• 29.03.2013

Bisher ist die Geschichte der Eurowährung die Geschichte ihrer dramatischen Rettung. Daran wird sich auch nach dem Kompromiss für Zypern nichts ändern.

Europas pathologischer Lernprozess

KOLUMNEvon Rudolf Hickel

  • 02.04.2013 16:29 Uhr

    von H.Ewerth:

    @von Wahrsager
    Es kann aber auch nicht sein, dass Deutschland als größte Volkswirtschaft in Europa, nach Euroeinführung alles ungestraft niederkonkurrieren durfte und darf?

    Deutschland betreibt seit 2003 massiven Sozial und Steuerdumping zu Lasten der kleinen Länder in Europa. Leider werden aus Gründen von national egoistischen Denken, die wahren Verursacher der Krise nicht genannt.

    Es gibt ca. 60 sog. Steueroasen schon seit Jahrzehnten auf dieser Welt, erst mit der massiven Deregulierung der Finanzmärkte, kam es zu den bekannten Exzessen beim Investmentbanking. Mit der Lehmann Pleite wurde doch nicht nur der Anfang gemacht, sondern es folgten Rettungen von Banken durch ganz Europa, die alle ähnlichen Modelle für reiche Oligarchen aus aller Welt in ihrem Portfolio, auch aus Deutschland hatten.

    Vor der Finanzkrise, hatten viele Länder weniger Schulden als Deutschland, erst nach der Finanzkrise, explodierten diese Schulden. Wie sagte schon Roosevelt: "vom organisiertem Geld regiert zu werden, ist genauso schlimm wie vom organisiertem Verbrechen regiert zu werden:" Und daran hat sich bis heute wie man sieht nichts geändert!

  • 30.03.2013 19:15 Uhr

    von bouleazero:

    Stimmt, der Euro ist 'nur' ein Währungsinstrument (mit irgend etwas muss man schliesslich anfangen). Damit ist aber schon mal ein wesentlicher Zufallsfaktor (irrational schwankende Währungskurse) aus dem Weg geräumt. Sich jetzt über den Euro zu beschweren, halte ich für eine Verkennung der tatsächlichen Ursachen der europäischen Wirtschaftsprobleme: die immer noch individuell gestaltete Steuer-, Finanz- und Wirtschaftspolitik der verschiedenen Länder. Die Steuer- und Zins-Exzesse der bisher betroffenen Länder zeigen doch deutlich, dass der Euro nichts damit zu tun hat. Höchstens psychologisch, in dem Sinne, dass jetzt manche Regierungen Hals und Kragen riskieren, um Kapital anzuziehen, weil sie sich sagen, Europa wird schon helfen, wenns schief geht.
    Aber: deutsche Ordnung und Organisation hat nur begrenzt etwas mit den Wirtschaftsresultaten zu tun. Der Effizienzfaktor der GRÖSSTEN europäischen Wirtschaft wird m.E. enorm unterschätzt. Deswegen sollten wir uns besser zurückhalten, bevor wir andern gute Ratschläge geben. In Deutschland gibt es eine erhebliche soziale Ungerechtigkeit. Aber die kann man geschickt verdecken, solange man über die Probleme der anderen posaunt.

  • 30.03.2013 15:01 Uhr

    von ello:

    "Haftungsunion" ist klasse. Wie weit wäre denn Herr Hickel bereit, mit seiner Sinekure zu haften? Das würde mich mal interessieren.

  • 30.03.2013 14:24 Uhr

    von Wahrsager:

    Hätten sich alle Euro-Partner an die "berühmt-berüchtigte no-bailout Regelung" gehalten, wäre allen Beteiligten einiges erspart geblieben.

    Es kann ja wohl nicht sein, dass Vertragsverpflichtungen einfach ignoriert werden. Dann muß man nämlich gar keine Verträge mehr schließen!

  • 30.03.2013 12:17 Uhr

    von kassandra:

    " Am Ende dieses Rettungsdramas steht fest: Zypern ist mit diesem Bankenschnitt noch lange nicht über den Berg. Zügig muss dem Verlust von Arbeitsplätzen in der Finanzindustrie durch den strukturellen Umbau der Wirtschaft entgegengewirkt werden.
    ....
    Anstatt dieser Schrumpfpolitik bedarf es gesamtwirtschaftlicher Maßnahmen auch gegen die durch den Rettungsschock drohende tiefe Rezession."

    Och Gottchen , Herr Hickel , ... der Gebetsmühlen-Schlager der Berufsoptimisten : "struktureller Umbau der Wirtschaft" . Gibt es inzwischen Anzeichen , dass diese Therapie bei anderen "Schwachmaten" schon wirkt ? P o s i t i v wirkt ?
    Und was meinen Sie mit "gesamtwirtschaftliche Ma?nahmen" ? Doch nicht etwa Konjunkturprogramme ? Auf Pump ? Von w e m kreditiert ? Und um w a s zu produzieren ?
    Och nööö , Herr Hickel , ... bleiben wir besser bei Ihrer richtigen Feststellung : "Nach der Rettung ist vor der Rettung ." Das trifft es weiträumiger .

  • 30.03.2013 11:58 Uhr

    von D.J.:

    Nun, nach den üblichen Deutschland-Bashing-Phrasen am Anfang ahnte ich Schlimmes, doch enthält der Rest des Beitrags doch einige durchaus bedenkenswerte Argumente.

    @EMI
    "von den Medien zu verantworten, die vor allem Anti-europäische und Nationale Artikel schreiben"

    Gewiss, wenn Sie sich auch auf die romanischen bzw. griechischen Medien beziehen. In Deutschland ist die Sache keinesweges einfach; so verfolgt z.B. der Spiegel lange schon eher eine "Wir sollen uns als Deutsche nicht so anstellen, wir haben doch sooo profitiert"-Propaganda (der Augsdingsda nur als Extrembeispiel).



  • 30.03.2013 10:08 Uhr

    von Skeptiker:

    Ich kann unsere Vofahren verstehen.So wird es auch früher gewesen sein:

    - den Glauben an den E(uro)-Sieg nicht verlieren
    - Große Idee
    - Alternativlos
    - nur noch ein paar Rettungsschlachten
    - Durchhalten und nicht unterkriegen lassen
    - Defätismus bekämpfen

    Sicher sind wir nicht mit allen Handlungen unserer geliebten Füherinnen und Führer einverstanden. Aber was soll man schon machen.

  • 29.03.2013 16:00 Uhr

    von EMI:

    Guter Artikel,
    doch auch hier wird vergessen, das die Belastung der Konten unter 100.000 Euro von Anfang an nicht auf dem Tisch lag, sondern erst nach der Weigerung der zypriotischen Regierung, alle Konten über 100.000 Euro mit mehr als 20% Abgabe zu belegen, erdacht wurde und letztendlich von der zypriotischen Regierung akzeptiert wurde, weil sie Angst hatte, das die großen Guthaben sonst sofort abgezogen werden würden.
    Hier also einfach zu Behaupten, das diese Reglung der Besteuerung aller Konten (also auch unter 100.000 Euro) von Anfang an auf dem Tisch lag ist irreführend!
    Der Vertrauensschwund ist in Sachen Eurokrise auch von den Medien zu verantworten, die vor allem Anti-europäische und Nationale Artikel schreiben und selten wirklich Hintergrundaufklärung betreiben und gegen diese Mainstream-Augenwischerei vorgehen!

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