Bei Offshore-Leaks wurden Informationen zu Steueroasen über ein Netzwerk von Journalisten verteilt. Diese Praxis offenbart zwei Verlierer: Julian Assange und Wikileaks.von Jürn Kruse
Diese - vielen Regierungen sicher sehr gelegen kommende - Veröffentlichung mit denen von wikileaks zu vergleichen, ist offensichtlich abwegig.
Nicht ausgeschlossen ist hingegen, dass der Autor Opfer gezielter Propaganda gegen wikileaks wurde.
05.04.2013 10:53 Uhr
von Ray:
Ich hätte mir eher eine direkte Veröffentlichung der Rohdaten gewünscht. Journalistisch auswerten kann man sie schliesslich danach auch noch. Nur nicht mit "Exklusiv" Sticker auf dem Artikel.
Die Journalisten haben anscheinend mehr als ein Jahr auf Daten gesessen, die sowieso nicht mehr ganz frisch waren. Wie viel mehr hätte erreicht werden können wenn die Daten schon vor eineinhalb Jahren and die Öffentlichkeit gegangen wären?
Klar, die Zeitungen verkaufen das als journalistischen Erfolg. Alles muss vorgefiltert werden, damit ja kein Unschuldiger... und so weiter. Für mich riecht das viel mehr nach finanzieller Ausschlachtung des Skandals. Nicht um der Aufklärung willen wird hier geschrieben, die Umsätze locken wohl mehr.
Zukünftige Datenlecks sollten direkt per Torrent anonym verbreitet werden. Das schliesst ja nicht aus, dass Zeitungen trotzdem als Filter agieren. Die Breite Öffentlichkeit hat ja schliesslich keine Zeit einige hundert Gigabyte durchzulesen und auszuwerten. Aber wie im Falle der Plagiate könnten tausende Leser gemeinsam auch entsprechend viel beisteuern.
05.04.2013 07:42 Uhr
von menschenfreund:
"Diese Praxis offenbart zwei Verlierer" ??? Das glaube wer mag. Ich bin überzeugt, daß die betreffenden/betroffenen Staaten mehr oder weniger informiert waren. Sie haben diese Kriminellen durch wohlwollende Untätigkeit und zu Lasten der ehrlichen Steuerzahler unterstützt. So gesehen sind diese Staaten Unterstützer und Förderer von Krimeinellen (-Vereinigungen). Ich frage mich angesichts der Im Raum stehenden Vorwürfe und Summen, mit welchen Recht noch Steuern eingezogen werden dürfen und darf gar nicht daran denken, wie die Finanzämer Druck machen (bei ehrlichen Bürgern), wenn Steuern nicht pünktlich gezahlt worden sind. Verlierer sind vorrangig die Staaten und deren Reputation!
05.04.2013 07:42 Uhr
von Brigitte Schultz:
Ich kann mich dem Kommentar von Herrn Gerken nur anschließen. Dieses Assange-Bashing nimmt doch manchmal merkwürdige Züge an. Wobei ich mich frage, ob es Offshore-Leaks auch ohne Wikileaks gegeben hätte.
05.04.2013 07:42 Uhr
von fragenfrager:
hauptverlierer: die presse
DER SPIEGEL in andern verdachtsfällen schnell dabei vermeintlichen reiter mit roß zu nennen,hält sich in diesem fall auffallend zurück,lebende verdächtige zu benennen.
es wird daran liegen,daß die journalisten unter leitung ihrer sanften scheeren im kopf tragenden schriftleiter nicht die traute haben sich zu exponieren,weil sie wissen ,daß ihnen dann ein hoher zweistelliger millionenbetrag der werbenden wirtschaft fehlen könnte und sie eh schon genug probleme haben ihren laden durchzufinanzieren und die hohen gewinninteressen ihrer mitarbeiter und medienpartner zu bedienen
wie sagte doch neulich ein bekannter neoliberaler steueralimentierter prof,auch ein kapitaleigner sollte das geschäft am richtigen ort verrrichten
im übrigen sollte auch darüber nachgedacht werden,daß eventuell ein Diesnt einer größeren nation interesse haben könnte unruhe zu stiften.
05.04.2013 04:39 Uhr
von lowandorder:
@von Joern Gerken:
Starker Tobak - aber kann man nehmen. Plattformen ff wie Offshore-Leaks, Lobbycontrol etc gehört die Zukunft; könnten Organisationen wie Parteien, Medien/Journalisten, ja Parlamente wieder " anne Arbeit kriegen"! Besser is das.
05.04.2013 01:25 Uhr
von Siegmund Marx:
Ich glaube, Herr Kruse unterliegt da einer Fehleinschätzung. Herr Assange hat mit seinen Mitstreitern und seinem unbestreitbaren Ego die Saat gelegt für das, was wir heute (und hoffentlich in Zukunft immer häufiger) erleben können. Er hat gewonnen. Und das ist gut für die große Mehrheit von uns. Seien wir ihm dankbar und haben Mitleid mit ihm. Er zahlt einen nicht unerheblichen Preis für seinen zweifelhaften Ruhm.
05.04.2013 00:25 Uhr
von Bradley Manning:
Ganz toll, der neue Weg. Macht das noch ein paar mal, und man wird sehen ob dieser Journalistenverband noch auf seine Konten zugreifen darf. Paypal, Visa, und sonstige Finanzlakaien werden sich schon drum kuemmern. Vielleicht kommt der Verein ja auch unter staatlichen Schutz, um weiterhin ungehindert investigativ taetig zu sein. Aehemm.
04.04.2013 23:05 Uhr
von Rainer Winters:
Ich stimme Joern Gerken umfassend zu. Herr Kruse hat anscheinend nicht verstanden, dass es wichtiger ist, DASS die Informationen überhaupt fließen ALS DASS sie VON NUR AUSGEWÄHLTEN Blättern gedruckt werden.
04.04.2013 22:26 Uhr
von sven szczepanski:
Zeitungen gehören Konzernen und diese Zeitungen "filtern" was für die Algemeinheit zugänglich sein soll, also das was den besitzern der Zeitungen genehm ist!!!
04.04.2013 21:19 Uhr
von Joern Gerken:
Zwei Verlierer? Das soll, wenn es denn überhaupt eine ist, die, von Herrn Domscheit-Berg gefeierte, Erkenntnis aus dieser Praxis sein?! Für mich erweckt Herr Kruse eher den Eindruck einer beleidigten Leberwurst, die noch immer nicht darüber hinweg ist, dass Herrschaftswissen nicht mehr nach Gutsherrenart über Journalisten verteilt wird und der es noch viel weniger verknusen kann, dass die selbst ernannte vierte Gewalt nicht als solche respektiert wird. Sehr geehrter Herr Kruse, solche Veröffentlichungen bedürfen weder einer Praxis noch einer selbst ernannten vierten Gewalt. Wie das Wasser, so finden auch Geheimnisse immer einen Weg an die Öffentlichkeit. Auf diesen Weg haben JournalistInnen kein Monopol. Derart plump nach zu karten, macht nicht nur ihr Absicht verdächtig. Sie belegt, dass es Ihnen im Grunde nur um den eigenen (vermeintlichen) Besitzstand geht.
Leserkommentare
06.04.2013 07:54 Uhr
von blödsinn:
Diese - vielen Regierungen sicher sehr gelegen kommende - Veröffentlichung mit denen von wikileaks zu vergleichen, ist offensichtlich abwegig.
Nicht ausgeschlossen ist hingegen, dass der Autor Opfer gezielter Propaganda gegen wikileaks wurde.
05.04.2013 10:53 Uhr
von Ray:
Ich hätte mir eher eine direkte Veröffentlichung der Rohdaten gewünscht. Journalistisch auswerten kann man sie schliesslich danach auch noch. Nur nicht mit "Exklusiv" Sticker auf dem Artikel.
Die Journalisten haben anscheinend mehr als ein Jahr auf Daten gesessen, die sowieso nicht mehr ganz frisch waren. Wie viel mehr hätte erreicht werden können wenn die Daten schon vor eineinhalb Jahren and die Öffentlichkeit gegangen wären?
Klar, die Zeitungen verkaufen das als journalistischen Erfolg. Alles muss vorgefiltert werden, damit ja kein Unschuldiger... und so weiter. Für mich riecht das viel mehr nach finanzieller Ausschlachtung des Skandals. Nicht um der Aufklärung willen wird hier geschrieben, die Umsätze locken wohl mehr.
Zukünftige Datenlecks sollten direkt per Torrent anonym verbreitet werden. Das schliesst ja nicht aus, dass Zeitungen trotzdem als Filter agieren. Die Breite Öffentlichkeit hat ja schliesslich keine Zeit einige hundert Gigabyte durchzulesen und auszuwerten. Aber wie im Falle der Plagiate könnten tausende Leser gemeinsam auch entsprechend viel beisteuern.
05.04.2013 07:42 Uhr
von menschenfreund:
"Diese Praxis offenbart zwei Verlierer" ???
Das glaube wer mag. Ich bin überzeugt, daß die betreffenden/betroffenen Staaten mehr oder weniger informiert waren. Sie haben diese Kriminellen durch wohlwollende Untätigkeit und zu Lasten der ehrlichen Steuerzahler unterstützt. So gesehen sind diese Staaten Unterstützer und Förderer von Krimeinellen (-Vereinigungen). Ich frage mich angesichts der Im Raum stehenden Vorwürfe und Summen, mit welchen Recht noch Steuern eingezogen werden dürfen und darf gar nicht daran denken, wie die Finanzämer Druck machen (bei ehrlichen Bürgern), wenn Steuern nicht pünktlich gezahlt worden sind.
Verlierer sind vorrangig die Staaten und deren Reputation!
05.04.2013 07:42 Uhr
von Brigitte Schultz:
Ich kann mich dem Kommentar von Herrn Gerken nur anschließen. Dieses Assange-Bashing nimmt doch manchmal merkwürdige Züge an. Wobei ich mich frage, ob es Offshore-Leaks auch ohne Wikileaks gegeben hätte.
05.04.2013 07:42 Uhr
von fragenfrager:
hauptverlierer: die presse
DER SPIEGEL in andern verdachtsfällen schnell dabei vermeintlichen reiter mit roß zu nennen,hält sich in diesem fall auffallend zurück,lebende verdächtige zu benennen.
es wird daran liegen,daß die journalisten unter leitung ihrer sanften scheeren im kopf tragenden schriftleiter nicht die traute haben sich zu exponieren,weil sie wissen ,daß ihnen dann ein hoher zweistelliger millionenbetrag der werbenden wirtschaft fehlen könnte und sie eh schon genug probleme haben ihren laden durchzufinanzieren und die hohen gewinninteressen ihrer mitarbeiter und medienpartner zu bedienen
wie sagte doch neulich ein bekannter neoliberaler steueralimentierter prof,auch ein kapitaleigner sollte das geschäft am richtigen ort verrrichten
im übrigen sollte auch darüber nachgedacht werden,daß eventuell ein Diesnt einer größeren nation interesse haben könnte unruhe zu stiften.
05.04.2013 04:39 Uhr
von lowandorder:
@von Joern Gerken:
Starker Tobak - aber kann man nehmen.
Plattformen ff wie Offshore-Leaks, Lobbycontrol
etc gehört die Zukunft;
könnten Organisationen wie Parteien, Medien/Journalisten,
ja Parlamente wieder " anne Arbeit kriegen"!
Besser is das.
05.04.2013 01:25 Uhr
von Siegmund Marx:
Ich glaube, Herr Kruse unterliegt da einer Fehleinschätzung. Herr Assange hat mit seinen Mitstreitern und seinem unbestreitbaren Ego die Saat gelegt für das, was wir heute (und hoffentlich in Zukunft immer häufiger) erleben können. Er hat gewonnen. Und das ist gut für die große Mehrheit von uns. Seien wir ihm dankbar und haben Mitleid mit ihm. Er zahlt einen nicht unerheblichen Preis für seinen zweifelhaften Ruhm.
05.04.2013 00:25 Uhr
von Bradley Manning:
Ganz toll, der neue Weg. Macht das noch ein paar mal, und man wird sehen ob dieser Journalistenverband noch auf seine Konten zugreifen darf. Paypal, Visa, und sonstige Finanzlakaien werden sich schon drum kuemmern. Vielleicht kommt der Verein ja auch unter staatlichen Schutz, um weiterhin ungehindert investigativ taetig zu sein. Aehemm.
04.04.2013 23:05 Uhr
von Rainer Winters:
Ich stimme Joern Gerken umfassend zu. Herr Kruse hat anscheinend nicht verstanden, dass es wichtiger ist, DASS die Informationen überhaupt fließen ALS DASS sie VON NUR AUSGEWÄHLTEN Blättern gedruckt werden.
04.04.2013 22:26 Uhr
von sven szczepanski:
Zeitungen gehören Konzernen und diese Zeitungen "filtern" was für die Algemeinheit zugänglich sein soll, also das was den besitzern der Zeitungen genehm ist!!!
04.04.2013 21:19 Uhr
von Joern Gerken:
Zwei Verlierer? Das soll, wenn es denn überhaupt eine ist, die, von Herrn Domscheit-Berg gefeierte, Erkenntnis aus dieser Praxis sein?! Für mich erweckt Herr Kruse eher den Eindruck einer beleidigten Leberwurst, die noch immer nicht darüber hinweg ist, dass Herrschaftswissen nicht mehr nach Gutsherrenart über Journalisten verteilt wird und der es noch viel weniger verknusen kann, dass die selbst ernannte vierte Gewalt nicht als solche respektiert wird. Sehr geehrter Herr Kruse, solche Veröffentlichungen bedürfen weder einer Praxis noch einer selbst ernannten vierten Gewalt. Wie das Wasser, so finden auch Geheimnisse immer einen Weg an die Öffentlichkeit. Auf diesen Weg haben JournalistInnen kein Monopol. Derart plump nach zu karten, macht nicht nur ihr Absicht verdächtig. Sie belegt, dass es Ihnen im Grunde nur um den eigenen (vermeintlichen) Besitzstand geht.