Beim Verkauf von tausenden bundeseigenen Wohnungen müssen die Länder auf die Grunderwerbsteuer verzichten. Grund ist ein juristischer Trick.von Richard Rother
Wer eine hohe Binnennachfrage haben will, der muss die Mietsteigerungen bremsen! Die Mieten müssen gesenkt werden noch bevor, die Industrie wegen zu hoher Lohnkosten Pleite geht oder der Rationalisierungsdruck die Arbeitsplätze kostet. Der Druck infolge unverhältnismäßig hoher Mieten ist weitaus größer, als die Stromkostensteigerungen durch die Energiewende (zumindest in den Ballungsgebieten). Das heißt, die gesamte produzierende Industrie, die Bildungs-und Gesundheitsdienstleister, das Bankenwesen in Deutschland, die Mieter und der Staat als Bezahler von Mietzuschüssen und Sozialwohnungen müssen in ihren ureigendsten Interesse dafür sorgen, dass die Mietausgaben nicht mehr als ein 35 Prozent des verfügbaren Monatsnettoeinkommens ausmachen und das die gesamte Mietwohnungsnachfrage bei leer stehenden Wohnungen mittelfristig gedeckt werden muss. Nicht jeder Mietinteressent(m/w) muss akzeptiert werden, aber prinzipiell muss das Mietobjekt vermietet werden. Das Bauchgefühl sei dem Vermieter gegönnt, aber Scheinangebote und Preistreiberei durch künstliche Verknappung infolge Vorenthaltung von Mieteigentum ist verboten. Der forcierte Abriss von Leerstand zwingt die Arbeitnehmer ohne Immobilieneigentum weit über 50% ihres Einkommens nur für Miete auszugeben. Das dann der deutsche Binnenmarkt immer uninteressanter wird und Firmen von hier abwandern, kann nicht verwundern! Das Spiel von Angebot und Nachfrage darf nicht dauerhaft ausgesetzt werden. Ein Wirtschaftswachstum in den deindustrialisierten Regionen und in den schwach entwickelten Regionen Deutschlands wäre auch über ein Mietanreizsystem denkbar. Dabei sollte vorrangig die denkmalschutzprämierte Bausubstanz wiederbewohnbar gemacht werden und vorhandene Infrastruktur der ungenutzten Gewerbegebietsflächen versierter beworben werden für langfristige ökologisch unbedenkliche Gewerbeansiedlungen. Solche Minivölkerwanderungen müssten natürlich durch hervorragende Bildungsangebot und Freizeitangebote und kulturelle und behördliche Betreuung flankiert werden. Entsprechend müßte die Jugend behandelt werden und kulturell geprägt werden ihren Kindern eine ebenso hoffentlich schöne Kindheit schenken zu wollen.
05.04.2013 13:23 Uhr
von Ecki:
Die Grunderwerbssteuer gehört zumindest in der oft verlangten Höhe (Berlin) sowieso auf den Prüfstand. Vor dem Hintergrund von häufig zerbrechenden Partnerschaften,jobbedingten Wohnortwechseln etc. ist sie eine hohe Belastung für diejenigen, die vorsorgen wollen.
In der Konsequenz zielt sie indirekt auf "Deutschland einig Mieterland", sprich der Perpetuierung von Abhängigkeiten von Vermietern.
05.04.2013 13:16 Uhr
von PeterWolf:
@saggse
Vollkommen richtig, nach oben ist die Miete nur durch Kaufkraft und Nachfrage begrenzt, wobei durch die Mieter und die Lage der Immobilien der verkauften Gesellschaften der Deckel niedriger liegt als bei anderen Immobilien, ist jedenfalls bei uns so.
Bleibt aber eben immer noch die erforderliche Mindestmiete, die bei höherem Gesamtkaufpreis (mit Steuern und notwendigen Sanierungskosten etc.) eben auch höher liegen muss.
Es gibt natürlich auch eine Mieterklientel, der das vergleichsweise egal ist, nämlich wenn die ARGE dauerhaft die Miete bezahlt. Dann rechnen bei uns die Immobiliengesellschaften die Wohnfläche runter und die Quadratmetermiete hoch bis zum erlaubten Mass.
Hat aber den Nachteil, dass es wieder die Steuer- bzw. Beitragszahler löhnen.
05.04.2013 11:48 Uhr
von saggse:
@Peterwolf: Der Mietpreis wird nur derhergehend vom Immobilienpreis bestimmt, daß die Summe der Mieteinnahmen über diee "Restlaufzeit" der Immobilie mindestens gleich dem Kaufpreis sein sollte. Die tatsächliche Miete ergibt sich aus den maximal von den Mietern zahlbaren Betrag und dem Angebot, d.h. viel Leerstand = relativ geringe Miete (z.B. im Osten) und hohe Einkommen = hohe Mieten (z.B. in München). Vermieter wollen Profit machen.
05.04.2013 10:40 Uhr
von PeterWolf:
Seltsam, ich dachte, der Erwerb einer Immobiliengesellschaft löst sowieso keine Grunderwerbssteuer aus. ( im Gegensatz zum Erwerb der Grundstücke selbst) Warum auch, wo ist der Unterschied zum Erwerb anderer Firmen. Abgesehen davon bestimmt der Gesamtkaufpreis (einschliesslich eventueller Steuern) schließlich das zukünftige Mietniveau, bei einer Steuerpflicht nimmt entweder der Verkäufer ( z.b. Land oder Bund) weniger ein oder die Mieten müssen entsprechend steigen, damit keine Verluste entstehen. Und Geld mitbringen wollte die Linke sicher auch nicht.
Leserkommentare
05.04.2013 17:06 Uhr
von kannes:
Wer eine hohe Binnennachfrage haben will,
der muss die Mietsteigerungen bremsen!
Die Mieten müssen gesenkt werden noch bevor,
die Industrie wegen zu hoher Lohnkosten Pleite
geht oder der Rationalisierungsdruck
die Arbeitsplätze kostet.
Der Druck infolge unverhältnismäßig hoher Mieten
ist weitaus größer, als die Stromkostensteigerungen
durch die Energiewende (zumindest in den Ballungsgebieten).
Das heißt, die gesamte produzierende Industrie,
die Bildungs-und Gesundheitsdienstleister,
das Bankenwesen
in Deutschland, die Mieter und der Staat
als Bezahler von Mietzuschüssen und Sozialwohnungen
müssen in ihren ureigendsten Interesse
dafür sorgen, dass die Mietausgaben nicht mehr
als ein 35 Prozent des verfügbaren Monatsnettoeinkommens ausmachen und das die gesamte
Mietwohnungsnachfrage bei leer stehenden Wohnungen
mittelfristig gedeckt werden muss.
Nicht jeder Mietinteressent(m/w) muss akzeptiert
werden, aber prinzipiell muss das Mietobjekt
vermietet werden. Das Bauchgefühl sei dem Vermieter
gegönnt, aber Scheinangebote und Preistreiberei
durch künstliche Verknappung infolge Vorenthaltung
von Mieteigentum ist verboten.
Der forcierte Abriss von Leerstand zwingt die Arbeitnehmer ohne Immobilieneigentum
weit über 50% ihres Einkommens nur für Miete
auszugeben. Das dann der deutsche Binnenmarkt
immer uninteressanter wird und Firmen von hier
abwandern, kann nicht verwundern!
Das Spiel von Angebot und Nachfrage darf
nicht dauerhaft ausgesetzt werden.
Ein Wirtschaftswachstum in den deindustrialisierten Regionen
und in den schwach entwickelten Regionen Deutschlands wäre auch über ein Mietanreizsystem
denkbar. Dabei sollte vorrangig die
denkmalschutzprämierte Bausubstanz wiederbewohnbar
gemacht werden und vorhandene Infrastruktur
der ungenutzten Gewerbegebietsflächen versierter
beworben werden für langfristige ökologisch
unbedenkliche
Gewerbeansiedlungen.
Solche Minivölkerwanderungen müssten natürlich
durch hervorragende Bildungsangebot und Freizeitangebote und kulturelle und behördliche
Betreuung flankiert werden.
Entsprechend müßte
die Jugend behandelt werden und kulturell
geprägt werden ihren Kindern eine ebenso
hoffentlich schöne Kindheit schenken zu wollen.
05.04.2013 13:23 Uhr
von Ecki:
Die Grunderwerbssteuer gehört zumindest in der oft verlangten Höhe (Berlin) sowieso auf den Prüfstand.
Vor dem Hintergrund von häufig zerbrechenden Partnerschaften,jobbedingten Wohnortwechseln etc. ist sie eine hohe Belastung für diejenigen, die vorsorgen wollen.
In der Konsequenz zielt sie indirekt auf "Deutschland einig Mieterland", sprich der Perpetuierung von Abhängigkeiten von Vermietern.
05.04.2013 13:16 Uhr
von PeterWolf:
@saggse
Vollkommen richtig, nach oben ist die Miete nur durch Kaufkraft und Nachfrage begrenzt,
wobei durch die Mieter und die Lage der Immobilien der verkauften Gesellschaften der Deckel niedriger liegt als bei anderen Immobilien, ist jedenfalls bei uns so.
Bleibt aber eben immer noch die erforderliche Mindestmiete, die bei höherem Gesamtkaufpreis (mit Steuern und notwendigen Sanierungskosten etc.) eben auch höher liegen muss.
Es gibt natürlich auch eine Mieterklientel, der das vergleichsweise egal ist, nämlich wenn die ARGE dauerhaft die Miete bezahlt. Dann rechnen bei uns die Immobiliengesellschaften die Wohnfläche runter und die Quadratmetermiete hoch bis zum erlaubten Mass.
Hat aber den Nachteil, dass es wieder die Steuer- bzw. Beitragszahler löhnen.
05.04.2013 11:48 Uhr
von saggse:
@Peterwolf:
Der Mietpreis wird nur derhergehend vom Immobilienpreis bestimmt, daß die Summe der Mieteinnahmen über diee "Restlaufzeit" der Immobilie mindestens gleich dem Kaufpreis sein sollte. Die tatsächliche Miete ergibt sich aus den maximal von den Mietern zahlbaren Betrag und dem Angebot, d.h. viel Leerstand = relativ geringe Miete (z.B. im Osten) und hohe Einkommen = hohe Mieten (z.B. in München). Vermieter wollen Profit machen.
05.04.2013 10:40 Uhr
von PeterWolf:
Seltsam, ich dachte, der Erwerb einer Immobiliengesellschaft löst sowieso keine Grunderwerbssteuer aus. ( im Gegensatz zum Erwerb der Grundstücke selbst)
Warum auch, wo ist der Unterschied zum Erwerb anderer Firmen.
Abgesehen davon bestimmt der Gesamtkaufpreis (einschliesslich eventueller Steuern) schließlich das zukünftige Mietniveau, bei einer Steuerpflicht nimmt entweder der Verkäufer ( z.b. Land oder Bund) weniger ein oder die Mieten müssen entsprechend steigen, damit keine Verluste entstehen. Und Geld mitbringen wollte die Linke sicher auch nicht.
Ratlos