Modeln, Backen, Schminken: Das sollen die BesucherInnen im Barbie-Haus am Berliner Alexanderplatz ab dem 16. Mai machen. Jetzt formiert sich Protest.von Celestine Hassenfratz
Also ich finde das eigentlich cool, dass die Linksjugend was gegen "Barbie" hat. Geht mir auch so. Nur werden sich trotzdem unzählige für Gleichberechtigung eintretende Mütter von ihren Töchtern breitschlagen lassen und einen völlig überhöhten Eintritt locker machen, weil die Kleine nun mal einfach so gerne reinmöchte in das pinke "Dreamhouse". Was kann frau eigenlich gegen eine Umwelt ausrichten, die zuckrig-klebrige Klischeevorstellungen von Weiblichkeit zum Teil sogar als "Feminismus" verkauft? Ich meine, das ist doch irgendwie verlogen, auf "Barbie" rumzuhacken, wenn gleichzeitig irgendwelche selbsternannten Superweiber einen auf "sexy Bitch" machen, plärren, dass Pornos Emanzipation sind, anderen Frauen auf den Arsch glotzen, ihnen "Fickmaus" und "Flittchen" hinterhergröhlen und dann auch noch meinen, dass das "Erotik pur" sei - und natürlich "Feminismus"... Wie blöd muss man eigentlich sein? NEIN, Frauen prostituieren sich nicht, weil sie so "naturgeil" sind und NEIN, "Schlampe" meint auch nicht, "die größte Sexbombe von allen". Genau das könnte man aber denken, wenn man so bestimmte Szenen zB vom Berliner "Slutmarch" Revue passieren lässt, wo sich untersetzte kurzhaarige Frauen gar nicht schnell genug die properen Fred-Perry-Poloshirts vom Leib reißen konnten. Guck! Mich! An! Nichts anderes brachte das zum Ausdruck. Ziemlich peinlich, wenn man bedenkt, dass es beim "Slutmarch" eigentlich mal darum ging, dass keine Frau eine "Schlampe" ist, dass keine eine ist, "mit der man es doch machen kann".... Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Es stört mich keineswegs wenn Frauen, die eher nicht so dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, sich auch mal 'nen heißen Mini anziehen oder 'was tief Dekolliertes. Es stört mich auch nicht, wenn Frauen auf Männer attraktiv wirken und sich ganz allgemein "schön" fühlen wollen. All das mache und will ich auch und ich bin weit davon entfernt, eine lebende "Barbie" zu sein. Was mich aber stört ist, dass das Klischee, naive, dumme Vorstellungen von Sexualität und sexueller Erfüllung als "emanzipatorisch" hingestellt werden, dass es offenbar nur noch darum geht, die Schönste und Attraktivste zu sein, die der alle hinterhersabbern, die "Princess", besser noch die "Queen". Das sind nun wirklich Kleinmädchenträume! Und wenn das "Feminismus" sein soll, muss frau sich auch nicht wundern, wenn die kleinen Mädchen, also die echten, alle in Scharen ins "Barbie Dreamhouse" rennen und später mal Modell oder Handtaschendesignerin werden wollen. The tendencie is to brush it up as pink as you can!
05.04.2013 12:17 Uhr
von Conny Simsohn:
Achtung, Ironie:
Anläßlich des Berliner Halbmarathons stehen seit gestern am U-Bahnhof Schillingstraße zwei lange Reihen mit Toilettenhäuschen - alle in pink! Pinkeln in pink - nein, noch schlimmer, pinkeln MÜSSEN in pink! Was für eine Verantwortungslosigkeit, womöglich geht man als Mann mit Laufschuhen hinein und kommt als Prinzessin wieder heraus! Ich hoffe, die Linksjugend Kreuzkölln wird anwesend sein, um das schlimmste zu verhindern. Ironie aus.
Jetzt mal ernsthaft, man kann es auch übertreiben. Ich mag dieses ganze knallrosafarbene Mädchenspielzeug auch nicht, schon allein bei der Werbung rollen sich mir die Fußnägel hoch. Aber andererseits ist für das spätere Weltbild eines Kindes doch entscheidend, was es zu Hause vorgelebt bekommt. Erfährt es im Alltag und in der Familie die Gleichberechtigung der Geschlechter, so wird auch eine Barbie keinen bleibenden Schaden anrichten. Bei gegenteiligen Erfahrungen muss ich mich über eine Prinzessin auf der Erbse nicht wundern - das kann ich dann allerdings auch nicht Mattel in die Schuhe schieben.
04.04.2013 18:33 Uhr
von Super:
@ Harald
Nana! WeltOnline hat über Lego berichtet.
04.04.2013 17:19 Uhr
von Harald:
Wer was gegen Barbie hat, ist doch nur verkappt homophob. Der Grund, warum sie immer noch kinderlos ist, liegt doch daran, daß Ken schwul ist. Wusstet ihr das nicht?
Wobei, wenn Ken schwul ist, könnte dies wiederum zu einer Beleidigung führen und, wie im Fall von Playmobiles Jabba’s Palace, zu einem Produktionsstop führen.
PS Jetzt weiß ich natürlich nicht, ob ich das überhaupt sagen darf, da die deutschen Medien darüber nicht berichteten.
04.04.2013 16:10 Uhr
von Hans:
"Sie könnte nicht richtig atmen, litte unter den Folgen einer Fußfehlstellung sowie Bandscheibenschäden, und unfruchtbar wäre sie auch."
Und Playmobil-Figuren könnten nicht einmal laufen, weil sie ihre Beine nicht einzeln bewegen können.
04.04.2013 15:05 Uhr
von Mein Name:
Teddy-Bären gehören auch verboten. Schließlich sind Bären gefährliche Raubtiere, die in Menschen - insbesondere Kindern - eher ein Nahrungsmittel als einen Spielkameraden sehen. Davor muss man die Kinder warnen.
04.04.2013 14:04 Uhr
von Alreech:
Kann man über Barbie reden, aber über Ken schweigen ?
04.04.2013 13:49 Uhr
von Jenni.d:
Ich bin Mutter einer 5 Jährigen Tochter und wir sind totale Barbiefans. Barbie gibt es schon ewig und es macht die Mädchen glücklich. Wie schon geschrieben wurde wird als nächstes über Autos geschrieben und Männer die handwerklich begabt sein müssen, große Autos fahren müssen und Geld verdienen. Es ist eine Puppe und das wird hier so dargestellt als ob es unseren Kindern schadet.
04.04.2013 13:47 Uhr
von Ken:
@puppenspieler Du zum beispiel. Es hindert dich niemand daran.
04.04.2013 13:08 Uhr
von Roelfs:
Toleranz ist eine tolle Sache, die aber leider weder im linken noch im rechten Wählerrand besonders ausgeprägt ist.
04.04.2013 13:06 Uhr
von Tanje Busse:
"Wäre die junge Frau ein Mensch, könnte sie aufgrund ihrer Proportionen kein normales Leben führen. Sie könnte nicht richtig atmen, litte unter den Folgen einer Fußfehlstellung sowie Bandscheibenschäden, und unfruchtbar wäre sie auch."
Hm.
Und Ken?
Wäre er ein Mensch, wie würde er sich fortplanzen? Schon mal dem Ken in den Schritt geguckt? Eigentlich ein Traum aller frauenbewegten Emanzen - denn der hat "da" nix.
04.04.2013 12:36 Uhr
von Roelfs:
Toleranz ist eine tolle Sache, die aber leider weder im linken noch im rechten Wählerrand besonders ausgeprägt ist.
04.04.2013 11:58 Uhr
von puppenspieler:
Und wer tut was gegen den Sexismus, dem wir Männer uns ausgesetzt sehen als Kinder? Gezwungen zum spielen mit Autos und genötigt zur Werkzeugnutzung, weil Männer das eben tun. Da wird weder von Eltern/Lehrern noch vom Rest der Gesellschaft drauf Rücksicht genommen!
04.04.2013 11:27 Uhr
von Anton:
Wie kann ein Artikel, der uns vor Sexismus und starren Frauenrollen warnen soll, nicht konsequent geschlechtsgerecht formuliert werden?
Es sollte doch heißen: Medizinerinnen und Mediziner. Besucherinnen und Besucher.
Und vor allem: Krankenpflegerin!
Aufgrund dessen kann ich den Artikel bezüglich dieses heiklen Themas nicht wirklich ernst nehmen.
Aber es spiegelt leider eine allgegenwärtige Berliner Einstellung wider: Hauptsache dagegen!
04.04.2013 11:15 Uhr
von Ernst Lehmann:
Helfen wir alle mit, dass unsere Gesellschaft an eine freie Gesellschaft bleibt. Ich persönlich mag Barbie auch nicht, aber wir sollten unser Leben dafür geben, dass es sie weiterhin zu kaufen gibt ud den Anfängen einer selbsternannten Gedanken-, Erziehungs- und Geschmackspolizei wehren.
04.04.2013 10:26 Uhr
von anke:
Da hätte sie ne ganze Menge zu tun, die Linksjugend Kreuzkölln, wenn sie gegen jede Form sexistischer Propaganda vorgehen wollte, der deutsche Grundschüler (und deren Eltern) heutzutage ausgesetzt sind! Wie gut, dass Barbie knallpink leuchtet von ihren Großplakaten. Da weiß man doch gleich, wo die eigenen Protest-Prioritäten liegen müssen!
Im Übrigen fürchte ich, dass die Zielgruppe der Dreamhouse-Installateure auch nach bundesweiten Protesten nicht begreifen wird, was genau eigentlich frauenfeindlich sein soll an einem Leben zwischen hochhackigen Designerschuhen, überfüllten Kleiderschränken, teuren Luxusmöbeln, Reisemobilen und aufgetakelten Freundinnen. Zumal, wenn einem die Knete für all das von einem Traummann vor die Füße gekippt wird, der dafür nicht einmal das gemeinsame Himmelbett verlassen muss, geschweige denn die gemeinsame Villa oder den gemeinsamen Pool. Männer, schließlich, dürfen ihren Erfolg ja auch immer noch an der Zahl teurer Autos und Boote, an Lage und Größe ihrer diversen Immobilien, der Zahl sinnloser Veröffentlichungen, publizierter Affären und teurer Anzüge oder der Masse ihrer Untergebenen festmachen. Niemand nötigt sie zum Umdenken. Im Gegenteil. Neuerdings sind die Frauen gehalten, Autos, Schuhe und Blazer schwarz lackieren zu lassen. Vielfältige Rollenbilder? Pha! Die Hälfte von zwei ist eins, nicht viele!
Pink stinkt. Gold duftet. Würde die Linksjugend Kreuzköln gegen diese Art der Propaganda mit gleicher Entschiedenheit vorgehen wie gegen Barbies Wespentaille, hätte sie meinen Respekt.
04.04.2013 10:00 Uhr
von Dhimitry:
Das Ganze ist doch bloß ein perfides Ablenkungsmanöver der MediaSpree-Investoren. Während der Widerstand der Stadt sich nun auf Barbies Traumhaus konzentriert, kann ungehindert die Mauer abgetragen werden!
@ Keine Kundin
Sie haben ein sehr verqueres Bild von Elternschaft. Kinder sind nicht das Eigentum der Eltern!
04.04.2013 09:14 Uhr
von super:
Abgesehen davon das sich meine Tochter peripher-tangential für Barbie interessiert, reagiere ich recht allergisch darauf wenn andere Leute einem vorschreiben wollen wie man sein Kind zu erziehen habe. Am besten noch von Leuten die keine Kinder haben.
04.04.2013 09:05 Uhr
von Drone:
Aha, die taz hat mal wieder irgendwo zusammen mit irgendwelchen Feministinnen Sexismus entdeckt - und mir ist neulich in Münster mein ohnehin ziemlich plattes Fahrrad geklaut worden. Schlimme Welt.
04.04.2013 08:51 Uhr
von Marella:
Mei, des pseudofeministische Emanzengeschwurbel. Meine Nichte findet Barbie toll und ich werde einen Dreck tun und sie davon abbringen. Natürlich darf sie auch mit Matchbox-Autos spielen oder sonstwas. Mag sie aber nicht, wie die allermeisten Mädchen. Die Kinder sind sehr wohl in der Lage auszudrücken mit was sie spielen wollen und mit was nicht. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie kleine Mädchen von ihren Emanzenmüttern gezwungen werden mit Autos und Baggern zu spielen. Oder gar Spielzeugsoldaten? Ojee!
04.04.2013 07:53 Uhr
von aujau:
Ich habe den Artikel meiner Tochter vorgelesen, in das Dreamhouse will sie trotzdem. Es bleibt nur, entspannt hinzugehen und entspannt abzuwarten, bis Pink uncool wird.
04.04.2013 01:47 Uhr
von Deborah:
Der Bundestagskandidat Philipp Lengsfeld, teilte mit, das Barbie-Dreamhouse sei „hochwillkommen“.
:) LOL Man gönnt sich ja sonst nichts! *g* :) Ich finds klasse! Da weiß das Wahlvolk wenigstens genau wer auf diese Wahlkampfpropaganda angewiesen ist. Das erleichtert ungemein das Wählen.
Barbie for president!!!
03.04.2013 20:45 Uhr
von Keine Kundin:
Also mein Bauch gehört mir!
Und wenn ich als Mutter aus meiner Dreijährigen eine Nachwuchshure machen will, und es übt sich nunmal früh, dann habe ich auch darauf ein verdammtes Recht!
Da brauchen keine Protestorganisationen daher zu kommen und die Rechte, für die ich und viele andere Frauen damals gestritten haben mit Füßen zu treten!
Was die machen, das pinkt doch zum Himmel.
Herr lass Glitter regnen!
03.04.2013 20:43 Uhr
von Susi:
Barbie sieht einfach immer soo gut aus!!!
03.04.2013 20:09 Uhr
von chris:
Ja, bekämppfen, demonstrieren, protestieren... könnte ja jemandem gefallen, die Barbie-rosa-Welt und am Ende wie ich studiert das Mädchen dann etwas aus dem MINT-Bereich, näht ihre Kleider nach Feierabend selbst, liebt Schminke und High Heels, arbeitet vollzeit, hat Kinder und liebt ihr Leben manchmal in rosarot und auf Taille und manchmal mit dem, was der Kopf hergibt, um beruflich oder/und privat ihre Dinge zu regeln.
Dass das zusammen gehen kann und Frauen nicht zu blöd sind, Phantasie und Professionalität auseinander halten zu können, kommt leider in diese Demo-Hirne, die Frauen/Mädchen schützen meinen zu müssen leider nicht rein.
Und als nächstes wird die Matchbox-Auto-Welt bekämpft, weil kleine Jungs Rennfahrer üben und nicht Elternzeit-Anträge-Ausfüllen simulieren...
Trauriges Berlin, das lange meine Stadt war...
PS: pink stinks - stimmt übrigens nicht. Für mich riecht es nach Rosen.
03.04.2013 20:02 Uhr
von arthur:
hach, wie schön es wäre, wenn ihr doch wieder zum generellen "gendern" übergehen würdet, und dies nicht nur bei themen macht, die es garnicht mehr anders zulassen.
aber schön, dass ihr drüber schreibt, dann trifft sich mensch hoffentlich auf der straße um diese hütte leer zu räumen. was haltet ihr stattdessen von einem nettem, queerem club? die barbies könnten kollektiv verbrannt werden, und die pinken wände weiter genutzt.
03.04.2013 19:52 Uhr
von FaktenStattFiktion:
Eine witzige Idee. Schade nur, dass die Linksjugend weder Toleranz noch Humor hat.
Leserkommentare
05.04.2013 16:55 Uhr
von Doll Parts:
Also ich finde das eigentlich cool, dass die Linksjugend was gegen "Barbie" hat. Geht mir auch so. Nur werden sich trotzdem unzählige für Gleichberechtigung eintretende Mütter von ihren Töchtern breitschlagen lassen und einen völlig überhöhten Eintritt locker machen, weil die Kleine nun mal einfach so gerne reinmöchte in das pinke "Dreamhouse".
Was kann frau eigenlich gegen eine Umwelt ausrichten, die zuckrig-klebrige Klischeevorstellungen von Weiblichkeit zum Teil sogar als "Feminismus" verkauft? Ich meine, das ist doch irgendwie verlogen, auf "Barbie" rumzuhacken, wenn gleichzeitig irgendwelche selbsternannten Superweiber einen auf "sexy Bitch" machen, plärren, dass Pornos Emanzipation sind, anderen Frauen auf den Arsch glotzen, ihnen "Fickmaus" und "Flittchen" hinterhergröhlen und dann auch noch meinen, dass das "Erotik pur" sei - und natürlich "Feminismus"...
Wie blöd muss man eigentlich sein? NEIN, Frauen prostituieren sich nicht, weil sie so "naturgeil" sind und NEIN, "Schlampe" meint auch nicht, "die größte Sexbombe von allen". Genau das könnte man aber denken, wenn man so bestimmte Szenen zB vom Berliner "Slutmarch" Revue passieren lässt, wo sich untersetzte kurzhaarige Frauen gar nicht schnell genug die properen Fred-Perry-Poloshirts vom Leib reißen konnten. Guck! Mich! An! Nichts anderes brachte das zum Ausdruck. Ziemlich peinlich, wenn man bedenkt, dass es beim "Slutmarch" eigentlich mal darum ging, dass keine Frau eine "Schlampe" ist, dass keine eine ist, "mit der man es doch machen kann"....
Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Es stört mich keineswegs wenn Frauen, die eher nicht so dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, sich auch mal 'nen heißen Mini anziehen oder 'was tief Dekolliertes. Es stört mich auch nicht, wenn Frauen auf Männer attraktiv wirken und sich ganz allgemein "schön" fühlen wollen. All das mache und will ich auch und ich bin weit davon entfernt, eine lebende "Barbie" zu sein. Was mich aber stört ist, dass das Klischee, naive, dumme Vorstellungen von Sexualität und sexueller Erfüllung als "emanzipatorisch" hingestellt werden, dass es offenbar nur noch darum geht, die Schönste und Attraktivste zu sein, die der alle hinterhersabbern, die "Princess", besser noch die "Queen". Das sind nun wirklich Kleinmädchenträume! Und wenn das "Feminismus" sein soll, muss frau sich auch nicht wundern, wenn die kleinen Mädchen, also die echten, alle in Scharen ins "Barbie Dreamhouse" rennen und später mal Modell oder Handtaschendesignerin werden wollen. The tendencie is to brush it up as pink as you can!
05.04.2013 12:17 Uhr
von Conny Simsohn:
Achtung, Ironie:
Anläßlich des Berliner Halbmarathons stehen seit gestern am U-Bahnhof Schillingstraße zwei lange Reihen mit Toilettenhäuschen - alle in pink! Pinkeln in pink - nein, noch schlimmer, pinkeln MÜSSEN in pink! Was für eine Verantwortungslosigkeit, womöglich geht man als Mann mit Laufschuhen hinein und kommt als Prinzessin wieder heraus! Ich hoffe, die Linksjugend Kreuzkölln wird anwesend sein, um das schlimmste zu verhindern. Ironie aus.
Jetzt mal ernsthaft, man kann es auch übertreiben. Ich mag dieses ganze knallrosafarbene Mädchenspielzeug auch nicht, schon allein bei der Werbung rollen sich mir die Fußnägel hoch. Aber andererseits ist für das spätere Weltbild eines Kindes doch entscheidend, was es zu Hause vorgelebt bekommt. Erfährt es im Alltag und in der Familie die Gleichberechtigung der Geschlechter, so wird auch eine Barbie keinen bleibenden Schaden anrichten. Bei gegenteiligen Erfahrungen muss ich mich über eine Prinzessin auf der Erbse nicht wundern - das kann ich dann allerdings auch nicht Mattel in die Schuhe schieben.
04.04.2013 18:33 Uhr
von Super:
@ Harald
Nana!
WeltOnline hat über Lego berichtet.
04.04.2013 17:19 Uhr
von Harald:
Wer was gegen Barbie hat, ist doch nur verkappt homophob. Der Grund, warum sie immer noch kinderlos ist, liegt doch daran, daß Ken schwul ist. Wusstet ihr das nicht?
Wobei, wenn Ken schwul ist, könnte dies wiederum zu einer Beleidigung führen und, wie im Fall von Playmobiles Jabba’s Palace, zu einem Produktionsstop führen.
http://www.independent.co.uk/news/world/europe/the-racist-menace-muslims-declare-victory-in-fight-over-antiislamic-lego-8555610.html
PS
Jetzt weiß ich natürlich nicht, ob ich das überhaupt sagen darf, da die deutschen Medien darüber nicht berichteten.
04.04.2013 16:10 Uhr
von Hans:
"Sie könnte nicht richtig atmen, litte unter den Folgen einer Fußfehlstellung sowie Bandscheibenschäden, und unfruchtbar wäre sie auch."
Und Playmobil-Figuren könnten nicht einmal laufen, weil sie ihre Beine nicht einzeln bewegen können.
04.04.2013 15:05 Uhr
von Mein Name:
Teddy-Bären gehören auch verboten.
Schließlich sind Bären gefährliche Raubtiere, die in Menschen - insbesondere Kindern - eher ein Nahrungsmittel als einen Spielkameraden sehen. Davor muss man die Kinder warnen.
04.04.2013 14:04 Uhr
von Alreech:
Kann man über Barbie reden, aber über Ken schweigen ?
04.04.2013 13:49 Uhr
von Jenni.d:
Ich bin Mutter einer 5 Jährigen Tochter und wir sind totale Barbiefans. Barbie gibt es schon ewig und es macht die Mädchen glücklich. Wie schon geschrieben wurde wird als nächstes über Autos geschrieben und Männer die handwerklich begabt sein müssen, große Autos fahren müssen und Geld verdienen. Es ist eine Puppe und das wird hier so dargestellt als ob es unseren Kindern schadet.
04.04.2013 13:47 Uhr
von Ken:
@puppenspieler
Du zum beispiel. Es hindert dich niemand daran.
04.04.2013 13:08 Uhr
von Roelfs:
Toleranz ist eine tolle Sache, die aber leider weder im linken noch im rechten Wählerrand besonders ausgeprägt ist.
04.04.2013 13:06 Uhr
von Tanje Busse:
"Wäre die junge Frau ein Mensch, könnte sie aufgrund ihrer Proportionen kein normales Leben führen. Sie könnte nicht richtig atmen, litte unter den Folgen einer Fußfehlstellung sowie Bandscheibenschäden, und unfruchtbar wäre sie auch."
Hm.
Und Ken?
Wäre er ein Mensch, wie würde er sich fortplanzen? Schon mal dem Ken in den Schritt geguckt? Eigentlich ein Traum aller frauenbewegten Emanzen - denn der hat "da" nix.
04.04.2013 12:36 Uhr
von Roelfs:
Toleranz ist eine tolle Sache, die aber leider weder im linken noch im rechten Wählerrand besonders ausgeprägt ist.
04.04.2013 11:58 Uhr
von puppenspieler:
Und wer tut was gegen den Sexismus, dem wir Männer uns ausgesetzt sehen als Kinder? Gezwungen zum spielen mit Autos und genötigt zur Werkzeugnutzung, weil Männer das eben tun. Da wird weder von Eltern/Lehrern noch vom Rest der Gesellschaft drauf Rücksicht genommen!
04.04.2013 11:27 Uhr
von Anton:
Wie kann ein Artikel, der uns vor Sexismus und starren Frauenrollen warnen soll, nicht konsequent geschlechtsgerecht formuliert werden?
Es sollte doch heißen:
Medizinerinnen und Mediziner.
Besucherinnen und Besucher.
Und vor allem: Krankenpflegerin!
Aufgrund dessen kann ich den Artikel bezüglich dieses heiklen Themas nicht wirklich ernst nehmen.
Aber es spiegelt leider eine allgegenwärtige Berliner Einstellung wider: Hauptsache dagegen!
04.04.2013 11:15 Uhr
von Ernst Lehmann:
Helfen wir alle mit, dass unsere Gesellschaft an eine freie Gesellschaft bleibt. Ich persönlich mag Barbie auch nicht, aber wir sollten unser Leben dafür geben, dass es sie weiterhin zu kaufen gibt ud den Anfängen einer selbsternannten Gedanken-, Erziehungs- und Geschmackspolizei wehren.
04.04.2013 10:26 Uhr
von anke:
Da hätte sie ne ganze Menge zu tun, die Linksjugend Kreuzkölln, wenn sie gegen jede Form sexistischer Propaganda vorgehen wollte, der deutsche Grundschüler (und deren Eltern) heutzutage ausgesetzt sind! Wie gut, dass Barbie knallpink leuchtet von ihren Großplakaten. Da weiß man doch gleich, wo die eigenen Protest-Prioritäten liegen müssen!
Im Übrigen fürchte ich, dass die Zielgruppe der Dreamhouse-Installateure auch nach bundesweiten Protesten nicht begreifen wird, was genau eigentlich frauenfeindlich sein soll an einem Leben zwischen hochhackigen Designerschuhen, überfüllten Kleiderschränken, teuren Luxusmöbeln, Reisemobilen und aufgetakelten Freundinnen. Zumal, wenn einem die Knete für all das von einem Traummann vor die Füße gekippt wird, der dafür nicht einmal das gemeinsame Himmelbett verlassen muss, geschweige denn die gemeinsame Villa oder den gemeinsamen Pool. Männer, schließlich, dürfen ihren Erfolg ja auch immer noch an der Zahl teurer Autos und Boote, an Lage und Größe ihrer diversen Immobilien, der Zahl sinnloser Veröffentlichungen, publizierter Affären und teurer Anzüge oder der Masse ihrer Untergebenen festmachen. Niemand nötigt sie zum Umdenken. Im Gegenteil. Neuerdings sind die Frauen gehalten, Autos, Schuhe und Blazer schwarz lackieren zu lassen. Vielfältige Rollenbilder? Pha! Die Hälfte von zwei ist eins, nicht viele!
Pink stinkt. Gold duftet. Würde die Linksjugend Kreuzköln gegen diese Art der Propaganda mit gleicher Entschiedenheit vorgehen wie gegen Barbies Wespentaille, hätte sie meinen Respekt.
04.04.2013 10:00 Uhr
von Dhimitry:
Das Ganze ist doch bloß ein perfides Ablenkungsmanöver der MediaSpree-Investoren. Während der Widerstand der Stadt sich nun auf Barbies Traumhaus konzentriert, kann ungehindert die Mauer abgetragen werden!
@ Keine Kundin
Sie haben ein sehr verqueres Bild von Elternschaft. Kinder sind nicht das Eigentum der Eltern!
04.04.2013 09:14 Uhr
von super:
Abgesehen davon das sich meine Tochter peripher-tangential für Barbie interessiert, reagiere ich recht allergisch darauf wenn andere Leute einem vorschreiben wollen wie man sein Kind zu erziehen habe.
Am besten noch von Leuten die keine Kinder haben.
04.04.2013 09:05 Uhr
von Drone:
Aha, die taz hat mal wieder irgendwo zusammen mit irgendwelchen Feministinnen Sexismus entdeckt - und mir ist neulich in Münster mein ohnehin ziemlich plattes Fahrrad geklaut worden. Schlimme Welt.
04.04.2013 08:51 Uhr
von Marella:
Mei, des pseudofeministische Emanzengeschwurbel. Meine Nichte findet Barbie toll und ich werde einen Dreck tun und sie davon abbringen. Natürlich darf sie auch mit Matchbox-Autos spielen oder sonstwas. Mag sie aber nicht, wie die allermeisten Mädchen.
Die Kinder sind sehr wohl in der Lage auszudrücken mit was sie spielen wollen und mit was nicht. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie kleine Mädchen von ihren Emanzenmüttern gezwungen werden mit Autos und Baggern zu spielen. Oder gar Spielzeugsoldaten? Ojee!
04.04.2013 07:53 Uhr
von aujau:
Ich habe den Artikel meiner Tochter vorgelesen, in das Dreamhouse will sie trotzdem. Es bleibt nur, entspannt hinzugehen und entspannt abzuwarten, bis Pink uncool wird.
04.04.2013 01:47 Uhr
von Deborah:
Der Bundestagskandidat Philipp Lengsfeld, teilte mit, das Barbie-Dreamhouse sei „hochwillkommen“.
:) LOL
Man gönnt sich ja sonst nichts! *g* :)
Ich finds klasse!
Da weiß das Wahlvolk wenigstens genau wer auf diese Wahlkampfpropaganda angewiesen ist.
Das erleichtert ungemein das Wählen.
Barbie for president!!!
03.04.2013 20:45 Uhr
von Keine Kundin:
Also mein Bauch gehört mir!
Und wenn ich als Mutter aus meiner Dreijährigen eine Nachwuchshure machen will, und es übt sich nunmal früh, dann habe ich auch darauf ein verdammtes Recht!
Da brauchen keine Protestorganisationen daher zu kommen und die Rechte, für die ich und viele andere Frauen damals gestritten haben mit Füßen zu treten!
Was die machen, das pinkt doch zum Himmel.
Herr lass Glitter regnen!
03.04.2013 20:43 Uhr
von Susi:
Barbie sieht einfach immer soo gut aus!!!
03.04.2013 20:09 Uhr
von chris:
Ja, bekämppfen, demonstrieren, protestieren... könnte ja jemandem gefallen, die Barbie-rosa-Welt und am Ende wie ich studiert das Mädchen dann etwas aus dem MINT-Bereich, näht ihre Kleider nach Feierabend selbst, liebt Schminke und High Heels, arbeitet vollzeit, hat Kinder und liebt ihr Leben manchmal in rosarot und auf Taille und manchmal mit dem, was der Kopf hergibt, um beruflich oder/und privat ihre Dinge zu regeln.
Dass das zusammen gehen kann und Frauen nicht zu blöd sind, Phantasie und Professionalität auseinander halten zu können, kommt leider in diese Demo-Hirne, die Frauen/Mädchen schützen meinen zu müssen leider nicht rein.
Und als nächstes wird die Matchbox-Auto-Welt bekämpft, weil kleine Jungs Rennfahrer üben und nicht Elternzeit-Anträge-Ausfüllen simulieren...
Trauriges Berlin, das lange meine Stadt war...
PS: pink stinks - stimmt übrigens nicht. Für mich riecht es nach Rosen.
03.04.2013 20:02 Uhr
von arthur:
hach, wie schön es wäre, wenn ihr doch wieder zum generellen "gendern" übergehen würdet, und dies nicht nur bei themen macht, die es garnicht mehr anders zulassen.
aber schön, dass ihr drüber schreibt, dann trifft sich mensch hoffentlich auf der straße um diese hütte leer zu räumen. was haltet ihr stattdessen von einem nettem, queerem club? die barbies könnten kollektiv verbrannt werden, und die pinken wände weiter genutzt.
03.04.2013 19:52 Uhr
von FaktenStattFiktion:
Eine witzige Idee. Schade nur, dass die Linksjugend weder Toleranz noch Humor hat.