• 05.12.2011

Fachsimpeln

"Ich glaube nicht an die Tageszeitung"

Zwischen Annika Stenzel und Sven-Michael Veit liegt eine ganze journalistische Generation. Kein Wunder, dass die beiden KollegInnen der taz nord über die Zukunft der Zeitung unterschiedlicher Ansicht sind.von Jan Kahlcke

  • 12.03.2013 14:22 Uhr

    von Swanni:

    Die Autorinnen diskutieren zwei Themen, nämlich a) die Zukunft gedruckter Zeitungen und b) die der Taz.
    Zu a) würd ich sagen, gedruckte Zeitungen haben keine Zeitung. Ich kenne niemanden mehr unter 70, der noch eine Tageszeitung abonniert hat. Erhalten bleiben vielleicht noch Wochenzeitungen wie die Zeit, mit der man gut einen Sommernachmittag auf der Terrasse vertrödeln kann. Ansonsten ist das Medium so überholt wie MC oder LP.

    Ob die Taz eine Zukunft hat, weiss ich nicht. In meiner Jugend war sie ein Komminikationsorgan einer diffus linken Bewegung bzw mehrer Bewegungen und Tendenzen wie AKW, Friedens-, Frauengruppen., K-Gruppen, Spontis, die es heute wohl nicht mehr in dieser Breite gibt. Mit den Babyboomern wird diese traditinelle Leserschaft wegbrechen.
    Aber vielleicht gibts zum Ersatz dann Staatskohle wegen der wackeren Unterstützung von rotgrün

  • 23.02.2013 09:05 Uhr

    von Wilfried:

    Arbeite selbst beruflich mit den gedruckten Medien zusammen, d.h., ich transportiere sie!!!
    Eines solltet Ihr wissen, finde ich... Wenn die taz und alle anderen Zeitungen am Kiosk tot sind... Dann sind sie auch im Internet platt!!!

    Warum zieht die taz von dem Preis der Druckausgabe nicht Papier und Zustellgebühren ab und setzt diese Summe als Preis fest???

    Warum gebt Ihr kostenlos so viele Info´s preis? Für diese Info´s zahle ich jeden Morgen am Kiosk viel Geld!!!

    Warum jammert Ihr, wie fast alle Zeitungen, warum handelt Ihr nicht???

  • 17.02.2013 00:00 Uhr

    von Bernardinho:

    Hab die Kommentare mit weit mehr geistigem Vergnügen gelesen als das Interview oder was das nun war. Es geht lustig hin und her und alles gut begründet. "von einer"s Kommentar ist handfest. Gut hingelangt. Siehe taz- Logo. Das war ihr, der taz- Anspruch, und daran sollte sie sich immer wieder neu orientieren und aufrichten, egal wie sie technisch gemacht ist. Vielleicht als Schuheinleger, weil von illegalen Fußgängern, den Schwarzgehern, verbreitet? Wer weiß schon, was in 15 oder 20 Jahren wirklich abgeht.

  • 08.02.2013 22:07 Uhr

    von bouleazero:

    "Das Problem sind [...] vor allem die anonymen Leserkommentare. Das ist eine Kinderkrankheit, die abgebaut werden muss."
    M..E. sind anonyme Leserkommentare die Basisdemokratie schlechthin. Es kommt überhaupt nicht drauf an, WER etwas gesagt hat. Wichtig ist, DASS eine Meinung zum Ausdruck gebracht wird, die nicht durch die Artikel abgedeckt wird. Der Artikelschreiber muss auf eine breite Leserschaft Rücksicht nehmen, während einzelne Leser risikolos ausdrücken können, was sie in ihrem tiefsten Inneren bewegt. Und das ist auch gut so. So erfahren wir wirklich und aus erster Hand wie die Gesinnungslage der Nation ist. Ein erhebendes Beispiel ist die massenhafte Leserdiskussion auf einem internationalen Nachrichtenportal über die Waffenkontrolle in den USA. Hunderttausende von Lesern hinterlassen online ihre Pro- und Kontra-Argumente, weil es den Leuten anscheinend existenziell wichtig ist. Und noch viel mehr Leute verstärken das Gewicht der Kommentare durch zustimmendes oder ablehnendes Klicken. Anynonyme Leserkommentare sind ein sehr eindrucksvolles und aussagekräftiges und anti-autoritäres Mittel der Diskussion, ich würde gerne mehr davon sehen.

  • 23.01.2013 07:36 Uhr

    von publicminx:

    Alles Print wird aus dem Alltag verschwinden. Buecher, Zeitungen, Magazine ... das eine schneller, das andere langsamer. Klar, ein paar kultige Nischen wird es ne Weile geben ...

    Es geht allein um das alte Lied: Neues vs. Altes, Veraenderungsprozesse, Konservative (Printglaeubige) vs. Einsichtige ...

  • 06.11.2012 01:13 Uhr

    von OmmandanteOmOn:

    EUroPA Patrioten im link. Diskurs WIE wERDEN WIR...

    Die gedruckte Taz, war mir eine " Zufällige "

    international korrespondierte, Inspirationsquelle...

    Wenn Konzerne über verstärkte verstärkende "

    Abnehmer/KonsumEnten Bindung " nach/vordenken, ist

    die aktuell die One Stop Shop Idee, weit vorne, In

    der Debatte. Ergo könnte die Taz eruieren, da die

    LogaRythmen Blitze, Geld Wert sind, in welchen

    ethischen Bereichen, die Taz moralisch - LINKES -

    Geld- geneRieren Könnte... Idee maniFESTiert

    Wirklichkeit. Ansonsten...gute taz mit gelegENTlichem

    3 TornaDO Witz nochh besser...

    O O O


  • 23.09.2012 19:28 Uhr

    von Konsul:

    Dieser Herr S. Weinert nimmt es nicht nur so genau mit der Realität, sondern auch mit der Rechtschreibung, wie hier:
    >...stattdessen google-Nachschlagen zum journalistischen Standart erklärt...<.
    Da ich annehme, dass er >Standard< meint, möchte ich ihn darauf hinweisen.
    Ansonsten hatten wir ja früher mal sogenannte >Standartenführer<, auf die er sich doch wohl nicht beziehen möchte (hoffe ich).

  • 03.09.2012 17:28 Uhr

    von WERNER sIMON:

    ICH BIN EIN 85JÄHRIGER HAMBURGER, DER 1973 IN CHILE GEFOLTERT WURDE UND 30 JAHRE IN DEUTSCHLAND GELEBT HAT, UND DER 2003 IN SEIN MUTTERLAND ZURÜCKGEKEHRT IST. DER 19 JAHRE ALS ANGESTELLTER EINGEZAHLT HAT, UND BIS HEUTE KEINEN ECNT RENTE BEKOMMT. IN DEUTSCHLAND KONNTE ICH NUR 14 JAHRE ARBEITEN UND BEKOMME WENIGER ALS 600 EURO RENTE. ICH LESE EINE REIHE VON DEUTSCHEN ZEITUNGEN ONLINE, ABER AM LIEBSTEN DIE TAZ, DIE MIR SEHR AUSFÜHRLICHE INFORMATIONEN GIBT. IN MEINEM MUTTERLAN CHILE GIBT ES NUR EINE ZEITUNG DIE LINKSORIENTIERT IST, UND DIE DEUTSCHE WELLE TV ZEIGT AB DEM 1. APRIL NUR NACHRIHTEN IN SPANISCHER SPRACHE. SCHON, DASS ES DIE TAZ GIBT! BESTE GRÜSSE AUS CHILE, WERNNER SIMON

  • 11.08.2012 11:47 Uhr

    von Grünspan:

    Beim Lesen des Interviews werde ich das Gefühl nicht los, dass die Interviewten Bullshit-Bingo spielen. Eine Analyse der Situation von Tageszeitungen habe ich hier nicht gefunden, nur Befindlichkeiten. Bemerkenswert ist für mich auch, wenn man als Journalist anscheinend keine Bedenken hat, sich Apple und seinen Produkten zu unterwerfen und die Namen der Apple-Geräte schon als Synonym für bestimmte Computerarten verwendet. Bei anderen Medien hätte mich das alles nicht erstaunt. In der taz aber finde ich das nur traurig.

  • 14.06.2012 00:16 Uhr

    von daswois:

    mit der internationalität liegt man weit vorne. sich mit themen auch herumschlagen wenn se kein anderer will hilft auch ungemein. ungereimtheiten nicht auf sich belassen ist dass grösste. immer nur soweit füllen und werkeln wie die hände reichen, aber nabelschau ist echt übel. heir muss handwerk walten nicht redaktion sich kennenlernen und sich auf ewig miteinander abfinden, es läuft sonnst immer auf spiesserdistanz hinaus. ganz ehrlich , ihr seid euch wohl selbst nicht ganz geheuer.

  • 23.05.2012 04:39 Uhr

    von rolfmueller:

    Warum soll ein geäußertes Argument überzeugender sein, wenn unter dem Kommentar ein Klarnamen steht? Was wäre schlimm daran, wenn zwei Meinungen unter zwei Pseudonymen geschrieben würden? Solange sie interessant sind, ist das doch okay.

  • 21.05.2012 23:03 Uhr

    von Lexi:

    Eine seriöse Zeitung zeichnet sich nicht nur durch seriöse Berichte aus, sondern auch durch eine lesefreundliche Aufmachung. Das ist online noch wichtiger als offline. Genau darin besteht m. E. ein wichtiger Berechtigungsgrund für taz u. a. im Gegensatz zu solchem Rotz wie z. B. unter switzerland.indymedia.org/de/. Es ist einfach nur grauenhaft. Ein Impressum kennen die nicht, aber dafür ein Trasharchiv. Das sagt dann doch alles.

    Lieber Herr S. Weinert, es sind Leute, wie Sie, die mich einfach nur noch auf die Palme bringen. Erst Klarnamen fordern, aber selbst keinen schreiben, dann Leute beleidigen und für Web-Seiten Werbung machen, die noch nicht einmal eine Adresse angeben. Ihre sich selbst widersprechenden Ergüsse sind einfach nur widerlich. Was Herr Weinert von sich gibt, ist genau die Qualität von Kommentaren, auf die die Welt seit Erfindung des BBS gewartet hat. Der Typ hat in mindestens 30 Jahren nichts dazu gelernt. Aber dann die Leser der taz als "verkalkt" diffamieren. Nennen Sie uns bitte Ihren vollen Namen mit ladungsfähiger Anschrift, Herr S. Weinert, damit ich einen Strafantrag gegen Sie stellen kann!

    Liebe Redaktion, auch wenn meine Kommentare nicht immer schmeichelhaft für Euch sind - bitte macht weiter.

  • 21.05.2012 21:07 Uhr

    von Lexi:

    Lieber Herr Weinert,

    wenn indymedia.org die Zukunft des Journalismus ist, dann verzichte ich sehr gerne darauf. Der Dorftratsch dürfte weit zuverlässiger sein als das, was Sie hier propagieren. Mehr als oberflächliche Propaganda ist indymedia leider nicht.

    Schade. Sie disqualifizieren sich selbst, ohne es zu merken. Ihr Begriff "verkalkt" passt doch sehr gut zu Ihren langfädigen Ergüssen. Auf genau solche beschämenden Kommentare, wie Ihren, können Ihre Mitmenschen sehr gerne verzichten. Ob mit oder ohne Klarnamen, spielt dabei keine Rolle.

    Vielen Dank, für die Kenntnisnahme.
    Ihr Pseudonym

  • 21.05.2012 20:52 Uhr

    von Lexi:

    Das schöne an Klarnamen ist, dass man gleich weiss, wer solchen Mist wie "indimedia.org" schreibt. Leute, die ein y von einem i nicht unterscheiden können, sollten doch besser den Mund halten, statt die Mitmenschen mit ellenlangen Ergüssen zu quälen. Vielen Dank, Herr S. Weinert.

    de.indymedia.org

  • 21.05.2012 20:47 Uhr

    von Lexi:

    "Es gibt schon Zeitungen, die genau das machen. Das stärkt die Seriosität und das Vertrauen der Nutzer in das Medium."

    Genau. Und exakt aus diesem Grund lese ich diese "Zeitungen"nicht mehr - weder online noch gedruckt. In welchem Jahrhundert lebt der Typ eigentlich? Unglaublich.

    wauz hat es auf den Punkt gebracht. Danke. Genau so ist es, wie er sagt. Mehr ist zu dem Thema nicht zu sagen. Daran ändern auch die langatmigen Ergüsse eines S. Weinert nichts.

  • 13.05.2012 20:00 Uhr

    von wauz:

    Wohin es führt...

    wenn man die anonymen Kommentarmöglickeiten abschafft, siehrt man hervorragend an der FR. Dort muss man sich komplett registrieren und seither kommentieren dort nur noch eine kleine Gruppe von Vollidioten.

    Kaum einer kann sich heutzutage noch erlauben, seine politische Meinung in elektronischen Medien unter Klarnamen zu veröffentlichen. dazu braucht es garnicht erst ein Vergleichsprofil in den sozialen Netzwerken.

    Einfaches Beispiel: ein Arbeitgeber "googelt" infach mal die Namen eines Bewerbers und findet so heraus, dass der eine Affinität zu kapitalsimuskritischen Positionen und einen Hang zur Diskussion von Gewerkschaftsthemen hat...

    Herr Veit, Sie haben sich damit für den Online-Journalismus disqualifiziert. Denn ein web3.0 der totalen Meinungskontrolle wäre die Horrorvosrtellung schlechthin.

  • 24.03.2012 13:59 Uhr

    von S. Weinert:

    "Ich glaube nicht an die Tageszeitung"

    Bei der taz gebe ich Frau Stenzel durchaus recht. Und das weniger deshalb, weil ich die taz nur noch als Dienstleistungsorgan für verkalkte Alt68'er und linke Crackpots, die nicht in der Lage sind "indimedia.org" in den Browser einzutippen, betrachte. Ein überwiegender Teil ließt die taz nur noch, weil dort die kruden Ideen und Verschwörungstheorien "schwarz auf weiß" bestätigt werden, was den Wohlfühlfaktor zu verstärken scheint.

    Aber weit mehr noch sehe ich das Konzept taz gefährdet, weil sie sich als erste und am konsequentesten von echter Berichterstattung vor Ort und guter Recherchearbeit verabschiedet hat und stattdessen google-Nachschlagen zum journalistischen Standart erklärt und die freibleibenden Seiten lieber mit namentlich gekennzeichneten "Artikeln" - also Kolummnen und Kommentaren - füllt, die weniger Aufwand, Geld (und im den Fällen Yücel, Bax etc.) auch weniger logisches Denkvermögen der Leserschaft erfordern. Ob dies langfristig zum Überleben reicht, wird sich zeigen...

    Dennoch stimme ich letztlich Herrn Veit zu. Die Tageszeitungen wird es weiterhin geben. Vielleicht nicht mehr so viele und in der derzeitigen Auflage - aber es wird immer noch genügen. Das sich das Medienverhalten insbesondere der jüngeren Zielgruppe verändert ist dabei kein echtes Hindernis. Ich sehe - um einen Vergleich zu schaffen - an der Universität das reine Konsumverhalten von Medieninhalten seit Jahren kritisch. Studenten, die Lerninhalte lieber im Netz suchen, anstatt ein paar Meter weiter in die Bibliothekt zu gehen und ein Fachbuch zu lesen, sind heute Standart. Man braucht halt zu viel Zeit, um seine Kontakte bei facebook & Co zu pflegen. Das geht aber nur eine bestimmte Zeit gut und die Naivität, nahezu jedem Netzinhalt zu vertrauen, wird regelmäßig in den Klausuren bestraft. Und irgendwann haben auch sie gelernt, dass es unterschiedliche Qualitäten bei Informationen gibt und dass es Arbeit erfordert, sich zu bilden.

    Das gilt auch für journalistische Inhalte. Im Netz wird schnell geschrieben und wenig reflektiert. Und ein Tweed reicht nicht, um sich eine Meinung zu bilden. Genau das wollen aber noch viele gerade der jungen Leser und dann nehmen sie sich irgendwann auch wieder die Zeit, einen ganzen Artikel zu lesen (auch wenn es Selbstdisziplin und Training erfordert, um nach Zeile 40 noch konzentriert zu bleiben). Und damit kommt dann auch der Wunsch, über den Tellerrand der voreingestellten Nachrichtensuche hinauszublicken und einfach mal in einer Tageszeitung zufällig einen Artikel zu finden, der sich erst nach der Lektüre als interessant erweist. Allein seit Beginn der Occupy-Bewegung sind - als Beispiel genannt - die Wirtschaftszeitungen in unserer Bibliothek zu einer extrem beliebten Lektüre geworden. Um mitzumachen muss man verstehen. Ich sehen dies an der Uni (glücklicherweise) auch jeden Tag.

    Eher kritisch betrachte ich die neue heilige Kuh der anonymen Kommentierung. Das ist nur vordergründig demokratische Teilhabe und schon gar keine Bedingung. Vergleicht man Leserbriefe aus den 70er und 80er Jahren mit heutigen Onlinekommentaren, fällt jedem Laien die Diskrepanz in der Qualität auf. Wenn ich etwas mit meinem guten Namen unterschreibe, will ich mich nicht lächerlich machen und verfolge (hoffentlich) ein ernsthaftes Anliegen. Die meisten Kommentare hingegen sind blindes Gegner-bashing oder dahingeflegelte Phrasen, um einmal Dampf abzulassen. Das hat eigentlich in einer Diskussion nichts zu suchen! Natürlich gibt es Ausnahmen - auch früher wurde bei Leserbriefen nicht immer der Verfasser genannt. Ein legitimes Schutzbedürfnis muss gewahrt bleiben - aber das sehe ich höchstens ausnahmsweise und betrifft somit die meisten Kommentare nicht. Von daher gebe ich auch hier Herrn Veit recht und glaube auch, dass namentlich gekennzeichnete Kommentare ein Zeichen für Seriösität sind. Dies haben übrigens psychologische Forschungen bestätigt. Danach bevorzugten die Probanden häufig falsche, jedoch namentlich gekennzeichnete Aussagen und lehnte richtige unter Pseudonym ab. "Sage mir, wer du bist und ich bin bereit dir zu vertrauen - versteckst du deine Identität, dann trau ich dir nicht" - sehr menschlich.

    Interessanter und weit häufiger betrachtet werden die Kommentarseiten jedoch vor allem dann, wenn sie eine echte Diskussion ermöglichen, z.B. bei der Legal Tribune Online: Hier gibt der Verfasser häufig ein Feedback auf eingestellte Kommentare. Dies führt zu interessanten Diskussionen, die manches Mal die einfache Dimension des Artikels sprengen und echten Mehrwert an Informationen bringen. Außerdem wird sich hier ein Kommentator ernstgenommen fühlen und seinerseits mehr auf Seriösität achten. Dies sehe ich als quasi interaktives Zukunftsmodell der Kommentarfunktionen, die auch zu Leserbindung beitragen könnte.

    Mit freundlichen Grüßen S. Weinert

  • 24.03.2012 13:56 Uhr

    von einer:

    "Online erfährt man, was passiert ist, und in der Zeitung, warum es passiert ist." - Wunschdenken oder Selbstüberschätzung? Vermutlich meint Herr Veit spon & Co und hat mehr vom Netz noch gar nicht gesehen.

    Genau das Gegenteil ist nämlich der Fall. Die Printmedienmacher mit ihrer eingebrannten Kopf-Schere der Vermarktbarkeit liefern immer denselben gefälligen Einheitsbrei. Wenn irgendwo intelligente, überraschende streitbare Analysen zu finden sind, dann im Netz. Dort allerdings überall außer bei den etablierten Medien. Ab und zu tröpfelt davon auch mal was in die Zeitungen. Zur Zeit geschieht das aber eher bei denen mit dem f vorm az.

  • 21.03.2012 00:39 Uhr

    von S. Weinert:

    "Ich glaube nicht an die Tageszeitung"

    Bei der taz gebe ich Frau Stenzel durchaus recht. Und das weniger deshalb, weil ich die taz nur noch als Dienstleistungsorgan für verkalkte Alt68'er und linke Crackpots, die nicht in der Lage sind "indimedia.org" in den Browser einzutippen, betrachte. Ein überwiegender Teil ließt die taz nur noch, weil dort die kruden Ideen und Verschwörungstheorien "schwarz auf weiß" bestätigt werden, was den Wohlfühlfaktor zu verstärken scheint.

    Aber weit mehr noch sehe ich das Konzept taz gefährdet, weil sie sich als erste und am konsequentesten von echter Berichterstattung vor Ort und guter Recherchearbeit verabschiedet hat und stattdessen google-Nachschlagen zum journalistischen Standart erklärt und die freibleibenden Seiten lieber mit namentlich gekennzeichneten "Artikeln" - also Kolummnen und Kommentaren - füllt, die weniger Aufwand, Geld (und im den Fällen Yücel, Bax etc.) auch weniger logisches Denkvermögen der Leserschaft erfordern. Ob dies langfristig zum Überleben reicht, wird sich zeigen...

    Dennoch stimme ich letztlich Herrn Veit zu. Die Tageszeitungen wird es weiterhin geben. Vielleicht nicht mehr so viele und in der derzeitigen Auflage - aber es wird immer noch genügen. Das sich das Medienverhalten insbesondere der jüngeren Zielgruppe verändert ist dabei kein echtes Hindernis. Ich sehe - um einen Vergleich zu schaffen - an der Universität das reine Konsumverhalten von Medieninhalten seit Jahren kritisch. Studenten, die Lerninhalte lieber im Netz suchen, anstatt ein paar Meter weiter in die Bibliothekt zu gehen und ein Fachbuch zu lesen, sind heute Standart. Man braucht halt zu viel Zeit, um seine Kontakte bei facebook & Co zu pflegen. Das geht aber nur eine bestimmte Zeit gut und die Naivität, nahezu jedem Netzinhalt zu vertrauen, wird regelmäßig in den Klausuren bestraft. Und irgendwann haben auch sie gelernt, dass es unterschiedliche Qualitäten bei Informationen gibt und dass es Arbeit erfordert, sich zu bilden.

    Das gilt auch für journalistische Inhalte. Im Netz wird schnell geschrieben und wenig reflektiert. Und ein Tweed reicht nicht, um sich eine Meinung zu bilden. Genau das wollen aber noch viele gerade der jungen Leser und dann nehmen sie sich irgendwann auch wieder die Zeit, einen ganzen Artikel zu lesen (auch wenn es Selbstdisziplin und Training erfordert, um nach Zeile 40 noch konzentriert zu bleiben). Und damit kommt dann auch der Wunsch, über den Tellerrand der voreingestellten Nachrichtensuche hinauszublicken und einfach mal in einer Tageszeitung zufällig einen Artikel zu finden, der sich erst nach der Lektüre als interessant erweist. Allein seit Beginn der Occupy-Bewegung sind - als Beispiel genannt - die Wirtschaftszeitungen in unserer Bibliothek zu einer extrem beliebten Lektüre geworden. Um mitzumachen muss man verstehen. Ich sehen dies an der Uni (glücklicherweise) auch jeden Tag.

    Eher kritisch betrachte ich die neue heilige Kuh der anonymen Kommentierung. Das ist nur vordergründig demokratische Teilhabe und schon gar keine Bedingung. Vergleicht man Leserbriefe aus den 70er und 80er Jahren mit heutigen Onlinekommentaren, fällt jedem Laien die Diskrepanz in der Qualität auf. Wenn ich etwas mit meinem guten Namen unterschreibe, will ich mich nicht lächerlich machen und verfolge (hoffentlich) ein ernsthaftes Anliegen. Die meisten Kommentare hingegen sind blindes Gegner-bashing oder dahingeflegelte Phrasen, um einmal Dampf abzulassen. Das hat eigentlich in einer Diskussion nichts zu suchen! Natürlich gibt es Ausnahmen - auch früher wurde bei Leserbriefen nicht immer der Verfasser genannt. Ein legitimes Schutzbedürfnis muss gewahrt bleiben - aber das sehe ich höchstens ausnahmsweise und betrifft somit die meisten Kommentare nicht. Von daher gebe ich auch hier Herrn Veit recht und glaube auch, dass namentlich gekennzeichnete Kommentare ein Zeichen für Seriösität sind. Dies haben übrigens psychologische Forschungen bestätigt. Danach bevorzugten die Probanden häufig falsche, jedoch namentlich gekennzeichnete Aussagen und lehnte richtige unter Pseudonym ab. "Sage mir, wer du bist und ich bin bereit dir zu vertrauen - versteckst du deine Identität, dann trau ich dir nicht" - sehr menschlich.

    Interessanter und weit häufiger betrachtet werden die Kommentarseiten jedoch vor allem dann, wenn sie eine echte Diskussion ermöglichen, z.B. bei der Legal Tribune Online: Hier gibt der Verfasser häufig ein Feedback auf eingestellte Kommentare. Dies führt zu interessanten Diskussionen, die manches Mal die einfache Dimension des Artikels sprengen und echten Mehrwert an Informationen bringen. Außerdem wird sich hier ein Kommentator ernstgenommen fühlen und seinerseits mehr auf Seriösität achten. Dies sehe ich als quasi interaktives Zukunftsmodell der Kommentarfunktionen, die auch zu Leserbindung beitragen könnte.

    Mit freundlichen Grüßen S. Weinert

  • 20.12.2011 12:42 Uhr

    von einer:

    "Online erfährt man, was passiert ist, und in der Zeitung, warum es passiert ist." - Wunschdenken oder Selbstüberschätzung? Vermutlich meint Herr Veit spon & Co und hat mehr vom Netz noch gar nicht gesehen.

    Genau das Gegenteil ist nämlich der Fall. Die Printmedienmacher mit ihrer eingebrannten Kopf-Schere der Vermarktbarkeit liefern immer denselben gefälligen Einheitsbrei. Wenn irgendwo intelligente, überraschende streitbare Analysen zu finden sind, dann im Netz. Dort allerdings überall außer bei den etablierten Medien. Ab und zu tröpfelt davon auch mal was in die Zeitungen. Zur Zeit geschieht das aber eher bei denen mit dem f vorm az.

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