein. Es bleibt unten im Verdauungstrakt. So daß es also so ist, daß mit dem Kartoffelessen die Menschen in Europa ihren Kopf, ihr Gehirn vernachlässigt haben. Diesen Zusammenhang sieht man erst, wenn man Geisteswissenschaft treibt. Da sagt man sich: Seit Europa diese Kartoffelnahrung immer mehr und mehr überhand genommen hat, seit der Zeit ist der Kopf des Menschen unfähiger geworden.“

    Wir sehen also, dass der Untergang des Abendlandes oder zumindest das schlechte Abschneiden in Pisa-Studien - zu verhindern ist, wenn man den Kartoffelverzehr strengen Reglementierungen unterwirft, besser noch unter Strafe stellt.

    Aber ich glaube, wir kommen mit dem Versteinerten vom Thema „IntraG“ ab, zumal der sonst keineswegs dem Okkulten abgeneigte Harry „The Magician“ Walach mit dem Rudi nicht allzu viele Berührungspunkte hat.

    Was aber das verlinkte Video angeht, Häretiker, da haben Sie mich ganz schön verunsichert. Nicht so, wie Sie hoffen. Nein, das nicht. Nur hätte ich es niemals für möglich gehalten, dass sich heute, im Jahr 2013, noch jemand von den billigen Tricks der indischen Fakire beeindrucken lässt. Niemals.

    Aber möglicherweise hatte abgedrehte Rudi mit seiner Kartoffel-Theorie doch mal ´nen Treffer.

  • 22.03.2013 08:58 Uhr

    von Peter:

    @Häretiker:
    Es geht doch nicht um die Nebenwirkungen sondern um die Wirkung.
    Im Fall der Studie um die Lungenfunktion.
    Und die wurde nur beim Medikament besser.
    Die Akupunktierten bzw. homöopatisch behandelten FÜHLTEN sich besser, hatten aber dieselbe schleche Lungenfunktion wie vorher bzw. wie der unbehandelte.
    Das kann man doch einfach mal zur Kenntniss nehmen.
    Die Alternativen führten nur gefühlt zu einer besseren Lungenfunktion.
    Und DAS ist keine Heilung sondern rumdoktoren an den Symptomen.

    Was soll ein ethischer handelnder Arzt jetzt machen?
    A: Ich geb ihnen was wo sie sich besser fühlen, auch wenn die Lungenfunktion sich nicht verändert.

    B: Ich gebe ihnen etwas was bei vielen Leuten die Lungenfunktion verbessert UND wo sie sich besser fühlen, mit eventuellen Nebenwirkungen.

    Ein Homöopath kann und darf mir eh nur A geben, ein Arzt mit homöopatischer Zusatzausbildung kann mir jedenfalls die Alternativen aufzeigen und A auch noch verschreiben wenn ich das Pech haben sollte das B nicht wirkt.

    PS: Mich jetzt als Träumer zu beschimpfen soll mich jetzt von ihrer Sichtweise überzeugen?

  • 21.03.2013 20:28 Uhr

    von Häretiker:

    @excanwahn

    Ihr Stil spottet tatsächlich jeder Beschreibung, ihre Argumentation ist von Verschwörungstheorien durchsetzter "Scheissdreck" - um sie mal zu zitieren, ihre Goebbelsvergleiche ein Paradebeispiel für Godwins Law, ihr aggressiver Gestus illustriert lediglich ihre Mischung aus gefährlichem Halbwissen und aufkommender Panik.

    Rudolf Steiner Werk bietet hinreichend Anlass zu einem kritischen Umgang, allerdings hat er unter anderem auch die biologische Landwirtschaft eingeführt. Eine Wirtschaftsweise von deren Erzeugnissen heute viele Menschen gerne profitieren.

    Ein Wesensmerkmal dieser Wirtschaftweise ist die Einbeziehung des Mondkalenders. Dafür wurden die ersten "Bio-Bauern" anfangs mit hämischen Gespött überhäuft, wenn sie z.B. die Kohlernte nur bei Neumond vornahmen. Es zeigte sich allerdings, daß der Kohl sich so wesentlich länger lagern liess bevor die Fäulnis einsetzte. Erst Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre konnte der Einfluss des Mondes auf das Grundwasser nachgewiesen werden. Vollmond hebt den Grundwasserspiegel an, und auch in den Pflanzen befindet sich entsprechend mehr Wasser. Bei Neumond steht das Grundasser entsprechend niedriger und auch der Wassergehalt der Pflanzen ist reduziert. Geringerer Wassergehalt bedeutet weniger Pilzbefall und später einsetzende Fäule. Nachdem diese Zusammenhänge mit Hilfe der Wissenschaft geklärt waren, spottete niemand mehr. Den Bio-Bauern hatten gründliche und genaue Beobachtung der Natur gereicht - einen "wissenschaftlich hieb- und stichfesten" Nachweis brauchten sie nicht. Sie verliessen sich auf ihr "Wissen".

    Dieses Beispiel beschreibt ganz gut, wie man sich in der Welt zurechtfinden kann. Entweder mit einem Notizblock, offenen Augen und einem offenen Geist, der beobachtet was passiert - oder mit einem dicken Buch, das bereits andere geschrieben haben, zugekniffenen Augen und einem gebetsmühlenartigen "Das geht nicht - sonst stünde es ja schon hier drin!" auf den Lippen.

    Eins noch, excanwahn: Schauen sie sich um Himmels wWillen nicht den 3sat-Bericht ( http://www.youtube.com/watch?v=FXOgWXSjrKo) an! Der ist nicht für Leute wie sie gemacht! Ich will jedenfalls nicht Schuld sein, wenn ihre ganze heile Kindergartenwelt der wunderbaren Wissenschaft krachend in sich zusammenfällt.

  • 21.03.2013 20:28 Uhr

    von Chris Hawel:

    Liebe taz, sehr geehrter Hr. Kramer, vielen Dank für den interessanten und informativen Artikel. Bitte nicht vom Shitstorm einschüchtern lassen. Es wäre gut, mehr kritische Artikel von diesem Format in der taz zu lesen. Z.B. auch mal gerne über das Weltbild der Anthroposophen.

    Liebe Mitleser, es ist doch prinzipiell gut, bei kontroversen Themen auch mal die zur eigenen Meinung konträre Meinung präsentiert zu bekommen. Was man davon hält, bleibt einem selber überlassen. Es wird immer Mitmenschen geben, die nicht die eigene Meinung teilen. Und das ist im Sinne des Meinungspluralismus auch gut so. Schwierig wird es dann nur dort wo es um Tatsachenbehauptungen geht.

    Der der eine (nicht trivial nachprüfbare) Existenzaussage macht, ist auch in der Pflicht, den emprischen Nachweis dafür zu liefern (weil der Nachweis der Nicht-Existenz empirisch meistens nicht möglich ist). Ungewöhnliche Behauptungen erfordern damit besonders gute Belege. Und genau daran scheitern viele "Alternativ"medizinische Verfahren, die meist keinen qualitativen Mehrwert gegenüber Placebo belegen können.

    Es ist allerdings auch unlauter, alle Alternativmedizinischen Verfahren a priori in einen Topf zu werfen. Damit tut man denen Unrecht, für die es anerkannte Wirkbelege gibt.

  • 21.03.2013 19:56 Uhr

    von Häretiker:

    @Peter

    Ich bin kein Arzt.

    Das in ihrem Beispiel angegebene Mittel heisst "Albuterol". Der Wirkstoff ist Salbutamol. Die Nebenwirkungen von Salbutamol sind unter anderem
    - Übelkeit, Nervosität, "Unruhe"
    - Schwindel
    - Tremor (d.h. Verlust der Muskelkontrolle, willkürliches Zucken und "Zittern")
    - Herzklopfen und erhöhte Herzfrequenz bis hin zur "Tachykardie" (Herzrasen)
    - Nasenbluten
    - Entzündungen des Rachenraumes

    Diese Nebenwirkungen sind durch klinische Studien belegt. Insbesondere "bei Herzproblemen ist der Gebrauch kontraindiziert. Ein übermäßiger Gebrauch bei Herzproblemen hat Studien zufolge eine schädliche Wirkung auf das Herz."

    Und welche dieser Nebenwirkungen treten auch bei Behandlung mit homöopathischen Mitteln oder Akupunktur auf?

    Das untersuchte Krankheitsbild Asthma kann sehr unterschiedliche Ursachen haben, im wesentlichen differenziert die medizinische Literatur zwischen allerigschem und nicht-allerigschem Asthma. Letzteres kann eine Vielzahl von Ursachen haben:
    - Infektionen (meist der Atemwege),
    - Medikamentenunverträglichkeit (sog. "Analgetika-Asthma"; eine pseudoallergische Reaktion auf z.B. bestimmte gruppen von Schmerzmitteln)
    - Einwirkung von toxischen (giftigen) oder irritierenden Stoffen (Lösungsmittel, kalte Luft, Zusatzstoffe und anderem)
    - besondere körperliche Anstrengung,
    - Refluxerkrankung (Rückfluss von Magensäure)

    Manche Zusammenhänge und weitere Ursachen sind derzeit noch nicht geklärt.

    Welche Gruppe von Asthmatikern wurde hier eigentlich untersucht? Ok, spielt für eine Behandlung mit der chemischen Keule wahrscheinlich keine Rolle. Selektivere Methoden verlangen aber unter Umständen ein differenziertes Herangehen an den einzelnen Patienten.

    Unterm Strich bleibt, daß die Studie typisch für die Herangehensweise der "Schulmedizin" ist. Die Patienten werden nur anhand des aktuellen Krankheitsbildes erfasst, Ursachen spielen keine Rolle. Dann wird der Effekt eines synthetischen Hammers mit der einer biologischen Nadel und eines natürlich gewonnenen Pulvers verglichen. Der Hammer hinterläßt dabei "die größte Delle" - was für ein bahnbrechender Befund! Blöd nur, wenn sie was mit dem Herzen haben. Die Aussicht mit gegenüber den anderen Behandlungsmethoden in der Heilung eventuell geringfügig vorangeschrittenen Lungenbläschen beerdigt zu werden ist wenig tröstlich. Zumindest für die meisten.

    Und Sie glauben wirklich, das alles wäre nicht die Konsequenz knallharter Berechnung sondern "reine Wissenschaft", obwohl diejenigen, die später am Chemie-Präparat Milliarden verdienen dieselben sind, die solche Studien konzipieren und finanzieren?

    Träumen Sie weiter. Aber bitte nicht so laut.

  • 21.03.2013 11:39 Uhr

    von Peter:

    @Häretiker:
    'Es heisst, dass ENTWEDER der vermutete Effekt nicht eintritt, weil er nicht existiert ODER weil meine Versuchsanordnung fehlerhaft ist, weil meine vermutete Art des Nachweises nicht zielführend ist, weil meine Instrumente und Methoden nicht adäquat gewählt wurden.'

    Man sollte doch aber erwarten können das diejenigen die einen Heilungserfolg postulieren (und bezahlt haben wollen) diesen auch nachweisen können.
    Und da der menschliche Körper sich glücklicherweise auch sehr gut selber heilen kann hat sich in der Medizin der Doppelblindtest etabliert, sprich weder Patient noch Behandelnder wissen während der Behandlung ob mit Medikament oder Placebo behandelt wird, weil die eigene Erwartung des Patienten und des Beobachters die Wahrnehmung beeinflusst.

    Interessant finde ich z.B. das hier:http://theness.com/neurologicablog/index.php/the-rise-and-fall-of-placebo-medicine/
    Asthmabehandlung mit Medikament, Placebo, Akupunktur und Nichtbehandlung als Kontrolle.
    Medikament, Placebo und Akupunktur fühlen sich alle deutlich besser als Nichtbehandlung.
    Leider hat nur das Medikament eine objektive Wirkung auf die die messbare Lungenfunktion.
    So schön das auch ist das sich die Akupunktierten besser fühlen, Heilung ist das nicht.

  • 20.03.2013 17:57 Uhr

    von excanwahn:

    @ Jörg Gehlen Beitrag vom 19.03.2013 08:09

    Wie Sie bereits schrieben: Jedem seine Meinung!

    Das soll auch so bleiben, Herr Gehlen, allerdings pflege bei diesem Imperativ regelmäßig eine Bitte gen übermenschliches Artefakt zu senden: „Herr, wenn es denn nicht zu viel verlangt ist, sorge - neben Meinung - auch für ein wenig Ahnung; und sei es nur, Herr, um Hinz und Kunz in die Lage zu versetzen, Wahn von Witz zu unterscheiden oder meinethalben Sinn von Un-! Und, Herr, das ist eine berechtigte Bitte!“

    Deshalb ist Ihre Annahme, ich wolle Sie möglicherweise von der Unsinnigkeit der Homöopathie überzeugen, völlig abwegig. Ich käme niemals auf die Idee, Sie überzeugen zu wollen. Niemals, nie nicht! Ganz nebenher ist es auch eine Scheiß-Idee, anzunehmen, man könne Gläubige vom Glauben abbringen. Die zweite Scheiß-Idee ist es, so etwas dann tatsächlich zu versuchen. In Deutschland funktioniert der Wechsel von Überzeugungen durch die Anerkennung besser Argumente schon lange nicht mehr - zumindest nicht unter den Anhängern der Alternativ-Heilerei.

    Nein, Herr Gehlen, es geht vielmehr darum, Beiträge für den nicht mitschreibenden Leser angemessen zu kolorieren. Ab er das wissen Sie doch auch, oder?

    Wie kämen Sie sonst auf den Gedanken, meinen eigentlich ganz harmlosen Kommentar - der sich in erster Linie auf Ihre zeitlichen Versäumnisse im Zusammenhang mit der Entwicklung des Diskurses zur Homöopathie bezog - als „Hasstirade“ zu bezeichnen, angesichts der mit diesem Begriff üblicherweise verbundenen Konnotationen?

    Ich mein`, guter Mann, Goebels hat Hasstiraden ins Mikrophon gekreischt, und wenn Sie ein paar aktuellere Beispiele lesen oder hören wollen, dann schauen Sie mal bei Kreuz.net nach oder gönnen Sie sich einen netten Abend mit Salafisten, wahlweise mit ein paar supranasal schlecht ausgestatteten Glatzenträgern.

    Hasstiraden! Wobei, Herr Gehlen, es schon interessant zu wissen wäre, ob Sie so ein Vokabular immer verwenden, wenn Sie „sachliche“ Diskussionen führen; und zu was Sie sich ggf. hinreißen lassen, wenn Sie mal unsachlich sind?

    Was ich nicht verstanden habe, ist der Sinn des Abschlusssatzes Ihres Beitrags: Glauben Sie wirklich, bezüglich der Sinnhaftigkeit der Homöopathie würde noch Forschungsbedarf existieren? Die Diskussion ist doch - zumindest unter ernstzunehmenden Wissenschaftlern - längst erledigt, das haben Sie bloß nicht mitbekommen.


    Die Entscheidung Homöoptahie Ja oder Nein, ist keine wissenschaftliche mehr. Sie und ich, wir sind das Zünglein an der Waage, der Daumen, der nach oben oder nach unten zeigt. Das zeigt schon das einzige Argument, was man derzeit aus alternativen Kreisen hört: „Scheiß egal, was die Studien sagen, der Patient will seine Globuli!
    (Na ja, nicht jeder. Deshalb gibt´s ja auch Stress in solchen Foren wie diesem hier.)

    Insgesamt ist die Alternativmedizin kein naturwissenschaftliches sondern ein soziologisches Phänomen. Die soziale Evidenz hat die wissenschaftliche längst abgelöst.

    Was allerdings auch nicht wundert. Ist doch beispielweise die Reanimation des Schwachsinns auf Zucker nicht wissenschaftlicher Neugier zu verdanken, sondern das bedauerliche Ergebnis skrupelloser politischer Lobbyarbeit der Anthroposophen, die in den 1970er Jahren, als man in Deutschland, u.a. wegen der Contergan-Katastrophe, den Arzneimittelmarkt neu regeln wollte, mit einer auch heute noch erstaunenden Dreistigkeit den Coup durchgezogen haben, der ihren Spagyrik-Humbug vor jedweder wissenschaftlichen Begutachtung schützen sollte - nämlich die Einführung der Ausnahmeregelungen für die „Arzneimittel der besondere Therapierichtungen“.

    Was haben die Versteinerten aus Herdecke damals für Märchen erzählt. Da haben sich die Balken gebogen! Von angeblich notwendigem Wissenschafts- und Methodenpluralismus, der Einschränkung der Therapiefreiheit, und dem drohenden Verlust solch´ wesentlicher Arzneien wie beispielweise Anus bovi oder Meteoreisen-Globuli.

    Und weil die große deutsche Doppelnull "Rudi der Versteinerte", schon zu Lebzeiten die Homöopathie - wohl vor allem deswegen, weil sie in ihrer Abwegigkeit seinem von der Ignoranz der Realität geprägtem Weltbild in nichts nachstand - adoptiert hatte, erlebte auch des Samuels Wahnvorstellung eine politisch generierte Renaissance - und damit ein zusätzliches halbes Jahrhundert Existenz ohne Wirksamkeitsbeleg.

    Allerdings sind mir dem Zeitgeist abgerungene Entscheidungen inkompetenter Politiker ein wenig zu wenig, um damit Patientenverarsche en gros zu rechtfertigen.

    Die Forschung hat ihren Job erledigt und sich gegen die Homöopathie ausgesprochen. Jetzt bedarf es der gesellschaftlichen Umsetzung. Und die beginnt unter anderem damit, den Leuten zu zeigen, dass der homöopathische Kaiser nackt ist. Auch wenn die Anhängerschaft gerade die neue Kollektion lobt.

  • 19.03.2013 08:09 Uhr

    von Jörg Gehlen:

    @ excanwahn
    Wie ich bereits schrieb: Jedem seine Meinung! Ich werde Sie genauso wenig überzeugen können wie sie mich. Allerdings finde ich die Art Ihrer Formulierung - auch in Richtung auf meine Person - in Bezug auf die Netiquette schon ziemlich grenzwertig. Ich keile auch nicht aus, sondern habe lediglich versucht, Ihnen sachlich meine Argumente nahe zu bringen.

    So, nun sollte es genug sein. Weitere Exkurse über die Sinnhaftigkeit der Homöopathie sollten wir lieber der Forschung überlassen.

  • 19.03.2013 08:04 Uhr

    von Häretiker:

    @petronius"

    --- "Nur weil ich einen Effekt nicht oder mit bestehenden Methoden noch nicht messen kann, heißt es ja nicht, dass es keinen Effekt gibt"

    doch - genau das heißt es! ---

    Nein, heisst es eben nicht.

    Es heisst, dass ENTWEDER der vermutete Effekt nicht eintritt, weil er nicht existiert ODER weil meine Versuchsanordnung fehlerhaft ist, weil meine vermutete Art des Nachweises nicht zielführend ist, weil meine Instrumente und Methoden nicht adäquat gewählt wurden.

    Spätestens seit Einstein wissen wir, daß "Materie" und "Energie" sich nur durch unsere Wahrnehmung voneinander unterscheiden. Und wie ist das im Falle der naturwissenschaftlichen Erklärung des Lichtes gelaufen? Jahrhundertelang kämpften Anhänger der Wellentheorie mit denen, die Licht als Teilchen begriffen und jede Seite hatte ihre "naturwissenschaftlich unangreifbaren" Experimente und Beweise. Obwohl sich nach den Regeln der geltenden Wissenschaft beides eigentlich gegenseitig ausschliesst, kapitulierte man schliesslich vor der Realität und vereinbarte, beides zuzulassen - um das Theoriegebäude der "Wissenschaft" als solches nicht zu gefährden. Licht ist heute also einfach beides: Welle UND Teilchen, "je nach Aspekt, den man betrachtet". Das ist zwar schizophren, rettet aber den Allgemeingültigkeitsanspruch der "Wissenschaft". Als Anhänger der GWUP müsste man konsequenterweise die Existenz von Licht grundlegend besteiten und die Bevölkerung auffordern, sich selbst die Augen auszustechen, um nicht einer "unwissenschaftlichen Sinnestäuschung" zu erliegen. Schönen Dank auch.

    Ich bin sicher kein Anhänger von Okkultismus und Mystizismus. Aber wie diese Hindu-Fakire es hinkriegen, sich Eisenspiesse von 30 bis 40 cm Länge und ein bis zwei Millimeter Durchmesser durch Zunge, Wangen, sogar den Mundboden zu stossen, sich selbst ein Stück Zunge abzuschneiden und wieder anzufügen, ohne dass irgendwelche sichtbaren Narben zurückbleiben, ohne dass auch nur Blut fliesst, das würde mich schon mal interessieren.

    Ausschnitte aus einer 3sat-Dokumentation: http://www.youtube.com/watch?v=FXOgWXSjrKo

    Wer auf solche Fragen eine schulmedizinische Antwort weiss, der darf dann auch mal was zum vergleichsweise kleinen Problem der angeblichen Wirkungslosigkeit der Homöopathie was erzählen.

  • 18.03.2013 21:53 Uhr

    von Mau:

    Nice troll article!

  • 18.03.2013 12:48 Uhr

    von excanwahn:

    @ Jörg Gehlen

    Nichts für ungut, Herr Gehlen, aber Ihrer Reaktion auf meine Antwort zu Ihrem Beitrag spricht für sich selbst.

    Aber ich verstehe Sie schon. Es macht eben keinen Spass, wenn es sich immer deutlicher zeigt, dass man sich über Jahre hat für dumm verkaufen lassen.
    Da keilt man auch schon mal ad hominem aus, was?

  • 18.03.2013 11:41 Uhr

    von petronius:

    an miamia:

    "Vielleicht ergibt sich nun eine Erklärung zum Verhalten der Uni? Vermuten tu ich’s. Interessieren würde es mich"

    die wurde im artikel mehr als nur angedeutet. lesen und zur kenntnis nehmen müssen sie es schon selber

  • 18.03.2013 11:37 Uhr

    von petronius:

    an "Wissenschaftliches Denken"

    bitte schmücken sie sich nicht mit fremden federn (als hätten sie ahnung von wissenschaftlichem denken)

    "Nur weil ich einen Effekt nicht oder mit bestehenden Methoden noch nicht messen kann, heißt es ja nicht, dass es keinen Effekt gibt"

    doch - genau das heißt es!

    effekte zeichnen sich durch wahrnehmbarkeit aus. das unterscheidet sie von wunschträumen

  • 18.03.2013 11:34 Uhr

    von petronius:

    "Und natürlich lässt sich deren Wirksamkeit nicht durch die Methoden der akademischen Wissenschaft beweisen, denn die sind ja extra zu dem Zweck designt worden, vor echtem Erkenntniszuwachs zu schützen"

    unsere tägliche verschwörungstheorie gib uns heute...

    ach undine, setzen sie ihren aluhut auf und lassen sich durch nichts "von Heilung durch energetische Therapien abhalten"...

    vielleicht klappts ja auch mal mit der lichtnahrung, oder die kleinen grünen männchen entführen sie ins feinstoffliche elysium

  • 18.03.2013 09:03 Uhr

    von Skeptikerin:

    @ Frau HOchmuth
    Liebe Frau Hochmuth, es gibt nicht eine "allgemein anerkannte Wissenschaft" und dann noch eine andere. Es gibt nur eine einzige Wissenschaft, und die funktioniert so:

    1. Man vermutet etwas.
    2. Man stellt eine Hypothese auf.
    3. Man prüft diese Hypothese objektiv.

    Objektiv ist hier das Schlüsselwort. Es bedeutet nämlich, dass man genauso andere Möglichkeiten in Betracht zieht. Es bedeutet, dass man seine Hypothese so testet, dass auch herauskommen kann, dass sie falsch ist. Es bedeutet, dass man seinen Versuchsaufbau nachvollziehbar dokumentiert, damit andere Wissenschaftler das Ganze nachmachen können. Wenn eine Hypothese auf diese Weise mehrfach überprüft wurde, gilt sie als gut bewährt und damit vorläufig als angenommen.
    Das ist nämlich auch ein Kennzeichen von Wissenschaft: Sie entwickelt sich weiter. Sie lässt andere Meinungen zu. Sie überprüft ständig, ob die gegenwärtigen Ansichten tatsächlich zutreffen oder ob sich durch neue Erkenntnisse nicht etwas verbessern lässt. Aber eben Erkenntnisse. Und nicht wolkige Behauptungen.

    Wenn man diese Maßstäbe anlegt, gibt es für Homöopathie genausowenig Evidenz wie für Astrologie.

  • 18.03.2013 08:12 Uhr

    von Jörg Gehlen:

    @ excanwahn

    Nichts für ungut, aber Ihre Hasstiraden sind für eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema wenig hilfreich.

  • 18.03.2013 00:03 Uhr

    von clara fall:

    http://humansnatures.wordpress.com/2013/03/17/die-zauberschule-an-der-oder-ein-kommentar/

  • 17.03.2013 19:31 Uhr

    von merdeister:

    @Andreas Dittebrandt:

    "ich möchte jetzt mal nicht mit Studien kommen, die oft beliebig ausfallen. Mir hat die Hmöopathie schon mehrfach geholfen"

    Vielen Dank, diese beiden Sätze in der Kombination haben mich sehr zu lachen gebracht. Und dann zum weinen.

    Mich interessiert, welche Belege Ihnen und den anderen Anhängern der "göttlichen Homöopathie" Sie davon überzeugen könnten, dass sie keine spezifische Wirkung hat.

  • 17.03.2013 19:10 Uhr

    von Aribert Deckers:

    Es gibt nicht eine einzige Studie auf der ganzen Welt, die die Wirksamkeit der Homöopathie beweist.

    Im übrigen:
    "Die Swissmedic, die Homöopathen, und die Hintertüren der Pharmamafia"
    http://ariplex.com/folia/archives/446.htm

    Folgt der Spur des Geldes!

  • 17.03.2013 16:39 Uhr

    von Michael:

    Sehr seltsam.
    Solch einen Artikel hätte ich von der Pharmaindustrie erwartet, nicht aber in der taz. Da werden homöopathische Hochpotenzen mit Niedrigpotenzen gemischt und als ach so objektive Zeugin wird eine Lobbyorganisation gegen jede Komplementärmedizin genannt. Dazu jede Menge abwertende Adjektive, genau wie es ein Boulevardschreiber von der anderen Seite der Rudi-Dutschke-Straße schreiben würde. Vielleicht sollte die taz doch genauer hinschauen, bevor sie einen Don Quijotte beauftragt, der die sehr lobenswerten Initiative Uni-Leaks nutzt, um seinen weltanschaulichen Kampf gegen alles, was ihm naturwissenschaftlich nicht einleuchtet, führt.

  • 17.03.2013 09:31 Uhr

    von Sabine Hochmuth:

    Leuteleute - dass ich so einen einseitig recherchierten, Menschen abwertenden und Vorurteile gegenüber einer anderen als der allgemein üblichen Wissenschaft bedienenden Artikel in der TAZ lesen muss, hat mich doch mindestens überrascht!

    Wieso sollten andere Fragestellungen, andere Herangehens- und Denkweisen - die ausnahmsweise mal nicht von der Pharmalobby bezahlt sind - nicht auch Wissen-schaffen? Unbequeme, durch ihr mutiges neues Denken das herrschende Lehr-,Forschungs- und damit letztlich Machtsystem in Frage stellende Menschen sind seit jeher am besten mundtot gemacht worden, indem man sie verunglimpft, ihren Ruf schädigt und sie als Spinner darstellt. Die Geschichte kennt da ausreichend "Beweismaterial", das sogar wissenschaftlich anerkannt ist...

    Hat denn in der TAZ-Redaktion keiner vor der Veröffentlichung wenigstens mal kurz in diesen Artikel reingelesen? Und kein bißchen Bauchweh bekommen? Sich nicht an das hohe Gut der Toleranz gegenüber Andersdenkenden erinnert? Und nicht an des Journalisten höchste Schule der sauberen Recherchearbeit? Hm.

    Kopfschüttelndfragende Grüße
    Sabine




  • 16.03.2013 21:10 Uhr

    von Ilona Rubin:

    Herr Kramer!
    Liebe Leserinnen! Das, was Herr Kramer beschreibt hat mit dem Institut und mit dem was an der Viadrina tatsächlich stattfindet nichts zu tun! Schade, dass solche "billige"Artikel überhaupt publiziert werden dürfen. Schade, schade, schade! Die Menschen lernen leider nichts aus der Geschichte. Gute Ideen, hervorragende Wissenschaftler wurden schon immer gesteinigt! Tolle Universität! Hervorragende Veranstaltungen. BITTE: Das , was man nicht kennt, darf nicht beurteilt werden!

  • 16.03.2013 20:32 Uhr

    von Noch Einer:

    Ich finde es interessant, dass hier nur über die Un/Wissenschaftlichkeit gesprochen wird.

    Es ist doch wohl viel schlimmer, wie hier über die Drittmittel aus privater Hand in relativ kleiner Höhe hergezogen wird und das als unlauter dargestellt. Wieviel zahlen denn die Pharmariesen an Drittmittel für unsere Unis, die dann ihre Medikamente als wirksam nachweisen? Dort ist auch so manche Studie wohl eher erkauft, als wissenschaftlich erstellt. Aber daran glauben wir dann, denn das ist ja die Wissenschaft, die alles richtig macht. Wie dumm und blind wir doch gerne sind :-(

  • 16.03.2013 09:56 Uhr

    von Faktencheck:

    Zitat aus dem Homoeopathie-Blog: http://www.psychophysik.com/h-blog/
    ........
    Interessant ist, wie schnell sich Viadrina-Hoaxes zuletzt nach dem Stille-Post-Prinzip von Redaktion zu Redaktion verbreiteten. Den Anfang machte 2010 Sebastian Herrmann (SZ), auf den sich kürzlich Stefan Locke (F.A.Z.) bezog, der wiederum von Bernd Kramer (SPIEGEL ONLINE) zitiert wird. Die Geschichten der „Esoterik-Jäger“ sind reizvoll. Was den korrekten Umgang mit Fakten angeht, müssen die Herren Journalisten allerdings noch dazulernen. Im Moment hagelt es nämlich Abmahnungen.

  • 15.03.2013 22:02 Uhr

    von Ingbert Jüdt:

    @Keine Panik: Netter Versuch! Aber barer Unfug! Haben Sie jemals eine Ausgabe der ZfA mit astrologischem Themenschwerpunkt in der Hand gehabt? Nein? Aber behaupten kann man's ja mal, vielleicht bleibt was kleben!

  • 15.03.2013 20:41 Uhr

    von Andreas Dittebrandt:

    Sehr geehrter Herr Kramer,
    ich möchte jetzt mal nicht mit Studien kommen, die oft beliebig ausfallen. Mir hat die Hmöopathie schon mehrfach geholfen, verschiedene Substanzen bei unterschiedlichen Symptomen. Das ist mir wichtiger als jede Studie.Für Hellseherei etc. bin ich nicht empfänglich, aber Homöopathie und Traqditionelle chinesische Medizin werde ich immer weiterempfehlen.
    Mit frdl. Grüßen
    Andreas Dittebrandt

  • 15.03.2013 18:46 Uhr

    von Keine Panik:

    Gesellschaft für Anomalistik so wissenschaftlich wie die GWUP?

    Interessante Idee.

    Die Gesellschaft für Anomalistik untersucht Astrologie mit Astrologen und *Nach den Regeln* der Astrologen. Dann kommt auch das gewünschte Ergebnis, dass da was dran ist. Das kann man natürlich machen. Aber "Wissenschaft" ist das nicht.

  • 15.03.2013 12:42 Uhr

    von Ingbert Jüdt:

    Über die Legitimation der betreffenden Fachbereiche an der Viadrina mag man ja geteilter Meinung sein. Aber die Art des vom Autor zitierten Manfred Mahner von der GWUP, sich auf die "Zeitschrift für Anomalistik" zu beziehen, ist einseitig bis zur Unredlichkeit. Auch die (ursprünglich aus der GWUP hervorgegangene!) "Gesellschaft für Anomalistik" verfügt über ein eigenes wissenschaftliches Review Board und ist um nichts weniger wissenschaftlich als das Hausblatt der GWUP, der "Skeptiker".

    Wobei es zur Zielsetzung der "ZfA" gehört, ihren Lesern die Möglichkeit zu bieten, sich zu dergleichen Themen eine eigenständige Meinung zu bilden - insofern sie eben nicht ein Sprachrohr bestimmter Standpunkte, sondern eine Plattform für kontroverse Debatten ist. Demgegenüber scheint das Hauptanliegen des "Skeptiker" darin zu bestehen, veröffentlichte Meinungen so vorzufiltern, dass sie möglichst stromlinienförmig zum eigenen Weltbild passen und die Gefahr kognitiver Dissonanzen bei der eigenen Leserschaft möglichst gering gehalten wird.

    Was den Umgang mit abweichenden Ansichten betrifft, hat sich die GWUP nach Stil und Inhalt ihrer Publikationen selten mit Ruhm bekleckert. Oder anders formuliert: wäre die GWUP und der "Skeptiker" jemals zu einer fairen Auseinandersetzung fähig gewesen, wären GfA und ZfA wohl niemals entstanden!

    Ingbert Jüdt

    Mitglied der "Gesellschaft für Anomalistik"

  • 15.03.2013 12:29 Uhr

    von excanwahn:

    @ Häretiker Beitrag 14.03.2013 19:29

    Ähnlich Herrn Gehlen darf man auch Ihnen weitgehende Ahnungslosigkeit bezüglich der aktuellen Inhalte des Diskurses zur „Alternativheilerei“ unterstellen. Allerdings hätten sie beide berechtigte Hoffnungen, den in solchen Diskussionen am Rande stattfindenden Bullshit-Bingo-Abend als Sieger zu verlassen.

    Deshalb auch für Sie ein paar kurze Hinweise:

    - Vom Anspruch „alternativ“ zur Wissenschaftsmedizin zu sein, hat sich die gesamte „Alternative Medizin“, so natürlich auch deren Lokomotive Homöopathie, schon längst - wegen überwältigender Erfolglosigkeit - verabschiedet. Heute ist man allerhöchstens komplementär oder integrativ, was eigentlich „trittbrettfahrend“ bedeutet.
    Also treiben Sie Ihrem Heilpraktiker nicht wieder den Angstschweiß auf die Stirn, der ist froh, dass er sich nicht mehr auf die „Alternative“ Homöopathie verlassen muss.

    - Das Einzige, was derzeit bei der Akupunktur „nachgewiesen“ ist, ist wohl, dass die Theorie von den blockierten Meridianen - sagen wir es vorsichtig - haarsträubender Unsinn ist.
    Das beruhigt insoweit, als dass wir nicht sämtliche Lehrbücher zu Anatomie, Physiologie und Pathologie umschreiben müssen.
    Ach ja, was wir Dank der Akupunktur auch wissen, ist, dass es den einen oder anderen Effekt auslöst, wenn wir spitze Gegenstände an beliebigen Stellen in Menschen rammen. Aber das ist so neu auch nicht.

    - Was die „hilflose Augenwischerei der Ahnungslosen“, also den Placebo-Effekt bei Tieren angeht: Seit den 1960er Jahren, also weit jenseits der Diskussion um die angeblichen Therapie-Erfolge der HuschiFuschi-Medizin bei Fury, Waldi und Lora, sind in der Fachliteratur Placebo-Effekte in der Veterinärmedizin beschrieben.
    Und wenn Sie ernsthaftes Interesse am Thema hätten - und nicht krampfhaft auf der Suche nach einem Abwehrzauber gegen Kritik an Ihrem Fetisch wären - , können Sie, Häretiker, diesbezügliche Untersuchungen auch finden. Oder sie wären Ihnen ohnehin bekannt.
    So bleibt die Einsicht: Sie haben keine Ahnung von dem, worüber Sie schreiben.

    - Was den Galileo-Vergleich angeht: Abgesehen von der peinlichen Hybris, die eigene, von Selbst- und Fremdverblödung massiv eingeschränkte alternativheilerische Weltsicht mit der von Galileo zu vergleichen, der angetreten war, einem von Selbst- und Fremdverblödung eingeschränkten, bornierten und ignoranten klerikalem Haufen das Feuer rationaler Erkenntnis unterm Hintern anzuzünden, hinkt Ihr Vergleich ein wenig, Häretiker: Sie haben nämlich - im Gegensatz zu Galileo - keine Argumente.

  • 15.03.2013 05:17 Uhr

    von Schrecklich undifferenziert:

    Sehr geehrter Herr Kramer,

    ich beschäftige mich gerade intensiv mit Studien zur Homöopathie und muß feststellen, daß es sogar zahlreiche Studien gibt, die die Wirksamkeit statistisch belegen.

    Hier einige seriöse Quellen für Sie:
    Bornhoeft, Gudrun: Homoeopathie in der Krankenversorgung-Wirksamkeit-Sicherheit-Wirtschaftlichkeit/dp/3888644194

    Zur GWUP, die Sie ja offensichtlich gut gebrieft haben:

    http://www.zeit.de/1999/05/199905.glosse_5_.xml
    http://www.psychophysik.com/de/glaubenssysteme/skeptiker/896-das-skeptiker-syndrom-zur-mentalitat-der-gwup

    Schöne Grüße
    F.H.

  • 15.03.2013 01:07 Uhr

    von Akademiker:

    Wenn das alles so ist wie in dem Artikel beschrieben, finde ich das richtig gut. Das ist doch nur die logische Konsequenz: Eben die beste Wissenschaft, die man für gewinnorientiertes, privates Drittmittel-Geld bekommen kann. Das ist ja in anderen Branchen und an anderen Unis nicht anders - nur halt oft weniger offensichtlich.

    Wenn man da einen Fehler sehen will, dann liegt der sicher nicht bei dem Institut und nicht bei der Uni Frankfurt, sondern in der Organisation des Wissenschaftsbetriebes: Der seit Jahren kaum noch zu erkennenden Grenze zur Wirtschaft, im Drittmittelzwang, im System der aus regionaler Wirtschaft besetzten Hochschulräte etc.

  • 14.03.2013 20:44 Uhr

    von Borderline:

    Ich finde den Artikel spalterisch und nicht aufklärend, zudem journalistisch schlecht.

    Herr Kramer, ich habe den Eindruck, dass Sie mir als Leser weismachen wollen, es gäbe ein richtig (z.B. Quantitative Studien) und falsch (z.B. Homöopathie), das idealisierte Gute und das verhasste Böse, Weiß und Schwarz...

    Zudem wird mir nicht klar, worüber Sie schreiben. Sie vermischen m.E. Sachen miteinander, die differenziert werden müssten. (siehe andere Beiträge)

    Und von der Taz würde ich erwarten, dass eher kompetent die graue, widersprüchliche Realität differenziert beleuchtet wird und die Leser nicht für Vollidioten gehalten werden!





  • 14.03.2013 19:29 Uhr

    von Häretiker:

    @Jörg Gehlen,

    Recht haben Sie. Fremdschämen für das mangelnde Differenzierungsvermögen des Autors ist hier angesagt. Nur ein weiterer Trockenschwimmer, der noch nie am Wasser war, sich aber ganz sicher ist, dass Eisenschiffe unmöglich schwimmen können.

    Homöopathie steht als sogenannte "alternative Behandlungsmethode" auf einer Stufe mit beispielsweise der Akupunktur. Ihre Wirksamkeit bei Tieren ist auch hier nachgewiesen. Die Unterstellung eines "Placebo-Effektes", wenn ich ein Tier mit einem Haufen Nadeln piekse oder ihm ein geruchs- und geschmacksneutrales homöopathisches Mittel unters Futter mische, ist die hilflose Augenwischerei der Ahnungslosen, die sich an die Ausschließlichkeitsklauseln der Schulmedizin klammern wie Schiffbrüchige an ein Stück Treibholz.

    Wer heute für alternative Methoden in der Medizin eintritt, darf sich fühlen wie einst Galileo Galilei mit seiner Vorstellung des Universums vor der "heiligen" Inquisition.

    Leider auch bei der taz.

  • 14.03.2013 18:54 Uhr

    von miomio:

    jeder autor bei der taz will halt seinen typresso trinken und vom berliner stressabshalten. denke das ist der einzige sinnvoller grund fuer so einen artikel. zu viel kritik und skeptik verhindert forshung und erforshen. ein gewisses mass an sharfsinniger klarer kritik und misstrauen ist hilfreich und gesund. diese balnce ist eine lernchace fuer den autor und andere extremen skeptiker und extrem richtungen.

    es gibt zwei extreme richtungen in diesem thema. auf der einen seite ein marktorientierter anstieg von vegan, rohkost, heilung, alternativer medizin,integraler medizin, besondersim offenen markt.

    und dann in deutshland extrem eine stark skeptishe Seite.

    Beide sind in deisem prozess eine wichtige einsicht. Fuer wirkliche nachhaltige entsheidungen. muessen einfach viele und vershiedene standtpunkte gehoert und interiert werden. und dazu gehoeren die skeptiker und die heiler, die wissenshaftler, die edlen, die reinen, die verbecher, die gerechtigkeitskaempfer, die opfer, die unshuldslaemmer und vieleandere rollen.

    Dieses konzept ist von arnold mindell, worldwork, processowrk, prozessarbeit,

  • 14.03.2013 17:55 Uhr

    von FaSi:

    Ich halte die Entwicklung an der Universität für einen Skandal. Darunter leidet die Wissenschaft insgesamt. In dem Artikel ergeben sich nämlich zwei Hinweise auf das Dilemma: 1. Das Zitat der GWUP und 2. Die Reduzierung des Journals für Anomalistik auf ein Schundblatt. Zu 1. Bei der GWUP handelt es sich um einen Interessenverband, der sich in seinem Dogmatismus kaum von den EsoterikerInnen unterscheidet. Als Bastion positivistischer Wissenschaften verteidigen sie die scheinbare Vernunft, jedoch erheben sie dabei selbst die positivistische Erkenntnismethode zu einem bedingungslosen Glauben. Diese Organisation hat sich verrannt und bekämpft esoterische Auswüchse, sondern auch die Bereiche der Geistes- und Kulturwissenschaften. Es macht keinen Sinn eine Organisation zu zitieren, die zwar berechtigte Einwände gegen den esoterischen Glauben zur Sprache bringt, auf der anderen Seite aber in gleicher aggressiver Art gegen anerkannte Wissenschaften, die nicht der positivistischen Methode anhängen, vorgeht. Eine Anfrage an die Gesellschaft für Anomalistik wäre ratsam gewesen. Ich bin kein Mitglied der Organisation, habe mich aber intensiv mit ihrer Geschichte beschäftigt und in das Journal rein gelesen. Es genügt sicherlich nicht wissenschaftlichen Standards, ist jedoch kein esoterisches WeltverschwörerInnen- und Alternativmedizinblatt. Die meisten Artikel setzen sich kritisch mit der Esoterik-Welle auseinander. Der Unterschied zur GWUP besteht vielmehr darin, dass sie nicht mit Aggressivität und Polemik vorgeht, sondern den Dialog sucht. Dies hat zur Folge, dass auch solch obskure Arbeiten veröffentlicht werden. Man kann das kritisieren, jedoch erhebt die Gesellschaft selbst keinen Anspruch darauf fundierte Wissenschaft zu publizieren.

  • 14.03.2013 17:36 Uhr

    von BBBB:

    @biggi

    Ich finde, da machen Sie es sich doch ein wenig einfach. Welches Interesse sollte eine (gern auch ganz skrupellose) Wissenschaftlerin haben, die Homöopathie zu diskreditieren, selbst wenn sie von der Pharmaindustrie bezahlt wird? Homöopathische "Arzneimittel" stellen doch keine Konkurrenz, sondern einen weiteren Geschäftszweig dar. Es ist keine kostenintensive Forschung und kein wirkliches Zulassungsverfahren nötig, um eine neue homöopathische Zubereitung auf den Markt zu bringen (AMG §38/39). Die Herstellungs- und Materialkosten dieser Produkte sind minimal, die Gewinnspannen logischerweise satt. Da wundert es wenig, dass es trotzdem nicht erlaubt ist die Kügelchen im Supermarkt (ich schlage vor im Zuckerregal) zu verkaufen, nein die gibt es nur in der Apotheke, den dort gekauft wirken sie besser, zumindest für die Bilanz der "Pharmabranche".
    Es gibt also sicher keinen Konflikt der Hersteller, denen kann es nur recht sein, wenn der sich von der "invasiven Schulmedizin" unverstanden gefühlte Patient, seine Heilung in die Homöopathie sucht. Wird halt so Geld verdient.
    Natürlich glaube ich Ihnen gern, dass es Ihnen nach der Verwendung von Homöopathika besser geht. Das ist auch schön und ich gönne Ihnen das von Herzen. Es belegt nur leider in keiner Weise die Wirksamkeit der Einnahme, sondern nur, dass Sie sich subjektiv besser fühlen. Das ist ein Wert an sich, bei vielen Leiden, gibt es kein Medikament, dass mehr leisten kann. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion würde ich aber doch zur Hormonsubsitution raten, und bei Mittelohrentzündung sind Antibiotika doch eine gute Wahl. So kann bei akuten Krankheiten eine ausdauernde homöopathische Behandlung zu dauerhaften Schäden oder sogar zum Tod führen (z. B. http://derstandard.at/1319180949860/Italien-Dreijaehrige-starb-nach-Therapie-nur-mit-Homoeopathika).
    Ich für meinen Teil kann nicht an die Versprechen der Homöopathie glauben. Für mich ist sie ein vollständig irrationales und unhaltbares Glaubenskonstrukt. Zur Zeit Samuel Hahnemanns war es ein legitimes wissenschaftliches Modell, nur sind mittlerweile Mechanismen die Krankheiten erzeugen bekannt, die weit über das hinausgehen, was Hahnemann zugänglich war - z. B. bakterielle Infektionen. Ich möchte also mit der Behauptung schließen, Homöopathie ist in keiner Weise eine alternative Medizin, sie ist eine längst widerlegte Episode der Medizingeschichte, die sich immer noch ertragreich und häufig wider besseren Wissens weiter ausnutzen lässt.

  • 14.03.2013 17:03 Uhr

    von excanwahn:

    Herr Gehlen,

    nur wer die jahrelange Diskussion um die Homöopathie nicht einmal ansatzweise verfolgt hat, kann so einen - piep (Netiquette) - Beitrag verfassen.

    Weil die ständigen Wiederholungen langweilen, für Sie die Kurzversion:

    - Nein, es gibt keine zweifelsfreien Belege zur spezifischen Wirksamkeit der Homöopathie, sonst gäbe es die Diskussion nicht.

    - Selbstverständlich gibt es auch in der Veterinärmedizin den Placebo-Effekt - beispielweise bei der menschlichen Beurteilung des Heilerfolges.

    - Und, ja, Homöopathie ist Okkultismus, schon allein wegen der geistartigen Kräfte, die unbelebter Materie angedichtet werden.

    - Und, ja, Homöopathie ist Scharlatanerie - spätestens dann, wenn Homöopathen konkrete Heilwirkung bei konkreten Erkrankungen oder Schutz vor Infektionen behaupten.

  • 14.03.2013 16:49 Uhr

    von Stefan:

    Ich danke der taz für einen wichtigen Artikel, der einmal mehr ein Schlaglicht auf das traurige Vergehen der Reputation der Viadrina wirft. Es ist für Außenstehende schwer zu ermessen, wie schwerwiegend das fragwürdige Treiben des Instituts IntraG dem Ruf der gesamten Universität im wissenschaftlichen Umfeld schadet. Man hätte sich besser davon getrennt, als die Gelegenheit passend war. Mir tut es nur leid um die Studenten und Dozenten an anderen Lehrstühlen der Uni, die eventuell auch beruflich unter dem Reputationsverlust der gesamten Universität zu leiden haben, obwohl sie inhaltlich nichts mit dem IntraG verbindet. Abschließend tut es mir aber auch leid um die Klingonen, die nun wirklich nichts mit dem Artikel zu tun haben.

  • 14.03.2013 16:32 Uhr

    von excanwahn:

    Herr Gehlen,

    nur wer die jahrelange Diskussion um die Homöopathie nicht einmal ansatzweise verfolgt hat, kann so einen - piep (Netiquette) - Beitrag verfassen.

    Weil die ständigen Wiederholungen langweilen, für Sie die Kurzversion:

    - Nein, es gibt keine zweifelsfreien Belege zur spezifischen Wirksamkeit der Homöopathie, sonst gäbe es die Diskussion nicht.

    - Selbstverständlich gibt es auch in der Veterinärmedizin den Placebo-Effekt - beispielweise bei der menschlichen Beurteilung des Heilerfolges.

    - Und, ja, Homöopathie ist Okkultismus, schon allein wegen der geistartigen Kräfte, die unbelebter Materie angedichtet werden.

    - Und, ja, Homöopathie ist Scharlatanerie - spätestens dann, wenn Homöopathen konkrete Heilwirkung bei konkreten Erkrankungen oder Schutz vor Infektionen behaupten.

  • 14.03.2013 16:19 Uhr

    von friedbert:

    Der Artikel zeigt offensichtlich, dass
    Intelligenz, sehr gute Studienabschlüsse,
    erwiesene wissenschaftliche Kompetenz, gegebenfalls
    die Numerus Clausus Auswahl überhaupt keine
    Gewähr Scharlatanerie, mittelalterlichen Dummenfang,
    Finanzmittelmißbrauch und Volkszerstörung sind.

    Schafft endlich die NCs ab und laßt tatsächliche
    aktuelle Lernleistungen und geleistete Arbeit
    entscheiden.

    Es sind die Psychosphären unserer geistigen Sozialsphäre, die immer wieder neu Motor für
    Fortschritt und fanatische Ideologien sind.
    Der Grad dazwischen ist sehr schmal.
    Es reicht nicht reine Merk-und Verarbeitungsintelligenz zum Alleinmaßstab zu erheben, genauso wichtig sind verantwortliches
    Handeln, Entscheiden und miteinander umgehen!

    Für das Geld könnte man auch mehr Forschung in
    nachhaltige Arbeitsplätze (Spin-Offunternehmen),
    Stellen im Umweltschutz oder der Lehre
    investieren. Aber bei Platzeck gibt es eh nichts
    mehr, was einen wundert! Die SPD als solches,
    ist zur Krawalltruppe und Heiße-Luft-Truppe verkommen!

  • 14.03.2013 15:54 Uhr

    von turon47:

    Also was die Klingonen auf dem Bild mit dem Artikel zu tun haben sollen, wird mir nicht so ersichtlich. Was kommt als nächstes? Eine Frau mit Fahrrad, wenn über den Papst berichtet wird? Ein Hund beim Stuhlgang, wenn irgendwo ein Erdbeben wütet? Das Logo der Bild-Zeitung, wenn die TAZ in eigener Sache berichtet?

  • 14.03.2013 15:46 Uhr

    von Heinz Boxan:

    Meinem wahrsagenden Wetterfrosch Hannibal wurde die Immatrikulation verweigert, wurde aber dafür sofort als Dozent verpflichtet.
    inribonax

  • 14.03.2013 15:44 Uhr

    von Christian:

    Boiteltoifel, dass bis D12 noch einzelne Moleküle nachweisbar sind, bestreitet ja niemand. Der Hai riecht ja gerade mal D7. Nichts gegen den Hai jetzt. Nur dass es was hilft, das ist halt widerlegt.

    Wenn die Homöopathie *entweder* einen Wirkmechanismus *oder* saube Studien, die die Wirksamkeit belegen, vorweisen könnte. Aber sie kann ja keins von beidem, das ist ja die Kritik.

    Aber an den Kommentaren hier sieht man mal wieder, dass die Schulmedizin die Kapitalisten sind und homöopathische Mittel werden nur von Philantropen hergestellt. Das hat der Artikel doch schön widerlegt.

  • 14.03.2013 15:36 Uhr

    von Sandra Nickel:

    "Langzeitstudenten telefonieren nach Hause." Wo kommt das denn jetzt her? So hahnebuechen das Institut ja sein mag, ich verstehe nicht, wo der Querhieb gegen Menschen herkommt, die nicht in Rekordzeit ihr Studium durchziehen.

  • 14.03.2013 15:34 Uhr

    von Schrödinger:

    Die Quantenmechanik ist schon 'ne arme Sau. Da werden sonst vernünftige und rationale Leute zu Eso-Schamanen erster Kajüte. Wie ich erleben musste, auch ein Freund von mir, sonst ein fähiger und verständiger Arzt; überhaupt sind seltsam viele Ärzte anfällig für diesen Schmonzes, was vermutlich daran liegt, dass Ärzte sich (meist mit einigem Recht) zum schlaueren Teil der Bevölkerung rechnen und es gar nicht in Betracht ziehen, dass die Quantentheorie dennoch etwas sein könnte, was sie nicht verstehen. So machen sie sich ein viel zu konkretes, simplifiziertes Bild von einer höchst abstrakten und komplexen Sache. Und die muss dann als Projektionsfläche herhalten für alles, was man nicht erklären kann - was in der Regel daran liegt, dass es nicht existiert.

  • 14.03.2013 15:29 Uhr

    von Andreas:

    @Undine:"Und natürlich lässt sich deren Wirksamkeit nicht durch die Methoden der akademischen Wissenschaft beweisen, denn die sind ja extra zu dem Zweck designt worden, vor echtem Erkenntniszuwachs zu schützen."
    Ja klar. Hinter allem steckt natürlich die böse Wissenschaftsmafia. Aber wenn sie der Meinung sind, dass das sog. wissenschaftliche Arbeiten gegen den Erkenntnissgewinn ist, nur zu: werden sie konkret und revolutionieren sie die Wissenschaftstheorie. Zeigen sie, dassOckhams Rasiermesser, Falsifizierbarkeit, Explikation (Definition) uvm, trotz ihrer Vorteile, die Erkenntnis behindern.
    "einfach wirklich nur ... peanuts sind."
    Im Hinblick auf die empirischen Nachweise sind ein paar "Peanuts" zu viel.
    @Jörg:"Es gibt sicher genauso viele Studien, die die Wirksamkeit der Homöopathie zweifelsfrei belegen." Dieser Satz ist inhaltlich so fundamental falsch, dass es unter meiner Würde ist, darauf einzugehen, warum sie von Experimenten/Versuchen/Studien (und Logik) keinen blassen Schimmer haben, aber ich es unbedingt erwähnen muss.

  • 14.03.2013 15:23 Uhr

    von Keine Panik:

    @ Anke:
    Der Aluminium-Beitrag stammt von einem gewissen Bert Ehgartner, der zB bei Sciencblogs rausgeflogen ist, weil er unbeweisbare Behauptungen aufgestellt hat. Bei der TAZ nennt man seine Werke "polemische Rundumschlag-Werke" (http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2002/09/03/a0152&type=98) . Zur Panik bestaht daher kein Anlass.

    @ Jörg Gehlen:
    Ob Sie ein Pferdeflüsterer sind, der dem Gaul einredet, er ist jetzt gesund, weiss ich nicht. Aber den Placebo-Effekt gibts auch bei Tieren: http://de.wikipedia.org/wiki/Placebo#Placeboeffekte_bei_Tieren

  • 14.03.2013 15:04 Uhr

    von Andreas:

    Homeöpathie hilft nicht? Hahaaa - dass ich nicht lache! Hier beweist der Autor, dass er mal so gar keine Ahnung vom Thema hat, also besser Finger davon lassen oder sich erst mal richtig mit der Materie befassen.

    Die "Wirkstoffe" sind bereits in unserem Koerper, mit wenigen Ausnahmen. dIe "Medikamente" enthalten lediglich Information(en), die dem Koerper sagen was er zu tun hat fuer die Selbstheilung, und, glauben sie mir, die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache und fuehren alle Schulmedizin ad absurdum.

    Sehr armer Artikel - ungewöhnlich für die TAZ.

  • 14.03.2013 14:28 Uhr

    von miri:

    "...man wolle sich aber eine medizinische Fakultät als Kooperationspartner suchen..." Und wenn sie nicht gestorben sind, dann suchen sie noch heute! So wird sich doch keine medizinische Fakultät blamieren wollen?!

    Wenn sie zu den Quanten greifen, werden die Eso-Fuzzis am lustigsten. Quanten sind ja rätselhaft, nicht? Also ist alles Rätselhafte Quanten. Da faseln sie drauflos, als gäbs kein Morgen. Es ist herrlich. Dass hinter Quanten in erster Linie Mathematik steckt, ist ihnen egal. Man müsste sie zwingen, mal was durchzurechnen, schöne dicke Integralgleichungen zu lösen etwa. Ich schätze, die bleiben schon bei der Arithmetik auf der Strecke.

    Und Sie bei der Grammatik! "...die fast zwangsläufig zu den Produkten der Firma Heel führt, jenem Pharmaunternehmen, das Walachs Lehrstuhl bezahlt" muss richtig heißen: "die fast zwangsläufig zu den Produkten der Firma Heel führt, jenes Pharmaunternehmens, das Walachs Lehrstuhl bezahlt."

    Und als Entschuldigung für die Besserwisserei überweise ich jetzt 50 Cent :-)

  • 14.03.2013 14:23 Uhr

    von Hippier:

    Mit denselben Argumenten könnte man an sämtlichen Universitäten die Wirtschafts"wissenschaften" und insbesondere die Volkswirtschaftslehre abkanzeln, bzw. abschaffen. Die mystischen Hirnstuhlgänge ihrer neoliberalen Hauptvertreter haben europäische Bürger aber gefälligst zu schlucken wie Placebomedizin.
    Dann lieber Handauflegen und Lichtarbeit!
    Hat wenigstens was mit Liebe zu tun.
    Bei der Wahl Hippie oder A'*#loch entscheide ich mich klipp und klar für Hippie! Go Viadrina!!

  • 14.03.2013 14:22 Uhr

    von Flotz:

    Diese Universität ist auch generell ziemlich lächerlich.

  • 14.03.2013 14:21 Uhr

    von anke:

    Auf arte gab es gerade erst einen Beitrag mit dem Titel: "Die Akte Aluminium" (http://www.veoh.com/watch/v41662391RWmBCR9c). Von der Bauxit-Gewinnung über das Geschäft mit toxischen Aluminium-Zusätzen bis zu den Folgen diverser Alu-Unfälle reichte der Fokus des Beitrags. Zwischen die einzelnen Berichte waren Interviews mit Produzenten, Lobbyisten und Politikern geschnitten. Die Quintessenz aus 60 Minuten Faszination und Grauen: Aluminium nicht nur ein überaus energieintensives, umweltschädigendes und gesundheitsgefährdendes, sondern vor allem auch ein ausgesprochen lukratives Geschäft. Gemessen allein an der Energie-Förderung, die Aluminium-Produzenten hierzulande jährlich aus Steuermitteln erhalten, ist die Viadrina mit 50.000 bis 70.000 Euro eine arme Waise. Vor allem aber richtet sie vermutlich sehr viel weniger echten Schaden an. Ein homöopathisches Mittel etwa, das außer der Placebo-Wirkung keinerlei nachweislichen Effekt hat, ist allemal harmloser, als ein Medikament, das ein Metall enthält, welches nachweislich Brustkrebs und Alzheimer auslöst, aber auf wissenschaftliche Studien verweist, die alein seine Heil(s)wirkung attestieren. Will sagen: Die Wissenschaft ist mitunter schlimmer als alle Alternativ-Spinner zusammen. Weshalb in einem rechtsstaat im Zweifel auch für den Angeklagten zu entscheiden ist. Was nicht verboten werden muss, muss erlaubt bleiben. zumindest so lange, wie Dinge, die eigentlich verboten gehören, noch ein riesen geschäft sind. Dass Bernd Kramer sich traut, in einem seiner nächsten Artikel ausgerechnet den Alu-Multis ans Bein zu pinkeln, glaube ich aber trotzdem erst, wenn ich es mit eigenen Augen lese. Bin ich ein böser Relativist, wenn ich so etwas schreibe?

  • 14.03.2013 14:09 Uhr

    von Boiteltoifel:

    Nachtrag:
    Was haben Klingonen (siehe Foto) mit all dem zu tun???

  • 14.03.2013 14:08 Uhr

    von Boiteltoifel:

    1. Auch andere Unis lassen sich von der Industrie bezahlen. Die bekommt dann die gewünschten Ergebnisse geliefert. Warum sollte die Viadrina nicht mitmachen? Dir Forschungen dort haben sicherlich soviel Aussagekraft wie JEDE abhängige Forschung.
    2. Wer bezahlt Euch, damit Ihr immer wieder so herrlich über Homöopathie herfallt? "Ein Zitronenhai (Negaprion brevirostris) nimmt Duftstoffe beispielsweise noch in einer Verdünnung von 1:10.000.000 wahr, d.h. ein Teilchen "fremder" Stoff auf 10 Millionen Teilchen Wasser! Bei anderen Arten liegt die Wahrnehmung sogar noch höher." (www.haiwelt.de) Irrt sich der Hai? Bildet er sich ein etwas zu riechen? Dann hat diese Einbildung schon hervorragend zum Überleben beigetragen.
    3. Fragt doch mal Dr. Peter Venkman...

  • 14.03.2013 14:07 Uhr

    von Sehr gute Recherchearbeit?:

    Homöopathie aus Gründen der Nichtwirksamkeit ihrer verdünnten Medikamente komplett abzutun halte ich für etwas überzogen. Die reine Behandlung von Schmerzen/Problemen ohne Beseitigung der Ursachen, wie von den meisten Medizinern bevorzugt gehandhabt, ist wohl um keinen Deut besser. Mal davon abgesehen: Laut Überschrift sollte der Artikel von dem privat finanzierten Institut an der Oder handeln, nicht von der persönlichen Meinung des Autors zum Thema Homöopathie.

  • 14.03.2013 13:45 Uhr

    von taz-leaks...:

    Meint ihr das Ernst von der taz? Schimpft über die Alternativmedizin-Lobby und den Einfluss der Deutschen Bank an der Uni und wollt weiter aufklären. Die Webseite ist dabei geziert von der Werbung einer der schmutzigsten Vereine, die Industrie kennt: Werbung für und link zu einer Lobby-Interseite der deutschen Chemiebranche! Wie wär's mal mit ner taz-leaks-Kampagne?

  • 14.03.2013 13:16 Uhr

    von Trekki:

    Das ist ein föllig unpassendes Bild, Klingonen sind Krieger und weder an Pseudowissenschaft noch Wissenschaft interessiert.

    Es sei denn es liese sich als Waffe einsetzen...

    Moment mal... wenn Homeopatie funktioniert, die Verdünnung also die Wirkung potenziert, dann könnte man ja mit einer kleinen Menge, ... in der Berliner Wasserversorgung, ... Millionen, .... ich muss weg...

  • 14.03.2013 13:09 Uhr

    von Kaneeda:

    Euch ist schon klar das auf dem Bild zwei Klingonen zu sehen sind, die mit Paranormalen Zeugs erstmal nix zu tun haben.

  • 14.03.2013 13:03 Uhr

    von Orry:

    Kleine Frage: Wieso wird ein solcher Artikel ausgerechnet mit einem Bild von Leuten versehen, die offensichtlich STAR-TREK-Fans sind und Klingonenmasken tragen? Die "Glaubenswissenschaftler" entlarven sich mit ihrem Hokuspokus selbst genug, da muss man nicht noch Science-Fiction-Fans mit reinbringen, die mit dem Thema nichts zu tun haben.

    Im Gegenteil: Die meisten Science-Fiction-Fans, die ich kenne, sind extrem vernünftig - im Gegensatz zu den Esoterikern.

  • 14.03.2013 12:59 Uhr

    von Bernd Gast:

    Das ist alles nur noch mit Humor zu ertragen!
    Ich empfehle: Globuli-Risotto & Bachblütensalat!
    http://www.youtube.com/watch?v=rtSYHF56-BY

  • 14.03.2013 12:49 Uhr

    von Hingucker:

    Schade, dass nun auch in der taz die Fakten verdreht und "Nachrichten" des letzten Sommers wiedergekäut werden, die damals schon konstruiert waren. Wer sich den Blogeintrag beim IntraG anschaut, der liest: Walach antwortet Kramer nicht - und zwar aus gutem Grund, nämlich weil der es mit der Wahrheit erfahrungsgemäß nicht so genau nimmt: http://intrag.info/aktuell/2013/02/24/die-zukunft-des-intrag-der-pressekodex-und-ein-offener-brief-an-den-freien-journalisten-bernd-kramer/
    Von einer "Anfrage der taz" kann nicht die Rede sein - ernstzunehmenden Journalisten wird da offenbar schon geantwortet. Aber wer sich selbst die Suppe vom Teller schreibt, wie ein Kramer, der seine Objktivität schon lange verkauft hat, der sieht halt überall nur noch "Geld". Und versucht, sich selbst eine Münze hinterm Ohr herzuzaubern. Aber das geht nicht mit Wortzau... äh klauberei usw. Wer schon spürte, dass der klassische Jounalismus an Boulevardisierung zugrunde gehen wird: hier schreibt sich die Zunft selbst zu Tode. Ich bin nur froh, dass ich den Beruf dann doch nicht ergriffen habe, als Worthure hätt ich nicht leben wollen.

  • 14.03.2013 12:48 Uhr

    von UsH2012:

    Ihr seid se,
    was glaubt ihr eigentlich, wie Vegetarismus, Yoga, Akupunktur, Meditation Eingang in unsere teutsche Kultur gefunden haben ? Oder die Idee einer multikulturellen Auffassung á la Castaneda, Rumi, oder anderer Weisen, die uns unsere eigenen Größen (Jung,und alle jene spiritualisierten Dichter, die hier so häufig zitiert werden)erst nahegebracht haben. Welchen Kulturbegriff pflegt Ihr hier?? Wo fängt Toleranz an, wo hört es auf?
    Der TAZsche Wissenschaftsbegriff erweist sich hier als extrem hölzern und konservativ, schimpft vorne auf den neuen Papst und zeigt sich hinten so offen wie ein katholisches ProSeminar der Jesuiten.
    Leude, so geht es nicht, wenn ihr in Sachen Geist und Kreativität vorne mitspielen wollt.
    Schon mal überlegt, daß solche Seminare wie in der Viadrina Mut benötigen und einen sehr kreativen avantgardistischen Geist??? Bitte nicht ds Kind mit dem Bade ausschütten, es sind noch Minustemperaturen heraussen.
    Leider vergißt die Journaille all zu oft den Urschlamm, aus dem alles kommt(sogar die Grünen, der einst)und dem wir uns mit allen nur erdenklichen Methoden annähern sollten. Auch denen der Viadrina. Warum nicht?

  • 14.03.2013 12:42 Uhr

    von Uli:

    Nja, wenn man immer davon ausgeht, dass alles bekannt ist wird man kaum etwas wirklich Neues finden. Aber eine vernünftige wissenschaftliche Überprüfung sollte schon sein. Auch wenn dann das Ergebnis dann ist, dass an der Hypothese nichts dran war.
    Was machen eigentlich die Klingonen auf dem Bild zu dem Artikel? Noch dazu mit Handys von vor 10 Jahren. Sind Zeitreisen doch möglich? Oder sollten das etwa Romulaner sein? Die waren ja schon immer etwas archaischer.

  • 14.03.2013 12:40 Uhr

    von El Fanti:

    Sollen sie doch forschen, an was sie wollen. Das ist ja gerade das interessante an Wissenschaft: dass man versucht, Fragen zu beantworten, die man im Kopf hat. Wichtig ist dabei, dass wissenschaftliches arbeiten gewährleistet ist. das bedeutet: objektivität, validität und reliabilität der forschungsarbeiten und -ergebnisse. Das sollte der einzige Maßstab sein, ein Institut zu beurteilen.

    ...und vertraut doch bitte nicht blind dem Urteil einer staatlichen einrichtung wie der "hochschulstrukturkommission", die ja hauptsächlich die Aufgabe hat, eine begründungen zu finden, einer hochschule weniger landesgelder zuzuweisen.

  • 14.03.2013 12:29 Uhr

    von azimurtan:

    ich find das gut, daß es mittlerweile auch eine Zauberschule gibt! Schließlich kann man dann lernen, mit Engeln zu channeln, oder man sitzt in einem dicken Alu-Ofenrohr und blickt in die Zukunft.
    Solange die Krankenkassen teilweise die Zauberkügelchen aus Zucker bezahlen, solange müssen ja auch die dafür Verantwortlichen irgendwo studieren.
    Ansonsten kann ich meinem Vorposter nur zustimmen, obwohl die Wirklichkeit schon viel weiter ist. Es gibt schließlich ex.can als Medikament gegen Arbeitslosigkeit.....

  • 14.03.2013 12:27 Uhr

    von WorfsBruder:

    Warum müssen ausgerechnet Klingonen für Pseudokagge herhalten?!? Kann man da nicht mit was für Kinder bebildern, Harry Potter oder so?

    Das nächste Mal kommt ein Bathleth geflogen!

  • 14.03.2013 12:04 Uhr

    von Ein Trekkie:

    Das Beispielbild ist nicht nur unpassend, sondern auch höchst abfällig beschriftet. Offensichtlich handelt es sich hier um Star Trek-Fans (die auch wahrscheinlich nicht immer so herumlaufen). Woraus sich daraus allerdings die Tatsachen "Student" und "Esoterik" ableiten lassen ist mir schleierhaft.

  • 14.03.2013 11:56 Uhr

    von Mehr Toleranz bitte:

    Gender- und Weißheitsstudien haben auch nichts mit Wissenschaft zu tun, können aber genauso für ein finanzielles Auskommen der Studierenden sorgen, wie freiberuflicher Wünschelrutengang und Rückführungstherapien. Wozu also die Aufregung? Phrenologie und Rassenhygiene haben auch mal ihren Mann ernährt.

  • 14.03.2013 11:55 Uhr

    von Mumpel3000:

    Und welches Modul studieren die Klingonen, welche in dem Titelbild zu sehen sind? Normalerweise hat dieses Volk andere Interessen abseits der Heilung.

  • 14.03.2013 11:47 Uhr

    von Süder:

    Warum wird ein Bild von Star Trek Fans für diesen Artikel verwendet?

  • 14.03.2013 11:43 Uhr

    von Karl Kraus:

    Dass staatliche Forschungsgelder abhängig von privaten Entscheidern fließen, ist überall ein Skandal. Da werden dann auch gern mal Forschungen unter Verschluss gehalten, bis der spendable Konzern sein placet gegeben hat. Hat nix mit Parawissenschaften zu tun, sondern mit Geldmachtgeilheit.

  • 14.03.2013 11:41 Uhr

    von MiaMia:

    Super Artikel. Macht Lust auf Recherche. Gibt’s im Netz von der Uni Studienpläne etc? Gibt irgendwo journalistische Arbeiten zu dem Studiengang?
    Und: Was das Bild mit dem Artikel zu tun hat? Ich würde es unter Verleumdung einordnen.

    Um was geht es eigentlich? Um das Institut? Oder den Studiengang? Ist ja ein Unterschied...

    Also, der weiterbildende Masterstudiengang heißt "Kulturwissenschaften und komplementäre Medizin". Zielgruppe sind ÄrztInnen und GesundheitswissenschaftlerInnen. Er beschäftigt sich mit unterschiedlichen – nicht allein mit den durchgesetzten – Konzepten von „Medizin“.

    Wo ist das Problem? Es spielt im wissenschaftlichen Bereich primär keine Rolle, ob ich Konzepte glaube. Wichtig ist, aus Abstand heraus das Wesentliche dieser Gedankensysteme zu erfassen und einordnen und damit agieren zu können – ggf. natürlich auch in Abgrenzung. Dass der Autor Homöpathie da für unglaubwürdig hält (im Gegensatz zur Pharmalobby, die meine Krankenkasse gekapert und dort Erstattung homöopatischer Mittel durchgesetzt hat ;-)) ist egal.

    Auch die Unkenntnis des Autors in Quantentheorie ist irrelvant. Die spricht weder für oder gegen Homöopathie oder gar Studiengänge. Wenn Unverständnis oder dann eben Quantentheorie ein Argument gegen etwas / Studiengänge ist, dann sind alle, alle Studiengänge zu schließen: Psychologie und Astrophysik allen voran, da dort ggf. Quantentheorie behandelt wird. Das Wesen des Studium ist es nunmal, Fremdes und ggf. Befremdendes zu lernen und nicht, vertrautes im Kopf zu rühren.

    Vielleicht ergibt sich nun eine Erklärung zum Verhalten der Uni? Vermuten tu ich’s. Interessieren würde es mich.

    Viel interessanter finde ich jedoch die unbehandelte Frage, welche Methodiken in dem Studiengang gelehrt werden. Wie ist sichergestellt dass wissenschaftlich gearbeitet wird oder ob ideologisch gelehrt wird i.S. dessen, dass Konzepte plötzlich als Heilsbringer darstehen statt als –ggf. auch mal arg befremdliche, aber benennbare und vergleichbare, kritisierbare – Konzepte?

    Der Verweis auf dem Autor verschlossene Theorie, Newsletter oder skurile Doktorarbeiten reicht da nicht. Solche Frage ist an die Lehrverantwortlichen der Uni zu stellen. Da müssen die Lehrverantwortlichen und Personalverantwortlichen begründen und ggf. ein Lehrkonzept präsentieren. Warum hat der Autor da nicht gefragt? Das machen doch JournalistInnen sorgfälltigerweise, oder?
    Und können die, die da beauftragt werden, wissenschaftliche Skepsis zu vermitteln, diese überhaupt lehren? Was weist sie als Lehrbefähigte aus, welche Qualitätssicherung sorgt in den Lehrprogrammen und bei der Personalauswahl und Personalfortbildung an der Uni für die methodische Qualität und Lehrqualität der Profs. – nach nach welchen Kriterien? Und sind die teilbar? Oder finde ich die doch didaktisch wohlmöglich arg unterbelichtet?
    Wie ist sichergestellt, dass in Prüfungen nicht Ideologien sondern wissenschaftliches, konzeptuelles, vergleichendes, skeptisches Denken zum Tragen kommt – und nicht auf den Prof und sein Firmenhandlungsfeld hin angepasstes Verhalten?
    Das wären meine – und ich finde auch: spannendere journalistische - Fragen.
    Wobei das Fragen sind, die immer alle Studiengänge betreffen und die alle Universitäten beantworten können müssen – dazu sind sie verpflichtet. Tun sie es?

    Allerdings find ich persönlich neben dem Pharmabereich Verquickung in den Bereichen spannender, wo mehr Geld bewegt wird: Den Offshore Wind Bereich, den Atom/Energie-Bereich, den Bereich der Militär-, Verkehrs- aka Autolobby...
    Stiftungsprofessuren gibt es hier so lang wie uns diese gemeingefährliche Wirtschaftszweige und ihre Produkte aufgedrückt werden. Z.B. von VW. Es ist für mich interessanter, hier zu schauen, ob wissenschaftlich oder ideologisch gelehrt wird, ob in der Lehre z.B. die neuen Milliardenprojekte Offshore eine (schon vertraute) Energiewirtschaftsstruktur darstellen oder nur wieder neue Heilsbringer sind.
    Heilsbringer werden sie nicht dadurch, dass sich Studies mit ihnen befassen. Eher dadurch, dass eine Uni mit dem falschen Verweis auf Freiheit von Forschung und Lehre - zusieht, wo Lehrenden ihr Handlungsfeld, auf dem ihre Firma Geld macht, als „Energieerzeugung der Zukunft“ und nicht als ein – noch zu bewertendes - Konzept unter anderen behandeln. Wo Uni als Instutution verantwortungsleugnend zusieht, dass mit einem friss-oder-stirb- Lehransatz Wissen“ in die Köpfe der Studies hineingeprügelt wird und wo nachfolgend Prüfungsmacht statt wissenschaftliches sozial angepasstes Verhalten einbläut: Antworten, die für komplexe Fragen nur ein einziges "wahres" Lösungskonzept vorsehen.

    In diesem Sinne also: Gern weiter Hochschulwatch. Und mit journalistischen Fragen, die weh tun.

  • 14.03.2013 11:39 Uhr

    von Wolf 359:

    Liebes Taz-Team,
    interessanter Artikel. Jedoch finde ich die Bebilderung dazu völlig unpassend. Die Science-Fiction-Reihe Star Trek und die Klingonen haben nichts mit esotherik oder Pseudowissenschaften zu tun. Das wirft einen völlig falschen Blick auf die Star Trek-Community. Ganz im Gegenteil zu diesem Hokuspokus ist das fiktionale Klingonisch eine weltlich anerkannte und ISO-zertifizierte Sprache (nach ISO 639).

  • 14.03.2013 11:26 Uhr

    von Rudi-Habermas Luhmann:

    Gut, dass die taz endlich mal kritisch über Homöopathie berichtet. Allzuoft scheint in der Postmoderne eine linksalternative Haltung mit kritischem Denken zu fremdeln.

  • 14.03.2013 11:15 Uhr

    von Pia Loge:

    Aha, jetzt sind die esowatcher oder zu neu, die psiramer also auch bei der TAZ gelandet und verbreiten nun auch hier ihr 'Wissen' gegen alles Naturheilkundliche. Solchen Gruppierungen sollte die TAZ keine Plattform bieten. Die Redaktion sollte sich lieber Fragen, wer von solchen gezielt gesteuerten Kampagnen gegen alles Naturheilkundliche profitiert.

    Seid euch bewusst Redaktion, dass dies ein sehr schwarzer Tag für die TAZ ist.

  • 14.03.2013 10:52 Uhr

    von ich muss sagen es wünschelt sehr:

    mehr Sauerkraut essen, dann klappts auch mit dem feinstofflichen Stuhl ;)

  • 14.03.2013 10:41 Uhr

    von RudiRatlos:

    "Das Land Brandenburg hat im Stiftungsrat der Hochschule, dem obersten Entscheidungsgremium, ebenfalls auf ein Ende der Peinlichkeiten gedrängt. Das Problem: Es hat dort keine Mehrheit, nur ein Vetorecht. Als der Studiengang geschaffen wurde, hat es von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch gemacht. Solange der Stiftungsrat nun nicht gegen das Institut stimmt, kann das Land innerhalb der Universität wenig ausrichten."
    Wann wurde dieses Institut gegründet? 2007?
    Wenn ich mich richtig erinnere, war zu dem Zeitpunkt, als noch ein Veto wirksam möglich war, eine Naturwissenschaftlerin Wissenschaftsministerin in Brandenburg, unsere heutige Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU)

  • 14.03.2013 10:19 Uhr

    von Wissenschaftliches Denken:

    Ach und an Mainstream-Instituten wird nicht mit privaten Geldern Auftragsforschung betrieben? Der Artikel nimmt spannende argumentative Verkürzungen vor: von Hellsehen zur Homöopathie. Nur weil ich einen Effekt nicht oder mit bestehenden Methoden noch nicht messen kann, heißt es ja nicht, dass es keinen Effekt gibt. Es gibt etliche medizinische Produkte auf dem Markt- "alternativ" oder konventionell, die nicht wirken oder zumindest nicht so wie sie sollten. Das ist aber nicht das Problem eines universitären Instituts, sondern der staatlichen Zulassungsstellen. Warum nicht Abseitiges erforschen? Es gibt an den Unis ja auch Fächer wie VWL, die mit evolutionären Wirtschaftswellen ein ewiges Auf und Ab von Wirtschaftszyklen prophezeihen. Wissenschaft ist diskursiv und immer vorläufig - da findet sich zwangsläufig auch mal das ein oder andere nicht haltbare Ergebnis.

  • 14.03.2013 10:10 Uhr

    von draus vom Walde komm ich her:

    Ich finde es voll gemein, dass über Paranormale Glaubens- tschuldigung Wissenschaften so hergezogen wird. Vor allem, da ich gerade meine Masterarbeit zum Thema mystischer Stuhlgang plane. Darin soll der mystische Weg von Lebensmitteln durch ihre Transformationen und Metamorphose auf der grobstofflichen Ebene nachvollzogen werden, die in einem Stoffwechselendprodukt münden, welcher sich olfaktorisch der Umwelt verkündet. Dank des schnüffelns an solcherlei Stoffwechselendprodukte soll auf der paramentalen Ebene der - homöopathisch begründete - umgekeherte Weg beschritten werden, also Scheiße in Wissen bzw. Wissenschaft zurückmetamorphisiert werden. Die Viadrina hat schon Interesse angemeldet.

  • 14.03.2013 09:59 Uhr

    von Biggi:

    "Dabei zeigen etliche Studien, dass Homöopathie nicht hilft. Alles andere wäre auch eine Sensation, weil die Wirkstoffe in homöopathischen Arzneien traditionell bis unter die Nachweisgrenze verdünnt werden. Einen medizinisch plausiblen Grund für die Alternativmedizin-Therapie gibt es nicht."

    Was diese Aussage in diesem Artikel zu suchen hat, ist mir etwas rätselhaft. Zum einen sind diese "etlichen Studien" vorwiegend von Befürwortern der Schulmedizin durchgeführt worden, von daher kann es auch zu keinem anderen Ergebnis kommen, da die Schulmedizin ja vehement verteidigt werden muss...
    Zum anderen sind meine Erfahrungen mit homöopatischen Arzneien in ihrer Wirkungsweise durchaus positiv.... man sollte Dinge, die man nicht versteht und dennoch passieren nicht mit "Hexerei" gleichsetzen...

  • 14.03.2013 09:55 Uhr

    von Undine:

    Mir ist zwar auch bekannt, dass wir in einer Diktatur des Materialismus leben, aber trotzdem irritieren mich die Attacken, die in diesem ansonsten durchaus intelligenten Blatt ständig gegen die Homöopathie geritten werden, ziemlich stark. Da gab es doch vor einiger Zeit so einen irgendwie verzweifelten Autor, der ständig mit immer neuen Artikeln unter der Überschrift "Warum ich Homöopathie nicht verstehe" langweilte. Und ich dachte immer, es wäre die Aufgabe von Journalisten, über Dinge zu schreiben, von denen sie etwas verstehen ...
    Diese Artikel machten eher den Eindruck, Leute davon überzeugen zu wollen, dass sie Energiemedizin nicht anwenden sollten. Aber niemand, der durch Homöopathie oder andere energetische Therapien Heilung oder Linderung seiner Beschwerden findet, wird sich durch solche selbstgefällig-ignoranten Ergüsse davon abhalten lassen, sorry.
    Und natürlich lässt sich deren Wirksamkeit nicht durch die Methoden der akademischen Wissenschaft beweisen, denn die sind ja extra zu dem Zweck designt worden, vor echtem Erkenntniszuwachs zu schützen.
    Sich - wie oben - an den privaten Fördermitteln für Lehrstühle zur Erforschung und Vermittlung von Komplementärmedizin hochzuziehen, ist auch etwas albern, weil 100.000 € (meinetwegen +x) gegen die Summen, mit denen die konventionelle Medizinforschung Ihre Produkte und Theorien auf den Markt und in die Bildungsstätten drückt, einfach wirklich nur ... peanuts sind.

  • 14.03.2013 09:37 Uhr

    von Jörg Gehlen:

    Sehr geehrter Herr Kramer,

    ich findes es schon ziemlich arrogant, Homöopathie mit Okkultismus und Scharlatanerie gleichzusetzen. Es gibt sicher genauso viele Studien, die die Wirksamkeit der Homöopathie zweifelsfrei belegen. Nur weil die Wirkungsweise nicht nachvollzogen werden kann, heißt das noch lange nicht, dass dann auch keine Wirkung vorhanden ist. Auch das übliche Placebo-Argument ist längst widerlegt. Oder glauben Sie etwa, mann könne einem Pferd einreden, dass ein paar Kügelchen helfen. Nun gut, jedem seine Meinung. Es wäre aber besser gewesen, Sie hätten sich auch mit den Studien beschäftigt, die die Wirksamkeit belegen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jörg Gehlen

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