Der Mehrteiler wird im Nachbarland scharf kritisiert. Das ZDF bedauert und der polnische Botschafter schwächt seine ursprünglichen Vorwürfe ab.von Gabriele Lesser
man hat ihn aber völlig ignoriert. Objektive Deutsche Historiker kann man mit der Lupe suchen.
04.04.2013 14:32 Uhr
von Deutsch-Pole:
@Starost "Wurde dieses auffällige Detail auch vom polnischen Historiker moniert?!"
Nein, es waren ja eben keine polnischen Historiker beteiligt. Sonst wären diese auffälligen historischen Fehler bezüglich Gleiwitz/Gliwice bzw. Ratibor/Racziborz und eben dem Aktionsraum der Widerstandsgruppe sowie der völlig falschen Darstellung der Armia Krajowa in Bezug auf Juden überhaupt nicht aufgetreten.
Offensichtlich waren überhaupt keine Historiker bei diesem Filmprojekt eingebuden. Oder es waren inkompetente deutsche Historiker die von polnischer Geschichte keine Ahnung haben.
03.04.2013 10:23 Uhr
von Starost:
Ahistorisch war es auf jeden Fall, die entsprechenden Szenen mit "Gliwice" und "Raciborz" zu untertiteln, gehörten diese Städte doch zur fraglichen Zeit unter den Namen Gleiwitz und Ratibor zum Altreich, und polnische Partisanen haben sich deshalb dort auch nicht getummelt, dazu benötigten Partisanen nämlich von jeher die Unterstützung der ortsansässigen Bevölkerung. Wurde dieses auffällige Detail auch vom polnischen Historiker moniert?
29.03.2013 16:28 Uhr
von Pole:
Die AK rettet im Film EINEN Juden und läßt einen ganzen WAGGON ungeöffnet in den Tod weiter fahren.
Und diese schwachsinnige zusammenstellung soll uns die damaligen Verhältnisse authentisch wiedergeben ?
Sowohl die deutschen Historiker, als auch die Filmemachber sind entweder ignorant oder abgrundtief zynisch. Dummheit wäre die dritte Alternative.
Hier die Fakten.
"300,000 Poles were directly engaged in rescuing Jews even though the threat of death did act as a deterrent."
"Over 700 Polish heroes, murdered by Germans as a result of helping and sheltering their Jewish neighbors, were posthumously awarded the title Righteous Among the Nations"
http://en.wikipedia.org/wiki/%C5%BBegota
Einmalig im damaligen Europa ! und im Film überhaupt nicht ersichtlich.
29.03.2013 10:55 Uhr
von Holzer:
Opfer,Täter die Übergänge waren in diesen schlimmen Zeiten fließend!Einfach mal Salomon Morel googeln!Ist den Polen hoch anzurechnen das Sie versucht haben jedes begangene Unrecht zu ahnden!
29.03.2013 06:11 Uhr
von DerDemokrator:
@Anna
von Anna:
>„Die Polen fühlen sich ungerecht behandelt“
>Viele Deutsche auch
Das beschreibt die Situation am besten, ohne Tatsachen anzurühren.
Ciao DerDemokrator
29.03.2013 00:56 Uhr
von dillinger:
Ich zitiere: "... die angeblich ewigen Nazis." Die Taz ist der andauernd die Nazi-Keule schwingenden Polen müde - und das zurecht.
Witzig finde ich nur, dass gerade die Taz sich bemüßigt fühlt, Deutschland zu verteidigen - jenes Land, an dem sie ansonsten in aller Regel nicht ein gutes Haar läßt.
28.03.2013 23:48 Uhr
von Gunter:
Die selbstgerechten Deutschen sollten auf ihrem Sofa mal darüber nachdenken mit welcher brutalen Wucht Polen 1939 von Deutschland und Russland attakiert wurde und wie schweinisch sich besonders die Deutschen dort benommen haben, wenn sie solche dümmlichen B Flime produzieren und senden. Das macht einen schlechten Eindruck einen sehr schlechten sogar.
28.03.2013 23:12 Uhr
von Meister:
Antisemitismus ist in Polen nichts neues. Wenn man den Polen den Spiegel vorhält reagieren diese wie alle Ertappten. Ich erinnere an das durch Polen begangene Massaker in Jedwabne im Juli 1941. Oder am 4. Juli 1946 in Kielce wo 40 Personen massakriert wurden. Der Film gibt historisch korrekte Fakten wieder, daran ändert auch das Gezeter der polnischen Presse nichts. Es geht hier auch nicht um Vergleiche zwischen Deutschen und Polen. Denn Unrecht bleibt Unrecht, da ändert die Nationalität nichts daran.
28.03.2013 21:41 Uhr
von Deutsch-Pole:
Die Kritik von polnischer Seite ist absolut berechtigt. Wenn in einem deutschen Kriegsepos schon die deutschen Protagonisten und ihr Umfeld differenziert dargestellt werden, dann darf man das von den polnischen Verhältnissen erst Recht verlangen! Hier wird den Polen bzw. dem Untergrundstaat als ganzes mörderischer Antisemitismus unterstellt. Das ist nicht zulässig!
Dabei geht es nicht darum, den polnischen Antisemitismus zu leugnen. Den gab es vor dem Krieg, während des Krieges und auch danach. Natürlich gab es Schandflecken wie Jedwabne und die sogenannten Szmalcowniki, die Juden versteckten und auspressten und dann doch an die Deutschen verrieten. Es gab Leute die Juden aus den unterschiedlichsten Motiven töteten oder verrieten. Das sind Dinge die angesprochen und thematisiert werden müssen, keine Frage. Eine solche Aufarbeitung findet derzeit auch in Polen statt, das beweise einige polnische Filme zu diesem Thema.
Aber ein Fokus nur allein auf diese Aspekte ist zu Einseitig, geradezu Geschichtsumdeutung! Die Geschichte der Juden in Polen ist ambivalent, gerade was den zweiten Weltkrieg betraf. Um der Realität gerecht zu werden, müssen schon stets beide Seiten betrachtet werden!
Denn wenn Polen in seiner Gesamtheit wirklich so antisemitisch war, wie kann es dann möglich sein, dass Polen die überhaupt größte Gruppe der geehrten in Yad Vashem ausmachen? Die polnische Exilregierung, der ihr angeschlossene Untergrundstaat sowie ihre Unterorganisationen – darunter auch der bewaffnete Arm der Armia Krajowa – standen stets im Kampf gegen die nationalsozialistischen Besatzer und ihrer Vernichtungspolitik. Die Heimatarmee kooperierte mit jüdischen Widerstandsorganisationen und außerdem gab es innerhalb der AK auch jüdische Einheiten. Vorallem aber gehörte zum Untergrundstaat die Organisation ZEGOTA, sie rettete Juden aus Ghettos und Konzentrationslager, versteckte sie oder schaffte sie mit falschen Papieren aus dem Land. Das auspressen und verraten von Juden (siehe Szmalcowniki) stellte der Untergrundstaat unter Todesstrafe, wovon zahlreiche Urteile nachweislich auch vollstreckt wurden.Auch war es ein Jan Karski – Offizier der AK – der die Westalliierten über den Holocaust informierte, sogar bei Churchill und Roosevelt persönlich (man wollte ihm nur kein Glauben schenken!
Es gab eben beides, das Negative und das Positive. Die Realität ist also differenzierter und das hätte man auch in diesem Film zeichnen können und müssen.
28.03.2013 21:32 Uhr
von menschenfreund:
Die polnische Reaktion zeigt, wie fragil das Verhältnis zwischen polnischen und deutschen Menschen und den beiden Staaten ist. Zu groß war das Leid, daß Deutsche über Polen gebracht haben, zu grausam die Retoure. Schade, daß es (noch) nicht möglich erscheint, positive Aspekte bei Deutschen- und zweifellos und nachweisbar auch negative Aspekte bei Polen zu Kriegszeiten sachlich zu behandeln. Bitte bedenken: Einige haben profitiert, die Masse der beiden Völker hat gelitten - jeder auf seine Weise. Galänge es doch, Leid gemeinsam zu bewältigen und über Verstehen zur Freundschaft zu kommen.
Leserkommentare
04.04.2013 17:01 Uhr
von Pole:
Bogdan Musial war beteiligt,
http://www.se.pl/nasze-matki-nasi-ojcowie,276114/
man hat ihn aber völlig ignoriert. Objektive Deutsche Historiker kann man mit der Lupe suchen.
04.04.2013 14:32 Uhr
von Deutsch-Pole:
@Starost
"Wurde dieses auffällige Detail auch vom polnischen Historiker moniert?!"
Nein, es waren ja eben keine polnischen Historiker beteiligt. Sonst wären diese auffälligen historischen Fehler bezüglich Gleiwitz/Gliwice bzw. Ratibor/Racziborz und eben dem Aktionsraum der Widerstandsgruppe sowie der völlig falschen Darstellung der Armia Krajowa in Bezug auf Juden überhaupt nicht aufgetreten.
Offensichtlich waren überhaupt keine Historiker bei diesem Filmprojekt eingebuden. Oder es waren inkompetente deutsche Historiker die von polnischer Geschichte keine Ahnung haben.
03.04.2013 10:23 Uhr
von Starost:
Ahistorisch war es auf jeden Fall, die entsprechenden Szenen mit "Gliwice" und "Raciborz" zu untertiteln, gehörten diese Städte doch zur fraglichen Zeit unter den Namen Gleiwitz und Ratibor zum Altreich, und polnische Partisanen haben sich deshalb dort auch nicht getummelt, dazu benötigten Partisanen nämlich von jeher die Unterstützung der ortsansässigen Bevölkerung.
Wurde dieses auffällige Detail auch vom polnischen Historiker moniert?
29.03.2013 16:28 Uhr
von Pole:
Die AK rettet im Film EINEN Juden und läßt einen ganzen WAGGON ungeöffnet in den Tod weiter fahren.
Und diese schwachsinnige zusammenstellung soll uns die damaligen Verhältnisse authentisch wiedergeben ?
Sowohl die deutschen Historiker, als auch die Filmemachber sind entweder ignorant oder abgrundtief zynisch. Dummheit wäre die dritte Alternative.
Hier die Fakten.
"300,000 Poles were directly engaged in rescuing Jews even though the threat of death did act as a deterrent."
"Over 700 Polish heroes, murdered by Germans as a result of helping and sheltering their Jewish neighbors, were posthumously awarded the title Righteous Among the Nations"
http://en.wikipedia.org/wiki/%C5%BBegota
Einmalig im damaligen Europa ! und im Film überhaupt nicht ersichtlich.
29.03.2013 10:55 Uhr
von Holzer:
Opfer,Täter die Übergänge waren in diesen schlimmen Zeiten fließend!Einfach mal Salomon Morel googeln!Ist den Polen hoch anzurechnen das Sie versucht haben jedes begangene Unrecht zu ahnden!
29.03.2013 06:11 Uhr
von DerDemokrator:
@Anna
von Anna:
>„Die Polen fühlen sich ungerecht behandelt“
>Viele Deutsche auch
Das beschreibt die Situation am besten, ohne Tatsachen anzurühren.
Ciao
DerDemokrator
29.03.2013 00:56 Uhr
von dillinger:
Ich zitiere: "... die angeblich ewigen Nazis." Die Taz ist der andauernd die Nazi-Keule schwingenden Polen müde - und das zurecht.
Witzig finde ich nur, dass gerade die Taz sich bemüßigt fühlt, Deutschland zu verteidigen - jenes Land, an dem sie ansonsten in aller Regel nicht ein gutes Haar läßt.
28.03.2013 23:48 Uhr
von Gunter:
Die selbstgerechten Deutschen sollten auf ihrem Sofa mal darüber nachdenken mit welcher brutalen Wucht Polen 1939 von Deutschland und Russland attakiert wurde und wie schweinisch sich besonders die Deutschen dort benommen haben, wenn sie solche dümmlichen B Flime produzieren und senden. Das macht einen schlechten Eindruck einen sehr schlechten sogar.
28.03.2013 23:12 Uhr
von Meister:
Antisemitismus ist in Polen nichts neues. Wenn man den Polen den Spiegel vorhält reagieren diese wie alle Ertappten. Ich erinnere an das durch Polen begangene Massaker in Jedwabne im Juli 1941. Oder am 4. Juli 1946 in Kielce wo 40 Personen massakriert wurden. Der Film gibt historisch korrekte Fakten wieder, daran ändert auch das Gezeter der polnischen Presse nichts. Es geht hier auch nicht um Vergleiche zwischen Deutschen und Polen. Denn Unrecht bleibt Unrecht, da ändert die Nationalität nichts daran.
28.03.2013 21:41 Uhr
von Deutsch-Pole:
Die Kritik von polnischer Seite ist absolut berechtigt. Wenn in einem deutschen Kriegsepos schon die deutschen Protagonisten und ihr Umfeld differenziert dargestellt werden, dann darf man das von den polnischen Verhältnissen erst Recht verlangen! Hier wird den Polen bzw. dem Untergrundstaat als ganzes mörderischer Antisemitismus unterstellt. Das ist nicht zulässig!
Dabei geht es nicht darum, den polnischen Antisemitismus zu leugnen. Den gab es vor dem Krieg, während des Krieges und auch danach. Natürlich gab es Schandflecken wie Jedwabne und die sogenannten Szmalcowniki, die Juden versteckten und auspressten und dann doch an die Deutschen verrieten. Es gab Leute die Juden aus den unterschiedlichsten Motiven töteten oder verrieten. Das sind Dinge die angesprochen und thematisiert werden müssen, keine Frage. Eine solche Aufarbeitung findet derzeit auch in Polen statt, das beweise einige polnische Filme zu diesem Thema.
Aber ein Fokus nur allein auf diese Aspekte ist zu Einseitig, geradezu Geschichtsumdeutung! Die Geschichte der Juden in Polen ist ambivalent, gerade was den zweiten Weltkrieg betraf. Um der Realität gerecht zu werden, müssen schon stets beide Seiten betrachtet werden!
Denn wenn Polen in seiner Gesamtheit wirklich so antisemitisch war, wie kann es dann möglich sein, dass Polen die überhaupt größte Gruppe der geehrten in Yad Vashem ausmachen? Die polnische Exilregierung, der ihr angeschlossene Untergrundstaat sowie ihre Unterorganisationen – darunter auch der bewaffnete Arm der Armia Krajowa – standen stets im Kampf gegen die nationalsozialistischen Besatzer und ihrer Vernichtungspolitik. Die Heimatarmee kooperierte mit jüdischen Widerstandsorganisationen und außerdem gab es innerhalb der AK auch jüdische Einheiten. Vorallem aber gehörte zum Untergrundstaat die Organisation ZEGOTA, sie rettete Juden aus Ghettos und Konzentrationslager, versteckte sie oder schaffte sie mit falschen Papieren aus dem Land. Das auspressen und verraten von Juden (siehe Szmalcowniki) stellte der Untergrundstaat unter Todesstrafe, wovon zahlreiche Urteile nachweislich auch vollstreckt wurden.Auch war es ein Jan Karski – Offizier der AK – der die Westalliierten über den Holocaust informierte, sogar bei Churchill und Roosevelt persönlich (man wollte ihm nur kein Glauben schenken!
Es gab eben beides, das Negative und das Positive. Die Realität ist also differenzierter und das hätte man auch in diesem Film zeichnen können und müssen.
28.03.2013 21:32 Uhr
von menschenfreund:
Die polnische Reaktion zeigt, wie fragil das Verhältnis zwischen polnischen und deutschen Menschen und den beiden Staaten ist.
Zu groß war das Leid, daß Deutsche über Polen gebracht haben, zu grausam die Retoure.
Schade, daß es (noch) nicht möglich erscheint, positive Aspekte bei Deutschen- und zweifellos und nachweisbar auch negative Aspekte bei Polen zu Kriegszeiten sachlich zu behandeln.
Bitte bedenken: Einige haben profitiert, die Masse der beiden Völker hat gelitten - jeder auf seine Weise.
Galänge es doch, Leid gemeinsam zu bewältigen und über Verstehen zur Freundschaft zu kommen.
28.03.2013 21:26 Uhr
von Anna:
„Die Polen fühlen sich ungerecht behandelt“
Viele Deutsche auch