Diplom-Historiker ist Wolfgang Mleczkowski, steht im Parlamentshandbuch bei den Biografien der Abgeordneten. Das macht den FDP-Mann, der zum nationalliberalen Flügel gerechnet wird, in seiner Fraktion offenbar zum Experten in geschichtsbeladenen Fragen. In der Möllemann-Debatte stellte er etwa fest, in Preußen - "und gerade in Berlin" - sei der Antisemitismus vergleichsweise gering gewesen. Schon im Januar forderte er ein Denkmal für Gustav Noske. Der hatte 1919 den Spartakus-Aufstand niederschlagen lassen und dazu gesagt: "Einer muss den Bluthund machen." Jetzt gibt sich Mleczkowski, geboren 1943 in Königs Wusterhausen und 1976 nach West-Berlin übergesiedelt, weit weniger kriegerisch. Abrüsten will er das Sowjetische Ehrenmal an der Straße des 17. Juni. Einfacher gesagt: Der Iwan soll dort seine Panzer, Typ T 34, und Kanonen wegräumen. "Die Panzer zielen auf Passanten", bemängelt Mleczkowski. "Die martialische Waffenpräsentation passt nicht zu den neuen deutsch-russischen Beziehungen", meint er. Dann müsste er bald auch im Treptower Park unterwegs sein, um dort dem gigantischen Sowjethelden das Schwert aus der Hand zu winden. Aber die FDP-Fraktion will ja nicht nur meckern, sondern auch konstruktiv sein. Ein Künstlerwettbewerb soll die Panzer und Kanonen an der Straße des 17. Juni "überformen oder ersetzen". Überformen? Da war doch was? Ja, vielleicht tragen die Liberalen bald einen altbekannten Aufnäher: "Schwerter zu Pflugscharen". STA FOTO: TAZ-ARCHIV
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