Spree, Pleiße und Elster färben sich rot: Eisenhydroxid, eine Folge des Braunkohleabbaus, bedroht die Tier- und Pflanzenwelt. Das Problem wird Jahrzehnte bleiben.von Nick Reimer
In Ihrer Zeitung las ich einen difusen Kommentar und noch viel eigenartigere Leserbeiträge zur Braunfärbung der Spree. Alles was dort reichlich hervortritt sind sachliche, geografische und historische Unkenntnis ! Dass der Spremberger Bürgermeister Schulze – der es als alter Spremberger eigentlich besser wissen müsste- auf solcher Populismuswelle mitzuschwimmen versucht, ist wohl seiner geplanten CDU-Bundestagskandidatur geschuldet. Aber zur Sache : Der Zustand der Spree hat weder direkt mit der DDR –Vergangenheit noch mit Vattenfall zu tun, gleich, wie man zu beidem steht. Bereits mein Großvater und mein Vater –alte Textilarbeiter in Spremberg - bekamen von ihren Müttern, das war vor und nach dem e r s t e n Weltkrieg von den Müttern entweder Badeverbot oder den Hinweis nur die dunkelbraunen Badehosen zu benutzen und sich anschließend gründlich die Ockerspuren abzuwaschen. Damals waren die Braunkohlelöcher noch kleine Badewannen ohne die großen Förderbrücken. Auch ich kenne diesen Zustand noch vom Schulschwimmen in den 40er und 50er Jahren. Angler waren schon damals erfolglos. Zur Zeit verstärkten Kohleabbaus mit dem Kombinat Schwarze Pumpe war der Zustand sogar über viele Jahre besser, die Reinigungsverfahren wurden ebenfalls technisch verbessert. Der Teil der Grundwässer, der über die Schwarze Elster abgeleitet wurde und wird, ist nach meinen Erfahrungen gar nicht betroffen. Auch mit dem Spreewald hat das wenig zu tun. Dort werden die Einleitungen der neuen Tagebaue östlich von Cottbus wirksam , nicht die aus dem Oberlauf der Spree. Natürlich hat das mit dem Auf und Ab des Grundwassers zu tun und vor allem mit der in den letzten 15 Jahren üblichen Nichtbeachtung früherer Forschungs-und Planungsvorlagen. Die gefluteten Seenlandschaften wurden wegen der hohen Kohlenachfragen viel behutsamer ausgeweitet , wie um Senftenberg.. In den letzten Jahren aber war besonders der Parteienehrgeiz vor Wahlen derart penetrant, dass möglichst in kürzester Zeit Seen ; Kanäle, möglichst Verbindungen für reiche Segler bis zu Ostsee aufgestaut werden sollten. Ohne Rücksicht auf die Auswirkungen. Im sächsischen, oberlausitzer Teil der Spree führte überhöhter Wasserrückhalt immer wieder je nach Regenmenge zu besonderer Eisenkonzentration im Raum Spremberg. Heute wird darüber nicht mehr sachlich informiert, sondern je nach Umweltkonjunktur und Parteienkonstellation. Am Ende schadet das der Bereitschaft, die Braunkohlenstromproduktion richtig einzuordnen, die wirtschaftliche Anziehungskraft zu erhalten und der Achtung vor den dortigen Bürgern zu dienen. …Braune Spree.. und gar Brauner Spreewald…das macht sich eben schön sensationell. Gründliche Recherche ist wohl im Eisengehalt untergebuttert . H.Raffelt 12587 Berlin
27.03.2013 18:22 Uhr
von Umweltgruppe:
Die Sulfatbelastung ist sehr wohl (zu 75 - 80 %) ein Problem aus dem aktiven Vattenfall-Bergbau. Das Eisen, dass jetzt in die Spree gelangt, stammt zwar aus vor Jahrzehnten umgewühlten Flächen. ABER: Jeder neue Tagebau schreibt das Problem für weitere Jahrzehnte fort. Sulfat kommt schon während des Tagebaubetriebes, weil man es nicht großtechnisch entfernen kann, Eisen wird anfangs noch in Reinigungsanlagen zurückgehalten. Steigt das Grundwasser dann nach dem Bergbau wieder, strömt Eisenwasser aber direkt und ungereinigt von der Seite in die Flüsse (sogenannte "diffuse Quellen").
25.03.2013 17:34 Uhr
von Dr. Satori:
Tja ja... die blühenden Landschaften des wilden Ostens kann man sehr schön hier betrachten: http://www.facebook.com/leipzigstadt
25.03.2013 09:43 Uhr
von biogeowissenschaftler:
@hand: wie der eine oder die andere vorkommentatorIn schon bemerkte: dieses Problem ist eine altlast, deren ursache schon einige dekaden zurückliegt. auch wenn derzeit immer noch kohle in D abgebaut wird, ist es m.E. nach völlig fehl am platz, diese probleme mit der aktuellen energiedebatte zu verbinden. die abgeschaltete atomenergie wurde zu großen teilen durch erneuerbare ersetzt. es wurde meine wissens seither kein neues kohlekraftwerk gebaut. @umweltbiologe: mal abgesehen von dem fakt, dass aluminium kein schwermetall ist, gebe ich Ihnen vollkommen recht. ich sehe das problem der mobilisierung von metallen durch schwefeloxidation nicht im eisen. Dieses ist zwar durch seine rote Farbe total spektakulär, jedoch für uns menschen unbedenklich. das hauptproblem geht von der mobilisierung von schwermetallen, wie Arsen und Cadmium aus, die auch immer mit im gestein vorhanden sind und i.d.R nicht sichtbar sind. Ich habe meine Bachelor-Arbeit zur Sanierung von Abraumhalden im Uranabbau Ronneburg geschrieben und kann das nur aus Erfahrung sagen.
25.03.2013 09:34 Uhr
von peter:
Die Verockerung hat so gut wie gar nichts mit der DDR zu tun. Warum erwähnt das denn der Artikle zu Beginn? Der Eiseneintrag ist eine Tagebaufolge, heute wie 1980, oder Kapitalismus oder Sozialismus, hier einmal völlig belanglos!
Was aber fehlt: langfristig ist die berliner Trinkwasserversorgung in Gefahr und nicht die Touris mit ihren Füßen im Spreewald.
25.03.2013 07:52 Uhr
von Berlinerin:
Die Braunkohle der Lausitz wird in Berlin zu Strom und Fernwaerme . Nur gerecht, das auch die braune Bruehe ihren Weg dort hin findet.
24.03.2013 22:39 Uhr
von Waldmeister:
In Chymie gepennt? Sulfate machen sauer, nicht basisch. Desweiteren fällt das von zweiwertig auf dreiwertig oxidierte Eisen praktisch sofort aus. Das Gejammer mit dem Uferfiltrat: jedes sauerstoffreie Grundwasser enthält ausreichend gelöstes Eisen. Deswegen wird es auch belüftet, damit eben das Eisen und das ebenfalls vorhandene Mangan) ausfällt (und der ebenfalls im Grundwasser vorhandene Schwefelwasserstoff verschwindet). Das ist stinknormale Trinkwasseraufbereitung, wie sie auch in nicht von Tagebauentwässerung betroffenen Gebieten durchgeführt wird. Der Huminsäureeintrag durch die Wasserhaltung in die Vorfluter sollte Euch mehr zu denken geben. Aber Huminsäuren sind ja bio und deshalb gut. Oder?
MfG, Waldmeister (Umwelttechniker mit Berufserfahrung in der Tagebausanierung und der Wasserwirtschaft)
24.03.2013 17:46 Uhr
von Egon:
Alles nicht so schlimm, die Hauptsache keiner erzählt jetzt wie sauber die Kernenergie ist.
24.03.2013 16:09 Uhr
von SchnurzelPu:
Ich muß schon sagen, dass mich der Artikel aufregt. Nicht weil das Wasser ockerfaben ist, sondern weil die Journalisten der TAZ so wenig naturwissenschaftliches Wissen haben. Das haben einige meiner Vorschreiber auch schon angemerkt. Wenn in solch schlechter Qualität, mangeldem Verständnis des Sachverhaltes wegen, in der TAZ berichtet wird, dann kann der Leser Diskussionen zu Umweltthemen nicht mehr Ernst nehmen. Leute Ihr braucht wissenschaftliche Berater, damit Ihr mit solchem Unsinn nicht unglaubwürdig werdet. Meine Mailadresse habt Ihr ja...
24.03.2013 15:51 Uhr
von Frodo:
Alle die, die hier so wohlfeil auf den vermeintlichen grünen Ökoterrorismus schimpfen, und dieses Problem der Energiewende anheften wollen, sollten sich vielleicht mal bewusst machen, dass die Ursache weit länger als 10 Jahre zurückliegt, nur sind die Symptome erst vor kurzem akut geworden.
Da müsste man allerdings weiter als von der Wand bis zur Tapete denken können (oder wollen).
24.03.2013 15:49 Uhr
von SchnurzelPu:
Das ganze in eutrophierende Seen leiten, dann fällt Eisen(III)phosphat aus und das macht den See wieder klar.
24.03.2013 15:48 Uhr
von rolf:
"Die rote Gefahr"
wäre der passende Titel zu dem Bild gewesen, aber dazu ist die TAZ zu feige, lieber kitzelt man wieder mit dem Neonazithema seine Leser.
24.03.2013 15:35 Uhr
von Waehler:
"Die braune Gefahr"???
Es ist eher eine "rostrote Gefahr" wie sie ja schreiben, übrigens genau wie die Linkspartei im Osten!!!
24.03.2013 15:33 Uhr
von David:
Schuld sind wieder einmal die GRÜNEN mit ihrem Ökototalitarismus, denn wären die AKWs nicht so schnell vom Netz (wegen der vielen Strahlentoten von Fokuschima wie Roth ja dreist behauptet hat) wären die ollen Braunkohletagebaus im Osten schon längst still gelegt worden. So ruinieren die das Weltkulturerbe Spreewald mit ihrem Ökowahn.
24.03.2013 14:07 Uhr
von Frank von der Kammer:
Natürlich muss das auf den Strompreis umgelegt werden, damit endlich Klarheit herrscht. 6 Mrd. Sanierungskosten? Die paar Cent, die für 1 KWh erneuerbare Energien zusätzlich gezahlt werden müssen, fallen ja nur deshalb auf, weil Kohle- und AKW Strom zu mehr als 50% über Steuern bezahlt werden. Und AKWs werden durch solidargemeinschaftliche Risikohaftung versichert. Eine echte Versicherung für AKWs kann sich nämlich keiner leisten.
Also, alle verdeckten Kosten auf den Tisch und schon sind regenerative Energien völlig konkurrenzfähig.
BTW: die Sulfidoxidation durch die die sauren Berkwerksabwässer entstehen erzeugt Fe(III)oxide und Sulfat aus Eisen(II)sulfid, dabei werden Protonen frei und das System versauert und nicht wie im Artikel geschrieben basischer. Sonst bräuchte man keinen Kalk zum neutralisieren, richtig? Und das mit dem Kalk ist auch schon häufig schief gegagen, da das bei der Neutralisation ausfallende Eisenoxid die Oberflächen des Kalksteins passiviert. aber da wird Herr Platzeck persönlich sicher eine gute Idee haben, wie man das verhindert.
24.03.2013 13:59 Uhr
von Umweltbiologe:
Dieses Phänomen ist als "Acid Mine Drainage" (http://de.wikipedia.org/wiki/Acid_Mine_Drainage) bereits gut bekannt und stellt unter anderem auch wegen hoher Schwermetallkonzentrationen (v.a. Aluminium) ein großes Problem dar. Aus der Oxidation des Pyrits (Gesamtgleichung: FeS2 + 3,5O2+H2O --> Fe2+ + 2SO4^2- + 2H^+) und anschließend der Ausfällung des Eisen(II) (Gleichung: Fe^2+ + 0,25O2 + 2,5H2O --> Fe(OH)3 + 2H^+) resultiert allerdings ein Säureeintrag ins Gewässer und nicht, wie im Artikel behauptet, ein Baseneintrag (Quelle: Röckmann, C. (2001): Von Pyrit bis Schwefelsäure. Die Versauerung von Braunkohle-Restlochseen. In: Forum Ökologie 12 (2)). Neben der Neutralisierung der Neutralisierung der Säureeinträge durch Kalk gibt es verschiedene andere Methoden wie beispielsweise Bioleaching (http://de.wikipedia.org/wiki/Bioleaching) oder Rückoxidation (siehe Röckmann, C. (2001)).
24.03.2013 13:50 Uhr
von hand:
Und dank der deutschen Panikmache nach Fukushima laufen bei uns die Braunkohlekraftwerke mehr als je zuvor. Atomangst bringt uns somit mal wieder reale Umweltschäden.
24.03.2013 13:23 Uhr
von PeterWolf:
Woanders verkaufen sie sowas als Heilwasser. Einfach Bad Berlin nennen und als gesund deklarieren. Und schon ist das Problem gelöst!
Leserkommentare
29.03.2013 12:39 Uhr
von H.Raffelt:
In Ihrer Zeitung las ich einen difusen Kommentar und noch viel eigenartigere
Leserbeiträge zur Braunfärbung der Spree. Alles was dort reichlich hervortritt
sind sachliche, geografische und historische Unkenntnis ! Dass der Spremberger Bürgermeister Schulze – der es als alter Spremberger eigentlich besser wissen müsste- auf solcher Populismuswelle mitzuschwimmen versucht, ist wohl seiner geplanten CDU-Bundestagskandidatur geschuldet.
Aber zur Sache : Der Zustand der Spree hat weder direkt mit der DDR –Vergangenheit noch mit Vattenfall zu tun, gleich, wie man zu beidem steht. Bereits mein Großvater und mein Vater –alte Textilarbeiter in Spremberg - bekamen von ihren Müttern, das war vor und nach dem e r s t e n Weltkrieg von den Müttern entweder Badeverbot oder den Hinweis nur die dunkelbraunen Badehosen zu benutzen und sich anschließend gründlich die Ockerspuren
abzuwaschen. Damals waren die Braunkohlelöcher noch kleine Badewannen ohne die großen Förderbrücken. Auch ich kenne diesen Zustand noch vom Schulschwimmen in den 40er und
50er Jahren. Angler waren schon damals erfolglos. Zur Zeit verstärkten Kohleabbaus mit dem
Kombinat Schwarze Pumpe war der Zustand sogar über viele Jahre besser, die Reinigungsverfahren wurden ebenfalls technisch verbessert. Der Teil der Grundwässer, der über die Schwarze Elster abgeleitet wurde und wird, ist nach meinen Erfahrungen gar nicht betroffen. Auch mit dem Spreewald hat das wenig zu tun. Dort werden die Einleitungen der neuen Tagebaue östlich von Cottbus wirksam , nicht die aus dem Oberlauf der Spree.
Natürlich hat das mit dem Auf und Ab des Grundwassers zu tun und vor allem mit der in den
letzten 15 Jahren üblichen Nichtbeachtung früherer Forschungs-und Planungsvorlagen.
Die gefluteten Seenlandschaften wurden wegen der hohen Kohlenachfragen viel behutsamer
ausgeweitet , wie um Senftenberg.. In den letzten Jahren aber war besonders der Parteienehrgeiz vor Wahlen derart penetrant, dass möglichst in kürzester Zeit Seen ; Kanäle, möglichst Verbindungen für reiche Segler bis zu Ostsee aufgestaut werden sollten. Ohne Rücksicht auf die Auswirkungen. Im sächsischen, oberlausitzer Teil der Spree führte überhöhter Wasserrückhalt immer wieder je nach Regenmenge zu besonderer Eisenkonzentration im Raum Spremberg.
Heute wird darüber nicht mehr sachlich informiert, sondern je nach Umweltkonjunktur und
Parteienkonstellation. Am Ende schadet das der Bereitschaft, die Braunkohlenstromproduktion richtig einzuordnen, die wirtschaftliche Anziehungskraft zu erhalten und der Achtung vor den dortigen Bürgern zu dienen. …Braune Spree.. und gar
Brauner Spreewald…das macht sich eben schön sensationell.
Gründliche Recherche ist wohl im Eisengehalt untergebuttert .
H.Raffelt
12587 Berlin
27.03.2013 18:22 Uhr
von Umweltgruppe:
Die Sulfatbelastung ist sehr wohl (zu 75 - 80 %) ein Problem aus dem aktiven Vattenfall-Bergbau.
Das Eisen, dass jetzt in die Spree gelangt, stammt zwar aus vor Jahrzehnten umgewühlten Flächen.
ABER: Jeder neue Tagebau schreibt das Problem für weitere Jahrzehnte fort. Sulfat kommt schon während des Tagebaubetriebes, weil man es nicht großtechnisch entfernen kann, Eisen wird anfangs noch in Reinigungsanlagen zurückgehalten. Steigt das Grundwasser dann nach dem Bergbau wieder, strömt Eisenwasser aber direkt und ungereinigt von der Seite in die Flüsse (sogenannte "diffuse Quellen").
25.03.2013 17:34 Uhr
von Dr. Satori:
Tja ja... die blühenden Landschaften des wilden Ostens kann man sehr schön hier betrachten:
http://www.facebook.com/leipzigstadt
25.03.2013 09:43 Uhr
von biogeowissenschaftler:
@hand: wie der eine oder die andere vorkommentatorIn schon bemerkte: dieses Problem ist eine altlast, deren ursache schon einige dekaden zurückliegt. auch wenn derzeit immer noch kohle in D abgebaut wird, ist es m.E. nach völlig fehl am platz, diese probleme mit der aktuellen energiedebatte zu verbinden. die abgeschaltete atomenergie wurde zu großen teilen durch erneuerbare ersetzt. es wurde meine wissens seither kein neues kohlekraftwerk gebaut.
@umweltbiologe: mal abgesehen von dem fakt, dass aluminium kein schwermetall ist, gebe ich Ihnen vollkommen recht. ich sehe das problem der mobilisierung von metallen durch schwefeloxidation nicht im eisen. Dieses ist zwar durch seine rote Farbe total spektakulär, jedoch für uns menschen unbedenklich. das hauptproblem geht von der mobilisierung von schwermetallen, wie Arsen und Cadmium aus, die auch immer mit im gestein vorhanden sind und i.d.R nicht sichtbar sind. Ich habe meine Bachelor-Arbeit zur Sanierung von Abraumhalden im Uranabbau Ronneburg geschrieben und kann das nur aus Erfahrung sagen.
25.03.2013 09:34 Uhr
von peter:
Die Verockerung hat so gut wie gar nichts mit der DDR zu tun. Warum erwähnt das denn der Artikle zu Beginn? Der Eiseneintrag ist eine Tagebaufolge, heute wie 1980, oder Kapitalismus oder Sozialismus, hier einmal völlig belanglos!
Was aber fehlt: langfristig ist die berliner Trinkwasserversorgung in Gefahr und nicht die Touris mit ihren Füßen im Spreewald.
25.03.2013 07:52 Uhr
von Berlinerin:
Die Braunkohle der Lausitz wird in Berlin zu Strom und Fernwaerme
. Nur gerecht, das auch die braune Bruehe ihren Weg dort hin findet.
24.03.2013 22:39 Uhr
von Waldmeister:
In Chymie gepennt?
Sulfate machen sauer, nicht basisch.
Desweiteren fällt das von zweiwertig auf dreiwertig oxidierte Eisen praktisch sofort aus.
Das Gejammer mit dem Uferfiltrat:
jedes sauerstoffreie Grundwasser enthält ausreichend gelöstes Eisen. Deswegen wird es auch belüftet, damit eben das Eisen und das ebenfalls vorhandene Mangan) ausfällt (und der ebenfalls im Grundwasser vorhandene Schwefelwasserstoff verschwindet). Das ist stinknormale Trinkwasseraufbereitung, wie sie auch in nicht von Tagebauentwässerung betroffenen Gebieten durchgeführt wird.
Der Huminsäureeintrag durch die Wasserhaltung in die Vorfluter sollte Euch mehr zu denken geben. Aber Huminsäuren sind ja bio und deshalb gut. Oder?
MfG,
Waldmeister (Umwelttechniker mit Berufserfahrung in der Tagebausanierung und der Wasserwirtschaft)
24.03.2013 17:46 Uhr
von Egon:
Alles nicht so schlimm, die Hauptsache keiner erzählt jetzt wie sauber die Kernenergie ist.
24.03.2013 16:09 Uhr
von SchnurzelPu:
Ich muß schon sagen, dass mich der Artikel aufregt. Nicht weil das Wasser ockerfaben ist, sondern weil die Journalisten der TAZ so wenig naturwissenschaftliches Wissen haben. Das haben einige meiner Vorschreiber auch schon angemerkt.
Wenn in solch schlechter Qualität, mangeldem Verständnis des Sachverhaltes wegen, in der TAZ berichtet wird, dann kann der Leser Diskussionen zu Umweltthemen nicht mehr Ernst nehmen.
Leute Ihr braucht wissenschaftliche Berater, damit Ihr mit solchem Unsinn nicht unglaubwürdig werdet. Meine Mailadresse habt Ihr ja...
24.03.2013 15:51 Uhr
von Frodo:
Alle die, die hier so wohlfeil auf den vermeintlichen grünen Ökoterrorismus schimpfen, und dieses Problem der Energiewende anheften wollen, sollten sich vielleicht mal bewusst machen, dass die Ursache weit länger als 10 Jahre zurückliegt, nur sind die Symptome erst vor kurzem akut geworden.
Da müsste man allerdings weiter als von der Wand bis zur Tapete denken können (oder wollen).
24.03.2013 15:49 Uhr
von SchnurzelPu:
Das ganze in eutrophierende Seen leiten, dann fällt Eisen(III)phosphat aus und das macht den See wieder klar.
24.03.2013 15:48 Uhr
von rolf:
"Die rote Gefahr"
wäre der passende Titel zu dem Bild gewesen, aber dazu ist die TAZ zu feige, lieber kitzelt man wieder mit dem Neonazithema seine Leser.
24.03.2013 15:35 Uhr
von Waehler:
"Die braune Gefahr"???
Es ist eher eine "rostrote Gefahr" wie sie ja schreiben, übrigens genau wie die Linkspartei im Osten!!!
24.03.2013 15:33 Uhr
von David:
Schuld sind wieder einmal die GRÜNEN mit ihrem Ökototalitarismus, denn wären die AKWs nicht so schnell vom Netz (wegen der vielen Strahlentoten von Fokuschima wie Roth ja dreist behauptet hat) wären die ollen Braunkohletagebaus im Osten schon längst still gelegt worden.
So ruinieren die das Weltkulturerbe Spreewald mit ihrem Ökowahn.
24.03.2013 14:07 Uhr
von Frank von der Kammer:
Natürlich muss das auf den Strompreis umgelegt werden, damit endlich Klarheit herrscht.
6 Mrd. Sanierungskosten?
Die paar Cent, die für 1 KWh erneuerbare Energien zusätzlich gezahlt werden müssen, fallen ja nur deshalb auf, weil Kohle- und AKW Strom zu mehr als 50% über Steuern bezahlt werden.
Und AKWs werden durch solidargemeinschaftliche Risikohaftung versichert. Eine echte Versicherung für AKWs kann sich nämlich keiner leisten.
Also, alle verdeckten Kosten auf den Tisch und schon sind regenerative Energien völlig konkurrenzfähig.
BTW: die Sulfidoxidation durch die die sauren Berkwerksabwässer entstehen erzeugt Fe(III)oxide und Sulfat aus Eisen(II)sulfid, dabei werden Protonen frei und das System versauert und nicht wie im Artikel geschrieben basischer.
Sonst bräuchte man keinen Kalk zum neutralisieren, richtig? Und das mit dem Kalk ist auch schon häufig schief gegagen, da das bei der Neutralisation ausfallende Eisenoxid die Oberflächen des Kalksteins passiviert. aber da wird Herr Platzeck persönlich sicher eine gute Idee haben, wie man das verhindert.
24.03.2013 13:59 Uhr
von Umweltbiologe:
Dieses Phänomen ist als "Acid Mine Drainage" (http://de.wikipedia.org/wiki/Acid_Mine_Drainage) bereits gut bekannt und stellt unter anderem auch wegen hoher Schwermetallkonzentrationen (v.a. Aluminium) ein großes Problem dar. Aus der Oxidation des Pyrits (Gesamtgleichung: FeS2 + 3,5O2+H2O --> Fe2+ + 2SO4^2- + 2H^+) und anschließend der Ausfällung des Eisen(II) (Gleichung: Fe^2+ + 0,25O2 + 2,5H2O --> Fe(OH)3 + 2H^+)
resultiert allerdings ein Säureeintrag ins Gewässer und nicht, wie im Artikel behauptet, ein Baseneintrag (Quelle: Röckmann, C. (2001): Von Pyrit bis Schwefelsäure. Die Versauerung von Braunkohle-Restlochseen. In: Forum Ökologie 12 (2)). Neben der Neutralisierung der Neutralisierung der Säureeinträge durch Kalk gibt es verschiedene andere Methoden wie beispielsweise Bioleaching (http://de.wikipedia.org/wiki/Bioleaching) oder Rückoxidation (siehe Röckmann, C. (2001)).
24.03.2013 13:50 Uhr
von hand:
Und dank der deutschen Panikmache nach Fukushima laufen bei uns die Braunkohlekraftwerke mehr als je zuvor.
Atomangst bringt uns somit mal wieder reale Umweltschäden.
24.03.2013 13:23 Uhr
von PeterWolf:
Woanders verkaufen sie sowas als Heilwasser.
Einfach Bad Berlin nennen und als gesund deklarieren.
Und schon ist das Problem gelöst!