Wie alle ordentlichen Gewerke trifft sich auch die Innung der hauptstädtischen Schornsteinfeger einmal jährlich, um einen bilanzierenden Rückblick und Programmatisches fürs kommende Jahr zu präsentieren.
Auf der Tagesordnung standen gestern so windige Themen wie "Gewerbsmäßige Dunstabzugsanlagen" (Top 1) und "Lüftung im Wohnungsbereich" (Top 2). Erschreckend die dazu gehörige brandneue Statistik. "Im Bereich der Lüftungsanlagen ist der Westteil der Stadt noch immer zweitklassig", reportiert die Innung. Ja was soll das heißen, liebe Kaminreiniger? Ist da etwa noch nicht alles zusammengewachsen, was zusammengehört? Ist der Ostteil der gar nicht mehr so schwefeldunstigen Stadt jetzt etwa auf dem Weg zum innerstädtischen Luftkurort? Überholt unter Rot-Rot der Osten jetzt "oben mit"? Diese Jahresbilanz wirft leider mehr Fragen auf, als sie beantworten konnte. Natürlich fehlte nicht die innungsübliche Klage, dass die Deutschen "nach wie vor zum Fenster hinaus heizen". Warten wir ab, was die Jahresbilanz-Konferenz der Fensterbauer dazu für Zahlenwerk vorlegen wird. Die zweite beunruhigende Zahl war die, dass keine fünf Prozent aller Spree-Haushalte Rauchmelder haben. Und schon gar nicht die Kindergärten. Gut zu erfahren, dass es dazu eine Initiative des Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse gibt. Der hat die Schirmherrschaft übernommen für die "Aktion Rauchmelder in Kindertagesstätten" - und wir dachten, die brauchen mehr ErzieherInnen. AW/FOTO: REUTERS
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