Er trägt Bart und einen Babybauch: Der Transsexuelle Thomas Beatie wird demnächst ein Baby gebären. Aber ist er Vater oder Mutter des Kindes? von Cigdem Akyol & Arno Frank
Ich finde es unglaublich, dass jemand sich überhaupt traut- und anscheinend auch trauen kann- so etwas zu schreiben! Wie kann sich der_die Autor_in überhaupt anmaßen, über die Intentionen, das Identitätsgefühl eines Menschen zu urteilen und zu werten??
Das einzige, was hier verstümmelt ist, ist die Empathie der_des Autor_in/en.
08.05.2012 15:53 Uhr
von Paz Maus:
Ich finde das ende dieses Textes, sehr traurig und diskriminierend! Leider darf man sowas in deutschland abdrucken und veröffentlichen. Das Ende des Textes ist für mich schon Grund genung die taz.de niemals zu kaufen. Das einzige was ich meinen Freunden und Bekannten sagen werde"finger Weg"...Denn ich bin selber ein Transmann und ich hatte bisher noch keine Op jedoch fühle ich mich selber auch als Mann. Und ganz ehrlich, sollte in ein Paar Jahren meine Partnerin auch kein Kind bekommen können , nehme ich mir das gleiche Recht raus wie Thomas Beatie!
Denn Welcher Mensch hat das Recht zu urteilen und fest zu legen wer Mann bzw Frau ist und sein darf! Diese Schrecklichen Schubladen und Schranken...Was wahrere Mann ist und was nicht, sind Erfindungen der gesellschaft und zeigen Ängste auf nicht irg so einer bescheuerten Norm zu genügen...
Die meisten die negativ über Thomas Beatie Urteilen, schreiben usw... haben doch nur Angst vor dem was Sie nicht verstehen, vor dem Unbekannten, vor dem individuellem anderen...einfaxh vor Transsexuellen Menschen und dem was sie sehen oder angst davor sich selbst worin zu erkennen, was ja laut "schöpfung" nicht sein darf....oder aber schon jahrzehnte lang verheimlicht, eingesperrt oder gar tod geschwiegen wurde
denkt mal über euch selbst nach wo ihr baustellen habt bevor ihr negativ über sndere Urteilt,schreibt, Verurteilt......
Habt Mut anders zu sein!
15.03.2011 16:14 Uhr
von und nun?:
dass man hier noch kommentieren kann ...
beatie ist eine frau ganz logisch und offensichtlich. geschlecht ist nämlich nicht, was man anzieht, wie man sich verhält oder ob man aufgrund von hormonbehandlung bartwuchs hat. das ist alles sekundär. sie kann sich auch fühlen, wie sie mag. die tatsache, dass sie ein kind bekommt, ist der lebende beweis dafür, dass es sich um eine frau handelt, die mutter wird. warum ist das so? weil weiblich und männlich - also das gechlecht - biologische fakten sind, millionen jahre alt und nicht durch kulturelle interpretationen zu ändern. leider sind einige in den letzten jahren dazu übergegangen, alles mögliche im "geschlecht" zu verorten, was dort gar nicht hingehört: soziale rollen, zuschreibungen, persönliches empfinden usw. beatie kann gern leben, wie sie will. aber ein mann ist sie nicht. und wird sie auch nicht. "mann" bzw. "frau" ist nix zum anziehen.
15.12.2008 14:44 Uhr
von Sue:
Wow, was für ein Artikel, und das nicht in der Bild! Erstaunlich, vielleicht hat der Verfasser vorher bei der Bild gearbeitet? Ist nur eine Frage, keine Bewertung. Vielleicht sollte man sich mal Gedanken machen, dass es hier immer noch um Menschen geht, und das ist Thomas Beatie und das Kind ist ebenfalls ein Mensch. Leider liest sich der Artikel wie eine Rede irgendeiner radikalen Gruppe. Wir können nicht bewerten oder verurteilen, was andere Menschen für Entscheidungen für ihr Leben treffen. Wer sagt was richtig ist? Solange ich damit keine Menschenrechte verletzte, kann ich da nicht mit meinem Leben das tun was ich möchte? Wer sind wir, dass wir uns rausnehmen Thomas Beatie zu verurteilen? Vor wenigen hundert Jahren haben wir Frauen, die mit Kräutern heilen konnten und rote Haare hatten, verbrannt. Ja wir, die Zivilation! Gut, dass das mitlerweile verboten ist. Hatten wir nicht gedacht, das sei richtig? Viel weiter sind wir wohl nicht in den Köpfen. Man kann es für sich persönlich ok oder nicht ok finden, aber treffen wir diese Entscheidung doch nicht für andere.
14.12.2008 20:04 Uhr
von Mina:
Ich finde das normal! Lasst ihn doch! Er darf sein Leben doch selber bestimmen!!!
31.10.2008 12:06 Uhr
von Salvatore:
"Bizarre Auswüchse der Gender Studies". Donnerwetter, dass ich so etwas mal in der taz lesen darf. Dass da viele Tränen fließen, wundert einen nicht. Respekt.
15.10.2008 16:08 Uhr
von PepeGelato:
Der Deutsche Presserat hat den zwei Beschwerden gegen den Artikel Recht gegeben und eine Missbilligung, die zweithöchste Sanktion ausgesprochen.
01.10.2008 19:05 Uhr
von unbekannt:
Ich bin schwer entäuscht dass die Taz solche transphoben Artikel veröffentlicht. Das hat nichts mehr mit Aufklärung zu tun sondern hetzt gegen Trans*menschen. Hätte ich mir nicht erwartet.
Die Bildzeitung kann es übrigens besser: am 10.Juni wurde ein überraschend guter einfühlsamer Artikel dort veröffentlicht.
20.08.2008 17:44 Uhr
von verwundert:
Reichlich wunderlich - ich erkenne keine konsistente Haltung im Artikel.
Ich könnte ihn ja als ausschweifenden Kommentar akzeptieren. Aber selbst dann (gerade dann) erwarte ich eine konsistente Argumentation.
Aber der Artikel ist im ersten Teil ganz viel Beobachtung und wird zum Ende einfach nur emotional. Rational laesst sich jedenfalls nicht erkennen, warum die Autoren Herrn Beatie für "schecklich verstümmelt" halten, inwiefern wir jetzt was über "bizarre(n) Auswüchse(n) der Genderstudies" lesen m�ssen, er "ebenso gut [..] statt der Brüste die Beine [hätte] amputieren" lassen können...
Was mich deshalb wirklich an dem Artikel stört, ist die fehlende Qualität.
01.08.2008 23:54 Uhr
von ZeroPassing:
Ein wiederlicher Artikel! Nicht wegen dem Kerl, sondern weil hier einer massiv gegen Transmänner hetzt, furchtbar verstümmelter Mann??? Das ist Bildniveau und tritt die Würde dieses Mannes mit Füßen, nebenbei, ich bin ein guter Beweis, dass ihr keinen Plan habt, ich bin im falschen Körper geboren und wie viele andere auch, sehr glücklich, seitdem ich operiert wurde! Hätte mein Umfeld mich nicht schon als Kind gezwungen, so zu tun als wäre ich ein Mann, das mit enormer Gewalt und wohl auch sehr auf Grund von Presse wie dieser, hätte ich mir die Hälfte meiner Operationen sparen können, vielleicht leuchtet es ein, dass eine von Hetze und kirchlich-transphober Religion geprägte Gesellschaft uns gar keine andere Möglichkeit bietet, zu überleben, als unter Inanspruchnahme plastischer Chirurgie...
29.07.2008 21:14 Uhr
von Hans:
Ich verstehe die Aufregung auch nicht. Am Ende wird doch alles aufgeklärt: "Thomas Beatie ist kein Mann, sondern eine schrecklich verstümmelte Frau." Das ganze hat doch mit Transsexualität nichts zu tun: Thomas Beatie wurde als Frau geboren und ist immer noch eine, sogar eine schwangere und der Autor wünscht Ihr das Beste.
Also wirklich kein Grund zur Aufregung.
28.07.2008 22:58 Uhr
von gutmensch:
dieses thema ist doch wieder ein gefundenes fressen für euch gutmenschen. hier könnt ihr zeigen, dass ihr das richtige denkt. deswegen dürft ihr auch den autor beledigen. wer gut ist, das richtige denkt, so tolerant ist zu transen, behinderten und ausländern darf das auch! wieso könnt ihr nicht einmal etwas lesen, ohne euch aufzuspielen. ihr seid mit eurer richtigen meinung nicht alleine auf der welt. die taz lesen nicht nur solche narzisstischen gutmenschen wie ihr! ich möchte andere meinungen lesen, ich will einen anderen blickwinkel. und ich akzeptiere meinungsfreiheit. und falls mal jemand eine meinung hat, die von meiner abweicht, verbiete ich ihm nicht den mund. ich will nicht ständig das lesen, was ich eh schon denke. aber ihr seid so geil auf die richtige meinung, dass ihr schon abgeht, bevor ihr zu ende gelesen habt....
16.07.2008 13:20 Uhr
von Micky:
...der Artikel fing - gewohnt TAZ - gut an. Ein Journalismus abseits des Mainstreams, des Mainstreams mit seiner internalisierten Transphobie. Dann allmählich musste ich husten. Was soll die ständige Schelte der "gender studies"? Ist das jetzt schick geworden? Und am Ende ("verkrüppelte Frau") blieb mir der Mund offenstehen, doch auch nach mehrmaligem Blinzeln bleibt der Text, dessen Respektlosigkeit ja die Springerpresse und radikal religiös-konservative Streitschriften die sich den Schutz der Ehe, der Familie, der Heterosexualität und der Zweigeschlechtlichkeit auf die Fahnen schreiben, übertrifft, bestehen. Ich kann nicht glauben dass sowas wirklich in der TAZ veröffentlicht wurde...sowas habt ihr doch nicht wirklich ernst gemeint, oder? Ich kann nur hoffen, dass das ein schlechter Scherz war. Schonmal was vom Respekt gegenüber der Selbstdefinition eines Menschen gehört?????HELLO???? TAZ???? Mein Weltbild ist einmal mehr zerbrochen.Ich könnte kotzen.
14.07.2008 19:46 Uhr
von adecentone:
Antwort an El zorra:
Man muss sich das mal vor Augen führen. Dort ist eine Frau, die sich im Innersten allerdings als Mann fühlt. Sie tut viel, um dieses Gefühl Realität werden zu lassen, heiratet eine Frau und will eine Familie gründen. Nun, die Freundin kann keine Kinder kriegen, wie günstig ist es da, dass dieser „Mann“ Beattie noch alle Fortpflanzungsorgane einer Frau hat. Da wird schnell entschieden, dass der so genannte Mann das Kind austrägt, da eigentlich noch immer eine Frau, obwohl im Pass steht M. Und dieses ganze Kuddelmuddel soll man einfach so akzeptieren, es ist ja ihre/seine freie Wahl. Nun ja, wo soll das noch hinführen.
Zu 1) Ich unterstelle dies, da jede andere Vorstellung noch absurder erscheint. Da will eine Frau ein Mann sein, wenn es aber um den Kinderwunsch geht, kann dieser gefühlte Mann sich ratzfatz wieder als Frau darstellen, um kurz nach der Geburt wieder als Mann zu erscheinen. Die/der Gute sollte sich einmal entscheiden. Ganz oder gar nicht. Dieses taumeln, je nach belieben, zwischen zwei grundverschiedenen Welten ist mehr als absurd, jedoch die einzige Benennung, die unzensiert durch kommt. Die Öffentlichkeit liebt diese Show, daher ist es nahe liegend, das ein monetäres Motiv durchaus zum tragen kommt. Eine Adoption wäre wahrscheinlich auch möglich gewesen.
Zu 2) Das ist ihre Wunschvorstellung, doch die Wahrheit sieht leider völlig anders aus. Ausnahmen bestätigen die Regel. Naives Wunschdenken ihrerseits. Das Kind wird höchstwahrscheinlich dieses Bäumchen-wechsel-Spiel ausbaden müssen. Die Kinder müssen ja eh für all diese Experimente der Eltern, wenn man diese so nennen kann, zahlen. Transphobisch bin ich ganz und gar nicht, nur diese Vergewaltigung jeglicher Normen zum Zwecke der eigenen, verqueren Wünsche, dies würde ich nicht mit einem Euro Steuerzahlergeld unterstützen. Alles Andere wurde schon zur Genüge durchgekaut.
Zu 3) Ich wurde als Jugendlicher, um die 13, des Öfteren massiv von Schwulen bedrängt, die meinten sie dürfen sich alles heraus nehmen, nur weil ich in Hamburg in der Nähe vom Kiez lebte. Schamgrenzen werden im Namen der PC als Spießig weg gewischt. Ich wollte nur auf diese Entwicklung hindeuten, die nicht nur mich erschreckt. Wenn auf dem CSD die Schwulen öffentlich ihre Triebe ausleben, dann geht es mich sehr wohl etwas an, wenn meine Kinder es sehen können. Dann ist es einfach nur noch obszön und verwerflich, nicht spaßig.
Ich bin also ein heterosexueller Nicht-transmensch. Was für ein Wortungetüm. Ich Einfaltspinsel, ich dachte tatsächlich, ich sei ein völlig normaler Mann ohne jegliche sexuelle Verwirrungen. So möchte ich auch benannt werden; ein völlig normaler Mann.
14.07.2008 10:56 Uhr
von AlexTM:
Das entscheidene Kriterium, KennyMC, ist natürlich nicht der Bart, sondern die Identität eines Menschen. Da die aber nunmal keinem auf die Stirne tätowiert ist, habe ich den Bart als Symbol für diese Identität genommen; besonders in den Fällen, wo jemand auch äußerlich sehr sichtbar macht, wie er sich sieht. Ihre "Frauen mit Bart" werden, wenn sie sich als Frauen fühlen und trotzdem Bart tragen, sicherlich andere äußerliche Signale setzen bezüglich der gewünschten Wahrnehmung als ein Transmann.
"Biertrinkend Fußball schauen" ist übrigens nicht nur ein äußerst optionales Geschlechtssignal, sondern auch ein nicht wirklich eindeutiges; es soll sogar Menschen eindeutig weiblichen Körpergeschlechts und weiblicher Geschlechtsidentität geben, die das tun. Ob Thomas Beatie Fußball schaut und dabei Bier trinkt, weiß ich nicht. (Ich tue es nicht, und fühle mich trotzdem ganz eindeutig nicht als Frau.) Ich weiß aber, er sagt, er ist ein Mann, und damit weiß ich alles, was ich wissen muß, um die Frage zu entscheiden, was er ist.
Daß die biologische Funktion "Kinder bekommen" auf jenen Organen beruht, die man üblicherweise als "weiblich" bezeichnet, ist mir übrigens bekannt. Hätten sie jedoch die Kommentare hier gelesen, wäre ihnen bekannt, daß es zwar statistisch gesehen ausgesprochen häufig ist, diese "weiblichen" Organe, und nur diese (und eben keine "männlichen") an Personen zu finden, die sich auch als Frau identifizieren. Das ist aber offensichtlich nicht immer der Fall. Daher, selbst wenn man der Einfachheit halber auch durchaus von Thomas Beaties "weiblichen" Organen sprechen kann, macht einen der Besitz und auch die Benutzung selbiger Organe nun grade nicht zur Frau. Wie würden sie es denn finden, würden ihnen plötzlich Brüste wachsen, oder bei ihnen eine Gebärmutter gefunden (und ja, sowas kommt vor), und plötzlich würden ihnen Leute verkünden, daß sie dann aber für sie eine Frau sind, auch wenn diese Leute sie gnadenweise noch als Herr Kenny ansprechen würden? Ich würde mal wagen zu vermuten, daß sie damit vielleicht ein kleines Problem hätten. Zuallermindst würden sie es wohl als ziemlich unhöflich empfinden. Und damit hätten sie sogar völlig recht.
Falls sie mit einem anderen Ansatz vielleicht weiter denken können, verweise ich auch auf die Behinderten-Diskussionen der letzten 30, 40 Jahre. Stichwort "Man ist nicht behindert, man wird behindert!" Auch der Teil der Diskussion, in dem es um die Akzeptanz von nicht-Standard-Körpern geht, könnte interessant sein. Natürlich erst, wenn sie aufhören, in panischer Angst ihre Kronjuwelen so fest zu umklammern, daß ihr Hirn zum Denken scheins nicht mehr so recht zu kommen scheint. Aber das Problem scheinen ja hier einige zu haben, leider auch der Herr Frank.
Ach so, Thema "Worte in den Mund legen" -- ich war übrigens nicht derjenige, der auf Gender Studies als Argument verwies -- ich war derjenige, der darauf hinwies, daß es Geschlechtsrollenwechsler schon sehr sehr lange vor den Gender Studies gab.
13.07.2008 11:30 Uhr
von KennyMC:
lieber alextm,
für sie ist also der bart, dass entscheidende kriterium? es gibt auch frauen mit bart. diese würde ich sicherlich mit "frau sowiso" anreden. vermutlich würde ich auch herrn beatie mit "herr beatie" anreden, wie sich aus meinem ersten kommentar auch lesen lässt, selbst wenn er keinen bart hätte. ich würde eine frau wahrscheinlich sogar als frau anreden, selbst wenn sie (noch) über männliches geschlecht verfügt. das verstehe ich unter respekt. das würde von uns wahrscheinlich jeder machen, sogar herr frank. wer auf genderstudies verweist um dies zu rechtfertigen und zu erklären, ist vielleicht noch torfköpfiger als ich es (wohl) bin. aber darum gehts hier gar nicht.
ob herr beatie nun einen bart hat, oder nicht, ob er die farbe rosa mag und auf einen prinzen wartet(@fredold: so viele klischees, schade) oder nicht, er bekommt ein kind. tja. und hier scheiden sich die geister. die einen meinen, die fähigkeit leben zu schenken sei dem weiblichen geschlecht vorbehalten (gebärmutter etc.). dann ist beatie zweifelsohne weiblichen geschlechts.
die anderen meinen, es genüge, sich einen bart wachsen zu lassen und biertrinkend fußball zu schauen um männlichen geschlechts zu sein. und als solcher mann kann frau natürlich auch kinder gebären, ganz unabhängig von "ihrem" biologischen geschlecht, dass "sie" hierzu ja gar nicht braucht. und da erstere daran nicht glauben mögen, bezeichnen letztere diese als torfköpfe und legen ihnen wörter in den mund (unsinn), die diese nie gesagt haben.
ich benenne jeden, nach dem geschlecht, dass er sich aussucht. aber soziales geschlecht gebiert keine kinder. soziales geschlecht unterscheidet sich vom biologischen geschlecht. was folgt daraus unter dem aspekt, dass die geburt und die schwangerschaft gerade KEIN sozialer, sondern ein biologischer vorgang ist? sicher ein anderes als aus dem vorgang, dass ein transgender anruft um zu fragen, ob er zum fußballschauen vorbeikommen soll und ein sixpack mitbringen soll.
12.07.2008 09:29 Uhr
von Daniela S.:
Sollte das etwa Eure Bewerbung für die "Bild" oder das "Goldene Blatt" gewesen sein? Dann beachtet doch einfach mal, dass der sogenannte Boulevard mittlerweile viel gelassener und toleranter mit anderen Lebensentwürfen und Identitäten umzugehen gelernt hat. Anfangs ganz gut dargestellt, aber hinterher noch mal draufgekotzt, ganz schlechter Sport! Ganz schal im Abgang...
11.07.2008 11:24 Uhr
von AlexTM:
KennyMc, sie haben völlig recht -- man muß das nicht mitmachen. Es steht ihnen völlig frei, einen Menschen mit Bart öffentlich als "Frau Sowieso" zu titulieren, nur weil der bei der Geburt untenrum untypisch ausgestattet war.
Als einer von diesen Menschen kann ich ihnen allerdings eins versichern: Im wahren Leben da draußen werden SIE es sein, der den Was-ist-das-denn-für-ein-Torfkopp-Blick ernten werden. Weil erstaunlich wenige Menschen verlangen, erstmal einen Blick in die Unterhose des Gegenübers werfen zu dürfen (oder einen Gentest verlangen, oder ein Nacktfoto als Baby), ehe sie sich entscheiden, ob sie "Herr" oder "Frau" sagen. Die kennen den Unterschied auch ohne das. Und würden folglich Thomas Beatie auch als "Herr Beatie" anreden, wie sich das gehört.
Es blamiert sich halt jeder so gut er kann. Machen sie "diesen Unsinn" halt nicht mit, und zeigen sie uns allen, wie gut sie in dieser Disziplin sind. Soviel Freiheit muß sein.
10.07.2008 09:23 Uhr
von KennyMc:
Wahrnehmung schafft Realität. Soso. Ich schreibe gerade einen Kommentar unter einen Artikel des Spiegel. Hierzu habe ich den schwarzen Balken links rot gefärbt und nach rechts verschoben. Die Autoren des Artikels sind auch nicht Akyol/Frank, sondern Benjamin Blümchen und Joschka Fischer. Er handelt auch nicht von Thomas Beatie und seinem Buch, äh Bauch, sondern von seinem Wecker.
Also bitte. Beatie ist eine Frau, fühlt, denkt lebt sich aber als Mann. Das muss man respektieren. Man muss aber nicht mitmachen. Herr Frank hat den Kern der Disskussion treffend auf den Punkt gebracht, was nicht zuletzt die Kommentare zeigen. Auch die TAZ wird ihrer Rolle gerecht, indem sie niemandem ums Maul schreibt, nichtmal den transgender-wg-abonennten. ist das nicht gerade das tolle an der taz? aber wenns einen selbst trifft, gleich mit kündigung des abo drohen.
09.07.2008 18:23 Uhr
von Frederique:
Wenn Sie so danach fragen, kann ich gerne die Argumente gegen den Beitrag von Arno Frank anbringen (das wollte ich mir eigentlich sparen, da das schon in den anderen Kommentaren getan wurde, aber gut). Vor allem fällt es mir schwer Arno Frank überhaupt Ernst zu nehmen, so unseriös wie er "argumentiert" - daher war mein Beitrag an die Redaktion gerichtet. "Aber bitte."
1. Als erstes bringe ich an, das im gesamten Beitrag von Arno Frank völlig unseriös mit dem Thema umgegangen wird - angefangen bei "Das lustige Leitmotiv....", als ob es sich hier lediglich um eine abstrakte Komödie handele und nicht um echte Menschen, echte Individuen. Der herablassende und respektlose Ton ist also schon mal angegeben.
2. "Es ist schon erstaunlich, wofür "die Gesellschaft" immer mal wieder "bereit" sein muss, als hätte sie keine anderen Probleme, aber bitte." Fangen wir ganz einfach an - wie berühren die Entscheidungen von Thomas Beatie das Leben von Arno Frank? Was zieht er für Schaden durch die Schwangerschaft von Thomas Beatie davon? Null. Es ist auch niemand anders negativ betroffen von der Entscheidung Thomas Beaties' schwanger zu werden. Dann kann ich weiter kontern: Ja, die Gesellschaft verändert sich, das tut sie schon immer, das tun alle "Gesellschaften". Findet er es auch erstaunlich, dass die deutsche Gesellschaft sich in den letzten Jahrzehnten damit abfinden musste, dass jetzt Frauen auch Berufe ausüben, die früher den Männern vorbehalten waren? Dann kommen wir zum Knackpunkt - inzwischen ist Transsexualität sogar rechtlich anerkannt und daher auch der Unterschied zwischen dem sozialen und biologischen Geschlecht. Also hat sich die Gesellschaft schon längst dazu bereit erklärt, mit den Konsequenzen, wenn man so will, zu leben.
3."Lecker". Solche Befruchtung findet tagtäglich statt - aber so wie Arnold Frank es darstellt, ist das ein scheinbar ekliges Verfahren das extra für Transsexuelle erfunden wurde.
4. "Tatsächlich steht und fällt der Nachrichtenwert dieser Geschichte mit der Bereitschaft, diesen Menschen, der sich Thomas Beatie nennt, überhaupt als Mann anzuerkennen." Der Staat erkennt Thomas Beatie rechtlich als Mann an. Wenn Arno Frank das nicht tun will, und somit die Transsexualität nicht anerkennt, ist sein gesamter Beitrag vollständig unqualifiziert und unangebracht in einer vermeintlich seriösen Zeitung.
5. "Es mag ja sein, dass er sich das wünscht, viel Geld für Operationen ausgegeben und noch mehr Schmerzen erduldet hat." Ein Argument gegen die Transsexualität, dass nun wirklich nicht nachvollziehbar ist. Wer würde sich freiwillig dem schwierigen und kostspieligen (wenn denn keine Krankenversicherung die Operationen bezahlt) Prozess der Geschlechtsumwandlung unterziehen? Seit wann gehören derartig persönliche Angriffe zum guten Journalismus (ob im Meinungsteil einer Zeitung oder anderswo)? Denn ehrlich gesagt will Arno Frank hiermit doch einfach nur sagen: "Thomas Beatie ist schwer Geisteskrank."
6. "Ebenso gut hätte er sich aber auch statt der Brüste die Beine amputieren, sich Flossen annähen und ein Atemloch in den Rücken stanzen lassen können - um zu behaupten, er wäre fürderhin ein Delfin." Bei diesem Satz kann ich nur denken, erzählt Arno Frank hier vielleicht wirklich nur einen schlechten Witz? Was ist das für eine Argumentationsweise? Ich wiederhole - Geschlechtsumwandlungen gibt es schon lange, Transsexualität ist "echt" und kein dummer Witz. Dieser "Vergleich" ist also wirklich unter aller Würde.
7. "Der Kaiser trägt in diesem Fall nicht neue Kleider, sondern ein neues Geschlecht. Das mag ihm glauben, wer will, und derzeit glauben viele Menschen solchen Quatsch sehr gerne - was vor allem an den bizarren Auswüchsen der Genderstudies liegt, deren Ziel es ist, der Gesellschaft einzutrichtern, das Geschlecht sei nichts weiter als ein soziales Konstrukt..." Nun wird auch noch das gesamte Thema Genderstudies zum Opfer von Arno Frank. Das es einen Unterschied zwischen dem biologischen (körperlichen) Geschlecht und dem sozialen Geschlecht gibt ist nicht nur von ein paar einzelnen Individuen erwiesen worden. Dieser "Quatsch" ist Realität. Denkt Arno Frank das alle Frauen wirklich genetisch prädestiniert sind, Bier und Fussball zu hassen, die Farbe Rosa zu lieben, den Wunsch inne zu tragen Prinzessin zu werden (und dann vom gutaussehenden Prinzen gerettet zu werden), ihren Lebtag in der Küche zu verbringen und dem wohlverdienenden Ehemann abends in die Arme zu fallen? Erinnerung an Arno Frank - wir schreiben das Jahr 2008, inzwischen gibt es Unmengen seriöser wissenschaftlicher Studien, die die Zusammenhänge zwischen Sozialisierung und dem sozialen Geschlecht belegen. Und viel wichtiger - können Sie wirklich durch Deutschland reisen und (zumindest fast) jede Frau einem exakt weiblichen "Modell" zuschreiben und jeden Mann einem exakt männlichen?
7. "Thomas Beatie ist kein Mann, sondern eine schrecklich verstümmelte Frau - und gottlob nicht verstümmelt genug, um keine Kinder gebären zu können." Ein passendes Ende zum Beitrag ist das schon: quasi, "die arme Frau Thomas Beatie wurde verstümmelt, auf eigenen Wunsch." Das ist derartig verachtend und respektlos, dass es mir scheint, dass Arno Frank Thomas Beatie nicht einmal als Mensch anerkennt. Arno Frank spricht Thomas Beatie, einem Mann den er meines Wissens nicht kennt und nie persönlich gesprochen oder kennengelernt hat, somit jegliche Menschenwürde und das Recht auf eine eigene und individuelle Identität ab. Und somit spricht er allen Transsexuellen das Recht ihrer Existenz ab.
Arno Frank kommentiert im Grunde nicht die Schwangerschaft von Thomas Beatie. Er gibt anlässlich des "Falls Thomas Beatie" seiner Verachtung gegenüber Transsexuellen Ausdruck. Thomas Beatie ist ein Transsexueller, der aus persönlichen Gründen entschieden hat, zusammen mit seiner Ehefrau ein Kind zur Welt zu bringen. Nur wegen dieser Entscheidung und weil er seine weiblichen reproduktiven Geschlechtsteile noch hat, ist er nicht weniger ein Mann - wir kommen zurück zum zentralen Unterschied zwischen dem sozialen und biologischen Geschlecht. Wenn Thomas Beatie sagt er ist ein Mann - und der Staat erkennt ihn als solchen an -, dann liegt es nicht an irgendwem sonst ihm dieses Recht auf Selbstbestimmung abzusprechen.
Meinungsverschiedenheiten hin oder her, auch wenn Arno Frank nicht an Gender oder Transsexualität "glaubt", aus welchen Gründen auch immer, erwarte ich doch ein Minimum an Menschlichkeit von ihm. Und mehr noch erwarte ich von der Redaktion einer seriösen Tageszeitung, dass sie einen respektvollen Umgang mit diesem Thema fördert und auch nur solche Beiträge druckt, die ein seriöses Thema dementsprechend behandeln. Es geht hier nicht um abstrakte Themen sondern um echte Menschen - da gehört ein absoluter Mindeststandard an respektvollem Umgang an den Tag.
09.07.2008 11:07 Uhr
von AlexTM:
Liebe KommentarfreischalterInnen, lasst mich doch bitte wenigstens meinen eigenen Tipfehler korrigieren. Auch das zum 2ten Male:
Und jetzt lernen wir, Nullen zu zählen: Es muß natürlich heißen "Nimmt man für beides ein durchaus realistisches 1:1000 an, haben wir in Deutschland je 80.000 davon."
1:1000 sind natürlich Schätzungen, genau zählt keiner mit, und die Frage ist auch, was genau man mitzählt. Aber nach aktuell vorliegenden Schätzungen, Zählungen, Aussagen usw. sind das schon Größenordnungen, mit denen man mindestens rechnen muß.
08.07.2008 16:01 Uhr
von el zorra:
In Antwort auf "adecentone":
Kurzfassung: 1. Die Unterstellung, Thomas Beatie hätte nur deshalb ein Kind bekommen, damit er einen Buchvertrag abschließen kann, ist das Allerletzte. Wie kommen Sie bitte darauf, dass Thomas Beatie nicht genauso das Recht darauf hat, einfach einen Kinderwunsch zu haben und diesen auch auszuleben, wie heterosexuelle nicht-trans-Menschen? Und dass hinter seinem Kinderwunsch irgendwelche unmoralischen Motive stecken? Das sind reine Unte4rstellungen, aus denen nur ihre Transphobie spricht.
2. Warum sollte es für ein Kind so furchtbar sein, in einer Familie mit einem Trans-Mann als Vater aufzuwachsen? Ich gehe eher davon aus, dass dieses Kind gute Chancen hat, einmal zu einer klügeren, offeneren und kritischer denkenden Persönlichkeit heranzuwachsen wie Sie und Herr Frank es sind.
3. Ich verbitte es mir, dass Sie gleichgeschlechtliche Liebe einfach in einer Reihe mit Pädophilie aufzählen, als wäre das in irgendeiner Weise vergleichbar! Denn bei ersterem geht es, wie gesagt, um Liebe zwischen Menschen, bei Pädophilie hingegen geht es, wenn sie ausgelebt wird, um Kindesmissbrauch, d.h. schreckliche, traumatisierende Gewalt. Das macht einen sehr, sehr großen Unterschied.
08.07.2008 13:49 Uhr
von AlexTM:
Und jetzt lernen wir, Nullen zu zählen: Es muß natürlich heißen "Nimmt man für beides ein durchaus realistisches 1:1000 an, haben wir in Deutschland je 80.000 davon."
1:1000 sind natürlich Schätzungen, genau zählt keiner mit, und die Frage ist auch, was genau man mitzählt. Aber nach aktuell vorliegenden Schätzungen, Zählungen, Aussagen usw. sind das schon Größenordnungen, mit denen man mindestens rechnen muß.
08.07.2008 13:48 Uhr
von Claudia:
transphobie in der taz....warum nur?? Ich kündige unser WG-Abo.
07.07.2008 16:32 Uhr
von AlexTM:
*hüstel* Kinners, warum verschwinden anscheinend genau meine Beiträge immer, so daß sie sie zweimal abschicken muß? Der hier war doch noch nichtmal taz-kritisch! Also nochmal:
Was genau haben eigentlich die gender studies damit zu tun? Es scheint ja, daß diese einigen LeserInnen, wie auch dem Herrn Frank, nicht gefallen. Aber selbst wenn wir mal so tun, als würde uns weder das Thema noch die Freiheit der Wissenschaft interessieren, und damit auch die gender studies nicht, ist das für dieses Thema ziemlich egal. Denn Transleute, egal welcher Ausprägung, hat es Tausende von Jahren gegeben, bevor überhaupt jemand an gender studies dachte. Auch hätte ich nirgendwo gehört, daß sich Mr. Beatie in irgendeiner Form auf gender studies beruft. Gender-studies-Bashing ist hier schlicht "Thema verfehlt".
Und bei der vielbeschworenen Normalität wollen wir doch mal nicht vergessen, daß nur weil etwas ziemlich häufig ist, es nicht unbedingt so sein muß. Die meisten Menschen kommen auch mit zwei Beinen auf die Welt, das kann man also mit Fug und Recht normal nennen. Wenn die jetzt an einem Menschen fehlen, das kommt ja vor, nun, dann mag dieser Mensch, im rein statistischen Sinne, "unnormal" sein. Und? Was schließen diese Kreuzzügler für die "Normalität" hier dann? Daß das kein Mensch ist? Oder sich das nur einbildet? Daß dieser Mensch so nicht existieren sollte? Oder daß dieser Mensch erst gar nicht existiert? Wenn man die Kommentare so liest, wäre das nicht weiter überraschend. Aber nur weil etwas häufig ist, ist es eben nicht zwingend. Etwas seltsam, das taz-LeserInnen und -schreibern erklären zu müssen, aber so ist es. Und nur weil sich entsprechend Menschen, die Kinder gebären, meistens auch als Frauen fühlen, heißt das eben nicht, daß das zwangsläufig so sein muß. Wie man übrigens an der simplen Existenz von Mr. Beatie ja schon sieht.
Und was die vielbeschworene angeblich objektiv vorhandene Zweigeschlechtlichkeit angeht, sorry, falsch, offensichtlich. In dem Moment, wo der erste Mensch sagt, ich bin aber nicht so simpel gestrickt, gibts die nicht mehr. Da ist sie nur noch häufig, aber eben nicht mehr zwingend. Und wenn sich schon so viel bei der Entwicklung der körperlichen Geschlechtsmerkmale "anormal" entwickeln kann, zeugt es da nicht von massiver Ignoranz des Offensichtlichen, zu behaupten, daß ausgerechnet bei den ja noch komplexeren Dingen wie Geschlechtsidentität oder passender Geschlechtsrolle nie etwas schief gehen könnte. Transgender und/oder Intersexualität mögen ja relativ selten sein (obwohl, das läppert sich auch zusammen), aber das heißt nicht, daß es nicht existiert. Nimmt man für beides ein durchaus realistisches 1:1000 an, haben wir in Deutschland je 800.000 davon. Soll man die jetzt alle verbieten, nur damit sich einige Leute nicht mehr so zwanghaft die Kronjuwelen festhalten müssen? Ich denke, eher weniger. (Außerdem, was will man dann mit ihnen machen? Kommt ja erfahrungsgemäß nix Akzeptables dabei raus, Menschen die Existenzberechtigung abzusprechen.)
07.07.2008 13:59 Uhr
von Frederique:
An die Redaktion: Solch einen "Meinungsbeitrag" hätte ich in der BILD erwartet, aber dass eine derartig menschenverachtende, arrogante, antiquierte und diskriminierende Denkweise in der taz auf diese Weise Ausdruck finden kann, finde ich schockierend und widerwärtig. Das ist ein Affront gegen alle Menschen und zeugt eines totalen Unverständnisses der Grundzüge von Genderstudies und dem sozialen Geschlecht; Und das gerade in der taz, die ansonsten regelmäßig über die Diskriminierung und Gewalt gegen Schwule, Lesben, Transgender und Transsexuelle Bericht erstattet (im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Tageszeitungen). Aber anscheinend haben die Homophobie und Transphobie noch einige AnhängerInnen in der taz-Redaktion. In diesem Fall wäre es wohl doch der schlauere Weg gewesen, ganz zu dem Thema "zu schweigen", wenn denn der einzige Beitrag dazu nur solch einen Mist hervorbringen kann (anders kann ich das gar nicht bezeichnen - in diesem Beitrag geht es nicht um die freie Meinungsäusserung sondern um "hate speech", wie es treffend in Englisch heissen würde). Was ich und sicherlich viele andere taz-LeserInnen nun von Ihnen erwarten ist eine qualifizierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Dies kann wahrhaftig nicht das letzte "Wort" sein. Da reichen weder die 40 Kommentare online, noch der Abdruck eines einzigen Leserbriefs in der Wochenendausgabe der taz. Selten war ich so enttäuscht von der taz.
***Anmerkung der Redaktion: Haben Sie auch ein Argument gegen den Beitrag anzubringen?
06.07.2008 19:24 Uhr
von Knorf:
Liebe Redaktion,
ich bin mir über das Phänomen der Intersexualität bewusst. Trotz allem bleibt es eine Ausnahme von der zweigeschlechtlichen Normalaufteilung des Menschen. Normal ist so ein gemeines Wort, doch es ist nunmal normal, dass es Mann und Frau gibt, und nur Mann und Frau gemeinsam für Nachwuchs sorgen können. Das ist möglicherweise schade und möglicherweise ist Intersexualität auch ein Versuch der Natur dieser Normalität ein Ende zu setzen. Solange bis sich das zeigt, bleibt es dabei: Was ein Kind gebärt und Mensch ist, ist Frau und damit Mutter - nüchtern gesprochen.
06.07.2008 12:02 Uhr
von Siegrid:
Kaum zu fassen! Erinnert an die Argumentationsweise von Michael Paulwitz aus der Jungen Freiheit (siehe Artikel vom 12.01.2007): Die bösen, bösen Genderisten! Da vergeht mir die Lust auf die TAZ!
06.07.2008 09:59 Uhr
von Amelie Zapf:
Den Bericht von Frau Akyol in allen Ehren, aber der polemische Kommentar Herrn Franks ist weit unterhalb des Niveaus der taz oder überhaupt jeder respektablen Tageszeitung.
Herr Frank hat schlicht Glück, dass er offenkundig heterosexuell ist und deshalb nicht auf Mittel wie die "leckere" Insemination zurückgreifen muss, um Kinder zu bekommen bzw. auf seiner Ansicht nach "verstümmel[nde]" geschlechtsangleichende Operationen, um überhaupt er selbst sein zu können.
Dass er deshalb aufs Podium steigt, um die Leserschaft auf herablassendste, chauvinistischste Weise und im primitivsten Stammtischton zu belehren, ist ein Armutszeugnis für ihn. Dass ihm die taz dieses Podium bietet, ist ein Armutszeugnis für die taz.
Für Herrn Frank wäre es sicher lehrreich, wenn, falls die Natur es für nötig befindet, ihn fürderhin ein zweites Mal aufzulegen, sie dies in einem (biologischen) Frauenkörper tun würde.
06.07.2008 00:43 Uhr
von Knorf:
was immer auch rein optisch passiert, thomas beatie ist und bleibt genetisch eine frau und damit die mutter des kindes. das kann man nicht verändern, egal wie seine/ihre befindlichkeit über die eigene sexualität aussieht. das sind biologische fakten, die nunmal unveränderbar sind. so hart es klingt aber transsexualität ist eine ausnahme von der nunmal zweigeschlechtlichen normalität des menschen.
egal wie sehr sich hier nun wieder leute empören werden aber ein drittes geschlecht zu erfinden oder die zweigeschlechtlichkeit des menschen in abrede stellen zu wollen, ist ein ähnlich sinnvoller versuch wie zu versuchen, die sonne am aufgehen zu hindern oder als spanischer ritter gegen windmühlen zu kämpfen. thomas beatie ist und bleibt eine ausnahme von der regel. das bedeutet nicht, dass wir ihn/sie ablehnen müssen.
was ich aber noch spannender als die leugnung biologischer fakten finde, ist die pseudo-empörung darüber, dass arno frank seinem verfassungsmäßig garantiertem recht auf freie meinungsäußerung nachkommt. außerdem wird hier kritisiert, dass die taz so etwas abdruckt und damit wohl die meinung arno franks vertritt.
nein!
dieser pro/kontra-artikel der geschätzen autoreInnen (ich liebe politisch korrektes neusprech) cigdem akyol und arno frank ist ein anstoß zur diskussion. warum beziehen sonst zwei personen unterschiedliche positionen zu einem thema?
also wer es nicht versteht und sich hier gutmenschlich empört und gekränkt darüber gibt, dass hier jemand eine frau, die optisch zum mann wurde, sich als mann fühlt, aber definitiv kein mann ist, als frau und damit als mutter eines kindes erkennt, sollte sich mal fragen, ob er in der lage ist, das hier alles in rechtem maße zu erfassen.
verzeihung: komplizierter letzter satz. das leben ist jedoch häufig nicht weniger kompliziert.
gruß aus dem westen
knorf
***Anmerkung der Redaktion: Ganz unabhängig von der restlichen Debatte: Es sind nicht alle Menschen eindeutig von Geburt an Mann oder Frau. Lesen sie zB nach unter http://de.wikipedia.org/wiki/Intersexualit%C3%A4t
05.07.2008 14:49 Uhr
von Emjay:
Journalismus mit biologistischen Scheuklappen. Ich sag mal: Pfui!!
05.07.2008 14:15 Uhr
von Richard:
taz über sich selbst: "- Qualitätszeitung - Gegenöffentlichkeit - eine spannende Mischung aus relevanter Information, intelligenter Unterhaltung und Irritation - für soziale Gerechtigkeit - meist kritisch, besonders mit sich selbst - ehrt die HeldInnen des Alltags"
Ein hoher und wichtiger Standard - welcher der taz in Bezug auf Ihre Berichterstattung zu transgender einfach fehlt.
Thomas Beatie's Schwangerschaft löst Irritation aus und lässt die antrainierten political correctness Beisshemmungen fallen: danke, denn der versteckte Hass gegen das andere, neue, unbekannte zeigt sich meist nicht so unverblümt und offen in vermeintlich aufgeklärten, linken Kreisen. Arno Frank, Jan Feddersen, Tanja Krienen - die taz stellt immer wieder Raum und somit auch Legitimität für überholte, konservative und damit herabwürdigende Betrachtungen zu transgender zur Verfügung. immer wieder. Eine ganzheitliche Betrachtung, die mit den derzeitigen Entwicklungen und öffentlichen Diskursen Schritt hält, fehlt vollkommen. Dem eingangs benannten Anspruch an Qualitätsjournalismus wird das nicht gerecht. Ist es denn nicht peinllich, dass Bild & Co es der taz vormachen wie eine "Mischung aus relevanter Information, intelligenter Unterhaltung und Irritation" unter Berücksichtigung sozialer Gerechtigkeit aussehen kann?
Also, liebe taz, schnell noch einen tazpresso reinziehen, aufwachen und dann an ran an die Hausaufgaben!
05.07.2008 12:05 Uhr
von adi:
ich bin ernsthaft am überlegen ob ich mir je wieder eine taz kaufe. nicht nur das dieser artikel vor purer dummheit strotzt, er ist auch einfach nur verachtend und intolerant.
05.07.2008 11:47 Uhr
von Simone Maresch:
Ich bin einigermaßen fassungslos angesichts dieses Kommentars. Wieviel Lustlosigkeit an der Auseinandersetzung mit neuen, gesellschaftlich bedeutenden Phänomenen kann man sich leisten, TAZ, wenn man - wie Du - eine "Genossenschaft" sein will und Solidarität mit diesem und jenem auf den Fahnen hat? Meine Meinung ist hier: wir brauchen eine neue TAZ, ein neues Sprachrohr der Fortschrittlichkeit. Das alte ist etabliert, arrogant und hat keine Lust mehr. Statt eines Kommentares, habe ich hier nur eine "schrecklich verstümmelte" Meinung gefunden, die nur zu einem noch taugt: lächelich und undifferenziert gefunden zu werden.
05.07.2008 02:39 Uhr
von adecentone:
Die Politisierung von allem und jedem, vor allem dem privaten Leben, war unser größter Fauxpas. Man weiß, aus welcher Ecke dieser Kardinalsfehler der Menschheitsgeschichte stammt, zum wiederholten Male, und immer geht es völlig schief…….. Soll diese Person Beatie machen was sie möchte, so lange die Rechte anderer nicht beeinträchtigt werden, aber unter diesen Umständen ein Kind auf die Welt zu bringen, erscheint mir abstrus und sehr egoistisch motiviert zu sein. Egal wie häufig dies schon vorgekommen ist. Der erste Buchvertrag liegt bestimmt schon auf dem Schreibtisch dieser Person. Sicher folgt ein unvermeidbarer Film. Und diese immer neuen Ideen aus der Ecke der schwulen und -lesbenbewegung erschrecken mehr als das sie Toleranz begründen. Leider. Wann gibt es wohl den ersten Weltkongress der Freien Pädophilie in Berlin? Oder in der 3. Klasse ein Seminar zur gleichgeschlechtlichen Liebe? Oder wie wäre es mit Sodomie als Hobby mit Hobbyschafszucht ? So langsam wird der Bogen arg überspannt. Grenzen, wichtige Grenzen, werden mit Gewalt im Namen einer fortschrittlichen und angeblich moderneren Gesellschaft verschoben und malträtiert, aber irgendwie, wen ich mich so umschaue, die Gesellschaft zerfällt, Familien verschwinden und werden systematisch geschwächt, Sex überflutet uns auf allen Kanälen, Gewalt und Drogen sind chic, und Werte gelten fast schon als altmodisch. Ne, eure schöne neue Welt ist ne große Mogelpackung, und der neue gegenderte Mensch erst recht. Wenn selbsternannte Weltverbesserer genau das Gegenteil bewirken, aber das kennen wir ja schon zur Genüge… Und zum Schluss, die Anhänger der Gender studies erinnern in ihrer Terminologie und ihrer Rigidität mehr an Anhänger einer Sekte als einer wissenschaftlichen Theorie, die noch nicht einmal annährend belegt ist, eher widerlegt, dies aber ignoriert wird, da politisch inkorrekt. Erinnert stark an die einst so populäre Kraniometrie, wobei Judith Butler den Platz von Gall einnimmt. Ein Vergleich mit viel Ironie. Vielleicht führt dies ja zu etwas brauchbarem, aber im Augenblick ist das alles ein großer Haufen. Und…. Cartman rules !!!
04.07.2008 14:52 Uhr
von AlexTM:
http://www.dgti.org/beatie.html
04.07.2008 14:48 Uhr
von Spin:
@ havel: "Eine Frau bleibt genetische eine Frau, egal wie sie sich fühlt. Dumm gelaufen, aber ist halt so." Quatsch: Genetik, Morphologie, Sozialisation, Identität sind nur einge der Kriterien, nach denen sich (nicht nur) Geschlecht bestimmt. Nicht immer fallen sie zusammen, na und? Überhaupt: Was ist "Sein"? Dass Du Genetik für wahrhaftiger häst und damit die Entscheidung einer Person für eine angemessene Anrede nicht akzeptierst, ist eben DEINE Entscheidung, nicht die der Natur. Es ist eine wenig originelle Entscheidung für ein überkommenes Mehrheitskonzept und gegen den Respekt. Vorgestern war es noch so, dass man Schwarze für genetisch minderwertig gehalten hat. So konstruiert sich die Kultur jeder Epoche ihre Wahrheit und sucht in "Tierreich", Genetik oder Bibel nach Bestätigung. Konstrukte bleiben es allemal - dumm gelaufen, aber ist halt so.
04.07.2008 12:53 Uhr
von mir:
Vor allem Frank und Knorf empfehle ich, sich unten beschriebenen Film namens "Transparent" (by Jules Rosskam), der genau dieses Thema behandelt, zu Gemüte zu führen. Und ich würde mir wünschen, dass den Personen in diesem wunderschönen und (er)mutigen(den) Film, die sich bereit erklärt haben, intimste Details ihres Lebens der Öffentlichkeit preiszugeben, mit Respekt und Offenheit begegnet wird!!!
Transparent is a 2005 documentary film about the experiences of 19 female-to-male transgender parents as they are coming to terms with gender transitioning. The title, "Transparent", is a play on the words "trans" and "parent", while suggesting the invisibility of transgender parenting in contemporary discourse. The film was featured in the September 2006 issue of Curve magazine as one of the Ten Must-See Gender Documentaries and one of the best examples of New Trans Cinema, alongside Transamerica, Boys Don't Cry and Soldier's Girl. "Transparent": Directed by Jules Rosskam Produced by Jules Rosskam, Anat Salomon Written by Jules Rosskam Release date(s) 2005 (USA) Country United States Language English (http://en.wikipedia.org/wiki/Transparent_(film))
und hier noch mal auf deutsch: Werde ich mein Kind verlieren wenn ich mich selbst verwirkliche? Kann mein Kind mich weiterhin "Mommy" nennen, wenn ich ein Mann bin? Wer ist "Mutter" und wer "Vater", wenn die "Mutter" ein Mann und der "Vater" eine Frau ist? Oder sind alle einfach Eltern? Väter erzählen von ihrer Schwangerschaft, ihrem Dasein als Mutter, und ihrer Selbstfindung als Mann. Durch Gespräche werden unterschiedliche Reaktionen der leiblichen Väter, der Kinder und des sozialen Umfelds sichtbar. Transparent zeigt eine neue Familienstruktur, lebhaft und interessant erzählt. (http://www.freiburger-lesbenfilmtage.de/internet%202007/transpar.htm)
04.07.2008 12:36 Uhr
von AlexTM:
Menschen, die ihr angeborenes Geschlecht als unpassend empfanden, hat es aber schon wesentlich länger gegeben als Genderstudies oder geschlechtsangleichende Operationen; offensichtlich, obwohl im strikten darwinistischen Sinne unnütz, kommt das, wie Homosexualität, nunmal vor. Und genausowenig, wie man sagen kann, wenn jemand mit Schniepel auf die Welt kam, muß er den jetzt in Muschis stecken, kann man auch sagen, jemand, der mit einer Gebärmutter auf die Welt kam, ist jetzt eine Frau und kann auch nie was anderes sein.
Von dem kleinen Problem der Intersexualität mal abgesehen -- es gibt ja auch Leute, die kommen mit Schniepel und Gebärmutter auf die Welt. Nicht mal am Meßbaren ist die Welt so schön binär und stabil.
Ach, und so nebenbei -- Thomas Beatie ist wirklich nicht der erste Transmann, der schwanger wird, auch nicht nach dem (Geschlechtsrollen-)Wechsel. Er ist nur als erster dick damit an die Presse gegangen. Die Kinder von bereits umgestiegenen Transmännern, von denen ich weiß, denen geht es allen gut. Warum sollte es denen auch schlechter gehen, als z.B. denen, die vor dem Wechsel geboren wurden, oder Kindern, die von einem schwulen oder lesbischen Paar aufgezogen werden?
04.07.2008 11:54 Uhr
von havel:
Ich hätte noch nen Southpark-Vergleich :) Eric Cartman's Mutter ist zugleich auch sein Vater! Da sieht man ja, was draus wird ;)
Und: Arno Frank hat recht. Eine Frau bleibt genetische eine Frau, egal wie sie sich fühlt. Dumm gelaufen, aber ist halt so.
Ausleben kann jeder von mir aus, das was er/sie will, im Gegensatz zu meinem ironisch gemeinten obigen comment denke ich nicht, dass sich das zwangsläufig negativ auf die Filial-Generation auswirken muß. Da gibt's schlimmeres.
PS: Eric Cartman ist ganz klar die beste Charaktere in Southpark :)
04.07.2008 10:44 Uhr
von anke:
Die Frage, ob Thomas Beatie Vater oder Mutter seines Kindes ist, sollte eigentlich vollkommen irrelevant sein. Jedenfalls für das Kind. Dem kann es schließlich egal sein, wer ihm die Nase putzt und wer mit ihm Fußball spielt. Nicht egal sein kann die Frage nach dem Geschlecht offenbar der Öffentlichkeit. Seltsam - wo doch Arno Frank angeblich felsenfest davon überzeugt ist, dass die These vom menschlichen Geschlecht als sozialem Konstrukt ein Hirngespinst ist...
04.07.2008 05:02 Uhr
von Franziska:
Sollte das witzig sein?
03.07.2008 18:57 Uhr
von Queer:
Einem Menschen, egal welchem sozialen Geschlecht(Gender) sich zugehörig gefühlt wird, sollte frei stehen, wenn anatomisch die möglichkeit besteht ein kind zu bekommen, es auch vollen respektes auszutragen. Es ist indiskutabel darüber zu entscheiden, was moralisch vertrettbar und sich gehört. Denn in einer binären welt sind die menschen nicht dazu fähig, solche gegebenheiten hinzunehmen.
03.07.2008 18:53 Uhr
von Spin:
Stimmt, André: Das liegt daran, dass sich bei so einer Angelegenheit plötzlich jede/r - und habe er/sie auch nur mal Southpark gesehen - als Experte wähnt. Allesamt sind es aber Leute, die weder wissen, dass dritte Geschlechter zu allen Zeiten existierten, dass diese vor der "Naturalisierung" der Zweigeschlchtlichkeit in der Moderne auch häufig akzeptiert waren, noch dass sich eine Transgender-Szene zunehmend und zurecht mehr Recht auf den eigenen Körper und eine eigene Identität erkämpft. Die agressive Ignoranz, die ihnen (wie seitens A.Frank & Knorf) entgegenschlägt, ist zwar entsetzlich (und der eigentliche Grund für medienhysterie und mögliche Unannehmlichkeiten für die Betroffenen), aber leider auch nur allzu normal - für "Normale". Das werden wir zu ändern haben, deshalb gehört der vormoderne "Natürlichkeits"-Wahn ins Klosett der Geschichte, zu Rassimus, Behindertenfeindlichkeit, Homophobie und Sexismus.
03.07.2008 17:59 Uhr
von Till:
Her Frank klingt wie jemand, dem durch Thomas Beatie Angst um die eigene Männlichkeit eingejagt wurde. Heutzutage ist es ja ohnehin nicht mehr so leicht, die Welt in männlich und weiblich zu trennen und es bleiben einem nur noch die körperlichen Merkmale. Jetzt stellt ein Transmann auch noch diese letzte heile kleine Welt auf den Kopf und schon schreien all diejenigen auf, die offensichtlich unsicher sind über ihre eigene geschlechtliche Identität - vorallem, wenn ja schon vorher soviele Felle weggeschwommen sind, mit denen man sich männlich fühlen durfte.
Ich empfehle Herrn Frank eine Kanne Baldriantee und den Besuch bei einem Psyhologen, damit er seine dahinschwindenden Sicherheiten über seine eigene Männlichkeit trauern kann... .
Es hilft alles nichts: wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass die Grenzen zwischen den Geschlechtern nicht mehr allzu eindeutig sind, wie es einmal war.
03.07.2008 16:07 Uhr
von K. Siebers:
Zum Kommentar von Knorf (02.07.08; 08:57): Genau das ist es, was nicht-transsexuelle Menschen (zu denen Sie vermutlich gehören) falsch sehen: Natürlich gehört mehr dazu, aus einer Frau einen Mann zu machen als plastische Chirurgie. Aber es gehört plastische Chirurgie dazu, einem Mann, der mit weiblichem Körper geboren wurde, die Möglichkeit zu geben, sein Geschlecht zu leben. Das hat nichts mit falschen 'Hoffnungen' zu tun, sondern schlicht mit dem Ausleben der eigenen Persönlichkeit.
03.07.2008 15:38 Uhr
von K. Siebers:
An die Redaktion: Ich finde es bedauerlich, dass sie die Gelegenheit nicht nutzen, das Thema von mehreren Seiten zu betrachten, und die Gegendarstellung Lesern überlassen, wobei noch lange nicht gesagt ist, dass diese eine ähnlich große Aufmerksamkeit erfährt wie der zweite Teil des Artikels, der gängige Verurteile untermauert und Transsexualität einfach als nicht existent darstellt.
Da Sie es anscheinend für unnötig halten, hier eine Gegendarstellung von meiner Seite:
Der grundsätzliche Fehler in Herr Franks Artikel: Dass er nicht zwischen dem biologischen und dem sozialen Geschlecht unterscheidet. Denn was das biologische Geschlecht angeht, da hat er natürlich Recht, ist und bleibt Thomas Beatie eine Frau. Ist es denn tatsächlich so, dass man als Transmann nichts weiter als (schlecht) verkleidet ist, wie es der Vergleich mit dem 'zum Delphin umoperieren' darstellt? Werden Männer und Frauen denn gleich behandelt? Lebt denn ein Transmann in der Gesellschaft genauso, wird genauso wahrgenommen wie eine Frau? Wenn das so wäre, würde es in der Tat keinen Unterschied machen. Ist es aber nicht. Ich persönlich lebe derzeit transgender (also ohne Hormonbehandlung und OPs, aber in der männlichen Rolle) merke jetzt schon, dass ich anders behandelt werde, obwohl ich so eher als Jugendlicher wirke als als Mann. Was ich noch nicht selbst erlebt, aber von so ziemlich jedem Transsexuellen meine gelesen zu haben: Dass man gerade nach Hormonbehandlung, spätestens aber nach den OPs vollkommen anders wahrgenommen und behandelt wird als zuvor als Frau. Ist es bei diesen Erfahrungen, wirklich zulässig, zu behaupten, diese Veränderungen machten keinen Unterschied und seien nichts als Einbildung/ Wunschdenken? Möge Herr Frank sich mal von der ein oder anderen Transfrau beraten lassen und einige Tage oder Wochen mit einigermaßen gutem Passing als Frau leben. Wenn er dann immer noch der Meinung ist, es mache keinen Unterschied, hat er wenigstens eine Grundlage für seine Behauptungen.
03.07.2008 15:23 Uhr
von E.L.F.:
Wenn diese Welt einmal dafür bereit wäre sich um wirkliche Problem zu kümmern statt anderer Leute Privatentscheidungen weltanschaulich zu kommentieren, zu verunglimpfen und herabzuwürdigen, dann wäre dieser Welt schon viel geholfen.
Auch die taz hat wohl ein Sommerloch und es deswegen offensichtlich nötig über die Selbstdefinition eines Einzelnen zu richten. Während in diesem Lande Kinder verhungeren, zu Tode geprügelt werden, sozial und emotional verwahrlosen, von Menschen, die diese Kinder nicht wollten, mit ihnen überfordert sind oder nicht die Hilfe bekommen, die sie bräuchten, wird die psychische Gesundheit eines Kindes bedauert, das von seinen Eltern gewünscht, gewollt und geliebt ist. Ich habe nicht die geringsten Bedenken, dass es diesem Kind gut gehen wird. Ich wünsche dieser kleinen Familie, Thomas Beatie, seiner Frau und dem Kind das was ich jeder jungen Familie wünsche: Einen guten Start in den neuen Lebensabschnitt.
Den Autoren und Redakteuren dieses unsäglichen Artikels mit Stammtischniveau wünsche ich die Muße einmal über ihren persönlichen Tellerrand herauszuschauen (wie ich dies von Journalisten erwarten würde) und ihre boulevardblattwürdigen Ansichten einmal zu reflektieren.
03.07.2008 14:16 Uhr
von joh:
Solange in der Forschung (Gesellschaft) Millionen ausgegeben werden, um herauszufinden, wie Babys ohne natürliche Gebärmutter aufzupäppeln sind, können wir da nicht froh sein, dass es auch "so" geht? Geschichten schreibt nur das Leben selbst. Moral niemals. Frau und/oder Mann-Sein ist politisch. Schade, dass die AutorInnen nicht ohne Beleidigungen (Gebärneid?) auskommen.
03.07.2008 13:43 Uhr
von Thomas:
Jones sieht das gelassen - toll! Aber was den Artikel anbelangt - wie kann man sich so darüber äußern? Fernab von Genderstudies, Möchtegernpsychologen und -experten haben Betroffene ein Buch herausgegeben (Endlich ICH - Transsexuelle Erlebniswelten in Lyrik und Prosa), das einmal beleuchtet, was Transsexuelle wirklich erleiden und über sich selbst denken. Ich empfehle mal, dass jeder sich diese Texte zu Gemühte führen sollte, bevor er was dazu schreibt und sich beleidigend über diese Menschen äußert.
03.07.2008 12:33 Uhr
von Helma Katrin Alter:
Ich finde den Grundton, mit dem die Angelegenheit des schwangeren Mannes hier behandelt wird als masiven Verstoß gegen Art. 1 GG "Die würde des Menschen ist unantastbar." Ich habe in der Zeit seit ich Aufklärung und Betreuung mache (seit Ende 1994) insgesamt über ein Dutzend Transmänner kennengelernt oder sogar aktiv begleitet, die ein oder mehrere Kinder zur Welt gebracht haben.
In der Pressedarstellung und den Kommentaren dazu wird Geschlecht wieder mal nur auf das äußere und innere Genital reduziert, wohl weil eine Urangst besteht Geschlecht könnte mehr sein und man müsste sich mal selbst Gedanken darüber machen.
Helma Katrin Alter Bundesvorsitzende der dgti
03.07.2008 12:17 Uhr
von Julia:
Biologistische Argumentation, die allen Mediziner_inne_n und Biolog_inn_en die seit Jahren kontrovers diskutieren, wodurch denn nun bitte genau Geschlecht definiert sein soll, nun endlich eine Antwort gibt: Gebärmutter = Frau. Soso. Damit liefert der Artikel überhaupt keine Information außer das Geschlechterverständnis der Autor_inn_en (und das auch noch menschenverachtend formuliert). Ganz zu schweigen davon, dass nur Wahrnehmungen Realität erschaffen und "biologische Fakten" nicht existieren. Das hat Philosophie und Physik mitterweile begriffen, es wäre schön, wenn wir beim Zeitunglesen nicht dahinter zurück müssten.
03.07.2008 09:35 Uhr
von malte:
ich bin schockiert! wieso meint arno frank (und mit ihm offensichtlich die taz), aufgrund eines blickes auf die biologie über jemanden sagen zu können, wer oder was er/sie ist? oder noch schlimmer: in diesem fall thomas beatie vorzuschreiben, dass er gefälligst eine frau zu sein hat? welches recht gibt es dafür? keins!
thomas beatie entscheidet selbst, wer er ist. glück für das paar, dass sie ein eigenes kind haben können, weil die gebärmutter noch intakt ist. pech für die taz: schubladendenken, ius sanguine - das erwartet man bei faz oder katholischer kirche. eigentlich nicht bei der taz.
03.07.2008 08:20 Uhr
von Antje:
Umso abwertender und rigoroser ein Thema behandelt wird - wie im Fall des Artikels von Arno Frank - umso stärker zeigt sich die eigene Verunsicherung dieser Person, die offenbar nur dadurch in den Griff bekommen werden kann, indem für die Anderen (das Eigene ist "natürlich" normal) rigide und biologistische Normen aufgestellt werden. Schön zu sehen, dass Gender Studies zu solchen Verunsicherungen führt und klare Geschlechterklischees und -stereotype nicht mehr funktionieren - bzw. um den Preis dieser heftigen Diskriminierung und Ignoranz, die in dem Artikel an den Tag gelegt werden. Dekonstruieren tut sich dabei lediglich der Autor selbst, der zeigt, dass er mit veränderten Gendervorstellungen nicht klar kommt. Aus Gender Studies Perspektive bietet er ein hervorragendes Beispiel dafür, welche gesellschaftlichen Reflexe es gibt, Geschlecht, vor allem aber hier Frauen und Reproduktion, naturalisieren zu wollen, um die eigene Normalität nicht in Frage stellen zu müssen.
02.07.2008 21:24 Uhr
von E.-J.:
Ich bin entsetzt über diesen transphobischen Artikel in der TAZ!!! Ich bin einfach nur sprachlos! Dieser Artikel hätte auch in der FAZ abgedruckt werden können...
Und so welche undifferenzierten, unqualifizierten Kommentare zu Gender Studies! Ich wünsche Euch viele LeserInnen-Briefe zu diesem Artikel!!!
02.07.2008 20:58 Uhr
von jen:
Dass Menschen in zwei Geschlechter gepresst werden, ist ein Problem und keine hochzuhaltende Tugend. Das ist gewaltvoll, wie sich nicht nur in der Denke und Sprache des Artikels zeigt.
Warum wird Thomas Beatie als eine Gefahr wahrgenommen, die es zu delegitimieren gilt? Warum kommt Frank und anderen Meinungsmacher_innen die Wut? Wovor haben die Menschen denn Angst?
Medien werden u.a. zur Meinungsbildung benutzt. Hier wird eine Meinung gebildet, die jemandem das Existenzrecht entzieht. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es immer wieder Menschen gibt, die meinen, das dann auch in Selbstjustiz durchzuführen. Darin liegt die Gefahr! Nicht in Thomas Beatie.
Und übrigens: Die Erkenntnis von der Konstruiertheit von Natur (incl.Geschlecht) ist keine fixe Idee der Gender Studies, sondern eine anerkannte Erkenntnis der Wissenschaftsforschung (siehe unter anderem Ludwig Fleck, Thomas Kuhn, Bruno Latour, etc.)
Darf ich Sie erinnern, zur hiesigen Kommentierung merken sie folgende Bedingung an: [Ihr Kommentar] wird veröffentlicht, sobald ein Redakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren. Was soll dann dieser Artikel?
02.07.2008 19:23 Uhr
von Satine:
Ich wusste nicht, dass der Wunsch Kinder zu bekommen, eine Frage des Geschlechts ist.
Das Einzige, was hier horrend ist, war meine Bereitschaft diesen Artikel zu lesen. Auf Argumente wie "als hätten wir keine anderen Probleme" kann ich wirklich verzichten.
Ebenso auf diesen Sexismus à la "verstümmelte Frau wenigstens zum Kinderkriegen gut". Ich frage mich gerade, worüber ich mich hier aufrege. Doch nicht etwas über die Emanzipationsbewegung, die der Gesellschaft seit Jahren eintrichtert, dass Frauen mehr sind als Gebärmaschinen oder das der Wert eines Menschen nicht von seinem Geschlecht abhängt.
Setzen, 6, Herr Frank!
02.07.2008 18:36 Uhr
von populär:
Na Herr Frank, da haben sie ja die Hoheit an der Stammtischen hinter sich, die Frau bleibt Frau, Mann bleibt Mann - da hätten Primitivisten wie Mario Barth ihre Freude. Nur schade, dass Sie nicht merken, dass das einzige, was hier "schrecklich verstümmelt" ist, Ihre Wahrnehmung ist. Vielleicht Kastrationsangst?
02.07.2008 13:53 Uhr
von november:
Der Artikel begann eigentlich sehr gut. Und eigentlich mag ich TAZ-Artikel auch sehr.
Allerdings ist mir das Ende zu krass. Eine 180°-Drehung ins Groteske... Ohne jegliche Empathie, ohne einmal über seinen eigenen Tellerrand hinauszuschauen.
Ich weiß nicht, ob und in wie weit sich die beiden Autoren mit der Thematik Transsexualität befasst haben; denn ihnen ist der Sachverhalt wohl nicht ganz klar. Es geht um weit mehr, als ein "Delfin" zu werden, sich verstümmeln zu lassen. 'Es geht um die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, darum, endlich sich selbst sein zu können. Sich selbst verwirklichen zu können, zu dem zu werden, was man in sich fühlt, wie man sich selbst wahrnimmt.
Und wenn man dann entscheidet, ein Kind auszutragen, who cares?
02.07.2008 12:20 Uhr
von Ekkaia:
Warum kann es nicht einfach scheißegal sein, ob Thomas Beatie Vater oder Mutter oder Mann oder Frau ist? Hilfe, aber man braucht doch binäre Strukturen und beschränkte Horizonte.
02.07.2008 11:09 Uhr
von Dagmar:
Entscheidender als die Frage, ob Thomas Beatie nun Vater oder Mutter oder beides ist, ist für mich eher die Frage, unsere Gesellschaft Menschen überhaupt auferlegt, sich unters Messer zu legen, um ihre Identität zu verändern und sich damit möglichst unauffällig in ein starres Mann-Frau Schema einpassen zu können.
Als es noch keine Personalausweise gab, haben Männer wie Frauen - überspitzt formuliert - einfach ihre Kleider und damit ihre Identität gewechselt.
Zudem gibt es zahlreiche Gesellschaften überall auf der Welt, die stets mehr als zwei Geschlechter kannten und sich z.T. wohl wenig darum geschert hätten, wenn eine Frau, die lieber als Mann lebt und sich als solcher fühlt, dennoch ein Kind zur Welt bringen möchte.
Wir sind somit mit unseren Mann-Frau-Bildern nicht sonderlich fortschrittlich, sondern zeigen im Gegenteil, wie eingeschränkt moderne westliche Gesellschaften denken und werten.
02.07.2008 10:53 Uhr
von Jones:
Solange das Paar psychisch stabil ist und dem Kind die Lage später vernünftig erklären kann, sehe ich an der Austragung durch den Vater an sich kein Problem - was allerdings für das Kind verdammt sicher zum Problem werden wird, ist das Zurschaustellen der Angelegenheit in den Medien. Da werden sich die Eltern noch ganz schön anstrengen müssen, um dem Kind den Pressemob vom Hals zu halten...
02.07.2008 08:57 Uhr
von Knorf:
Herr Frank bringt es auf den Punkt, passenderweise mit einem Verweis auf die Fernsehserie Southpark. In einer Folge dieser Serie lässt sich ein Lehrer zur Frau umoperieren, ein kleiner weißer Junge zum großen schwarzen Basketballstar und sein Vater vom Mann zum Delfin. Am Ende merken sie alle drei, dass sie nicht zu dem wurden, was sie sich erhofften. Der Lehrer ist keine Lehrerin sondern nur ein Mann mit Silikonbrüsten und unechtern weiblichen Primärmerkmalen, der kleine Junge ist nicht zum Basketballstar geworden und der Delfin ist auch nur ein furchtbar verstümmelter Mann.
Was lernen wir? Es gehört mehr dazu als plastische Chirurgie...Frau bleibt Frau...
02.07.2008 00:51 Uhr
von André:
Wusste gar nicht, dass Eure Popkultur/Migrationsbeauftragten auch zu Spezialisten für Identitätsstörungen ernannt worden sind...
Leserkommentare
10.09.2012 19:17 Uhr
von NUIT:
Ich finde es unglaublich, dass jemand sich überhaupt traut- und anscheinend auch trauen kann- so etwas zu schreiben! Wie kann sich der_die Autor_in überhaupt anmaßen, über die Intentionen, das Identitätsgefühl eines Menschen zu urteilen und zu werten??
Das einzige, was hier verstümmelt ist, ist die Empathie der_des Autor_in/en.
08.05.2012 15:53 Uhr
von Paz Maus:
Ich finde das ende dieses Textes, sehr traurig und diskriminierend! Leider darf man sowas in deutschland abdrucken und veröffentlichen. Das Ende des Textes ist für mich schon Grund genung die taz.de niemals zu kaufen. Das einzige was ich meinen Freunden und Bekannten sagen werde"finger Weg"...Denn ich bin selber ein Transmann und ich hatte bisher noch keine Op jedoch fühle ich mich selber auch als Mann. Und ganz ehrlich, sollte in ein Paar Jahren meine Partnerin auch kein Kind bekommen können , nehme ich mir das gleiche Recht raus wie Thomas Beatie!
Denn Welcher Mensch hat das Recht zu urteilen und fest zu legen wer Mann bzw Frau ist und sein darf! Diese Schrecklichen Schubladen und Schranken...Was wahrere Mann ist und was nicht, sind Erfindungen der gesellschaft und zeigen Ängste auf nicht irg so einer bescheuerten Norm zu genügen...
Die meisten die negativ über Thomas Beatie Urteilen, schreiben usw... haben doch nur Angst vor dem was Sie nicht verstehen, vor dem Unbekannten, vor dem individuellem anderen...einfaxh vor Transsexuellen Menschen und dem was sie sehen oder angst davor sich selbst worin zu erkennen, was ja laut "schöpfung" nicht sein darf....oder aber schon jahrzehnte lang verheimlicht, eingesperrt oder gar tod geschwiegen wurde
denkt mal über euch selbst nach wo ihr baustellen habt bevor ihr negativ über sndere Urteilt,schreibt, Verurteilt......
Habt Mut anders zu sein!
15.03.2011 16:14 Uhr
von und nun?:
dass man hier noch kommentieren kann ...
beatie ist eine frau ganz logisch und offensichtlich. geschlecht ist nämlich nicht, was man anzieht, wie man sich verhält oder ob man aufgrund von hormonbehandlung bartwuchs hat. das ist alles sekundär. sie kann sich auch fühlen, wie sie mag. die tatsache, dass sie ein kind bekommt, ist der lebende beweis dafür, dass es sich um eine frau handelt, die mutter wird.
warum ist das so? weil weiblich und männlich - also das gechlecht - biologische fakten sind, millionen jahre alt und nicht durch kulturelle interpretationen zu ändern. leider sind einige in den letzten jahren dazu übergegangen, alles mögliche im "geschlecht" zu verorten, was dort gar nicht hingehört: soziale rollen, zuschreibungen, persönliches empfinden usw.
beatie kann gern leben, wie sie will. aber ein mann ist sie nicht. und wird sie auch nicht. "mann" bzw. "frau" ist nix zum anziehen.
15.12.2008 14:44 Uhr
von Sue:
Wow, was für ein Artikel,
und das nicht in der Bild!
Erstaunlich, vielleicht hat der Verfasser vorher bei der Bild gearbeitet? Ist nur eine Frage, keine Bewertung.
Vielleicht sollte man sich mal Gedanken machen,
dass es hier immer noch um Menschen geht, und das ist Thomas Beatie und das Kind ist ebenfalls ein Mensch. Leider liest sich der Artikel wie eine Rede irgendeiner radikalen Gruppe.
Wir können nicht bewerten oder verurteilen, was andere Menschen für Entscheidungen für ihr Leben treffen. Wer sagt was richtig ist?
Solange ich damit keine Menschenrechte verletzte, kann ich da nicht mit meinem Leben das tun was ich möchte? Wer sind wir, dass wir uns rausnehmen Thomas Beatie zu verurteilen?
Vor wenigen hundert Jahren haben wir Frauen, die mit Kräutern heilen konnten und rote Haare hatten, verbrannt. Ja wir, die Zivilation! Gut, dass das mitlerweile verboten ist.
Hatten wir nicht gedacht, das sei richtig?
Viel weiter sind wir wohl nicht in den Köpfen.
Man kann es für sich persönlich ok oder nicht ok finden, aber treffen wir diese Entscheidung doch nicht für andere.
14.12.2008 20:04 Uhr
von Mina:
Ich finde das normal! Lasst ihn doch!
Er darf sein Leben doch selber bestimmen!!!
31.10.2008 12:06 Uhr
von Salvatore:
"Bizarre Auswüchse der Gender Studies". Donnerwetter, dass ich so etwas mal in der taz lesen darf. Dass da viele Tränen fließen, wundert einen nicht. Respekt.
15.10.2008 16:08 Uhr
von PepeGelato:
Der Deutsche Presserat hat den zwei Beschwerden gegen den Artikel Recht gegeben und eine Missbilligung, die zweithöchste Sanktion ausgesprochen.
01.10.2008 19:05 Uhr
von unbekannt:
Ich bin schwer entäuscht dass die Taz solche transphoben Artikel veröffentlicht. Das hat nichts mehr mit Aufklärung zu tun sondern hetzt gegen Trans*menschen. Hätte ich mir nicht erwartet.
Die Bildzeitung kann es übrigens besser: am 10.Juni wurde ein überraschend guter einfühlsamer Artikel dort veröffentlicht.
20.08.2008 17:44 Uhr
von verwundert:
Reichlich wunderlich - ich erkenne keine konsistente Haltung im Artikel.
Ich könnte ihn ja als ausschweifenden Kommentar akzeptieren. Aber selbst dann (gerade dann) erwarte ich eine konsistente Argumentation.
Aber der Artikel ist im ersten Teil ganz viel Beobachtung und wird zum Ende einfach nur emotional. Rational laesst sich jedenfalls nicht erkennen, warum die Autoren Herrn Beatie für "schecklich verstümmelt" halten, inwiefern wir jetzt was über "bizarre(n) Auswüchse(n) der Genderstudies" lesen m�ssen, er "ebenso gut [..] statt der Brüste die Beine [hätte] amputieren" lassen können...
Was mich deshalb wirklich an dem Artikel stört, ist die fehlende Qualität.
01.08.2008 23:54 Uhr
von ZeroPassing:
Ein wiederlicher Artikel! Nicht wegen dem Kerl, sondern weil hier einer massiv gegen Transmänner hetzt, furchtbar verstümmelter Mann???
Das ist Bildniveau und tritt die Würde dieses Mannes mit Füßen, nebenbei, ich bin ein guter Beweis, dass ihr keinen Plan habt, ich bin im falschen Körper geboren und wie viele andere auch, sehr glücklich, seitdem ich operiert wurde! Hätte mein Umfeld mich nicht schon als Kind gezwungen, so zu tun als wäre ich ein Mann, das mit enormer Gewalt und wohl auch sehr auf Grund von Presse wie dieser, hätte ich mir die Hälfte meiner Operationen sparen können, vielleicht leuchtet es ein, dass eine von Hetze und kirchlich-transphober Religion geprägte Gesellschaft uns gar keine andere Möglichkeit bietet, zu überleben, als unter Inanspruchnahme plastischer Chirurgie...
29.07.2008 21:14 Uhr
von Hans:
Ich verstehe die Aufregung auch nicht. Am Ende wird doch alles aufgeklärt: "Thomas Beatie ist kein Mann, sondern eine schrecklich verstümmelte Frau." Das ganze hat doch mit Transsexualität nichts zu tun: Thomas Beatie wurde als Frau geboren und ist immer noch eine, sogar eine schwangere und der Autor wünscht Ihr das Beste.
Also wirklich kein Grund zur Aufregung.
28.07.2008 22:58 Uhr
von gutmensch:
dieses thema ist doch wieder ein gefundenes fressen für euch gutmenschen. hier könnt ihr zeigen, dass ihr das richtige denkt. deswegen dürft ihr auch den autor beledigen. wer gut ist, das richtige denkt, so tolerant ist zu transen, behinderten und ausländern darf das auch! wieso könnt ihr nicht einmal etwas lesen, ohne euch aufzuspielen. ihr seid mit eurer richtigen meinung nicht alleine auf der welt. die taz lesen nicht nur solche narzisstischen gutmenschen wie ihr! ich möchte andere meinungen lesen, ich will einen anderen blickwinkel. und ich akzeptiere meinungsfreiheit. und falls mal jemand eine meinung hat, die von meiner abweicht, verbiete ich ihm nicht den mund. ich will nicht ständig das lesen, was ich eh schon denke. aber ihr seid so geil auf die richtige meinung, dass ihr schon abgeht, bevor ihr zu ende gelesen habt....
16.07.2008 13:20 Uhr
von Micky:
...der Artikel fing - gewohnt TAZ - gut an. Ein Journalismus abseits des Mainstreams, des Mainstreams mit seiner internalisierten Transphobie. Dann allmählich musste ich husten. Was soll die ständige Schelte der "gender studies"? Ist das jetzt schick geworden?
Und am Ende ("verkrüppelte Frau") blieb mir der Mund offenstehen, doch auch nach mehrmaligem Blinzeln bleibt der Text, dessen Respektlosigkeit ja die Springerpresse und radikal religiös-konservative Streitschriften die sich den Schutz der Ehe, der Familie, der Heterosexualität und der Zweigeschlechtlichkeit auf die Fahnen schreiben, übertrifft, bestehen. Ich kann nicht glauben dass sowas wirklich in der TAZ veröffentlicht wurde...sowas habt ihr doch nicht wirklich ernst gemeint, oder? Ich kann nur hoffen, dass das ein schlechter Scherz war. Schonmal was vom Respekt gegenüber der Selbstdefinition eines Menschen gehört?????HELLO???? TAZ???? Mein Weltbild ist einmal mehr zerbrochen.Ich könnte kotzen.
14.07.2008 19:46 Uhr
von adecentone:
Antwort an El zorra:
Man muss sich das mal vor Augen führen. Dort ist eine Frau, die sich im Innersten allerdings als Mann fühlt. Sie tut viel, um dieses Gefühl Realität werden zu lassen, heiratet eine Frau und will eine Familie gründen. Nun, die Freundin kann keine Kinder kriegen, wie günstig ist es da, dass dieser „Mann“ Beattie noch alle Fortpflanzungsorgane einer Frau hat.
Da wird schnell entschieden, dass der so genannte Mann das Kind austrägt, da eigentlich noch immer eine Frau, obwohl im Pass steht M. Und dieses ganze Kuddelmuddel soll man einfach so akzeptieren, es ist ja ihre/seine freie Wahl. Nun ja, wo soll das noch hinführen.
Zu 1) Ich unterstelle dies, da jede andere Vorstellung noch absurder erscheint. Da will eine Frau ein Mann sein, wenn es aber um den Kinderwunsch geht, kann dieser gefühlte Mann sich ratzfatz wieder als Frau darstellen, um kurz nach der Geburt wieder als Mann zu erscheinen.
Die/der Gute sollte sich einmal entscheiden. Ganz oder gar nicht. Dieses taumeln, je nach belieben, zwischen zwei grundverschiedenen Welten ist mehr als absurd, jedoch die einzige Benennung, die unzensiert durch kommt. Die Öffentlichkeit liebt diese Show, daher ist es nahe liegend, das ein monetäres Motiv durchaus zum tragen kommt. Eine Adoption wäre wahrscheinlich auch möglich gewesen.
Zu 2) Das ist ihre Wunschvorstellung, doch die Wahrheit sieht leider völlig anders aus. Ausnahmen bestätigen die Regel. Naives Wunschdenken ihrerseits. Das Kind wird höchstwahrscheinlich dieses Bäumchen-wechsel-Spiel ausbaden müssen. Die Kinder müssen ja eh für all diese Experimente der Eltern, wenn man diese so nennen kann, zahlen.
Transphobisch bin ich ganz und gar nicht, nur diese Vergewaltigung jeglicher Normen zum Zwecke der eigenen, verqueren Wünsche, dies würde ich nicht mit einem Euro Steuerzahlergeld unterstützen. Alles Andere wurde schon zur Genüge durchgekaut.
Zu 3) Ich wurde als Jugendlicher, um die 13, des Öfteren massiv von Schwulen bedrängt, die meinten sie dürfen sich alles heraus nehmen, nur weil ich in Hamburg in der Nähe vom Kiez lebte. Schamgrenzen werden im Namen der PC als Spießig weg gewischt. Ich wollte nur auf diese Entwicklung hindeuten, die nicht nur mich erschreckt. Wenn auf dem CSD die Schwulen öffentlich ihre Triebe ausleben, dann geht es mich sehr wohl etwas an, wenn meine Kinder es sehen können. Dann ist es einfach nur noch obszön und verwerflich, nicht spaßig.
Ich bin also ein heterosexueller Nicht-transmensch. Was für ein Wortungetüm. Ich Einfaltspinsel, ich dachte tatsächlich, ich sei ein völlig normaler Mann ohne jegliche sexuelle Verwirrungen. So möchte ich auch benannt werden; ein völlig normaler Mann.
14.07.2008 10:56 Uhr
von AlexTM:
Das entscheidene Kriterium, KennyMC, ist natürlich nicht der Bart, sondern die Identität eines Menschen. Da die aber nunmal keinem auf die Stirne tätowiert ist, habe ich den Bart als Symbol für diese Identität genommen; besonders in den Fällen, wo jemand auch äußerlich sehr sichtbar macht, wie er sich sieht. Ihre "Frauen mit Bart" werden, wenn sie sich als Frauen fühlen und trotzdem Bart tragen, sicherlich andere äußerliche Signale setzen bezüglich der gewünschten Wahrnehmung als ein Transmann.
"Biertrinkend Fußball schauen" ist übrigens nicht nur ein äußerst optionales Geschlechtssignal, sondern auch ein nicht wirklich eindeutiges; es soll sogar Menschen eindeutig weiblichen Körpergeschlechts und weiblicher Geschlechtsidentität geben, die das tun. Ob Thomas Beatie Fußball schaut und dabei Bier trinkt, weiß ich nicht. (Ich tue es nicht, und fühle mich trotzdem ganz eindeutig nicht als Frau.) Ich weiß aber, er sagt, er ist ein Mann, und damit weiß ich alles, was ich wissen muß, um die Frage zu entscheiden, was er ist.
Daß die biologische Funktion "Kinder bekommen" auf jenen Organen beruht, die man üblicherweise als "weiblich" bezeichnet, ist mir übrigens bekannt. Hätten sie jedoch die Kommentare hier gelesen, wäre ihnen bekannt, daß es zwar statistisch gesehen ausgesprochen häufig ist, diese "weiblichen" Organe, und nur diese (und eben keine "männlichen") an Personen zu finden, die sich auch als Frau identifizieren. Das ist aber offensichtlich nicht immer der Fall. Daher, selbst wenn man der Einfachheit halber auch durchaus von Thomas Beaties "weiblichen" Organen sprechen kann, macht einen der Besitz und auch die Benutzung selbiger Organe nun grade nicht zur Frau.
Wie würden sie es denn finden, würden ihnen plötzlich Brüste wachsen, oder bei ihnen eine Gebärmutter gefunden (und ja, sowas kommt vor), und plötzlich würden ihnen Leute verkünden, daß sie dann aber für sie eine Frau sind, auch wenn diese Leute sie gnadenweise noch als Herr Kenny ansprechen würden? Ich würde mal wagen zu vermuten, daß sie damit vielleicht ein kleines Problem hätten. Zuallermindst würden sie es wohl als ziemlich unhöflich empfinden. Und damit hätten sie sogar völlig recht.
Falls sie mit einem anderen Ansatz vielleicht weiter denken können, verweise ich auch auf die Behinderten-Diskussionen der letzten 30, 40 Jahre. Stichwort "Man ist nicht behindert, man wird behindert!" Auch der Teil der Diskussion, in dem es um die Akzeptanz von nicht-Standard-Körpern geht, könnte interessant sein.
Natürlich erst, wenn sie aufhören, in panischer Angst ihre Kronjuwelen so fest zu umklammern, daß ihr Hirn zum Denken scheins nicht mehr so recht zu kommen scheint. Aber das Problem scheinen ja hier einige zu haben, leider auch der Herr Frank.
Ach so, Thema "Worte in den Mund legen" -- ich war übrigens nicht derjenige, der auf Gender Studies als Argument verwies -- ich war derjenige, der darauf hinwies, daß es Geschlechtsrollenwechsler schon sehr sehr lange vor den Gender Studies gab.
13.07.2008 11:30 Uhr
von KennyMC:
lieber alextm,
für sie ist also der bart, dass entscheidende kriterium? es gibt auch frauen mit bart. diese würde ich sicherlich mit "frau sowiso" anreden. vermutlich würde ich auch herrn beatie mit "herr beatie" anreden, wie sich aus meinem ersten kommentar auch lesen lässt, selbst wenn er keinen bart hätte. ich würde eine frau wahrscheinlich sogar als frau anreden, selbst wenn sie (noch) über männliches geschlecht verfügt. das verstehe ich unter respekt. das würde von uns wahrscheinlich jeder machen, sogar herr frank. wer auf genderstudies verweist um dies zu rechtfertigen und zu erklären, ist vielleicht noch torfköpfiger als ich es (wohl) bin. aber darum gehts hier gar nicht.
ob herr beatie nun einen bart hat, oder nicht, ob er die farbe rosa mag und auf einen prinzen wartet(@fredold: so viele klischees, schade) oder nicht, er bekommt ein kind. tja. und hier scheiden sich die geister. die einen meinen, die fähigkeit leben zu schenken sei dem weiblichen geschlecht vorbehalten (gebärmutter etc.). dann ist beatie zweifelsohne weiblichen geschlechts.
die anderen meinen, es genüge, sich einen bart wachsen zu lassen und biertrinkend fußball zu schauen um männlichen geschlechts zu sein. und als solcher mann kann frau natürlich auch kinder gebären, ganz unabhängig von "ihrem" biologischen geschlecht, dass "sie" hierzu ja gar nicht braucht. und da erstere daran nicht glauben mögen, bezeichnen letztere diese als torfköpfe und legen ihnen wörter in den mund (unsinn), die diese nie gesagt haben.
ich benenne jeden, nach dem geschlecht, dass er sich aussucht. aber soziales geschlecht gebiert keine kinder. soziales geschlecht unterscheidet sich vom biologischen geschlecht. was folgt daraus unter dem aspekt, dass die geburt und die schwangerschaft gerade KEIN sozialer, sondern ein biologischer vorgang ist? sicher ein anderes als aus dem vorgang, dass ein transgender anruft um zu fragen, ob er zum fußballschauen vorbeikommen soll und ein sixpack mitbringen soll.
12.07.2008 09:29 Uhr
von Daniela S.:
Sollte das etwa Eure Bewerbung für die "Bild" oder das "Goldene Blatt" gewesen sein? Dann beachtet doch einfach mal, dass der sogenannte Boulevard mittlerweile viel gelassener und toleranter mit anderen Lebensentwürfen und Identitäten umzugehen gelernt hat. Anfangs ganz gut dargestellt, aber hinterher noch mal draufgekotzt, ganz schlechter Sport! Ganz schal im Abgang...
11.07.2008 11:24 Uhr
von AlexTM:
KennyMc, sie haben völlig recht -- man muß das nicht mitmachen. Es steht ihnen völlig frei, einen Menschen mit Bart öffentlich als "Frau Sowieso" zu titulieren, nur weil der bei der Geburt untenrum untypisch ausgestattet war.
Als einer von diesen Menschen kann ich ihnen allerdings eins versichern: Im wahren Leben da draußen werden SIE es sein, der den Was-ist-das-denn-für-ein-Torfkopp-Blick ernten werden. Weil erstaunlich wenige Menschen verlangen, erstmal einen Blick in die Unterhose des Gegenübers werfen zu dürfen (oder einen Gentest verlangen, oder ein Nacktfoto als Baby), ehe sie sich entscheiden, ob sie "Herr" oder "Frau" sagen. Die kennen den Unterschied auch ohne das. Und würden folglich Thomas Beatie auch als "Herr Beatie" anreden, wie sich das gehört.
Es blamiert sich halt jeder so gut er kann. Machen sie "diesen Unsinn" halt nicht mit, und zeigen sie uns allen, wie gut sie in dieser Disziplin sind. Soviel Freiheit muß sein.
10.07.2008 09:23 Uhr
von KennyMc:
Wahrnehmung schafft Realität. Soso. Ich schreibe gerade einen Kommentar unter einen Artikel des Spiegel. Hierzu habe ich den schwarzen Balken links rot gefärbt und nach rechts verschoben. Die Autoren des Artikels sind auch nicht Akyol/Frank, sondern Benjamin Blümchen und Joschka Fischer. Er handelt auch nicht von Thomas Beatie und seinem Buch, äh Bauch, sondern von seinem Wecker.
Also bitte. Beatie ist eine Frau, fühlt, denkt lebt sich aber als Mann. Das muss man respektieren. Man muss aber nicht mitmachen. Herr Frank hat den Kern der Disskussion treffend auf den Punkt gebracht, was nicht zuletzt die Kommentare zeigen. Auch die TAZ wird ihrer Rolle gerecht, indem sie niemandem ums Maul schreibt, nichtmal den transgender-wg-abonennten. ist das nicht gerade das tolle an der taz? aber wenns einen selbst trifft, gleich mit kündigung des abo drohen.
09.07.2008 18:23 Uhr
von Frederique:
Wenn Sie so danach fragen, kann ich gerne die Argumente gegen den Beitrag von Arno Frank anbringen (das wollte ich mir eigentlich sparen, da das schon in den anderen Kommentaren getan wurde, aber gut). Vor allem fällt es mir schwer Arno Frank überhaupt Ernst zu nehmen, so unseriös wie er "argumentiert" - daher war mein Beitrag an die Redaktion gerichtet. "Aber bitte."
1. Als erstes bringe ich an, das im gesamten Beitrag von Arno Frank völlig unseriös mit dem Thema umgegangen wird - angefangen bei "Das lustige Leitmotiv....", als ob es sich hier lediglich um eine abstrakte Komödie handele und nicht um echte Menschen, echte Individuen. Der herablassende und respektlose Ton ist also schon mal angegeben.
2. "Es ist schon erstaunlich, wofür "die Gesellschaft" immer mal wieder "bereit" sein muss, als hätte sie keine anderen Probleme, aber bitte." Fangen wir ganz einfach an - wie berühren die Entscheidungen von Thomas Beatie das Leben von Arno Frank? Was zieht er für Schaden durch die Schwangerschaft von Thomas Beatie davon? Null. Es ist auch niemand anders negativ betroffen von der Entscheidung Thomas Beaties' schwanger zu werden. Dann kann ich weiter kontern: Ja, die Gesellschaft verändert sich, das tut sie schon immer, das tun alle "Gesellschaften". Findet er es auch erstaunlich, dass die deutsche Gesellschaft sich in den letzten Jahrzehnten damit abfinden musste, dass jetzt Frauen auch Berufe ausüben, die früher den Männern vorbehalten waren? Dann kommen wir zum Knackpunkt - inzwischen ist Transsexualität sogar rechtlich anerkannt und daher auch der Unterschied zwischen dem sozialen und biologischen Geschlecht. Also hat sich die Gesellschaft
schon längst dazu bereit erklärt, mit den Konsequenzen, wenn man so will, zu leben.
3."Lecker". Solche Befruchtung findet tagtäglich statt - aber so wie Arnold Frank es darstellt, ist das ein scheinbar ekliges Verfahren das extra für Transsexuelle erfunden wurde.
4. "Tatsächlich steht und fällt der Nachrichtenwert dieser Geschichte mit der Bereitschaft, diesen Menschen, der sich Thomas Beatie nennt, überhaupt als Mann anzuerkennen." Der Staat erkennt Thomas Beatie rechtlich als Mann an. Wenn Arno Frank das nicht tun will, und somit die Transsexualität nicht anerkennt, ist sein gesamter Beitrag vollständig unqualifiziert und unangebracht in einer vermeintlich seriösen Zeitung.
5. "Es mag ja sein, dass er sich das wünscht, viel Geld für Operationen ausgegeben und noch mehr Schmerzen erduldet hat." Ein Argument gegen die Transsexualität, dass nun wirklich nicht nachvollziehbar ist. Wer würde sich freiwillig dem schwierigen und kostspieligen (wenn denn keine Krankenversicherung die Operationen bezahlt) Prozess der Geschlechtsumwandlung unterziehen? Seit wann gehören derartig persönliche Angriffe zum guten Journalismus (ob im Meinungsteil einer Zeitung oder anderswo)? Denn ehrlich gesagt will Arno Frank hiermit doch einfach nur sagen: "Thomas Beatie ist schwer Geisteskrank."
6. "Ebenso gut hätte er sich aber auch statt der Brüste die Beine amputieren, sich Flossen annähen und ein Atemloch in den Rücken stanzen lassen können - um zu behaupten, er wäre fürderhin ein Delfin." Bei diesem Satz kann ich nur denken, erzählt Arno Frank hier vielleicht wirklich nur einen schlechten Witz? Was ist das für eine Argumentationsweise? Ich wiederhole - Geschlechtsumwandlungen gibt es schon lange, Transsexualität ist "echt" und kein dummer Witz. Dieser "Vergleich" ist also wirklich unter aller Würde.
7. "Der Kaiser trägt in diesem Fall nicht neue Kleider, sondern ein neues Geschlecht. Das mag ihm glauben, wer will, und derzeit glauben viele Menschen solchen Quatsch sehr gerne - was vor allem an den bizarren Auswüchsen der Genderstudies liegt, deren Ziel es ist, der Gesellschaft einzutrichtern, das Geschlecht sei nichts weiter als ein soziales Konstrukt..." Nun wird auch noch das gesamte Thema Genderstudies zum Opfer von Arno Frank. Das es einen Unterschied zwischen dem biologischen (körperlichen) Geschlecht und dem sozialen Geschlecht gibt ist nicht nur von ein paar einzelnen Individuen erwiesen worden. Dieser "Quatsch" ist Realität. Denkt Arno Frank das alle Frauen wirklich genetisch prädestiniert sind, Bier und Fussball zu hassen, die Farbe Rosa zu lieben, den Wunsch inne zu tragen Prinzessin zu werden (und dann vom gutaussehenden Prinzen gerettet zu werden), ihren Lebtag in der Küche zu verbringen und dem wohlverdienenden Ehemann abends in
die Arme zu fallen? Erinnerung an Arno Frank - wir schreiben das Jahr 2008, inzwischen gibt es Unmengen seriöser wissenschaftlicher Studien, die die Zusammenhänge zwischen Sozialisierung und dem sozialen Geschlecht belegen. Und viel wichtiger - können Sie wirklich durch Deutschland reisen und (zumindest fast) jede Frau einem exakt weiblichen "Modell" zuschreiben und jeden Mann einem exakt männlichen?
7. "Thomas Beatie ist kein Mann, sondern eine schrecklich verstümmelte Frau - und gottlob nicht verstümmelt genug, um keine Kinder gebären zu können." Ein passendes Ende zum Beitrag ist das schon: quasi, "die arme Frau Thomas Beatie wurde verstümmelt, auf eigenen Wunsch." Das ist derartig verachtend und respektlos, dass es mir scheint, dass Arno Frank Thomas Beatie nicht einmal als Mensch anerkennt. Arno Frank spricht Thomas Beatie, einem Mann den er meines Wissens nicht kennt und nie persönlich gesprochen oder kennengelernt hat, somit jegliche Menschenwürde und das Recht auf eine eigene und individuelle Identität ab. Und somit spricht er allen Transsexuellen das Recht ihrer Existenz ab.
Arno Frank kommentiert im Grunde nicht die Schwangerschaft von Thomas Beatie. Er gibt anlässlich des "Falls Thomas Beatie" seiner Verachtung gegenüber Transsexuellen Ausdruck. Thomas Beatie ist ein Transsexueller, der aus persönlichen Gründen entschieden hat, zusammen mit seiner Ehefrau ein Kind zur Welt zu bringen. Nur wegen dieser Entscheidung und weil er seine weiblichen reproduktiven Geschlechtsteile noch hat, ist er nicht weniger ein Mann - wir kommen zurück zum zentralen Unterschied zwischen dem sozialen und biologischen Geschlecht. Wenn Thomas Beatie sagt er ist ein Mann - und der Staat erkennt ihn als solchen an -, dann liegt es nicht an irgendwem sonst ihm dieses Recht auf Selbstbestimmung abzusprechen.
Meinungsverschiedenheiten hin oder her, auch wenn Arno Frank nicht an Gender oder Transsexualität "glaubt", aus welchen Gründen auch immer, erwarte ich doch ein Minimum an Menschlichkeit von ihm. Und mehr noch erwarte ich von der Redaktion einer seriösen Tageszeitung, dass sie einen respektvollen Umgang mit diesem Thema fördert und auch nur solche Beiträge druckt, die ein seriöses Thema dementsprechend behandeln. Es geht hier nicht um abstrakte Themen sondern um echte Menschen - da gehört ein absoluter Mindeststandard an respektvollem Umgang an den Tag.
09.07.2008 11:07 Uhr
von AlexTM:
Liebe KommentarfreischalterInnen, lasst mich doch bitte wenigstens meinen eigenen Tipfehler korrigieren. Auch das zum 2ten Male:
Und jetzt lernen wir, Nullen zu zählen:
Es muß natürlich heißen "Nimmt man für beides ein durchaus realistisches 1:1000 an, haben wir in Deutschland je 80.000 davon."
1:1000 sind natürlich Schätzungen, genau zählt keiner mit, und die Frage ist auch, was genau man mitzählt. Aber nach aktuell vorliegenden Schätzungen, Zählungen, Aussagen usw. sind das schon Größenordnungen, mit denen man mindestens rechnen muß.
08.07.2008 16:01 Uhr
von el zorra:
In Antwort auf "adecentone":
Kurzfassung:
1. Die Unterstellung, Thomas Beatie hätte nur deshalb ein Kind bekommen, damit er einen Buchvertrag abschließen kann, ist das Allerletzte. Wie kommen Sie bitte darauf, dass Thomas Beatie nicht genauso das Recht darauf hat, einfach einen Kinderwunsch zu haben und diesen auch auszuleben, wie heterosexuelle nicht-trans-Menschen? Und dass hinter seinem Kinderwunsch irgendwelche unmoralischen Motive stecken? Das sind reine Unte4rstellungen, aus denen nur ihre Transphobie spricht.
2. Warum sollte es für ein Kind so furchtbar sein, in einer Familie mit einem Trans-Mann als Vater aufzuwachsen? Ich gehe eher davon aus, dass dieses Kind gute Chancen hat, einmal zu einer klügeren, offeneren und kritischer denkenden Persönlichkeit heranzuwachsen wie Sie und Herr Frank es sind.
3. Ich verbitte es mir, dass Sie gleichgeschlechtliche Liebe einfach in einer Reihe mit Pädophilie aufzählen, als wäre das in irgendeiner Weise vergleichbar! Denn bei ersterem geht es, wie gesagt, um Liebe zwischen Menschen, bei Pädophilie hingegen geht es, wenn sie ausgelebt wird, um Kindesmissbrauch, d.h. schreckliche, traumatisierende Gewalt. Das macht einen sehr, sehr großen Unterschied.
08.07.2008 13:49 Uhr
von AlexTM:
Und jetzt lernen wir, Nullen zu zählen:
Es muß natürlich heißen "Nimmt man für beides ein durchaus realistisches 1:1000 an, haben wir in Deutschland je 80.000 davon."
1:1000 sind natürlich Schätzungen, genau zählt keiner mit, und die Frage ist auch, was genau man mitzählt. Aber nach aktuell vorliegenden Schätzungen, Zählungen, Aussagen usw. sind das schon Größenordnungen, mit denen man mindestens rechnen muß.
08.07.2008 13:48 Uhr
von Claudia:
transphobie in der taz....warum nur?? Ich kündige unser WG-Abo.
07.07.2008 16:32 Uhr
von AlexTM:
*hüstel* Kinners, warum verschwinden anscheinend genau meine Beiträge immer, so daß sie sie zweimal abschicken muß? Der hier war doch noch nichtmal taz-kritisch! Also nochmal:
Was genau haben eigentlich die gender studies damit zu tun? Es scheint ja, daß diese einigen LeserInnen, wie auch dem Herrn Frank, nicht gefallen. Aber selbst wenn wir mal so tun, als würde uns weder das Thema noch die Freiheit der Wissenschaft interessieren, und damit auch die gender studies nicht, ist das für dieses Thema ziemlich egal. Denn Transleute, egal welcher Ausprägung, hat es Tausende von Jahren gegeben, bevor überhaupt jemand an gender studies dachte. Auch hätte ich nirgendwo gehört, daß sich Mr. Beatie in irgendeiner Form auf gender studies beruft. Gender-studies-Bashing ist hier schlicht "Thema verfehlt".
Und bei der vielbeschworenen Normalität wollen wir doch mal nicht vergessen, daß nur weil etwas ziemlich häufig ist, es nicht unbedingt so sein muß. Die meisten Menschen kommen auch mit zwei Beinen auf die Welt, das kann man also mit Fug und Recht normal nennen. Wenn die jetzt an einem Menschen fehlen, das kommt ja vor, nun, dann mag dieser Mensch, im rein statistischen Sinne, "unnormal" sein. Und? Was schließen diese Kreuzzügler für die "Normalität" hier dann? Daß das kein Mensch ist? Oder sich das nur einbildet? Daß dieser Mensch so nicht existieren sollte? Oder daß dieser Mensch erst gar nicht existiert? Wenn man die Kommentare so liest, wäre das nicht weiter überraschend. Aber nur weil etwas häufig ist, ist es eben nicht zwingend. Etwas seltsam, das taz-LeserInnen und -schreibern erklären zu müssen, aber so ist es.
Und nur weil sich entsprechend Menschen, die Kinder gebären, meistens auch als Frauen fühlen, heißt das eben nicht, daß das zwangsläufig so sein muß. Wie man übrigens an der simplen Existenz von Mr. Beatie ja schon sieht.
Und was die vielbeschworene angeblich objektiv vorhandene Zweigeschlechtlichkeit angeht, sorry, falsch, offensichtlich. In dem Moment, wo der erste Mensch sagt, ich bin aber nicht so simpel gestrickt, gibts die nicht mehr. Da ist sie nur noch häufig, aber eben nicht mehr zwingend. Und wenn sich schon so viel bei der Entwicklung der körperlichen Geschlechtsmerkmale "anormal" entwickeln kann, zeugt es da nicht von massiver Ignoranz des Offensichtlichen, zu behaupten, daß ausgerechnet bei den ja noch komplexeren Dingen wie Geschlechtsidentität oder passender Geschlechtsrolle nie etwas schief gehen könnte. Transgender und/oder Intersexualität mögen ja relativ selten sein (obwohl, das läppert sich auch zusammen), aber das heißt nicht, daß es nicht existiert. Nimmt man für beides ein durchaus realistisches 1:1000 an, haben wir in Deutschland je 800.000 davon. Soll man die jetzt alle verbieten, nur damit sich einige Leute nicht mehr so zwanghaft die Kronjuwelen festhalten müssen? Ich denke, eher weniger. (Außerdem, was will man dann mit ihnen machen? Kommt ja erfahrungsgemäß nix Akzeptables dabei raus, Menschen die Existenzberechtigung abzusprechen.)
07.07.2008 13:59 Uhr
von Frederique:
An die Redaktion:
Solch einen "Meinungsbeitrag" hätte ich in der BILD erwartet, aber dass eine derartig menschenverachtende, arrogante, antiquierte und diskriminierende Denkweise in der taz auf diese Weise Ausdruck finden kann, finde ich schockierend und widerwärtig. Das ist ein Affront gegen alle Menschen und zeugt eines totalen Unverständnisses der Grundzüge von Genderstudies und dem sozialen Geschlecht; Und das gerade in der taz, die ansonsten regelmäßig über die Diskriminierung und Gewalt gegen Schwule, Lesben, Transgender und Transsexuelle Bericht erstattet (im Gegensatz zu den meisten anderen deutschen Tageszeitungen).
Aber anscheinend haben die Homophobie und Transphobie noch einige AnhängerInnen in der taz-Redaktion. In diesem Fall wäre es wohl doch der schlauere Weg gewesen, ganz zu dem Thema "zu schweigen", wenn denn der einzige Beitrag dazu nur solch einen Mist hervorbringen kann (anders kann ich das gar nicht bezeichnen - in diesem Beitrag geht es nicht um die freie Meinungsäusserung sondern um "hate speech", wie es treffend in Englisch heissen würde).
Was ich und sicherlich viele andere taz-LeserInnen nun von Ihnen erwarten ist eine qualifizierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Dies kann wahrhaftig nicht das letzte "Wort" sein. Da reichen weder die 40 Kommentare online, noch der Abdruck eines einzigen Leserbriefs in der Wochenendausgabe der taz.
Selten war ich so enttäuscht von der taz.
***Anmerkung der Redaktion: Haben Sie auch ein Argument gegen den Beitrag anzubringen?
06.07.2008 19:24 Uhr
von Knorf:
Liebe Redaktion,
ich bin mir über das Phänomen der Intersexualität bewusst. Trotz allem bleibt es eine Ausnahme von der zweigeschlechtlichen Normalaufteilung des Menschen.
Normal ist so ein gemeines Wort, doch es ist nunmal normal, dass es Mann und Frau gibt, und nur Mann und Frau gemeinsam für Nachwuchs sorgen können. Das ist möglicherweise schade und möglicherweise ist Intersexualität auch ein Versuch der Natur dieser Normalität ein Ende zu setzen.
Solange bis sich das zeigt, bleibt es dabei: Was ein Kind gebärt und Mensch ist, ist Frau und damit Mutter - nüchtern gesprochen.
06.07.2008 12:02 Uhr
von Siegrid:
Kaum zu fassen!
Erinnert an die Argumentationsweise von Michael Paulwitz aus der Jungen Freiheit (siehe Artikel vom 12.01.2007): Die bösen, bösen Genderisten!
Da vergeht mir die Lust auf die TAZ!
06.07.2008 09:59 Uhr
von Amelie Zapf:
Den Bericht von Frau Akyol in allen Ehren, aber der polemische Kommentar Herrn Franks ist weit unterhalb des Niveaus der taz oder überhaupt jeder respektablen Tageszeitung.
Herr Frank hat schlicht Glück, dass er offenkundig heterosexuell ist und deshalb nicht auf Mittel wie die "leckere" Insemination zurückgreifen muss, um Kinder zu bekommen bzw. auf seiner Ansicht nach "verstümmel[nde]" geschlechtsangleichende Operationen, um überhaupt er selbst sein zu können.
Dass er deshalb aufs Podium steigt, um die Leserschaft auf herablassendste, chauvinistischste Weise und im primitivsten Stammtischton zu belehren, ist ein Armutszeugnis für ihn. Dass ihm die taz dieses Podium bietet, ist ein Armutszeugnis für die taz.
Für Herrn Frank wäre es sicher lehrreich, wenn, falls die Natur es für nötig befindet, ihn fürderhin ein zweites Mal aufzulegen, sie dies in einem (biologischen) Frauenkörper tun würde.
06.07.2008 00:43 Uhr
von Knorf:
was immer auch rein optisch passiert, thomas beatie ist und bleibt genetisch eine frau und damit die mutter des kindes. das kann man nicht verändern, egal wie seine/ihre befindlichkeit über die eigene sexualität aussieht. das sind biologische fakten, die nunmal unveränderbar sind. so hart es klingt aber transsexualität ist eine ausnahme von der nunmal zweigeschlechtlichen normalität des menschen.
egal wie sehr sich hier nun wieder leute empören werden aber ein drittes geschlecht zu erfinden oder die zweigeschlechtlichkeit des menschen in abrede stellen zu wollen, ist ein ähnlich sinnvoller versuch wie zu versuchen, die sonne am aufgehen zu hindern oder als spanischer ritter gegen windmühlen zu kämpfen. thomas beatie ist und bleibt eine ausnahme von der regel. das bedeutet nicht, dass wir ihn/sie ablehnen müssen.
was ich aber noch spannender als die leugnung biologischer fakten finde, ist die pseudo-empörung darüber, dass arno frank seinem verfassungsmäßig garantiertem recht auf freie meinungsäußerung nachkommt. außerdem wird hier kritisiert, dass die taz so etwas abdruckt und damit wohl die meinung arno franks vertritt.
nein!
dieser pro/kontra-artikel der geschätzen autoreInnen (ich liebe politisch korrektes neusprech) cigdem akyol und arno frank ist ein anstoß zur diskussion. warum beziehen sonst zwei personen unterschiedliche positionen zu einem thema?
also wer es nicht versteht und sich hier gutmenschlich empört und gekränkt darüber gibt, dass hier jemand eine frau, die optisch zum mann wurde, sich als mann fühlt, aber definitiv kein mann ist, als frau und damit als mutter eines kindes erkennt, sollte sich mal fragen, ob er in der lage ist, das hier alles in rechtem maße zu erfassen.
verzeihung: komplizierter letzter satz. das leben ist jedoch häufig nicht weniger kompliziert.
gruß aus dem westen
knorf
***Anmerkung der Redaktion: Ganz unabhängig von der restlichen Debatte: Es sind nicht alle Menschen eindeutig von Geburt an Mann oder Frau. Lesen sie zB nach unter http://de.wikipedia.org/wiki/Intersexualit%C3%A4t
05.07.2008 14:49 Uhr
von Emjay:
Journalismus mit biologistischen Scheuklappen. Ich sag mal: Pfui!!
05.07.2008 14:15 Uhr
von Richard:
taz über sich selbst:
"- Qualitätszeitung
- Gegenöffentlichkeit
- eine spannende Mischung aus relevanter Information, intelligenter Unterhaltung und Irritation
- für soziale Gerechtigkeit
- meist kritisch, besonders mit sich selbst
- ehrt die HeldInnen des Alltags"
Ein hoher und wichtiger Standard - welcher der taz in Bezug auf Ihre Berichterstattung zu transgender einfach fehlt.
Thomas Beatie's Schwangerschaft löst Irritation aus und lässt die antrainierten political correctness Beisshemmungen fallen: danke, denn der versteckte Hass gegen das andere, neue, unbekannte zeigt sich meist nicht so unverblümt und offen in vermeintlich aufgeklärten, linken Kreisen.
Arno Frank, Jan Feddersen, Tanja Krienen - die taz stellt immer wieder Raum und somit auch Legitimität für überholte, konservative und damit herabwürdigende Betrachtungen zu transgender zur Verfügung. immer wieder. Eine ganzheitliche Betrachtung, die mit den derzeitigen Entwicklungen und öffentlichen Diskursen Schritt hält, fehlt vollkommen.
Dem eingangs benannten Anspruch an Qualitätsjournalismus wird das nicht gerecht.
Ist es denn nicht peinllich, dass Bild & Co es der taz vormachen wie eine "Mischung aus relevanter Information, intelligenter Unterhaltung und Irritation" unter Berücksichtigung sozialer Gerechtigkeit aussehen kann?
Also, liebe taz, schnell noch einen tazpresso reinziehen, aufwachen und dann an ran an die Hausaufgaben!
05.07.2008 12:05 Uhr
von adi:
ich bin ernsthaft am überlegen ob ich mir je wieder eine taz kaufe. nicht nur das dieser artikel vor purer dummheit strotzt, er ist auch einfach nur verachtend und intolerant.
05.07.2008 11:47 Uhr
von Simone Maresch:
Ich bin einigermaßen fassungslos angesichts dieses Kommentars.
Wieviel Lustlosigkeit an der Auseinandersetzung mit neuen, gesellschaftlich bedeutenden Phänomenen kann man sich leisten, TAZ, wenn man - wie Du - eine "Genossenschaft" sein will und Solidarität mit diesem und jenem auf den Fahnen hat?
Meine Meinung ist hier: wir brauchen eine neue TAZ, ein neues Sprachrohr der Fortschrittlichkeit. Das alte ist etabliert, arrogant und hat keine Lust mehr.
Statt eines Kommentares, habe ich hier nur eine "schrecklich verstümmelte" Meinung gefunden, die nur zu einem noch taugt: lächelich und undifferenziert gefunden zu werden.
05.07.2008 02:39 Uhr
von adecentone:
Die Politisierung von allem und jedem, vor allem dem privaten Leben, war unser größter Fauxpas. Man weiß, aus welcher Ecke dieser Kardinalsfehler der Menschheitsgeschichte stammt, zum wiederholten Male, und immer geht es völlig schief……..
Soll diese Person Beatie machen was sie möchte, so lange die Rechte anderer nicht beeinträchtigt werden, aber unter diesen Umständen ein Kind auf die Welt zu bringen, erscheint mir abstrus und sehr egoistisch motiviert zu sein. Egal wie häufig dies schon vorgekommen ist.
Der erste Buchvertrag liegt bestimmt schon auf dem Schreibtisch dieser Person. Sicher folgt ein unvermeidbarer Film.
Und diese immer neuen Ideen aus der Ecke der schwulen und -lesbenbewegung erschrecken mehr als das sie Toleranz begründen. Leider.
Wann gibt es wohl den ersten Weltkongress der Freien Pädophilie in Berlin? Oder in der 3. Klasse ein Seminar zur gleichgeschlechtlichen Liebe? Oder wie wäre es mit Sodomie als Hobby mit Hobbyschafszucht ?
So langsam wird der Bogen arg überspannt. Grenzen, wichtige Grenzen, werden mit Gewalt im Namen einer fortschrittlichen und angeblich moderneren Gesellschaft verschoben und malträtiert, aber irgendwie, wen ich mich so umschaue, die Gesellschaft zerfällt, Familien verschwinden und werden systematisch geschwächt, Sex überflutet uns auf allen Kanälen, Gewalt und Drogen sind chic, und Werte gelten fast schon als altmodisch.
Ne, eure schöne neue Welt ist ne große Mogelpackung, und der neue gegenderte Mensch erst recht. Wenn selbsternannte Weltverbesserer genau das Gegenteil bewirken, aber das kennen wir ja schon zur Genüge…
Und zum Schluss, die Anhänger der Gender studies erinnern in ihrer Terminologie und ihrer Rigidität mehr an Anhänger einer Sekte als einer wissenschaftlichen Theorie, die noch nicht einmal annährend belegt ist, eher widerlegt, dies aber ignoriert wird, da politisch inkorrekt.
Erinnert stark an die einst so populäre Kraniometrie, wobei Judith Butler den Platz von Gall einnimmt. Ein Vergleich mit viel Ironie.
Vielleicht führt dies ja zu etwas brauchbarem, aber im Augenblick ist das alles ein großer Haufen.
Und…. Cartman rules !!!
04.07.2008 14:52 Uhr
von AlexTM:
http://www.dgti.org/beatie.html
04.07.2008 14:48 Uhr
von Spin:
@ havel: "Eine Frau bleibt genetische eine Frau, egal wie sie sich fühlt. Dumm gelaufen, aber ist halt so." Quatsch: Genetik, Morphologie, Sozialisation, Identität sind nur einge der Kriterien, nach denen sich (nicht nur) Geschlecht bestimmt. Nicht immer fallen sie zusammen, na und? Überhaupt: Was ist "Sein"? Dass Du Genetik für wahrhaftiger häst und damit die Entscheidung einer Person für eine angemessene Anrede nicht akzeptierst, ist eben DEINE Entscheidung, nicht die der Natur. Es ist eine wenig originelle Entscheidung für ein überkommenes Mehrheitskonzept und gegen den Respekt. Vorgestern war es noch so, dass man Schwarze für genetisch minderwertig gehalten hat. So konstruiert sich die Kultur jeder Epoche ihre Wahrheit und sucht in "Tierreich", Genetik oder Bibel nach Bestätigung. Konstrukte bleiben es allemal - dumm gelaufen, aber ist halt so.
04.07.2008 12:53 Uhr
von mir:
Vor allem Frank und Knorf empfehle ich, sich unten beschriebenen Film namens "Transparent" (by Jules Rosskam), der genau dieses Thema behandelt, zu Gemüte zu führen. Und ich würde mir wünschen, dass den Personen in diesem wunderschönen und (er)mutigen(den) Film, die sich bereit erklärt haben, intimste Details ihres Lebens der Öffentlichkeit preiszugeben, mit Respekt und Offenheit begegnet wird!!!
Transparent is a 2005 documentary film about the experiences of 19 female-to-male transgender parents as they are coming to terms with gender transitioning. The title, "Transparent", is a play on the words "trans" and "parent", while suggesting the invisibility of transgender parenting in contemporary discourse.
The film was featured in the September 2006 issue of Curve magazine as one of the Ten Must-See Gender Documentaries and one of the best examples of New Trans Cinema, alongside Transamerica, Boys Don't Cry and Soldier's Girl.
"Transparent":
Directed by Jules Rosskam
Produced by Jules Rosskam, Anat Salomon
Written by Jules Rosskam
Release date(s) 2005 (USA)
Country United States
Language English
(http://en.wikipedia.org/wiki/Transparent_(film))
und hier noch mal auf deutsch:
Werde ich mein Kind verlieren wenn ich mich selbst verwirkliche? Kann mein Kind mich weiterhin "Mommy" nennen, wenn ich ein Mann bin? Wer ist "Mutter" und wer "Vater", wenn die "Mutter" ein Mann und der "Vater" eine Frau ist? Oder sind alle einfach Eltern? Väter erzählen von ihrer Schwangerschaft, ihrem Dasein als Mutter, und ihrer Selbstfindung als Mann. Durch Gespräche werden unterschiedliche Reaktionen der leiblichen Väter, der Kinder und des sozialen Umfelds sichtbar. Transparent zeigt eine neue Familienstruktur, lebhaft und interessant erzählt.
(http://www.freiburger-lesbenfilmtage.de/internet%202007/transpar.htm)
04.07.2008 12:36 Uhr
von AlexTM:
Menschen, die ihr angeborenes Geschlecht als unpassend empfanden, hat es aber schon wesentlich länger gegeben als Genderstudies oder geschlechtsangleichende Operationen; offensichtlich, obwohl im strikten darwinistischen Sinne unnütz, kommt das, wie Homosexualität, nunmal vor. Und genausowenig, wie man sagen kann, wenn jemand mit Schniepel auf die Welt kam, muß er den jetzt in Muschis stecken, kann man auch sagen, jemand, der mit einer Gebärmutter auf die Welt kam, ist jetzt eine Frau und kann auch nie was anderes sein.
Von dem kleinen Problem der Intersexualität mal abgesehen -- es gibt ja auch Leute, die kommen mit Schniepel und Gebärmutter auf die Welt. Nicht mal am Meßbaren ist die Welt so schön binär und stabil.
Ach, und so nebenbei -- Thomas Beatie ist wirklich nicht der erste Transmann, der schwanger wird, auch nicht nach dem (Geschlechtsrollen-)Wechsel. Er ist nur als erster dick damit an die Presse gegangen. Die Kinder von bereits umgestiegenen Transmännern, von denen ich weiß, denen geht es allen gut. Warum sollte es denen auch schlechter gehen, als z.B. denen, die vor dem Wechsel geboren wurden, oder Kindern, die von einem schwulen oder lesbischen Paar aufgezogen werden?
04.07.2008 11:54 Uhr
von havel:
Ich hätte noch nen Southpark-Vergleich :)
Eric Cartman's Mutter ist zugleich auch sein Vater!
Da sieht man ja, was draus wird ;)
Und: Arno Frank hat recht. Eine Frau bleibt genetische eine Frau, egal wie sie sich fühlt. Dumm gelaufen, aber ist halt so.
Ausleben kann jeder von mir aus, das was er/sie will, im Gegensatz zu meinem ironisch gemeinten obigen comment denke ich nicht, dass sich das zwangsläufig negativ auf die Filial-Generation auswirken muß. Da gibt's schlimmeres.
PS: Eric Cartman ist ganz klar die beste Charaktere in Southpark :)
04.07.2008 10:44 Uhr
von anke:
Die Frage, ob Thomas Beatie Vater oder Mutter seines Kindes ist, sollte eigentlich vollkommen irrelevant sein. Jedenfalls für das Kind. Dem kann es schließlich egal sein, wer ihm die Nase putzt und wer mit ihm Fußball spielt. Nicht egal sein kann die Frage nach dem Geschlecht offenbar der Öffentlichkeit. Seltsam - wo doch Arno Frank angeblich felsenfest davon überzeugt ist, dass die These vom menschlichen Geschlecht als sozialem Konstrukt ein Hirngespinst ist...
04.07.2008 05:02 Uhr
von Franziska:
Sollte das witzig sein?
03.07.2008 18:57 Uhr
von Queer:
Einem Menschen, egal welchem sozialen Geschlecht(Gender) sich zugehörig gefühlt wird, sollte frei stehen, wenn anatomisch die möglichkeit besteht ein kind zu bekommen, es auch vollen respektes auszutragen.
Es ist indiskutabel darüber zu entscheiden, was moralisch vertrettbar und sich gehört.
Denn in einer binären welt sind die menschen nicht dazu fähig, solche gegebenheiten hinzunehmen.
03.07.2008 18:53 Uhr
von Spin:
Stimmt, André: Das liegt daran, dass sich bei so einer Angelegenheit plötzlich jede/r - und habe er/sie auch nur mal Southpark gesehen - als Experte wähnt. Allesamt sind es aber Leute, die weder wissen, dass dritte Geschlechter zu allen Zeiten existierten, dass diese vor der "Naturalisierung" der Zweigeschlchtlichkeit in der Moderne auch häufig akzeptiert waren, noch dass sich eine Transgender-Szene zunehmend und zurecht mehr Recht auf den eigenen Körper und eine eigene Identität erkämpft. Die agressive Ignoranz, die ihnen (wie seitens A.Frank & Knorf) entgegenschlägt, ist zwar entsetzlich (und der eigentliche Grund für medienhysterie und mögliche Unannehmlichkeiten für die Betroffenen), aber leider auch nur allzu normal - für "Normale". Das werden wir zu ändern haben, deshalb gehört der vormoderne "Natürlichkeits"-Wahn ins Klosett der Geschichte, zu Rassimus, Behindertenfeindlichkeit, Homophobie und Sexismus.
03.07.2008 17:59 Uhr
von Till:
Her Frank klingt wie jemand, dem durch Thomas Beatie Angst um die eigene Männlichkeit eingejagt wurde. Heutzutage ist es ja ohnehin nicht mehr so leicht, die Welt in männlich und weiblich zu trennen und es bleiben einem nur noch die körperlichen Merkmale. Jetzt stellt ein Transmann auch noch diese letzte heile kleine Welt auf den Kopf und schon schreien all diejenigen auf, die offensichtlich unsicher sind über ihre eigene geschlechtliche Identität - vorallem, wenn ja schon vorher soviele Felle weggeschwommen sind, mit denen man sich männlich fühlen durfte.
Ich empfehle Herrn Frank eine Kanne Baldriantee und den Besuch bei einem Psyhologen, damit er seine dahinschwindenden Sicherheiten über seine eigene Männlichkeit trauern kann... .
Es hilft alles nichts: wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass die Grenzen zwischen den Geschlechtern nicht mehr allzu eindeutig sind, wie es einmal war.
03.07.2008 16:07 Uhr
von K. Siebers:
Zum Kommentar von Knorf (02.07.08; 08:57):
Genau das ist es, was nicht-transsexuelle Menschen (zu denen Sie vermutlich gehören) falsch sehen: Natürlich gehört mehr dazu, aus einer Frau einen Mann zu machen als plastische Chirurgie. Aber es gehört plastische Chirurgie dazu, einem Mann, der mit weiblichem Körper geboren wurde, die Möglichkeit zu geben, sein Geschlecht zu leben.
Das hat nichts mit falschen 'Hoffnungen' zu tun, sondern schlicht mit dem Ausleben der eigenen Persönlichkeit.
03.07.2008 15:38 Uhr
von K. Siebers:
An die Redaktion: Ich finde es bedauerlich, dass sie die Gelegenheit nicht nutzen, das Thema von mehreren Seiten zu betrachten, und die Gegendarstellung Lesern überlassen, wobei noch lange nicht gesagt ist, dass diese eine ähnlich große Aufmerksamkeit erfährt wie der zweite Teil des Artikels, der gängige Verurteile untermauert und Transsexualität einfach als nicht existent darstellt.
Da Sie es anscheinend für unnötig halten, hier eine Gegendarstellung von meiner Seite:
Der grundsätzliche Fehler in Herr Franks Artikel: Dass er nicht zwischen dem biologischen und dem sozialen Geschlecht unterscheidet. Denn was das biologische Geschlecht angeht, da hat er natürlich Recht, ist und bleibt Thomas Beatie eine Frau.
Ist es denn tatsächlich so, dass man als Transmann nichts weiter als (schlecht) verkleidet ist, wie es der Vergleich mit dem 'zum Delphin umoperieren' darstellt? Werden Männer und Frauen denn gleich behandelt? Lebt denn ein Transmann in der Gesellschaft genauso, wird genauso wahrgenommen wie eine Frau?
Wenn das so wäre, würde es in der Tat keinen Unterschied machen. Ist es aber nicht. Ich persönlich lebe derzeit transgender (also ohne Hormonbehandlung und OPs, aber in der männlichen Rolle) merke jetzt schon, dass ich anders behandelt werde, obwohl ich so eher als Jugendlicher wirke als als Mann. Was ich noch nicht selbst erlebt, aber von so ziemlich jedem Transsexuellen meine gelesen zu haben: Dass man gerade nach Hormonbehandlung, spätestens aber nach den OPs vollkommen anders wahrgenommen und behandelt wird als zuvor als Frau.
Ist es bei diesen Erfahrungen, wirklich zulässig, zu behaupten, diese Veränderungen machten keinen Unterschied und seien nichts als Einbildung/ Wunschdenken?
Möge Herr Frank sich mal von der ein oder anderen Transfrau beraten lassen und einige Tage oder Wochen mit einigermaßen gutem Passing als Frau leben. Wenn er dann immer noch der Meinung ist, es mache keinen Unterschied, hat er wenigstens eine Grundlage für seine Behauptungen.
03.07.2008 15:23 Uhr
von E.L.F.:
Wenn diese Welt einmal dafür bereit wäre sich um wirkliche Problem zu kümmern statt anderer Leute Privatentscheidungen weltanschaulich zu kommentieren, zu verunglimpfen und herabzuwürdigen, dann wäre dieser Welt schon viel geholfen.
Auch die taz hat wohl ein Sommerloch und es deswegen offensichtlich nötig über die Selbstdefinition eines Einzelnen zu richten.
Während in diesem Lande Kinder verhungeren, zu Tode geprügelt werden, sozial und emotional verwahrlosen, von Menschen, die diese Kinder nicht wollten, mit ihnen überfordert sind oder nicht die Hilfe bekommen, die sie bräuchten, wird die psychische Gesundheit eines Kindes bedauert, das von seinen Eltern gewünscht, gewollt und geliebt ist.
Ich habe nicht die geringsten Bedenken, dass es diesem Kind gut gehen wird. Ich wünsche dieser kleinen Familie, Thomas Beatie, seiner Frau und dem Kind das was ich jeder jungen Familie wünsche: Einen guten Start in den neuen Lebensabschnitt.
Den Autoren und Redakteuren dieses unsäglichen Artikels mit Stammtischniveau wünsche ich die Muße einmal über ihren persönlichen Tellerrand herauszuschauen (wie ich dies von Journalisten erwarten würde) und ihre boulevardblattwürdigen Ansichten einmal zu reflektieren.
03.07.2008 14:16 Uhr
von joh:
Solange in der Forschung (Gesellschaft) Millionen ausgegeben werden, um herauszufinden, wie Babys ohne natürliche Gebärmutter aufzupäppeln sind, können wir da nicht froh sein, dass es auch "so" geht? Geschichten schreibt nur das Leben selbst. Moral niemals. Frau und/oder Mann-Sein ist politisch. Schade, dass die AutorInnen nicht ohne Beleidigungen (Gebärneid?) auskommen.
03.07.2008 13:43 Uhr
von Thomas:
Jones sieht das gelassen - toll!
Aber was den Artikel anbelangt - wie kann man sich so darüber äußern?
Fernab von Genderstudies, Möchtegernpsychologen und -experten haben Betroffene ein Buch herausgegeben (Endlich ICH - Transsexuelle Erlebniswelten in Lyrik und Prosa), das einmal beleuchtet, was Transsexuelle wirklich erleiden und über sich selbst denken. Ich empfehle mal, dass jeder sich diese Texte zu Gemühte führen sollte, bevor er was dazu schreibt und sich beleidigend über diese Menschen äußert.
03.07.2008 12:33 Uhr
von Helma Katrin Alter:
Ich finde den Grundton, mit dem die Angelegenheit des schwangeren Mannes hier behandelt wird als masiven Verstoß gegen Art. 1 GG "Die würde des Menschen ist unantastbar." Ich habe in der Zeit seit ich Aufklärung und Betreuung mache (seit Ende 1994) insgesamt über ein Dutzend Transmänner kennengelernt oder sogar aktiv begleitet, die ein oder mehrere Kinder zur Welt gebracht haben.
In der Pressedarstellung und den Kommentaren dazu wird Geschlecht wieder mal nur auf das äußere und innere Genital reduziert, wohl weil eine Urangst besteht Geschlecht könnte mehr sein und man müsste sich mal selbst Gedanken darüber machen.
Helma Katrin Alter
Bundesvorsitzende der dgti
03.07.2008 12:17 Uhr
von Julia:
Biologistische Argumentation, die allen Mediziner_inne_n und Biolog_inn_en die seit Jahren kontrovers diskutieren, wodurch denn nun bitte genau Geschlecht definiert sein soll, nun endlich eine Antwort gibt: Gebärmutter = Frau. Soso. Damit liefert der Artikel überhaupt keine Information außer das Geschlechterverständnis der Autor_inn_en (und das auch noch menschenverachtend formuliert).
Ganz zu schweigen davon, dass nur Wahrnehmungen Realität erschaffen und "biologische Fakten" nicht existieren. Das hat Philosophie und Physik mitterweile begriffen, es wäre schön, wenn wir beim Zeitunglesen nicht dahinter zurück müssten.
03.07.2008 09:35 Uhr
von malte:
ich bin schockiert! wieso meint arno frank (und mit ihm offensichtlich die taz), aufgrund eines blickes auf die biologie über jemanden sagen zu können, wer oder was er/sie ist? oder noch schlimmer: in diesem fall thomas beatie vorzuschreiben, dass er gefälligst eine frau zu sein hat? welches recht gibt es dafür? keins!
thomas beatie entscheidet selbst, wer er ist. glück für das paar, dass sie ein eigenes kind haben können, weil die gebärmutter noch intakt ist. pech für die taz: schubladendenken, ius sanguine - das erwartet man bei faz oder katholischer kirche. eigentlich nicht bei der taz.
03.07.2008 08:20 Uhr
von Antje:
Umso abwertender und rigoroser ein Thema behandelt wird - wie im Fall des Artikels von Arno Frank - umso stärker zeigt sich die eigene Verunsicherung dieser Person, die offenbar nur dadurch in den Griff bekommen werden kann, indem für die Anderen (das Eigene ist "natürlich" normal) rigide und biologistische Normen aufgestellt werden. Schön zu sehen, dass Gender Studies zu solchen Verunsicherungen führt und klare Geschlechterklischees und -stereotype nicht mehr funktionieren - bzw. um den Preis dieser heftigen Diskriminierung und Ignoranz, die in dem Artikel an den Tag gelegt werden. Dekonstruieren tut sich dabei lediglich der Autor selbst, der zeigt, dass er mit veränderten Gendervorstellungen nicht klar kommt. Aus Gender Studies Perspektive bietet er ein hervorragendes Beispiel dafür, welche gesellschaftlichen Reflexe es gibt, Geschlecht, vor allem aber hier Frauen und Reproduktion, naturalisieren zu wollen, um die eigene Normalität nicht in Frage stellen zu müssen.
02.07.2008 21:24 Uhr
von E.-J.:
Ich bin entsetzt über diesen transphobischen Artikel in der TAZ!!! Ich bin einfach nur sprachlos! Dieser Artikel hätte auch in der FAZ abgedruckt werden können...
Und so welche undifferenzierten, unqualifizierten Kommentare zu Gender Studies! Ich wünsche Euch viele LeserInnen-Briefe zu diesem Artikel!!!
02.07.2008 20:58 Uhr
von jen:
Dass Menschen in zwei Geschlechter gepresst werden, ist ein Problem und keine hochzuhaltende Tugend. Das ist gewaltvoll, wie sich nicht nur in der Denke und Sprache des Artikels zeigt.
Warum wird Thomas Beatie als eine Gefahr wahrgenommen, die es zu delegitimieren gilt? Warum kommt Frank und anderen Meinungsmacher_innen die Wut? Wovor haben die Menschen denn Angst?
Medien werden u.a. zur Meinungsbildung benutzt. Hier wird eine Meinung gebildet, die jemandem das Existenzrecht entzieht. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es immer wieder Menschen gibt, die meinen, das dann auch in Selbstjustiz durchzuführen. Darin liegt die Gefahr! Nicht in Thomas Beatie.
Und übrigens:
Die Erkenntnis von der Konstruiertheit von Natur (incl.Geschlecht) ist keine fixe Idee der Gender Studies, sondern eine anerkannte Erkenntnis der Wissenschaftsforschung (siehe unter anderem Ludwig Fleck, Thomas Kuhn, Bruno Latour, etc.)
Darf ich Sie erinnern, zur hiesigen Kommentierung merken sie folgende Bedingung an: [Ihr Kommentar] wird veröffentlicht, sobald ein Redakteur ihn freigeschaltet hat. taz.de behält sich vor, beleidigende, rassistische oder aus ähnlichen Gründen unangemessene Beiträge nicht zu publizieren.
Was soll dann dieser Artikel?
02.07.2008 19:23 Uhr
von Satine:
Ich wusste nicht, dass der Wunsch Kinder zu bekommen, eine Frage des Geschlechts ist.
Das Einzige, was hier horrend ist, war meine Bereitschaft diesen Artikel zu lesen. Auf Argumente wie "als hätten wir keine anderen Probleme" kann ich wirklich verzichten.
Ebenso auf diesen Sexismus à la "verstümmelte Frau wenigstens zum Kinderkriegen gut". Ich frage mich gerade, worüber ich mich hier aufrege. Doch nicht etwas über die Emanzipationsbewegung, die der Gesellschaft seit Jahren eintrichtert, dass Frauen mehr sind als Gebärmaschinen oder das der Wert eines Menschen nicht von seinem Geschlecht abhängt.
Setzen, 6, Herr Frank!
02.07.2008 18:36 Uhr
von populär:
Na Herr Frank, da haben sie ja die Hoheit an der Stammtischen hinter sich, die Frau bleibt Frau, Mann bleibt Mann - da hätten Primitivisten wie Mario Barth ihre Freude. Nur schade, dass Sie nicht merken, dass das einzige, was hier "schrecklich verstümmelt" ist, Ihre Wahrnehmung ist. Vielleicht Kastrationsangst?
02.07.2008 13:53 Uhr
von november:
Der Artikel begann eigentlich sehr gut. Und eigentlich mag ich TAZ-Artikel auch sehr.
Allerdings ist mir das Ende zu krass. Eine 180°-Drehung ins Groteske...
Ohne jegliche Empathie, ohne einmal über seinen eigenen Tellerrand hinauszuschauen.
Ich weiß nicht, ob und in wie weit sich die beiden Autoren mit der Thematik Transsexualität befasst haben; denn ihnen ist der Sachverhalt wohl nicht ganz klar.
Es geht um weit mehr, als ein "Delfin" zu werden, sich verstümmeln zu lassen.
'Es geht um die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit, darum, endlich sich selbst sein zu können. Sich selbst verwirklichen zu können, zu dem zu werden, was man in sich fühlt, wie man sich selbst wahrnimmt.
Und wenn man dann entscheidet, ein Kind auszutragen, who cares?
02.07.2008 12:20 Uhr
von Ekkaia:
Warum kann es nicht einfach scheißegal sein, ob Thomas Beatie Vater oder Mutter oder Mann oder Frau ist? Hilfe, aber man braucht doch binäre Strukturen und beschränkte Horizonte.
02.07.2008 11:09 Uhr
von Dagmar:
Entscheidender als die Frage, ob Thomas Beatie nun Vater oder Mutter oder beides ist, ist für mich eher die Frage, unsere Gesellschaft Menschen überhaupt auferlegt, sich unters Messer zu legen, um ihre Identität zu verändern und sich damit möglichst unauffällig in ein starres Mann-Frau Schema einpassen zu können.
Als es noch keine Personalausweise gab, haben Männer wie Frauen - überspitzt formuliert - einfach ihre Kleider und damit ihre Identität gewechselt.
Zudem gibt es zahlreiche Gesellschaften überall auf der Welt, die stets mehr als zwei Geschlechter kannten und sich z.T. wohl wenig darum geschert hätten, wenn eine Frau, die lieber als Mann lebt und sich als solcher fühlt, dennoch ein Kind zur Welt bringen möchte.
Wir sind somit mit unseren Mann-Frau-Bildern nicht sonderlich fortschrittlich, sondern zeigen im Gegenteil, wie eingeschränkt moderne westliche Gesellschaften denken und werten.
02.07.2008 10:53 Uhr
von Jones:
Solange das Paar psychisch stabil ist und dem Kind die Lage später vernünftig erklären kann, sehe ich an der Austragung durch den Vater an sich kein Problem -
was allerdings für das Kind verdammt sicher zum Problem werden wird, ist das Zurschaustellen der Angelegenheit in den Medien.
Da werden sich die Eltern noch ganz schön anstrengen müssen, um dem Kind den Pressemob vom Hals zu halten...
02.07.2008 08:57 Uhr
von Knorf:
Herr Frank bringt es auf den Punkt, passenderweise mit einem Verweis auf die Fernsehserie Southpark. In einer Folge dieser Serie lässt sich ein Lehrer zur Frau umoperieren, ein kleiner weißer Junge zum großen schwarzen Basketballstar und sein Vater vom Mann zum Delfin.
Am Ende merken sie alle drei, dass sie nicht zu dem wurden, was sie sich erhofften. Der Lehrer ist keine Lehrerin sondern nur ein Mann mit Silikonbrüsten und unechtern weiblichen Primärmerkmalen, der kleine Junge ist nicht zum Basketballstar geworden und der Delfin ist auch nur ein furchtbar verstümmelter Mann.
Was lernen wir? Es gehört mehr dazu als plastische Chirurgie...Frau bleibt Frau...
02.07.2008 00:51 Uhr
von André:
Wusste gar nicht, dass Eure Popkultur/Migrationsbeauftragten auch zu Spezialisten für Identitätsstörungen ernannt worden sind...