Was passiert mit Menschen, denen man den Zwang zur Lohnarbeit nimmt? Unter der Anleitung von Bernadette La Hengst erzählen sie es in den Sophiensaelen.von Manuela Heim
Martin Knupp: Der Verweis auf das Konsumsteuersystem fehlt in diesem Artikel, weil es in diesem Artikel nicht um die Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens geht.
03.04.2013 13:59 Uhr
von Martin Knupp:
Warum fehlt in diesem Artikel über das Bedingungslose Grundeinkommen (wie so oft) der Verweis auf das Konsumsteuersystem (Mehrwertsteuer als einzige Steuer; www.konsumsteuersystem.de)? Dieses klärt nicht nur eindeutig die Frage nach der Finanzierung des bGE, sondern geht noch viel weiter: es ist auch die einzige Lösung weiterer bestehender Probleme abgesehen von der Armut: Staatsverschuldung, Kulturabbau, zunehmende Steuerungerechtigkeit, schleichende Privatisierung von Krankenversorgung, öffentlichem Personenverkehr und Postwesen und Umweltzerstörung. Auch die Wirtschaft würde profitieren. Die Mehrwertsteuer ist die einzige zukunftsfähige Steuer, da sie das Wachstum dauerhaft zu 100% zu nutzen versteht, während Einkommensteuer & Co. stehen und fallen mit den Beschäftigungsverhältnissen. Je eher die MwSt die anderen Steuerarten ersetzt, umso besser für uns alle!
03.04.2013 01:29 Uhr
von jürgen:
@ das Recht auf Enteignung?
02.04.2013 18:19 Uhr
von Bienenfabel:
Ja @anke!
Ja! und deshalb muß man die kapitalistisch erzeugte Armut zum Sicherheitsproblem umdefinieren!
Somit können Sie sich neben Mandeville und Marquise de Sade einreihen.
02.04.2013 18:12 Uhr
von Stromlinienförmiger Konformist:
Die schwarze Utopie der totalen Konkurrenz oder Die Frau als Hündin des Mannes
Die domestizierte Sexualität ist (also) von allen gefährlichen emotionalen elementen zu reinigen, gewissermaßen in einen maschinellen Vollzug zu verwandeln - gleich dem kapitalistischen Produktionsprozeß:
Das würde sich dann folgendermaßen anhören:
"Wenn man so eingestellt ist wie ich, so will man überall gevögelt werden, und in welchem Teil eine Maschine auch immer eindringt, man ist glücklich, sie dort zu fühlen" (De Sade 1980/1975,189)
02.04.2013 16:41 Uhr
von Gerda:
Ich stelle mir gerade vor wie 80 000 000 Bundesbürger im Jahr zusammen 960 000 000 000 €erhalten u.keiner arbeitet. Das wäre doch schön,zumindestens bis zum Staatsbankrott. Dann können wir alle gegen die Troika demonstrieren ,welche uns kein Geld leihen will,wenn wir so weitermachen.
02.04.2013 15:58 Uhr
von Ute Gisela:
@von anke - der Kommentar zeigt, dass die Idee wohl noch nicht ausreichend vermittelt werden konnte. Daher empfehle ich das hier:
http://gutesleben.org
und das hier:
http://www.social-innovation.org/?p=3148
02.04.2013 13:34 Uhr
von postwerfer:
@ Statege,
lieber Stratege, ich denke diese Rechnung geht nicht auf und klingt nur plausibel. Denn das eine Prozent Bevölkerung mit den bekannten 50 % Eigentum an allen Vermögenswerten wird hier vergessen. Und allgemein der Mittelbau, der ohnehin weiter Steuern zahlt und das BGE halt "nur" als Steuerfreibetrag erhält. Die paar Millionen Bürger, die wirklich 1000 Euro ausgezahlt bekommen sind schon locker zu verkraften (von der Gesellschaft). Der Zuwanderungsanreiz, nungut... alles nur eine Frage des Willens.
02.04.2013 12:17 Uhr
von LutzL:
Wie schön :) toller Artikel
02.04.2013 11:54 Uhr
von BvW:
In einem Punkt sollte dieser Artikel ergänzt werden: Es hat durchaus Experimente mit BGE über einen längeren Zeitraum gegeben, so in Kanada in den 70ern: http://www.dominionpaper.ca/articles/4100
Die üblichen Vorbehalte gegen das BGE (Arbeitsscheue, Schmarotzertum) erwiesen sich dabei als haltlos: Die "versorgten" Personen bildeten sich weiter, qualifizierten sich für bessere Beschäftigungen; der Krankenstand ging herunter … Nur kam eine "Finanzkrise" der Auswertung des Experiments (das bei Erfolg auf ganz Kanda hätte ausgedehnt werden sollen) in die Quere: Die Mittel für die Analyse wurden bis heute nicht bewilligt.
02.04.2013 11:01 Uhr
von anke:
Pilotprojekt für eine gerechtere Welt? Unsinn! Das Bürgergeld wird gar nichts ändern. Nicht ohne vorherige Total-Enteignung.
Der Teufel hat schon eine ganze Weile auf den größeren Haufen... – na, wir wissen schon. Aus historischen Gründen jedenfalls werden einige von uns die neue „Gerechtigkeit“ deutlich länger aushalten als andere. Weswegen die Anderen deutlich früher gezwungen sein werden, doch wieder Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht tun wollen. Nur, dass die Wohlhabenderen dann noch entschiedener erklären können: „Es war doch seine/ihre Entscheidung!“
Nein, das Bürgergeld schafft keine neue Freiheit. Im Gegenteil. Es zementiert eine Abhängigkeit, die das genaue Gegenteil der Emanzipation ist. Der geerbte Traum pubertierender Bürgerkinder (Papas Knete ohne Papas Autorität) ist kein „naiver Humanismus“, sondern blanker, fokussierter Egoismus. Er ist die Quintessenz aus Jahrzehnten des (durch Entfremdung von der Arbeit erzeugten) unverdienten Reichtums. Was Wunder, dass die Idee des Bürgergeldes in allen Parteien Fans hat. Vor allem unter denen, die auch bisher schon Werte verteilen durften, deren Schöpfer sie nie auch nur wahrnehmen brauchten.
Dass eine Theorie, die „nur in den Köpfen“ bleibt, „nichts mit den Menschen [macht]“, ist jedenfalls gelogen. Das bedingungslose Grundeinkommen ist praktisch nie ad Absurdum geführt worden. Es macht schon deshalb dumm, weil niemand etwas lernen muss daraus. Außer in jenem kleinen namibischen Dorf. Da nämlich haben die, die das Fass ein Jahr lang gefüllt hatten, vor einiger Zeit beschlossen, den Hahn wieder zuzudrehen. Ohne sich zu fragen, was nun aus dem Almosenempfängern werden soll. Was man natürlich weder wissen noch hinterfragen muss, wenn man fünf Jahre lang für fremder Leute Geld an seinem ganz persönlichen Traum gefeilt hat.
Wie ich die „moderne Gesellschaft“ kenne, wird nach der Liebe vor der Trennung sein. Auch in der Kunst. Das Bürgergeld? Ist womöglich einer jener Träume, die besser nie real werden.
02.04.2013 07:44 Uhr
von Stratege:
Das BGE ist nicht nachhaltig finanzierbar - weil die Mathematik des Geldbedarfs nicht stimmt: - 24 Jahre Ausbildung - 40-50 Jahre Arbeit & Kapitalrücklage - 22 Jahre Renten-BGE
... bei einem Menschen, der 96 Jahre alt wird, entstehen 46 Jahre, Lebenszeit, in denen dieser der Gemeinschaft "auf der Tasche liegt". Nur 44% der Bevölkerung arbeiten überhaupt .... weil es Kinder, Auszubildende, Studenten, Alte und Kranke gibt. Und von den 44% sind nur 70% ohne Transfereinkommen. 30 Beziehen Wohngeld, sind Aufstocker und zahlen keine einkommensbezogenen Steuern, weil sie zu wenig verdienen.
Das BGE ist ein teurer Traum auf Kosten der nachgeborenen Generation.
Leserkommentare
03.04.2013 14:42 Uhr
von Sebastian Heiser:
Martin Knupp: Der Verweis auf das Konsumsteuersystem fehlt in diesem Artikel, weil es in diesem Artikel nicht um die Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens geht.
03.04.2013 13:59 Uhr
von Martin Knupp:
Warum fehlt in diesem Artikel über das Bedingungslose Grundeinkommen (wie so oft) der Verweis auf das Konsumsteuersystem (Mehrwertsteuer als einzige Steuer; www.konsumsteuersystem.de)? Dieses klärt nicht nur eindeutig die Frage nach der Finanzierung des bGE, sondern geht noch viel weiter: es ist auch die einzige Lösung weiterer bestehender Probleme abgesehen von der Armut: Staatsverschuldung, Kulturabbau, zunehmende Steuerungerechtigkeit, schleichende Privatisierung von Krankenversorgung, öffentlichem Personenverkehr und Postwesen und Umweltzerstörung. Auch die Wirtschaft würde profitieren. Die Mehrwertsteuer ist die einzige zukunftsfähige Steuer, da sie das Wachstum dauerhaft zu 100% zu nutzen versteht, während Einkommensteuer & Co. stehen und fallen mit den Beschäftigungsverhältnissen. Je eher die MwSt die anderen Steuerarten ersetzt, umso besser für uns alle!
03.04.2013 01:29 Uhr
von jürgen:
@ das Recht auf Enteignung?
02.04.2013 18:19 Uhr
von Bienenfabel:
Ja @anke!
Ja! und deshalb muß man die kapitalistisch erzeugte Armut zum Sicherheitsproblem umdefinieren!
Somit können Sie sich neben Mandeville und Marquise de Sade einreihen.
02.04.2013 18:12 Uhr
von Stromlinienförmiger Konformist:
Die schwarze Utopie der totalen Konkurrenz
oder
Die Frau als Hündin des Mannes
Die domestizierte Sexualität ist (also) von allen gefährlichen emotionalen elementen zu reinigen, gewissermaßen in einen maschinellen Vollzug zu verwandeln - gleich dem kapitalistischen Produktionsprozeß:
Das würde sich dann folgendermaßen anhören:
"Wenn man so eingestellt ist wie ich, so will man überall gevögelt werden, und in welchem Teil eine Maschine auch immer eindringt, man ist glücklich, sie dort zu fühlen" (De Sade 1980/1975,189)
02.04.2013 16:41 Uhr
von Gerda:
Ich stelle mir gerade vor wie 80 000 000 Bundesbürger im Jahr zusammen 960 000 000 000 €erhalten u.keiner arbeitet.
Das wäre doch schön,zumindestens bis zum Staatsbankrott.
Dann können wir alle gegen die Troika demonstrieren ,welche uns kein Geld leihen will,wenn wir so weitermachen.
02.04.2013 15:58 Uhr
von Ute Gisela:
@von anke - der Kommentar zeigt, dass die Idee wohl noch nicht ausreichend vermittelt werden konnte.
Daher empfehle ich das hier:
http://gutesleben.org
und das hier:
http://www.social-innovation.org/?p=3148
02.04.2013 13:34 Uhr
von postwerfer:
@ Statege,
lieber Stratege, ich denke diese Rechnung geht nicht auf und klingt nur plausibel. Denn das eine Prozent Bevölkerung mit den bekannten 50 % Eigentum an allen Vermögenswerten wird hier vergessen. Und allgemein der Mittelbau, der ohnehin weiter Steuern zahlt und das BGE halt "nur" als Steuerfreibetrag erhält. Die paar Millionen Bürger, die wirklich 1000 Euro ausgezahlt bekommen sind schon locker zu verkraften (von der Gesellschaft). Der Zuwanderungsanreiz, nungut... alles nur eine Frage des Willens.
02.04.2013 12:17 Uhr
von LutzL:
Wie schön :) toller Artikel
02.04.2013 11:54 Uhr
von BvW:
In einem Punkt sollte dieser Artikel ergänzt werden: Es hat durchaus Experimente mit BGE über einen längeren Zeitraum gegeben, so in Kanada in den 70ern:
http://www.dominionpaper.ca/articles/4100
Die üblichen Vorbehalte gegen das BGE (Arbeitsscheue, Schmarotzertum) erwiesen sich dabei als haltlos: Die "versorgten" Personen bildeten sich weiter, qualifizierten sich für bessere Beschäftigungen; der Krankenstand ging herunter … Nur kam eine "Finanzkrise" der Auswertung des Experiments (das bei Erfolg auf ganz Kanda hätte ausgedehnt werden sollen) in die Quere: Die Mittel für die Analyse wurden bis heute nicht bewilligt.
02.04.2013 11:01 Uhr
von anke:
Pilotprojekt für eine gerechtere Welt? Unsinn! Das Bürgergeld wird gar nichts ändern. Nicht ohne vorherige Total-Enteignung.
Der Teufel hat schon eine ganze Weile auf den größeren Haufen... – na, wir wissen schon. Aus historischen Gründen jedenfalls werden einige von uns die neue „Gerechtigkeit“ deutlich länger aushalten als andere. Weswegen die Anderen deutlich früher gezwungen sein werden, doch wieder Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht tun wollen. Nur, dass die Wohlhabenderen dann noch entschiedener erklären können: „Es war doch seine/ihre Entscheidung!“
Nein, das Bürgergeld schafft keine neue Freiheit. Im Gegenteil. Es zementiert eine Abhängigkeit, die das genaue Gegenteil der Emanzipation ist. Der geerbte Traum pubertierender Bürgerkinder (Papas Knete ohne Papas Autorität) ist kein „naiver Humanismus“, sondern blanker, fokussierter Egoismus. Er ist die Quintessenz aus Jahrzehnten des (durch Entfremdung von der Arbeit erzeugten) unverdienten Reichtums. Was Wunder, dass die Idee des Bürgergeldes in allen Parteien Fans hat. Vor allem unter denen, die auch bisher schon Werte verteilen durften, deren Schöpfer sie nie auch nur wahrnehmen brauchten.
Dass eine Theorie, die „nur in den Köpfen“ bleibt, „nichts mit den Menschen [macht]“, ist jedenfalls gelogen. Das bedingungslose Grundeinkommen ist praktisch nie ad Absurdum geführt worden. Es macht schon deshalb dumm, weil niemand etwas lernen muss daraus. Außer in jenem kleinen namibischen Dorf. Da nämlich haben die, die das Fass ein Jahr lang gefüllt hatten, vor einiger Zeit beschlossen, den Hahn wieder zuzudrehen. Ohne sich zu fragen, was nun aus dem Almosenempfängern werden soll. Was man natürlich weder wissen noch hinterfragen muss, wenn man fünf Jahre lang für fremder Leute Geld an seinem ganz persönlichen Traum gefeilt hat.
Wie ich die „moderne Gesellschaft“ kenne, wird nach der Liebe vor der Trennung sein. Auch in der Kunst. Das Bürgergeld? Ist womöglich einer jener Träume, die besser nie real werden.
02.04.2013 07:44 Uhr
von Stratege:
Das BGE ist nicht nachhaltig finanzierbar - weil die Mathematik des Geldbedarfs nicht stimmt:
- 24 Jahre Ausbildung
- 40-50 Jahre Arbeit & Kapitalrücklage
- 22 Jahre Renten-BGE
... bei einem Menschen, der 96 Jahre alt wird, entstehen 46 Jahre, Lebenszeit, in denen dieser der Gemeinschaft "auf der Tasche liegt".
Nur 44% der Bevölkerung arbeiten überhaupt .... weil es Kinder, Auszubildende, Studenten, Alte und Kranke gibt.
Und von den 44% sind nur 70% ohne Transfereinkommen. 30 Beziehen Wohngeld, sind Aufstocker und zahlen keine einkommensbezogenen Steuern, weil sie zu wenig verdienen.
Das BGE ist ein teurer Traum auf Kosten der nachgeborenen Generation.