Teile der Berliner Tierschützerszene sollen seit einiger Zeit gezielt von der Sekte "Universelles Leben" (UL) unterwandert werden. Die vorwiegend in Baden-Württemberg und Unterfranken beheimatete spiritistische Vereinigung versuche über die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" Einfluss auf die Tierschützer zu bekommen, sagte der Sektenbeauftragten der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg, Thomas Gandow, am Montag. Dabei "verteufle" die Sekte Jäger unter anderem als "Lust-Töter".
Gründerin, Führerin und Prophetin der totalitär ausgerichteten Vereinigung ist Gandows Angaben zufolge die 1933 geborene Gabriele Wittek, die in "Offenbarungen" eine direkte Verbindung zu Gott, Geistwesen und UFO-Piloten haben will.
Die Sekte habe früher auch Thesen über eine "jüdisch-zionistische Weltverschwörung" sowie Auszüge aus den angeblichen "Protokollen der Weisen von Zion" verbreitet. Behauptungen in eigenen Publikationen, dass auch Deutschland "Spielball herrschsüchtiger Juden" sei, wurden nach öffentlichen Protesten zurückgenommen, so Gandow. Der damals verantwortliche Redakteur, German Murer, spiele heute aber eine wichtige Rolle in der "Anti-Jagd-Kampagne".
Heute sei "Universelles Leben" im biologischen Landbau tätig und betreibe unter anderem mehrere so genannter Christusbetriebe als Tischlereien, Webereien und Schneidereien. Zudem betätigt sie sich im EDV-Bereich und mit einer "Christusklinik" auf dem Gebiet der alternativen Medizin. Ferner unterhalte sie Kinderheime, Kindergärten und eine Schule.
Die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" veranstaltet den Angaben zufolge an jedem ersten Sonnabend im Monat in Berlin eine "Anti-Jagd-Demo". Für den kommenden Sonnabend plane sie zudem in der Technischen Universität ein Symposium mit Podiumsdiskussion zum Thema "Natur ohne Jagd". Einer der Podiumsteilnehmer soll unter anderem der UL-Anwalt und -Pressesprecher Christian Sailer sein. EPD
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