Lässt sich vom Aussehen auf die Staatszugehörigkeit schließen? Das will das Wiener Magazin „Das Biber" von seinen LeserInnen wissen. Nicht alle finden das gut.von Celestine Hassenfratz
Es ist bei der geltenden Einbürgerungspraxis natürlich unmöglich, aus dem Aussehen auf die formale Staatsangehörigkeit zu schließen. Allenfalls kann man einem Menschen seine ETHNISCHE Herkunft ansehen, wenn sie nämlich exotisch genug ist. Aber das ist ja in Wirklichkeit auch gar nicht der Zweck dieses Spielchens. Vielmehr geht es darum, den Eindruck zu erwecken, als würden Menschen, die in diesem Land leben, immer noch und nur wegen ihrer Herkunft abgelehnt und es gebe nur deshalb neuerdings so viel Zulauf zu multikulti- und speziell islamkritischen Gruppierungen. Diese dumpfe Einstellung ist jedoch keineswegs konsensfähig dort. Wenn man sich auch gegen Beifall aus der falschen Ecke noch nicht zu wehren gelernt hat, so ist doch evident, dass nicht jeder Zuwanderer per se als Bereicherung angesehen wird, sondern - und damit geradezu im Gegensatz zur linken Position - NICHT nur an seiner Herkunft, sondern allein an seinem Tun und Unterlassen gemessen wird. Zu denken geben sollte, dass dabei im Ergebnis so viel Ablehnung nicht Migranten generell entgegenschlägt - wo bei PI wird der Wegzug von ethnischen Vietnamesen gefordert? - sondern bestimmte Vertreter einer bestimmten Gruppierung von Migranten stark überrepräsentiert in der Kritik stehen, und zwar keiner ethnischen Gruppierung. Aber trotzdem ein netter Versuch!
04.04.2013 22:23 Uhr
von Peter:
Vor 40 Jahren ... konnte man zumindest in der DDR noch Gruppen von Menschen, nicht Individuen, Orten zuordnen. Durch den Anblick auf ca. 50 km genau, durch den Dialekt auf 20 km genau. Auch heute würde ich mir zutrauen, über den Anblick großer Menschengruppen bei einem Strassenfest den Berliner Bezirk, wo dieses stattfindet, zu erkennen. Bestimmt hat es viel früher, durch die geringere Mobilität und die "Inzucht" sogar körperliche Merkmale gegeben, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Region oder gar nur einem Ort zugeordnet werden konnten. Ob das nun besser oder schlechter war? Und in welchem Maße, und bezogen worauf? Keine Ahnung, aber anders ist es jetzt schon.
04.04.2013 21:57 Uhr
von PI-inkompatibel:
Wo bleiben denn hier die üblichen PI-Spinner, die sich neuerdings auf den Taz-Seiten trollen?
04.04.2013 19:26 Uhr
von Bin ich Nazi?:
Hmm, als Schwuler finde ich Männer mit brauner Haut besonders attraktiv (also mit weißem und schwarzem Elternteil). Bin ich nun Nazi?
Aber mal "Spaß" beiseite: Machen wir uns nichts vor. Denunziantenpack, ob stramm rechts oder stramm links, wird es immer geben, das wird man nicht verhindern durch Anpassung der Rede und Denke an dieses. Wir können nur dafür sorgen, dass man sie auslacht.
Leserkommentare
05.04.2013 00:12 Uhr
von Starost:
Es ist bei der geltenden Einbürgerungspraxis natürlich unmöglich, aus dem Aussehen auf die formale Staatsangehörigkeit zu schließen. Allenfalls kann man einem Menschen seine ETHNISCHE Herkunft ansehen, wenn sie nämlich exotisch genug ist. Aber das ist ja in Wirklichkeit auch gar nicht der Zweck dieses Spielchens. Vielmehr geht es darum, den Eindruck zu erwecken, als würden Menschen, die in diesem Land leben, immer noch und nur wegen ihrer Herkunft abgelehnt und es gebe nur deshalb neuerdings so viel Zulauf zu multikulti- und speziell islamkritischen Gruppierungen. Diese dumpfe Einstellung ist jedoch keineswegs konsensfähig dort. Wenn man sich auch gegen Beifall aus der falschen Ecke noch nicht zu wehren gelernt hat, so ist doch evident, dass nicht jeder Zuwanderer per se als Bereicherung angesehen wird, sondern - und damit geradezu im Gegensatz zur linken Position - NICHT nur an seiner Herkunft, sondern allein an seinem Tun und Unterlassen gemessen wird. Zu denken geben sollte, dass dabei im Ergebnis so viel Ablehnung nicht Migranten generell entgegenschlägt - wo bei PI wird der Wegzug von ethnischen Vietnamesen gefordert? - sondern bestimmte Vertreter einer bestimmten Gruppierung von Migranten stark überrepräsentiert in der Kritik stehen, und zwar keiner ethnischen Gruppierung. Aber trotzdem ein netter Versuch!
04.04.2013 22:23 Uhr
von Peter:
Vor 40 Jahren ...
konnte man zumindest in der DDR noch Gruppen von Menschen, nicht Individuen, Orten zuordnen. Durch den Anblick auf ca. 50 km genau, durch den Dialekt auf 20 km genau. Auch heute würde ich mir zutrauen, über den Anblick großer Menschengruppen bei einem Strassenfest den Berliner Bezirk, wo dieses stattfindet, zu erkennen.
Bestimmt hat es viel früher, durch die geringere Mobilität und die "Inzucht" sogar körperliche Merkmale gegeben, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Region oder gar nur einem Ort zugeordnet werden konnten.
Ob das nun besser oder schlechter war? Und in welchem Maße, und bezogen worauf? Keine Ahnung, aber anders ist es jetzt schon.
04.04.2013 21:57 Uhr
von PI-inkompatibel:
Wo bleiben denn hier die üblichen PI-Spinner, die sich neuerdings auf den Taz-Seiten trollen?
04.04.2013 19:26 Uhr
von Bin ich Nazi?:
Hmm, als Schwuler finde ich Männer mit brauner Haut besonders attraktiv (also mit weißem und schwarzem Elternteil). Bin ich nun Nazi?
Aber mal "Spaß" beiseite: Machen wir uns nichts vor. Denunziantenpack, ob stramm rechts oder stramm links, wird es immer geben, das wird man nicht verhindern durch Anpassung der Rede und Denke an dieses. Wir können nur dafür sorgen, dass man sie auslacht.