Stefon hat den 1. Preis der Rechtsradikalismus verdient. Ende
18.06.2012 13:57 Uhr
von stefon:
Während im Linksliberalismus über Gerechtigkeit, über Verteilung von Reichtum, über Sozialstandards und grünen Konsum und vieles mehr gesprochen werden kann, gibt es jedoch eine Grenze die nicht überschritten werden darf. Und diese stellt nun eben das System des bürgerlich Staates und des Kapitalismus dar. Anstatt also die Analyse: “Egal was passiert, den Menschen wirds dreckig gehen” als Anlass zu nehmen, sich mal über die Rahmenbedingungen (Geld, Tausch, Staaten, …) Gedanken zu machen, wird schulterzuckend das Elend in Kauf genommen.
da ziehen sich einem ja die Schule aus. Tatsaechlich folgt aus der Armut ja erst recht Unrecht, wie die dreissiger Jahre doch so eindrucksvoll in Deutschland bewiesen haben. Der Sieg der Rechten in Griechenland verlaengert nur das Siechtum in Europa ohne das irgendjemand davon etwas hat, insb. wir Deutschen nicht, wenn sich naemlich herausstellt, dass es keine Kunden (im EURO Raum) mehr gibt, die unseren Scheisss...verzeihung unsere Produkte mehr kaufen koennen. Der Irrsinn kann also weitergehen auch mit dem Segen der TAZ. (ob da jemand schon mal Krugman, Stieglitz, Flassbeck usw. gelesen hat, glaub ich schon nicht mehr)
18.06.2012 11:28 Uhr
von Arnheim:
Nun, da hat Herr Hillenbrand ja wahrscheinlich (fast) bekommen, was er wollte. Ein echter Sieg der marktkonformen Demokratie. Nur ist die gar nicht marktkonform. Was nützt es den "Märkten" nämlich, wenn sich Griechenland durch die von der Troika-verordnete Austeritätspolitik immer tiefer in die Depression spart? Wo bitte soll in einer Situation, in der privates Kapital aus dem Land abgezogen wird und die öffentlichen Ausgaben gleichzeitig zurückgefahren werden ein Wachstumsimpuls herkommen? Mit anderen Worten: Wo nimmt Hillenbrand eigentlich die Gewißheit her, das gewählte "Unrecht" würde die weitere Verarmung aufhalten? Scheinbar gehört das Verständnis für solche einfachen volkswirtschaftlichen Zusammenhänge nicht zu den erforderlichen Qualifikationen, um einen taz-Kommentar schreiben zu dürfen. Wichtiger ist es ja, den ökonomischen Unsinn widerzukäuen, den wir hierzulande so schätzen und über den der Rest der Welt fassungslos den Kopf schüttelt. In dieser Hinsicht hat Hillenbrand seinen Auftrag erfüllt.
18.06.2012 10:37 Uhr
von Hein:
Soviel dumme Propaganda in der deutschen Presse gegen demokratische Wahlen ist unerträglich. Was Hillenbrand von sich gibt ist totaler Unsinn. Als Brandstifter hat er seinem Namen wirklich Ehre gemacht.
17.06.2012 03:07 Uhr
von Kurt P.:
Es ist erschreckend, welche Ansichten einige TAZ-Schreiberlinge vertreten. Zuviel Hassliebe mit Springer?
Da wird man ja schon genötigt die bürgerlichen Freiheiten gegen diese Gegenaufklärung zu verteidigen. Keinen Cent mehr für dieses Machwerk! Irgendwann frisst euch der Kapitalismus noch selbst...
14.06.2012 18:16 Uhr
von Klaus Bötig:
Alles genau richtig erfasst! und noch immer fragen viele Taxifahrer und Hoteliers (und nicht nur diese), ob der Kunde etwa eine Quittung wolle...
14.06.2012 15:00 Uhr
von Dirk Mallon:
klingt wie Mutti... alternativlos. Herr Hillenbrand, so kommt man nicht auf einen anderen Pfad. Wenns einem schon schlecht geht und das wird die Griechen auf jeden Fall treffen, dann lieber mit Würde. Vielleicht entsteht eine neue solidarischere Gesellschaft?!
14.06.2012 13:07 Uhr
von hto:
Geistiger Stillstand und armseliges Bewußtsein
Die Globalisierung der "Dienstleistungs-Gesellschaft" (neuestes Wort für Versklavung) zeigt ihr wahres Gesicht und macht nun mit einem (Befreiungs-)Schlag Griechenland, Spanien, usw., zu Länder der "Dritten Welt" - wartet nur ein Weilchen, dann kommt's auch für euch dicke.
"Aber bei der taz hat man ja ohnehin kein Herz mehr für Linke, wa?"
Die Systemrationalität hat bisher noch jeden Idealismus in kapitulative Verkommenheit und KOMMUNIKATIONSMÜLL gewandelt!
14.06.2012 07:24 Uhr
von mauersegler:
wozu dann noch zur Wahl gehen - wenn man keine Wahl mehr hat? was werden Sie uns raten in Deutschland, wenn unsere korrupte Regierung unsere Gesellschaft ins Aus gebracht hat? Europa braucht dringend den Wechsel - nicht nur in Griechenland, auch hier bei uns in Deutschland! Arbeitsplätze und Reichtum durch skandalöse Rüstungsexporte Deutschlands sind auch nur ein Grund, sich zu schämen - nicht aber, die Verbrecher wieder zu wählen!
13.06.2012 20:00 Uhr
von Weinberg:
@ 13.06.2012, 15:31 Uhr, O je o je: „Aber bei der taz hat man ja ohnehin kein Herz mehr für Linke, wa?“
Wie steht es mit dem Hirn?
13.06.2012 17:59 Uhr
von Andreas:
Ein echter Hillenbrand. Habe wieder Schnappatmung gekriegt, als ich das heute morgen am Bahnhof las und beschlossen, das Abo endlich mal zu kündigen (vielleicht kann es ja irgend ein Frankfurter Bankster Yuppie übernehmen). Habe ich mich aber doch wieder beruhigt. Dachte mir, der Mann ist im fortgeschritten Alter, sicher unkündbar und geniest somit Narrenfreiheit. Man muss das genauso aushalten wie etwa die ewig pampigen und unfreundlichen Altkader am Postschalter oder bei Mc Paper. Die ändern sich nicht mehr. Und das ist ihr gutes Recht, denk ich mal. Gut, dass es Arbeitgeber gibt, die ältere Arbeitnehmer nicht fallen lassen. Wir werden alle mal älter und sind irgendwann darauf angewiesen, dass die Nachfolgenden unsere Schrullen tolerieren. Ich verkneife mir heute sogar den reaktionären Stinkstiefel.
13.06.2012 17:40 Uhr
von Elisabeth:
Ich hoffe, dass Syriza in Griechenland gewinnt.
Dann wird es interessant. Man darf sich nicht dauernd den korrupten Eliten unterwerfen, dann geht das alte Spiel nur weiter und nichts wird besser für die kleinen Leute.
13.06.2012 17:20 Uhr
von sol1:
Es ist genau die in diesem Kommentar anempfohlene "Vernünftigkeit", die uns immer tiefer in die Krise führt.
Yanis Varoufakis, dem die taz heute dankenswerterweise eine Seite freigeräumt hat, hat drei gute Gründe für einen SYRIZA-geführte Regierung:
"First, because it is probably the only party that ‘gets it’; that understands (a) that Greece must stay in the Eurozone (despite the latter’s obvious failures), and (b) that the Eurozone will not survive unless someone forces Europe to put an immediate halt on this “march off the cliff of competitive austerity”.
Secondly, because the small team of political economists that will negotiate on Syriza’s behalf are good. moderate people with a decent grasp of the grim reality that Greece and the Eurozone are facing (and, no, I am not part of that team – but I know the ones I am referring to).
Thirdly, because, in any case, a vote for Syriza is not going to establish a purely Syriza government. No party, including Syriza, will be in a position to form a government outright. So, the question is whether Europe is better off with a government in Athens which includes Syriza as a pivot or one which is supported by discredited pro-bailout parties, with Syriza leading from the opposition benches. I have no doubt whatsoever that Europe’s interests are best served by the first option."
Wie kann man eigentlich zu der Sichtweise kommen, dass die Griechen Opfer der Zustände sind? Opfer einer Tätergemeinschaft aus Herrschenden/Ausbeutern und der EU? Fakt ist, dass Griechenland durch und durch korrupt ist. Jeder glaubt, dass er von diesem System profitiert. Neugewählte Politiker z.B. verteilen "Geschenke" an ihre Kreise, tasten aber die "Geschenke" ihrer Vorgänger nicht an. Es ist ja genug für alle da. Aber wo kommt es her, was dort großzügig verteilt wird? Nein, mit dem erschlichenen Beitritt in die EU hat das ja nichts zu tun. Schuld hat die EU oder Deutschland. Wer sonst?
13.06.2012 15:31 Uhr
von O je o je:
Herr Hillenbrand,
Sie vergessen: Eine andere Welt ist möglich, machbar und notwendig!
Wenn die Griechen sich für Syriza entscheiden, (womöglich innerhalb einer Koalition mit der Demokratischen Linken, den Grünen und weiteren fortschrittlich linken und jugendlichen Kräften, wie z.B. der Antarsya), dann wird dies von den Empörten der anderen betroffenen Euroländern nicht nur gehört, sondern als Ermutigung wahrgenommen werden!
Klar geht es um Medikamente und Erspartes und funktionierende Schulen. Es geht aber auch darum dem Turbokapitalismus demokratisch (! was das ist haben Sie und all die anderen Panikmacher anscheinend inzwischen endgültig vergessen..) die Grenzen aufzuzeigen und die Profiteure der Finanzkrise haftbar zu machen. Es geht darum die Selbstbestimmung und die damit einhergehende Würde wiederzuerlangen. Es geht tatsächlich um "Gerechtigkeit".
Und auch darum ein funktionierendes Medienwesen wiederherzustellen, jenseits der Mega-Propaganda-Konglomerate á la Bertelsmann und Springer und Murdoch, ohne deren Beihilfe es womöglich gar keine Merkozyschen Bankenrettungsprogramme gegeben hätte, und somit die "Krise" womöglich schon längst überwunden wäre. Ein Punkt übrigens, den neben der Syriza meines Wissens europaweit keine einzige andere Partei überhaupt anzutasten bereit ist (ausser den Ultras ganz weit aussen..).
Apropos Ultras, kaum auszudenken was in der deutschen Wahlurne los wäre, wenn sich die Einwohnerzahl der BRD aufgrund von illegaler Einwanderung aus echten 'Krisenstaaten' innerhalb von fünf Jahren um 10 % (!) erhöht hätte, wie jüngst im vielgescholtenen Griechenland. Da haben die Griechen mit 7% für die Nazis noch erstaunlich cool reagiert, oder? Zumal sich das am Sonntag ohnehin relativieren dürfte, nachdem die dortigen Wähler in der Zwischenzeit Gelegenheit hatten sich ein genaueres Bild von dieser Stinkefingerpartei zu machen.
Eins ist sicher, Ratschläge wie Ihre, oder wie die von Schäuble und Asmussen und Rehn und Kauder und Lagarde, haben die Griechen so nötig wie Bauchweh. Und die deutsche, arbeitende und trotzdem vorn und hinten nicht hinkommende Bevölkerung genauso wenig. Vielmehr sollte sich die Linke hierzulande ein Beispiel an der Syriza nehmen um der eigenen Selbstdemontage und dem Establishment-Diktat der SPD und der hiesigen Grünen etwas brauchbares entgegensetzen zu können.
Aber bei der taz hat man ja ohnehin kein Herz mehr für Linke, wa?
13.06.2012 15:14 Uhr
von willy:
Bei uns in D. stellt sich auch immer das gleiche Glump zur Wahl.
13.06.2012 15:12 Uhr
von Janis Ehling:
Dann bin ich lieber ein dummer Europäer. Wer sagt denn das die Syriza unvernünftig handeln wird?
Erstmalig, seit den siebzigern gibt es die Chance die unheilige Allianz der korrupten Sozialdemokraten und Konservativen abzuwählen.Ich hoffe, dass die Griechen das machen.
Die Kredite von IWF und EU weiter beziehen zu können, ist ja wohl das Mindeste. Da eben die, an diese Kredite gekoppelten Forderungen, Griechenland erst den Todesstoß versetzt haben.
Die Aufgabe von Merkel und Co ist es endlich die Steueroasen auszutrocknen und ein Wachstumsprogramm für die EU aufzulegen.
Beim besten Willen, ich kann ihren Zynismus nicht teilen.
Mit besten Grüßen,
Janis Ehling
13.06.2012 15:11 Uhr
von Crank:
Wird demnächst in den Annalen steh'n: Wir wollten ein vereintes Europa und haben mit Hilfe des Kapitalismus, die Demokratie abgeschafft!? Käufliche Politik ist der Untergang der Demokratie!
Leserkommentare
18.06.2012 17:38 Uhr
von Statistiker:
Stefon hat den 1. Preis der Rechtsradikalismus verdient. Ende
18.06.2012 13:57 Uhr
von stefon:
Während im Linksliberalismus über Gerechtigkeit, über Verteilung von Reichtum, über Sozialstandards und grünen Konsum und vieles mehr gesprochen werden kann, gibt es jedoch eine Grenze die nicht überschritten werden darf. Und diese stellt nun eben das System des bürgerlich Staates und des Kapitalismus dar. Anstatt also die Analyse: “Egal was passiert, den Menschen wirds dreckig gehen” als Anlass zu nehmen, sich mal über die Rahmenbedingungen (Geld, Tausch, Staaten, …) Gedanken zu machen, wird schulterzuckend das Elend in Kauf genommen.
Mehr: http://wutimbauch.wordpress.com/2012/06/18/die-denke-der-linksliberalen/
18.06.2012 13:20 Uhr
von Oskar ist der Beste:
da ziehen sich einem ja die Schule aus. Tatsaechlich folgt aus der Armut ja erst recht Unrecht, wie die dreissiger Jahre doch so eindrucksvoll in Deutschland bewiesen haben. Der Sieg der Rechten in Griechenland verlaengert nur das Siechtum in Europa ohne das irgendjemand davon etwas hat, insb. wir Deutschen nicht, wenn sich naemlich herausstellt, dass es keine Kunden (im EURO Raum) mehr gibt, die unseren Scheisss...verzeihung unsere Produkte mehr kaufen koennen.
Der Irrsinn kann also weitergehen auch mit dem Segen der TAZ. (ob da jemand schon mal Krugman, Stieglitz, Flassbeck usw. gelesen hat, glaub ich schon nicht mehr)
18.06.2012 11:28 Uhr
von Arnheim:
Nun, da hat Herr Hillenbrand ja wahrscheinlich (fast) bekommen, was er wollte. Ein echter Sieg der marktkonformen Demokratie. Nur ist die gar nicht marktkonform. Was nützt es den "Märkten" nämlich, wenn sich Griechenland durch die von der Troika-verordnete Austeritätspolitik immer tiefer in die Depression spart? Wo bitte soll in einer Situation, in der privates Kapital aus dem Land abgezogen wird und die öffentlichen Ausgaben gleichzeitig zurückgefahren werden ein Wachstumsimpuls herkommen? Mit anderen Worten: Wo nimmt Hillenbrand eigentlich die Gewißheit her, das gewählte "Unrecht" würde die weitere Verarmung aufhalten? Scheinbar gehört das Verständnis für solche einfachen volkswirtschaftlichen Zusammenhänge nicht zu den erforderlichen Qualifikationen, um einen taz-Kommentar schreiben zu dürfen. Wichtiger ist es ja, den ökonomischen Unsinn widerzukäuen, den wir hierzulande so schätzen und über den der Rest der Welt fassungslos den Kopf schüttelt. In dieser Hinsicht hat Hillenbrand seinen Auftrag erfüllt.
18.06.2012 10:37 Uhr
von Hein:
Soviel dumme Propaganda in der deutschen Presse
gegen demokratische Wahlen ist unerträglich.
Was Hillenbrand von sich gibt ist totaler
Unsinn. Als Brandstifter hat er seinem Namen
wirklich Ehre gemacht.
17.06.2012 03:07 Uhr
von Kurt P.:
Es ist erschreckend, welche Ansichten einige TAZ-Schreiberlinge vertreten. Zuviel Hassliebe mit Springer?
Da wird man ja schon genötigt die bürgerlichen Freiheiten gegen diese Gegenaufklärung zu verteidigen. Keinen Cent mehr für dieses Machwerk! Irgendwann frisst euch der Kapitalismus noch selbst...
14.06.2012 18:16 Uhr
von Klaus Bötig:
Alles genau richtig erfasst! und noch immer fragen viele Taxifahrer und Hoteliers (und nicht nur diese), ob der Kunde etwa eine Quittung wolle...
14.06.2012 15:00 Uhr
von Dirk Mallon:
klingt wie Mutti... alternativlos.
Herr Hillenbrand, so kommt man nicht auf einen anderen Pfad. Wenns einem schon schlecht geht und das wird die Griechen auf jeden Fall treffen, dann lieber mit Würde. Vielleicht entsteht eine neue solidarischere Gesellschaft?!
14.06.2012 13:07 Uhr
von hto:
Geistiger Stillstand und armseliges Bewußtsein
Die Globalisierung der "Dienstleistungs-Gesellschaft" (neuestes Wort für Versklavung) zeigt ihr wahres Gesicht und macht nun mit einem (Befreiungs-)Schlag Griechenland, Spanien, usw., zu Länder der "Dritten Welt" - wartet nur ein Weilchen, dann kommt's auch für euch dicke.
"Aber bei der taz hat man ja ohnehin kein Herz mehr für Linke, wa?"
Die Systemrationalität hat bisher noch jeden Idealismus in kapitulative Verkommenheit und KOMMUNIKATIONSMÜLL gewandelt!
14.06.2012 07:24 Uhr
von mauersegler:
wozu dann noch zur Wahl gehen - wenn man keine Wahl mehr hat?
was werden Sie uns raten in Deutschland, wenn unsere korrupte Regierung unsere Gesellschaft ins Aus gebracht hat?
Europa braucht dringend den Wechsel - nicht nur in Griechenland, auch hier bei uns in Deutschland!
Arbeitsplätze und Reichtum durch skandalöse Rüstungsexporte Deutschlands sind auch nur ein Grund, sich zu schämen - nicht aber, die Verbrecher wieder zu wählen!
13.06.2012 20:00 Uhr
von Weinberg:
@ 13.06.2012, 15:31 Uhr, O je o je:
„Aber bei der taz hat man ja ohnehin kein Herz mehr für Linke, wa?“
Wie steht es mit dem Hirn?
13.06.2012 17:59 Uhr
von Andreas:
Ein echter Hillenbrand. Habe wieder Schnappatmung gekriegt, als ich das heute morgen am Bahnhof las und beschlossen, das Abo endlich mal zu kündigen (vielleicht kann es ja irgend ein Frankfurter Bankster Yuppie übernehmen). Habe ich mich aber doch wieder beruhigt. Dachte mir, der Mann ist im fortgeschritten Alter, sicher unkündbar und geniest somit Narrenfreiheit. Man muss das genauso aushalten wie etwa die ewig pampigen und unfreundlichen Altkader am Postschalter oder bei Mc Paper. Die ändern sich nicht mehr. Und das ist ihr gutes Recht, denk ich mal. Gut, dass es Arbeitgeber gibt, die ältere Arbeitnehmer nicht fallen lassen. Wir werden alle mal älter und sind irgendwann darauf angewiesen, dass die Nachfolgenden unsere Schrullen tolerieren. Ich verkneife mir heute sogar den reaktionären Stinkstiefel.
13.06.2012 17:40 Uhr
von Elisabeth:
Ich hoffe, dass Syriza in Griechenland gewinnt.
Dann wird es interessant. Man darf sich nicht dauernd den korrupten Eliten unterwerfen, dann geht das alte Spiel nur weiter und nichts wird besser für die kleinen Leute.
13.06.2012 17:20 Uhr
von sol1:
Es ist genau die in diesem Kommentar anempfohlene "Vernünftigkeit", die uns immer tiefer in die Krise führt.
Yanis Varoufakis, dem die taz heute dankenswerterweise eine Seite freigeräumt hat, hat drei gute Gründe für einen SYRIZA-geführte Regierung:
"First, because it is probably the only party that ‘gets it’; that understands (a) that Greece must stay in the Eurozone (despite the latter’s obvious failures), and (b) that the Eurozone will not survive unless someone forces Europe to put an immediate halt on this “march off the cliff of competitive austerity”.
Secondly, because the small team of political economists that will negotiate on Syriza’s behalf are good. moderate people with a decent grasp of the grim reality that Greece and the Eurozone are facing (and, no, I am not part of that team – but I know the ones I am referring to).
Thirdly, because, in any case, a vote for Syriza is not going to establish a purely Syriza government. No party, including Syriza, will be in a position to form a government outright. So, the question is whether Europe is better off with a government in Athens which includes Syriza as a pivot or one which is supported by discredited pro-bailout parties, with Syriza leading from the opposition benches. I have no doubt whatsoever that Europe’s interests are best served by the first option."
http://yanisvaroufakis.eu/2012/06/03/why-europe-should-fear-fina-gail-like-reasonableness-much-much-more-than-it-fears-syriza/
13.06.2012 16:52 Uhr
von Stimme der Demokratie:
Wie kann man eigentlich zu der Sichtweise kommen, dass die Griechen Opfer der Zustände sind? Opfer einer Tätergemeinschaft aus Herrschenden/Ausbeutern und der EU?
Fakt ist, dass Griechenland durch und durch korrupt ist. Jeder glaubt, dass er von diesem System profitiert. Neugewählte Politiker z.B. verteilen "Geschenke" an ihre Kreise, tasten aber die "Geschenke" ihrer Vorgänger nicht an. Es ist ja genug für alle da. Aber wo kommt es her, was dort großzügig verteilt wird? Nein, mit dem erschlichenen Beitritt in die EU hat das ja nichts zu tun.
Schuld hat die EU oder Deutschland. Wer sonst?
13.06.2012 15:31 Uhr
von O je o je:
Herr Hillenbrand,
Sie vergessen: Eine andere Welt ist möglich, machbar und notwendig!
Wenn die Griechen sich für Syriza entscheiden, (womöglich innerhalb einer Koalition mit der Demokratischen Linken, den Grünen und weiteren fortschrittlich linken und jugendlichen Kräften, wie z.B. der Antarsya), dann wird dies von den Empörten der anderen betroffenen Euroländern nicht nur gehört, sondern als Ermutigung wahrgenommen werden!
Klar geht es um Medikamente und Erspartes und funktionierende Schulen. Es geht aber auch darum dem Turbokapitalismus demokratisch (! was das ist haben Sie und all die anderen Panikmacher anscheinend inzwischen endgültig vergessen..) die Grenzen aufzuzeigen und die Profiteure der Finanzkrise haftbar zu machen.
Es geht darum die Selbstbestimmung und die damit einhergehende Würde wiederzuerlangen.
Es geht tatsächlich um "Gerechtigkeit".
Und auch darum ein funktionierendes Medienwesen wiederherzustellen, jenseits der Mega-Propaganda-Konglomerate á la Bertelsmann und Springer und Murdoch, ohne deren Beihilfe es womöglich gar keine Merkozyschen Bankenrettungsprogramme gegeben hätte, und somit die "Krise" womöglich schon längst überwunden wäre. Ein Punkt übrigens, den neben der Syriza meines Wissens europaweit keine einzige andere Partei überhaupt anzutasten bereit ist (ausser den Ultras ganz weit aussen..).
Apropos Ultras, kaum auszudenken was in der deutschen Wahlurne los wäre, wenn sich die Einwohnerzahl der BRD aufgrund von illegaler Einwanderung aus echten 'Krisenstaaten' innerhalb von fünf Jahren um 10 % (!) erhöht hätte, wie jüngst im vielgescholtenen Griechenland. Da haben die Griechen mit 7% für die Nazis noch erstaunlich cool reagiert, oder? Zumal sich das am Sonntag ohnehin relativieren dürfte, nachdem die dortigen Wähler in der Zwischenzeit Gelegenheit hatten sich ein genaueres Bild von dieser Stinkefingerpartei zu machen.
Eins ist sicher, Ratschläge wie Ihre, oder wie die von Schäuble und Asmussen und Rehn und Kauder und Lagarde, haben die Griechen so nötig wie Bauchweh.
Und die deutsche, arbeitende und trotzdem vorn und hinten nicht hinkommende Bevölkerung genauso wenig. Vielmehr sollte sich die Linke hierzulande ein Beispiel an der Syriza nehmen um der eigenen Selbstdemontage und dem Establishment-Diktat der SPD und der hiesigen Grünen etwas brauchbares entgegensetzen zu können.
Aber bei der taz hat man ja ohnehin kein Herz mehr für Linke, wa?
13.06.2012 15:14 Uhr
von willy:
Bei uns in D. stellt sich auch immer das gleiche Glump zur Wahl.
13.06.2012 15:12 Uhr
von Janis Ehling:
Dann bin ich lieber ein dummer Europäer. Wer sagt denn das die Syriza unvernünftig handeln wird?
Erstmalig, seit den siebzigern gibt es die Chance die unheilige Allianz der korrupten Sozialdemokraten und Konservativen abzuwählen.Ich hoffe, dass die Griechen das machen.
Die Kredite von IWF und EU weiter beziehen zu können, ist ja wohl das Mindeste. Da eben die, an diese Kredite gekoppelten Forderungen, Griechenland erst den Todesstoß versetzt haben.
Die Aufgabe von Merkel und Co ist es endlich die Steueroasen auszutrocknen und ein Wachstumsprogramm für die EU aufzulegen.
Beim besten Willen, ich kann ihren Zynismus nicht teilen.
Mit besten Grüßen,
Janis Ehling
13.06.2012 15:11 Uhr
von Crank:
Wird demnächst in den Annalen steh'n: Wir wollten ein vereintes Europa und haben mit Hilfe des Kapitalismus, die Demokratie abgeschafft!? Käufliche Politik ist der Untergang der Demokratie!