• 25.03.2013

Rechte der Hausangestellten in Brasilien

Abschied von der Privatsache

In Brasilien bekommen die Hausangestellten mehr Rechte. Der Senat stimmt am Dienstag darüber ab. Der Mittelstand sucht bereits nach Schlupflöchern. von Carsten Janke

  • 28.03.2013 10:55 Uhr

    von brasileiro:

    nachtrag:

    ja, ich lebe im norden von brasilien, dem sog. 'armenhaus brasiliens', und obendrein noch 'interior', also auf dem land (und fühle mich sehr glücklich hier) - darum sind meine eindrücke etwas anders als jene von menschen, die in den südlicheren grossstätden leben

    @ User 2604: danke für diesen link - eine gute seite für menschen, die mit brasilien zu tun haben!

  • 27.03.2013 17:07 Uhr

    von delta:

    wird endlich zeit dass in dieser sache mal was passiert.die empregadas sind völlig ihren arbeitgebern
    ausgeliefert. das heißt nicht, daß alle schlecht behandelt werden. ich kenne familien die ihren empregadas das doppelte solario-minimo (mindestlohn) und sogar urlaubsgeld geben. ist aber eher die ausnahme. im nordosten und im interior (inland) grenzt das schon mehr an sklaverei.

  • 27.03.2013 16:18 Uhr

    von User 2604:

    Brasilianische Sicht der Dinge: Ein Interview mit einem früheren Arbeitsminister zu dem Thema
    http://brasiltranslate.blogspot.com/2013/03/das-neue-gesetz-bedeutet-einen.html

  • 26.03.2013 07:56 Uhr

    von mariannem :

    "Brasileiro" muss ich Recht geben, der Artikel gibt nicht ganz die Realität wieder, aber es ist allemal gut sich dieses Themas einmal anzunehmen.
    Ich erinnere mich, als eine deutsche Austauschschülerin von ihrem Aufenthalt aus Brasilien zurückkehrte und völlig verzückt von der Hausangestellten ihrer Gastfamilie erzählte. Wie angenehm das doch alles war und das diese ihr sogar den "Popo" hinterhergetragen hat. Naja, es wurde ihr ja von der Gastfamilie auch so vermittelt und beigebracht, aber das kann nicht das Ziel eines Schüleraustausches in eine andere Kultur sein.
    In dem Artikel wurde aus Rio berichtet, aber im Norden und Nordosten sieht das alles noch viel prekärer aus. Wenn man sich dort einmal umschaut, findet man im wahrsten Sinne noch die "Sklavenhaltung" in allen Bereichen, obwohl dort proportional die Zahl der Mestizen und Schwarzen noch viel größer ist. In vielen Bereichen ist nicht einmal der Mindestlohn zu erreichen.
    Im Artikel wird von "unterschwelligem" Rassismus gesprochen, aber wer den Norden und Nordosten kennt, bekommt den Rassismus offenkundig mit und man hält damit auch nicht hinterm Berg. (Den Süden, also Rio und Sao Paulo kenne ich leider nicht so gut und kann darüber nicht viel sagen)
    "Wunderlehorta" muss ich vielleicht etwas enttäuschen,
    Zitat: "Hoffentlich tragen die kommenden Sportereignisse dazu bei den Blick auf die Schattenseiten der brasilianischen Gesellschaft zu lenken und so die Lebens- und Arbeitsumstände der armen Bevölkerungsschichten zu verbessern"
    Das wird wohl nicht eintreten, denn bereits jetzt, schon ein Jahr vor der WM, verschlechtert sich die Lage der armen Bevölkerungsgruppen enorm. Das alles nicht einmal nur von brasilianischer Seite aus. Die Fifa stellt so hohe Anforderungen, sodass die armen Menschen ihrer Lebensgrundlagen beraubt werden. Z.B. wird der informelle Handel kilometerweit um die Sportstätten herum verboten, aber hunderttausende Familien leben eben von diesem Handel und werden durch diese Maßgaben ihrer Lebensgrundlage beraubt.

  • 25.03.2013 17:24 Uhr

    von brasileiro:

    da ich seit vielen jahren in brasilien lebe, erlaube ich mir hier, meine subjektiven eindrücke zu veröffentlichen:

    der allergrösste teil dieser hausangestellten arbeitet auch vollzeit (=incl. samstag bis 14.00 uhr oder auch länger) ohne arbeitsvertrag, weil sie wegen der gut doppelt so hohen kosten einer offiziellen anstellung (sozialabgaben usw.) sonst gar keinen job hätten

    in ländlichen gegenden ist sogar nur der halbe gesetzliche mindestlohn üblich, natürlich alles 'schwarz'

    weiterhin besteht eine grosse fluktuation aufgrund der häufigen 'unzulänglichkeit' der hausangestellten, weswegen man lieber erst gar keinen schriftlichen vertrag macht

    und dass die herrschende klasse der hellhäutigen den sehr wohl (verdeckt) vorhandenen rassismus als "klassenunterschiede aufgrund unterschiedlicher hautfarbe" bezeichnet, verdeutlicht nur die häme dieser (geschätzten) 10% der gesamtbevölkerungbevölkerung

    fazit: der artikel geht mit seiner schönfärberei von einer heilen und gerechten welt an der realität vorbei - auch wenn die verhältnisse immerhin 'um welten' besser sind als z.b. in indien

  • 25.03.2013 16:04 Uhr

    von pekerst:

    Bildunterschrift: "Viele arbeiten in riesigen Appartmentblöcken." - Entweder "Apartment" oder "Appartement", aber das nur am Rande.

  • 25.03.2013 13:05 Uhr

    von wunderlehorta:

    Das ist der erste fundierte Artikel zu den Lebensumständen der Empregadas und der noch immer herschenden Sklavenhaltermentalität der weißen Mittel- und Oberschicht in Rio. Ich habe dort gelebt und mich immer gefragt, warum niemand es obszön findet, wenn die schwarze Empregada in der Küche essen muss und möglichst unsichtbar bleiben soll. Selbst Menschen, die sich als Linke verstehen, merlen scheinbar gar nicht welchen Rassismus sie verinnerlicht haben. Hoffentlich tragen die kommenden Sportereignisse dazu bei den Blick auf die Schattenseiten der brasilianischen Gesellschaft zu lenken und so die Lebens- und Arbeitsumstände der armen Bevölkerungsschichten zu verbessern.

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