Um Vorlesungsinhalte extern bereitzustellen, macht die Freie Universität Berlin einen Deal mit Apple. Nicht nur an der Exklusivität regt sich Kritik.von Hanno Böck
Univerität steht für universalen Zugang zu Wissen in der Tiefe und größtmöglicher Bandbreite über alle bekannten Wissensdisziplinen.
Freiheit der Lehre = Freiheit der Lehrkräfte + Freiheit der Studenten zum Zwecke der Erreichung bestmöglicher Leistungen (theoretisch und praktisch)
Dieser Beschluss der Uni-Leitung ist ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht, die Freiheit der Lehre und sozialdarwinistische Privilegisierung. Appleprodukte sind Sozialschichtenprodukte und unterminieren beide grundlegenden Prinzipien der Universität deutscher Prägung. Es ist nicht zumutbar erst 400-600 EURO für ein Apple Handy ausgeben zu müssen, um dann sich die Lehrinhalte anschauen zu dürfen. Soviel kann eine Mutter mit HarzIV-Bezug trotz jobbenden Student(m/w) mit Bafög aber hoher Mietforderungen, Inneneinrichtungsfinanzierung + Nebenjob nicht seriös finanzieren. Oder sollen zukünftig auch Handies vom Staat finanziert werden müssen? Und es ist nicht gerecht, dass nur Apple-Handy-Besitzer Lehrangebote einer öffentlichen-rechtlichen Institution mit öffentlichen Bildungsauftrag nutznießen dürfen! Das benachteiligt StudentInnen aus HarzIV-Familien wieder überproportional und zerstört auch die Wettbewerbsfreiheit zu Lasten anderer Smartphonehersteller, Verlage, Entertainmentproduzenten usw., TV-Produktionsfirmen usw. . Es vernichtet Arbeitsplätze, weil es Wachstummärkte von vornherein abschottet, was gerade bei vielen Medienanbietern die neue Vermarktungsstrategien zum überleben suchen, zerstört. Und Apple diktiert auch wieder das Apple-Medienrecht einer deutschen gesetzlich verankerten Institution! Wie blöd kann man eigentlich sein, sich sein bescheidenes Renommee so zu verspielen??
Die Uni zerstört zukünftige Marktpotentiale auch für ihre AbsolventInnen! Was für liebe Lemminge,wir doch da wieder hingesetzt haben!
28.03.2013 09:03 Uhr
von linda:
Das Wissen der FU-, Uni-, TU Berlin gehört dem Volk. Es ist sehr löblich endlich die Lehrinhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Warum hier aber eine Hinerziehung zur Technologiemonopolhörigkeit völlig wider dem liberalen Gründungsgeist der Uni erzwungen soll, um persönliche Freiheit zu erringen, erschließt sich mir nicht. Zumal dann vielleicht auch noch Apple Weitervertriebsrechte bekommt! Dieses Wissen gehört dem Volk!!!
Wenn die Uni-Leitung wenigstens über grundlegende marktwirtschaftliche Kenntnisse verfügen würde, würde sie ihre Vorlesungen in Sammel-DVD-Bänden veröffentlichen mit Quizabfragefunktion und Klausur/Lösungen aller Jahrgänge; anschließenden Recherchetools und diese über viele anerkannte Verlage verkaufen und die Gewinne in eine bessere Lehre investieren, mehr Doktorandenstellen finanzieren und Medienaufbereitungsprojekte durch MedienpsychologInnen und LektorInnen, GrafikerInnen, Animationskünstler, Filmer,Modellbildner usw. stemmen.
Die eine oder andere halbe Stelle könnte dann auch in eine Vollzeitstelle umgewandelt werden. Die Dummheit der Betriebswirtschaftler, der Grund für Europas und Deutschlands Krise beginnt leider schon in den Schulen und Hochschulen! Einfach kein Talent und viel Prinzipienlosigkeit. Du sollst keine Knebelverträge bejahen!!
Wo sind die MacherInnen noch? Immer muss nach dem nächsten Großkonzern gejammert werden!! Und so etwas nennt sich Elite!! Berlin ist völlig überschätzt!
Kampf der Megakonzernoligarchie; Freiheit den Völkern!
15.03.2013 19:36 Uhr
von Maxwellscher Dämon:
Mit der Entscheidung, Lehrinhalte ausschliesslich für Apple-Geräte bereitzustellen hat sich die FU Berlin selbst isoliert und vom Fortschritt abgekoppelt.
15.03.2013 12:39 Uhr
von Prof.Primus von Quack:
Auch als geborener Wiener - die freie Universität ist nie frei gewesen! Sie ist ein Ziehkind des primitiven Antikommunismus, welches schon bei der Gründung von den USA finanziert wurde und hat sich nach dem Ende des kalten Krieges folgerichtig dem Neoliberalismus zugewandt.
Die 68er waren gewissermaßen Ausdruck gelebter Pubertät dieser Lehranstalt. Da gibt man sich gern revolutionär um am Ende reumütig in den Schoß der Hätscheleltern zurück zu kehren.
Der Präsident dieser merkwürdigen Uni ist eine Marionette amerikanischer Unternehmen und ist, wie man sieht, unfähig selbstständig zu denken.
15.03.2013 12:38 Uhr
von Hobosapiens:
Da wird der Titel "freie Universität" Berlin ad absurdum geführt... ob das der richtige Weg ist darf bezweifelt werden.
Leserkommentare
29.03.2013 06:00 Uhr
von kritiker:
Freiheit von Forschung und Lehre
= Freiheit der Forschung + Freiheit der Lehre
Univerität steht für universalen Zugang
zu Wissen in der Tiefe und größtmöglicher Bandbreite
über alle bekannten Wissensdisziplinen.
Freiheit der Lehre = Freiheit der Lehrkräfte
+ Freiheit der Studenten
zum Zwecke der Erreichung
bestmöglicher Leistungen
(theoretisch und praktisch)
Dieser Beschluss der Uni-Leitung
ist ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht,
die Freiheit der Lehre und sozialdarwinistische
Privilegisierung.
Appleprodukte sind Sozialschichtenprodukte
und unterminieren beide grundlegenden Prinzipien
der Universität deutscher Prägung.
Es ist nicht zumutbar erst 400-600 EURO für ein
Apple Handy
ausgeben zu müssen, um dann sich die Lehrinhalte
anschauen zu dürfen.
Soviel kann eine Mutter mit HarzIV-Bezug
trotz jobbenden Student(m/w)
mit Bafög aber hoher Mietforderungen, Inneneinrichtungsfinanzierung + Nebenjob nicht
seriös finanzieren.
Oder sollen zukünftig auch Handies vom Staat
finanziert werden müssen?
Und es ist nicht gerecht, dass nur Apple-Handy-Besitzer Lehrangebote einer öffentlichen-rechtlichen
Institution mit öffentlichen Bildungsauftrag
nutznießen dürfen!
Das benachteiligt StudentInnen
aus HarzIV-Familien wieder überproportional
und zerstört auch die Wettbewerbsfreiheit
zu Lasten anderer Smartphonehersteller, Verlage,
Entertainmentproduzenten usw.,
TV-Produktionsfirmen usw. .
Es vernichtet Arbeitsplätze, weil es Wachstummärkte
von vornherein abschottet, was gerade bei vielen
Medienanbietern die neue Vermarktungsstrategien
zum überleben suchen, zerstört.
Und Apple diktiert auch wieder das Apple-Medienrecht einer deutschen gesetzlich verankerten
Institution! Wie blöd kann man eigentlich sein,
sich sein bescheidenes Renommee so zu verspielen??
Die Uni zerstört zukünftige Marktpotentiale
auch für ihre AbsolventInnen! Was für liebe
Lemminge,wir doch da wieder hingesetzt haben!
28.03.2013 09:03 Uhr
von linda:
Das Wissen der FU-, Uni-, TU Berlin gehört
dem Volk.
Es ist sehr löblich endlich die Lehrinhalte
einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Warum hier aber eine Hinerziehung
zur Technologiemonopolhörigkeit völlig
wider dem liberalen Gründungsgeist der Uni
erzwungen soll, um persönliche Freiheit
zu erringen, erschließt sich mir nicht.
Zumal dann vielleicht auch noch Apple
Weitervertriebsrechte bekommt!
Dieses Wissen gehört dem Volk!!!
Wenn die Uni-Leitung wenigstens über grundlegende
marktwirtschaftliche Kenntnisse verfügen würde,
würde sie ihre Vorlesungen in Sammel-DVD-Bänden
veröffentlichen mit Quizabfragefunktion
und Klausur/Lösungen aller Jahrgänge;
anschließenden Recherchetools und diese
über viele anerkannte Verlage verkaufen und die
Gewinne in eine bessere Lehre investieren,
mehr Doktorandenstellen finanzieren und
Medienaufbereitungsprojekte durch MedienpsychologInnen
und LektorInnen, GrafikerInnen, Animationskünstler,
Filmer,Modellbildner usw. stemmen.
Die eine oder andere halbe Stelle könnte dann
auch in eine Vollzeitstelle umgewandelt werden.
Die Dummheit der Betriebswirtschaftler,
der Grund für Europas und Deutschlands Krise
beginnt leider schon in den Schulen und Hochschulen!
Einfach kein Talent und viel Prinzipienlosigkeit.
Du sollst keine Knebelverträge bejahen!!
Wo sind die MacherInnen noch?
Immer muss nach dem nächsten Großkonzern
gejammert werden!! Und so etwas nennt sich
Elite!! Berlin ist völlig überschätzt!
Kampf der Megakonzernoligarchie;
Freiheit den Völkern!
15.03.2013 19:36 Uhr
von Maxwellscher Dämon:
Mit der Entscheidung, Lehrinhalte ausschliesslich für Apple-Geräte bereitzustellen hat sich die FU Berlin selbst isoliert und vom Fortschritt abgekoppelt.
15.03.2013 12:39 Uhr
von Prof.Primus von Quack:
Auch als geborener Wiener - die freie Universität ist nie frei gewesen! Sie ist ein Ziehkind des primitiven Antikommunismus, welches schon bei der Gründung von den USA finanziert wurde und hat sich nach dem Ende des kalten Krieges folgerichtig dem Neoliberalismus zugewandt.
Die 68er waren gewissermaßen Ausdruck gelebter Pubertät dieser Lehranstalt. Da gibt man sich gern revolutionär um am Ende reumütig in den Schoß der Hätscheleltern zurück zu kehren.
Der Präsident dieser merkwürdigen Uni ist eine Marionette amerikanischer Unternehmen und ist, wie man sieht, unfähig selbstständig zu denken.
15.03.2013 12:38 Uhr
von Hobosapiens:
Da wird der Titel "freie Universität" Berlin ad absurdum geführt... ob das der richtige Weg ist darf bezweifelt werden.