• 23.05.2007

MALALAI DSCHOJA IN DREI DATEN

Dezember 2003: Malalai Dschoja sorgt mit ihrem ersten Auftritt vor der verfassungsgebenden Versammlung für Furore. Sie sagt: "Die Glaubwürdigkeit dieser Versammlung ist dahin, weil in ihr all jene sitzen, die unser Land in diese Lage gebracht haben. Schaut euch die Kommissionen an und wer ihnen vorsteht. Warum bilden wir nicht eine Kommission aus all diesen Verbrechern? Dann wissen wir gleich, woran wir sind."

Dezember 2005: Im neu gewählten Parlament erhebt Dschoja erneut ihre Stimme gegen die Warlords. "Ich spreche allen Afghanen mein Beileid aus dafür, dass sie von Kriegsfürsten, Drogenbaronen und anderen Kriminellen vertreten werden", sagt Dschoja. Ihre Rede sorgt für tumultartige Szenen im Parlament. Ihr wohl gesinnte Abgeordnete bringen Dschoja in Sicherheit. Sie erhält Todesdrohungen.

Mai 2007: Im Interview mit dem Privatsender Tolo TV vergleicht Dschoja das Parlament mit einem Zoo. Sie sagt: "Ein Stall oder ein Zoo ist sogar nützlicher. Dort gibt es wenigstens Esel, die einen Karren ziehen, oder Kühe, die Milch geben." Das Parlament beschließt ihre Suspendierung. KEL

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