Monetärer Hype um Facebook oder Twitter
Neue Dot-Com-Blase in Sicht
Facebook 60 Milliarden wert, Twitter zehn: Im Silicon Valley ist wieder die Zeit der Mega-Bewertungen angebrochen. Ob es zu einer neuen Dot-Com-Blase kommt, ist aber unklar.von Ben Schwan
Leserkommentare
14.02.2011 20:11 Uhr
von hilarioususername:
Wie kann es unklar sein, ob es zu einer neuen Blase kommt?
50 Mrd. für Facebook? Seid ihr verrückt?
Was ist denn Facebook anderes als ein Hype, der genauso schnell vorbei sein kann wie so viele vor ihm?
Was besitzt denn Facebook an echten Werten? An Infrastruktur, an Patenten oder ähnlichem?
Sollte FB tatsächlich 50 Mrd. bekommen für seine Aktien wird sich die Perfomance dieser Aktien ganz schön schlecht ausnehmen!
Und schon sinkt der Wert, bis er sich am realen Gewinn orientiert.
Um mit solch einem Preis nicht enorm abzustürzen wird FB für seine "Dienste" bald Eintritt verlangen müssen, egal, was Bänker und Irgendwas-Mit-Medien-Typen erzählen mit ihrem Business-Bullshit und auch egal, wie billig das Geld von der Notenbank unter die Geschäftsbanken gebracht wird.
Und das würde das Ende sein von FB, auch wenn genau das wieder niemand hören möchte.
14.02.2011 11:37 Uhr
von Johannes Korn:
Die Werbung auf Facebook hat die Halbe Clickperformance von normaler Bannerwerbung (nämlich nur 0,05%). Die Google-Ads sind damit nicht vergleichbar. Sie werden in einem ganz anderen Zusammenhang als Facebook-Ads oder Bannerwerbung geschaltet, nämlich zu der aktiven Suche des Nutzers nach in den Ads beworbenen Inhalten. Die Klickraten sind ungleich höher, ebenfalls die Konvertierung zu Kunden. Allerdings sind auch die Preise für die Werbung entsprechend teurer.
Die spricht gegen eine Monetarisierung Facebooks rein über Werbung. Selbst wenn das Unternehmen damit seine laufenden Kosten decken kann wird es wohl kaum die Renditeerwartungen der Großinvestoren erfüllen können. 60 Milliarden sind darüber nicht realisierbar. Zudem werden angesichts der eingangs erwähnten Clickperformance viele Werbetreibende Facebook wohl eher als untergeordnetes Budget betrachten.
Zuletzt sollte man sich noch einmal mit der Unternehmensbewertung auseinander setzen. Beachtet man die Tatsache, dass Goldman Sachs die für 1,5 Mrd. erworbenen Anteile nicht selbst behalten sondern diese möglichst schnell an Privatanleger weiterverkaufen möchte könnte einem der Gedanke kommen, dass eine vollkommen überzogene Unternehmensbewertung ein Win-Win Ergebnis der Verhandlungen zwischen Facebook und Goldman Sachs gewesen sein könnte. So erhält Facebook dringend benötigtes Geld um sein Wachstum zu finanzieren und Goldman Sachs macht damit ein sehr gutes Geschäft. Genau so ging diese Firma auch schon in der Immobilienkrise vor, als sie Investoren und Anlegern faule Investments verkaufte und selbst auf den Zusammenbruch des Marktes wettete.