Wenn wir Ananas essen, kommt die meist aus Costa Rica. Manche Plantagendörfer zahlen dafür einen hohen Preis: Pestizide verseuchen ihr Leitungswasser.von Jost Maurin
Die gemessenen Konzentrationen von Bromacil im Trinkwasser sind unbedenklich, selbst wenn man die Daten auf der Website der pestizidkritischen Organisation PAN zu Rate zieht. Die Referenzdosis von Bromacil betraegt 100 microgramm je Tag und Kilogramm Koerpergewicht. Hier ist bereits ein Sicherheitsfaktor von 100 enthalten. Ein 70 kg schwerer Mensch kann also lebenslang 7000 microgramm Bromacil taeglich aufnehmen, ohne zu Schaden zu kommen. Wenn im Trinkwasser in Costa Rica gerade einmal 7 microgramm je Liter gemessen wurden, so nimmt man bei einem Konsum von 2 Litern pro Tag gerade einmal 0,2 Prozent der akzeptablen Dosis auf. Der Vergleich mit dem EU Grenzwert ist hier nicht sinnvoll, weil die EU generell keine Pestizide oberhalb von 0.1 microgramm je Liter erlaubt, unabhaengig davon, ob diese Gehalte gesundheitsschaedlich sind oder nicht. Die USA erlauben bspw. 70 microgramm Bromacil je Liter Trinkwasser, also zehnmal mehr als hier beanstandet wurden.
17.03.2013 21:41 Uhr
von tsitra:
Da ca. mindestens 3/4 aller Lehrer/innen sehr angepasste und ziemlich mittelmäßige Charaktere sind, lernt kaum jemand in der Schule, dass sogenannte "Pflanzenschutzmittel" (schon der Begriff ist eine faschistoide Beschönigung), also Pestizide und Herbizide etc., reines G I F T sind und entsprechend, zumindest hier in Europa, durch Totenkopf-Symbol gekennzeichnet werden müssen.
Fachleute wissen, dass diese Gifte nicht mehr aus dem Grundwasser rauszukriegen sind und hormonell wirken, also auch für die steigende Unfruchtbarkeit und für etliche sonstige Krankheiten verantwortlich sind.
Ja, aber leider denken wohl auch die meisten Lehrer/innen: "Das GUTE daran sind die billigen Preise, dann kann ich was sparen und mir noch 'was Schönes kaufen" und freuen sich wie die Honigkuchenpferdchen, wenn sie sich mit dem gesparten Geld dann irgendeinen Dreck/Plunder kaufen können "an dem genauso viel Blut klebt"
Wie soll sich da noch rechtzeitig was ändern?
17.03.2013 15:40 Uhr
von Karl K :
A never ending story.
Nach dem Film " Hugo Chavez" gestern Abend denke ich: alle Länder Mittel- und Südamerika einschl. Mexiko brauchen ihren Chavez. Auch in dem Wissen, um die politische Problematik eines latenten Caudilliismo im Bolivarismo.
Neben Dole haben seit Ende des 19.Jahrhunderts deren schärfster Konkurrent, die United Fruits Costa Rica und ihren Staatsapperat voll im Griff. Sie bestimmen, was läuft, was zugelassen und nicht verboten wird. Gleiches gilt - variiert bei vorhandenen (Boden)schätzen Öl, Erze, Guano, Holz usw - für alle übrigen Staaten.
Ich seh noch das "United-fruits-hands-off" in den 60ern meines Vaters und des 'Oberkaziken', seines besten Freundes aus venezolanischen Zeit bei Blohm in den 20ern auf mein Stichwort - ' United Fruit'!?
Dabei war/ist Großkonzern Blohm in Venezuela kein 'Waisenknabe', wie der Roman ' Canaima' von Gallegos zum Kautschuk eindrucksvoll belegt. Aber UF wütete kontinentweit - unter permanenten militärischen wie geheimdienstlichen Schutz der USA - mittels ungehindertem Menschen- und Resourcen Raubbau. Die Bevölkerung wurde standardgemäß von den finanziellen Vorteilen ausgeschlossen. Ganze Landstriche verödeten zudem, als und wenn sich aus welchen Gründen auch immer, der jeweilige Anbau nicht mehr lohnte.
Gesundheits-, Arbeits-, Gewerkschaftsschutz - Zero; notfalls wurde/wird die militärische Gewalt des jeweiligen Staates - in legendären Massakern - auch gern mit Hilfe der CIA instrumentalisiert. Das 9/11 unter dem Kreuz des Südens - meint Chile.
Das ist der Rahmen - in dem sich Barbara Rias-bucher und wir übrigen ungehemmten Schleckermäuler uns bewegen.
17.03.2013 11:12 Uhr
von FaktenStattFiktion:
Gute Idee. Wenn Costa Rica keine Ananas und Bangladesh keine Textilien mehr exportiert, wird es beiden Ländern besser geht.
Etwa so gut, wie es Schlecker nach dem Boykott ging....
17.03.2013 08:44 Uhr
von manfred gerber:
Solange die Pflanzenbauberater der chemischen Industrie gemeinsam mit den Behörden für die Beratung zuständig sind, wird nichts an pestizidfreien Verfahren zu den Ananasproduzenten durchdringen. Auch bei uns ist das die ungebrochene Regel. Würde unser Trinkwasser nicht aus tiefen Schichten gepumt und aufwändig gereinigt, müssten wir auch Pestizide saufen. Die massiv aussterbende Fauna ist der beste Beweis dafür, was wir für Leckereien in unseren Oberflächengewässern haben.
16.03.2013 22:16 Uhr
von Uwe Korpat:
Vielen Dank für den sinnvollen Beitrag. Vorallem dem Sonntaz-Artikel ist nichts mehr hinzu zu fügen, außer: Esst Bio-Exoticfrüchte, dafür 3 mal weniger, da haben wir alle dabei gewonnen !
Leserkommentare
21.03.2013 03:43 Uhr
von Risikobewerter:
Die gemessenen Konzentrationen von Bromacil im Trinkwasser sind unbedenklich, selbst wenn man die Daten auf der Website der pestizidkritischen Organisation PAN zu Rate zieht. Die Referenzdosis von Bromacil betraegt 100 microgramm je Tag und Kilogramm Koerpergewicht. Hier ist bereits ein Sicherheitsfaktor von 100 enthalten. Ein 70 kg schwerer Mensch kann also lebenslang 7000 microgramm Bromacil taeglich aufnehmen, ohne zu Schaden zu kommen. Wenn im Trinkwasser in Costa Rica gerade einmal 7 microgramm je Liter gemessen wurden, so nimmt man bei einem Konsum von 2 Litern pro Tag gerade einmal 0,2 Prozent der akzeptablen Dosis auf. Der Vergleich mit dem EU Grenzwert ist hier nicht sinnvoll, weil die EU generell keine Pestizide oberhalb von 0.1 microgramm je Liter erlaubt, unabhaengig davon, ob diese Gehalte gesundheitsschaedlich sind oder nicht. Die USA erlauben bspw. 70 microgramm Bromacil je Liter Trinkwasser, also zehnmal mehr als hier beanstandet wurden.
17.03.2013 21:41 Uhr
von tsitra:
Da ca. mindestens 3/4 aller Lehrer/innen sehr angepasste und ziemlich mittelmäßige Charaktere sind, lernt kaum jemand in der Schule, dass sogenannte "Pflanzenschutzmittel" (schon der Begriff ist eine faschistoide Beschönigung), also Pestizide und Herbizide etc., reines G I F T sind und entsprechend, zumindest hier in Europa, durch Totenkopf-Symbol gekennzeichnet werden müssen.
Fachleute wissen, dass diese Gifte nicht mehr aus dem
Grundwasser rauszukriegen sind und hormonell wirken, also auch für die steigende Unfruchtbarkeit und für etliche sonstige Krankheiten verantwortlich sind.
Ja, aber leider denken wohl auch die meisten Lehrer/innen:
"Das GUTE daran sind die billigen Preise, dann kann ich was sparen und mir noch 'was Schönes kaufen" und freuen sich wie die Honigkuchenpferdchen, wenn sie sich mit dem gesparten Geld dann irgendeinen Dreck/Plunder kaufen können "an dem genauso viel Blut klebt"
Wie soll sich da noch rechtzeitig was ändern?
17.03.2013 15:40 Uhr
von Karl K :
A never ending story.
Nach dem Film " Hugo Chavez" gestern Abend
denke ich: alle Länder Mittel- und Südamerika einschl.
Mexiko brauchen ihren Chavez.
Auch in dem Wissen, um die politische Problematik
eines latenten Caudilliismo im Bolivarismo.
Neben Dole haben seit Ende des 19.Jahrhunderts deren schärfster Konkurrent,
die United Fruits Costa Rica und ihren Staatsapperat voll im Griff.
Sie bestimmen, was läuft, was zugelassen und nicht verboten wird.
Gleiches gilt - variiert bei vorhandenen (Boden)schätzen Öl, Erze, Guano, Holz usw -
für alle übrigen Staaten.
Ich seh noch das "United-fruits-hands-off" in den 60ern meines Vaters und des 'Oberkaziken', seines besten Freundes aus venezolanischen Zeit bei Blohm in den 20ern auf mein Stichwort - ' United Fruit'!?
Dabei war/ist Großkonzern Blohm in Venezuela kein 'Waisenknabe',
wie der Roman ' Canaima' von Gallegos zum Kautschuk eindrucksvoll belegt.
Aber UF wütete kontinentweit - unter permanenten militärischen wie geheimdienstlichen Schutz der USA - mittels ungehindertem Menschen- und Resourcen Raubbau.
Die Bevölkerung wurde standardgemäß von den finanziellen Vorteilen ausgeschlossen.
Ganze Landstriche verödeten zudem, als und wenn sich aus welchen Gründen auch immer, der jeweilige Anbau nicht mehr lohnte.
Gesundheits-, Arbeits-, Gewerkschaftsschutz - Zero;
notfalls wurde/wird die militärische Gewalt des jeweiligen Staates
- in legendären Massakern - auch gern mit Hilfe der CIA instrumentalisiert.
Das 9/11 unter dem Kreuz des Südens - meint Chile.
Das ist der Rahmen - in dem sich Barbara Rias-bucher und
wir übrigen ungehemmten Schleckermäuler uns bewegen.
17.03.2013 11:12 Uhr
von FaktenStattFiktion:
Gute Idee. Wenn Costa Rica keine Ananas und Bangladesh keine Textilien mehr exportiert, wird es beiden Ländern besser geht.
Etwa so gut, wie es Schlecker nach dem Boykott ging....
17.03.2013 08:44 Uhr
von manfred gerber:
Solange die Pflanzenbauberater der chemischen Industrie gemeinsam mit den Behörden für die Beratung zuständig sind, wird nichts an pestizidfreien Verfahren zu den Ananasproduzenten durchdringen.
Auch bei uns ist das die ungebrochene Regel.
Würde unser Trinkwasser nicht aus tiefen Schichten gepumt und aufwändig gereinigt, müssten wir auch Pestizide saufen. Die massiv aussterbende Fauna ist der beste Beweis dafür, was wir für Leckereien in unseren Oberflächengewässern haben.
16.03.2013 22:16 Uhr
von Uwe Korpat:
Vielen Dank für den sinnvollen Beitrag. Vorallem dem Sonntaz-Artikel ist nichts mehr hinzu zu fügen, außer: Esst Bio-Exoticfrüchte, dafür 3 mal weniger, da haben wir alle dabei gewonnen !