• 15.03.2013

Hochschule kooperiert mit Apple

Exklusives Datengeschenk

Um Vorlesungsinhalte extern bereitzustellen, macht die Freie Universität Berlin einen Deal mit Apple. Nicht nur an der Exklusivität regt sich Kritik.von Hanno Böck

  • 29.03.2013 06:00 Uhr

    von kritiker:


    Freiheit von Forschung und Lehre

    = Freiheit der Forschung + Freiheit der Lehre

    Univerität steht für universalen Zugang
    zu Wissen in der Tiefe und größtmöglicher Bandbreite
    über alle bekannten Wissensdisziplinen.

    Freiheit der Lehre = Freiheit der Lehrkräfte
    + Freiheit der Studenten
    zum Zwecke der Erreichung
    bestmöglicher Leistungen
    (theoretisch und praktisch)


    Dieser Beschluss der Uni-Leitung
    ist ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht,
    die Freiheit der Lehre und sozialdarwinistische
    Privilegisierung.
    Appleprodukte sind Sozialschichtenprodukte
    und unterminieren beide grundlegenden Prinzipien
    der Universität deutscher Prägung.
    Es ist nicht zumutbar erst 400-600 EURO für ein
    Apple Handy
    ausgeben zu müssen, um dann sich die Lehrinhalte
    anschauen zu dürfen.
    Soviel kann eine Mutter mit HarzIV-Bezug
    trotz jobbenden Student(m/w)
    mit Bafög aber hoher Mietforderungen, Inneneinrichtungsfinanzierung + Nebenjob nicht
    seriös finanzieren.
    Oder sollen zukünftig auch Handies vom Staat
    finanziert werden müssen?
    Und es ist nicht gerecht, dass nur Apple-Handy-Besitzer Lehrangebote einer öffentlichen-rechtlichen
    Institution mit öffentlichen Bildungsauftrag
    nutznießen dürfen!
    Das benachteiligt StudentInnen
    aus HarzIV-Familien wieder überproportional
    und zerstört auch die Wettbewerbsfreiheit
    zu Lasten anderer Smartphonehersteller, Verlage,
    Entertainmentproduzenten usw.,
    TV-Produktionsfirmen usw. .
    Es vernichtet Arbeitsplätze, weil es Wachstummärkte
    von vornherein abschottet, was gerade bei vielen
    Medienanbietern die neue Vermarktungsstrategien
    zum überleben suchen, zerstört.
    Und Apple diktiert auch wieder das Apple-Medienrecht einer deutschen gesetzlich verankerten
    Institution! Wie blöd kann man eigentlich sein,
    sich sein bescheidenes Renommee so zu verspielen??

    Die Uni zerstört zukünftige Marktpotentiale
    auch für ihre AbsolventInnen! Was für liebe
    Lemminge,wir doch da wieder hingesetzt haben!


  • 28.03.2013 09:03 Uhr

    von linda:

    Das Wissen der FU-, Uni-, TU Berlin gehört
    dem Volk.
    Es ist sehr löblich endlich die Lehrinhalte
    einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
    Warum hier aber eine Hinerziehung
    zur Technologiemonopolhörigkeit völlig
    wider dem liberalen Gründungsgeist der Uni
    erzwungen soll, um persönliche Freiheit
    zu erringen, erschließt sich mir nicht.
    Zumal dann vielleicht auch noch Apple
    Weitervertriebsrechte bekommt!
    Dieses Wissen gehört dem Volk!!!

    Wenn die Uni-Leitung wenigstens über grundlegende
    marktwirtschaftliche Kenntnisse verfügen würde,
    würde sie ihre Vorlesungen in Sammel-DVD-Bänden
    veröffentlichen mit Quizabfragefunktion
    und Klausur/Lösungen aller Jahrgänge;
    anschließenden Recherchetools und diese
    über viele anerkannte Verlage verkaufen und die
    Gewinne in eine bessere Lehre investieren,
    mehr Doktorandenstellen finanzieren und
    Medienaufbereitungsprojekte durch MedienpsychologInnen
    und LektorInnen, GrafikerInnen, Animationskünstler,
    Filmer,Modellbildner usw. stemmen.

    Die eine oder andere halbe Stelle könnte dann
    auch in eine Vollzeitstelle umgewandelt werden.
    Die Dummheit der Betriebswirtschaftler,
    der Grund für Europas und Deutschlands Krise
    beginnt leider schon in den Schulen und Hochschulen!
    Einfach kein Talent und viel Prinzipienlosigkeit.
    Du sollst keine Knebelverträge bejahen!!

    Wo sind die MacherInnen noch?
    Immer muss nach dem nächsten Großkonzern
    gejammert werden!! Und so etwas nennt sich
    Elite!! Berlin ist völlig überschätzt!

    Kampf der Megakonzernoligarchie;
    Freiheit den Völkern!

  • 15.03.2013 19:36 Uhr

    von Maxwellscher Dämon:

    Mit der Entscheidung, Lehrinhalte ausschliesslich für Apple-Geräte bereitzustellen hat sich die FU Berlin selbst isoliert und vom Fortschritt abgekoppelt.

  • 15.03.2013 12:39 Uhr

    von Prof.Primus von Quack:

    Auch als geborener Wiener - die freie Universität ist nie frei gewesen! Sie ist ein Ziehkind des primitiven Antikommunismus, welches schon bei der Gründung von den USA finanziert wurde und hat sich nach dem Ende des kalten Krieges folgerichtig dem Neoliberalismus zugewandt.

    Die 68er waren gewissermaßen Ausdruck gelebter Pubertät dieser Lehranstalt. Da gibt man sich gern revolutionär um am Ende reumütig in den Schoß der Hätscheleltern zurück zu kehren.

    Der Präsident dieser merkwürdigen Uni ist eine Marionette amerikanischer Unternehmen und ist, wie man sieht, unfähig selbstständig zu denken.

  • 15.03.2013 12:38 Uhr

    von Hobosapiens:

    Da wird der Titel "freie Universität" Berlin ad absurdum geführt... ob das der richtige Weg ist darf bezweifelt werden.

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